Am Montag, den 31.08.2026 war im alten Sportheim Illerberg mal ein Trio zu Gast, das uns mit Musik unterhielt, die weit über die Grenzen der sonst üblichen Bluegrass Music hinaus ging. Die drei Musiker aus dem Raum München, die Gastgeber Herbert Schildhammer eingeladen hatte, sind keine Unbekannten, nur hatten wir sie halt in dieser Besetzung noch nicht gesehen. Titus Waldenfels, der Universal-Instrumentalist, ist mit verschiedenen Bands und Solo-Projekten unterwegs. Er spielt dabei die verschiedensten Musikstile und er beherrscht neben Gitarre auch Mandoline, Banjo, Fiddle und sogar die Pedal Steel Guitar. David Miralles spielt hauptsächlich Gitarre und Mandoline, kann aber auch auf der Fiddle ein paar Stücke beisteuern. Ihn kennt man aus der Bluegrass-Szene, derzeit in erster Linie bei den Huckleberry Five. Gabriel McCaslin, der gebürtige Kalifornier, ist spezialisiert auf Gitarre und Geige und spielt auch gerne Irish Folk Music, aktuell bei der Paul Daily Band.
Die drei bescherten uns gut zwei Stunden lang einen höchst abwechslungsreichen Mix aus den verschiedensten Musikrichtungen. Die Basis ist ganz klar Bluegrass, aber hinzu kommen Stücke aus Richtung Country, Folk, Blues, Jazz und Ragtime. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus, denn jeder Song klang anders, bestand aus vielen musikalischen Elementen. Es war eine wahrlich energiegeladene Show, angetrieben von der ungemeinen Spielfreude von Titus Waldenfels, der seinen Kollegen alles abverlangte. Da werden temporeiche, wechselnde Instrumentalsoli zelebriert, da gibt es eine Geste, ein kurzes Minenspiel und jeder weiß, wann er an der Reihe ist.
Wir hörten u.a. den „Deep River Blues“ von Doc Watson, „Big River“ von Johnny Cash und „Free Falling“ von Tom Petty, dann zur Abwechslung mal „Star Of The County Down“, eine irische Ballade. Zwischendurch gab David Miralles mal eine Eigenkomposition namens „An der Bruck´n“ zum Besten, gefolgt von „Lonesome Whizzle“, einem Hank Williams-Klassiker. Vielseitiger kann man so ein herrliches Programm nicht gestalten! Sogar die legendären Grateful Dead ließen mit „Dark Hollow“ mal kurz grüßen. Freilich gab es auch eine Reihe von klassischen Bluegrass-Titeln, z.B. „Why Have You Been Gone So Long“ oder „Time Changes Everything“.
Dass jeder der drei Herren immer wieder virtuose Soli auf den Instrumenten vortrug, versteht sich. Bemerkenswert ist auch, dass da behände die Instrumente hin und her gewechselt werden. Wenn Titus freilich einen Slide über die Banjo-Saiten zieht, mögen Bluegrass-Traditionalisten vielleicht die Haare zu Berge stehen, aber uns hat´s viel Spaß gemacht. Und zum Ende kam mit „Dont Think Twice, It´s Allright“ auch noch Bob Dylan zu Ehren. Nennen wir das Ganze mal eine „Night To Remember“, ein Konzert, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.













