Review: Luke Combs „The Way I Am“

Tracklist „The Way I Am“ (VÖ 20.03.2026)

1 Back In The Saddle
2 My Kinda Saturday Night
3 Days Like These
4 15 Minutes
5 Alcohol Of Fame
6 Daytona 499
7 The Way I Am
8 Wish Upon A Whiskey
9 Soon As I Get Home
10 Rethink Some Things
11 Giving Her Away
12 Seeing Someone
13 Sleepless In A Hotel Room
14 I Ain’t No Cowboy
15 Ever Mine (Feat. Alison Krauss)
16 Can’t Tell Me I’m Wrong
17 Miss You Here
18 Tell ‘Em About Tonight
19 Be By You
20 The Me Part Of You
21 Rich Man
22 A Man Was Born

Mit seinem neuen Album „The Way I Am“, welches ganze 22 Songs umfasst, zeigt Luke Combs einmal mehr, warum er längst zu den prägendsten Stimmen im modernen Country gehört. Und das, obwohl er mit gerade mal 35 Jahren schon Meilensteine gesammelt hat, die andere über ganze Karrieren hinweg nicht erreichen – was man diesem Album aber positiv anmerkt: Es klingt nicht wie ein Künstler, der sich auf Erfolgen ausruht, sondern wie jemand, der noch richtig was zu sagen hat.

Die 22 Songs wirken dabei fast wie ein bewusst gesetztes Statement. Statt auf ein kurzes, „auf den Punkt“ produziertes Album zu setzen, nimmt sich Luke Combs die Freiheit, seine musikalische und inhaltliche Bandbreite auszuleben. Überraschend ist, wie kurzweilig sich das Ganze trotzdem anfühlt. Es gibt keine wirklichen Längen – eher das Gefühl, dass man durch unterschiedliche Kapitel eines sehr persönlichen Tagebuchs hört.

Was sofort ins Ohr geht, ist natürlich seine Stimme: rau, warm, mit genau dieser Mischung aus Druck und Gefühl, die seine Songs so greifbar macht. Aber auch darüber hinaus merkt man, dass hier viel Feingefühl im Detail steckt. Die Produktion ist stellenweise größer und moderner als früher, bleibt aber immer geerdet genug, um nicht den Kern seiner Musik zu verlieren. Klassische Country-Elemente treffen auf Rock- und Pop-Einflüsse, ohne dabei zu modern zu wirken.

Inhaltlich ist das Album wahrscheinlich sein bisher persönlichstes. Es geht um die großen und kleinen Realitäten hinter dem Erfolg – um Familie, Verantwortung und diesen ständigen Balanceakt zwischen Bühne und Zuhause. Gerade die Songs über Vaterschaft und die leisen, inneren Kämpfe stechen heraus, weil sie nicht dramatisiert werden, sondern ehrlich und direkt daherkommen. Diese Klarheit in den Texten sorgt dafür, dass man sich an vielen Stellen ziemlich schnell wiederfindet, selbst wenn man ein ganz anderes Leben führt.

Gleichzeitig verliert das Album nie seine Energie. Neben den ruhigeren, nachdenklichen Momenten gibt es genug Tracks, die wie gemacht sind für große Bühnen – Songs, die sich sofort festsetzen und live wahrscheinlich nochmal eine ganz andere Wucht entwickeln. Genau diese Mischung aus Intimität und Größe ist es, die das Album so rund macht.

Am Ende fühlt sich „The Way I Am“ wie der Moment an, in dem alles zusammenkommt: Erfahrung, Erfolg, Selbstvertrauen – aber eben auch die Bereitschaft, sich verletzlich zu zeigen. Es ist ein Album, das nicht versucht, irgendwem etwas zu beweisen, sondern einfach sehr klar zeigt, wer Luke Combs gerade ist. Und genau das macht es so stark.

Erhältlich ist „The Way I Am“ dabei ganz klassisch als Audio-CD und auf Vinyl – aber natürlich auch als Stream auf allen gängigen Plattformen, u.a. auf Spotify.