Blue Dust – Bluegrass aus Italien bei den Illertal Cowboys

Ein Schwerpunkt der Konzertsaison 2026 lag auf Musik aus Italien. Zum Abschluss dieser Reihe gastierte am 18.09.2026 im alten Sportheim Illerberg die Band Blue Dust. Das sind normalerweise vier Musiker aus der Lombardei. Nach zwanzig Jahren vielfältiger musikalischer Erfahrungen begannen sie ihre gemeinsame Reise 2011. Angetrieben von dem Wunsch, ein ambitioniertes und einzigartiges Projekt in Italien zu realisieren, das in der Tradition des Bluegrass verwurzelt ist, verfolgen sie einen frischen und zugleich respektvollen Ansatz für den traditionellen „High Lonesome“-Sound. Dabei lassen sie sich von Country, Gospel und Rock ’n’ Roll inspirieren und verleihen dem Ganzen eine Prise italienischen Stils. Derzeit sind sie nur zu dritt, weil ihr Banjospieler ausscheiden musste und ein Nachfolger erst 2027 dabei sein wird. Die aktuelle Besetzung: Josh Villa (Mandoline), Leo Di Giacomo (Gitarre) und Stefano „Zampa“ Zanrosso (Kontrabass).

Was uns die drei Herren zwei Stunden lang präsentierten, war so unterhaltsam, dass man aus dem Staunen nicht herauskam, reicht doch das Programm weit über traditionelle Bluegrass-Titel hinaus. Das begann mit einem Song der Beatles und endete mit einem von Creedence Clearwater Revival. Dazu erklang etwas Western Swing und Gospel. Auch Country-Klassiker von Buck Owens, Merle Haggard, Johnny Cash und Hank Williams sorgten für Abwechslung. Besonders haben es ihnen die Bluegrass-Titel von Larry Sparks und Jimmy Martin angetan, aber auch Bob Dylan kommt da zu Ehren. Gerne erinnern wir uns an den Klassiker „Things“, den einst Dean Martin mit Nancy Sinatra sang, oder an „That´s Allright Mama“, die erste Single von Elvis Presley, perfekt auf Bluegrass umarrangiert.

Jeder der drei Herren ist ein Meister auf seinem Instrument und stellt das immer wieder mit herrlichen Soli unter Beweis. Auch der dreistimmige Gesang ist eine wahre Freude und der Humor kommt ebenfalls nicht zu kurz. Es geht noch weiter: auch aus alten italienischen Schlagern kann man Bluegrass machen! Beispiele: „Marina, Marina“ von Rocco Granata oder „Quando, Quando Quando“, letzteres kannte man bei uns von Caterina Valente. 

Für den Schluss hat man sich „Man Of Constant Sorrow“, „Knocking On Heaven´s Door” und “Country Roads” aufgehoben. Das alles wird gnadenlos “verbluegrasst”. Selten oder nie hat man an einem Abend eine solche musikalische Vielfalt erlebt! Da freuen wir uns doch schon auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.