pez zeigt uns sein “Groundtrippin'”

Es ist kein großes Studio in Nashville. Keine beeindruckende Produktionsstätte, keine Wände voller Goldener Schallplatten. Es ist ein kleines Studio im Haus seiner Eltern. Genau hier, inmitten seiner Heimat, ist das Debütalbum von pez entstanden.

Und genau hier sitzen wir am letzten Sonntag im August zusammen und hören einige der neuen Songs von “Groundtrippin'”.

pez zeigt uns nicht einfach nur die fertigen Tracks. Er nimmt uns mit in den Entstehungsprozess. Er erklärt, wo die Songs geschrieben wurden, wie aus einem Gitarrenriff eine Melodie entsteht und wie aus einzelnen Ideen am Ende ein fertiger Song wird. Zwischendurch läuft immer wieder Musik. Ein Gitarrenpart hier, eine kleine Produktionsidee dort. Man merkt schnell: Hier steckt viel Herzblut drin.

Aber wer ist pez eigentlich?
“Humor, Songwriter, absoluter Herz-Mensch”, sagt er selbst. Und tatsächlich passen diese drei Begriffe ziemlich gut zu dem Musiker aus der Oberpfalz. pez erzählt mit viel Humor, spricht begeistert über Musik und lässt dabei immer wieder durchblicken, wie persönlich seine Songs für ihn sind. “Da geht viel über das Herz, nichts über den Kopf.”

Mit “Groundtrippin'” steht für ihn nun ein ganz besonderer Schritt an. Sein erstes Album. Zehn Songs, die für pez gleichzeitig Abschluss einer Entwicklung und Beginn eines neuen Kapitels sind.

“Für mich ist das wie so eine Zäsur”, erklärt er. Seine früheren Veröffentlichungen gehören selbstverständlich zu seiner Geschichte, fühlen sich musikalisch aber inzwischen weit weg an. “Das war halt jung, bisschen wild, bisschen randtasten an die ganze Geschichte … so die Anfänge einfach.”

“Groundtrippin'” soll dagegen zeigen, wo pez heute steht – nämlich “100% Vollgas-Country”.

Dabei ist der Albumtitel Programm. “Grounded” steht für Bodenständigkeit, für Heimat und das Gefühl, irgendwo angekommen zu sein. “Road Trippin'” dagegen für Fernweh und den Blick in die Ferne. Und genau diese beiden Seiten finden sich in den Songs wieder: “Nahezu jeder Song hat einfach auch irgendwo einen Wahrheitsbezug bei mir.”

Musikalisch ist dabei einiges geboten: Country- Pop, Country- Rock mit ordentlich Gitarrenbrett, ruhige Balladen und reduzierte akustische Songs. Trotzdem sollte das Album als Ganzes funktionieren.

“Wenn ich ein Album habe, dann muss das von Track 1 bis Track 10 Sinn ergeben.”

Der erste Track, “Where The Highway Ends”, war deshalb für pez ein wichtiger Einstieg. Er führt in die Geschichte des Albums und verbindet das Fernweh mit der eigenen Heimat.

Und genau hier passt auch das Studio wieder ins Bild, denn ca. 70 Prozent seiner Songs schreibt pez zu Hause in seiner Wohnung, die komplette Produktion des Albums entstand dagegen in den vier Wänden, in denen wir zum Interview saßen. Unterstützung gab es von Gastmusikern aus den USA und Deutschland, die Fäden der Produktion hielt er aber stets selbst in der Hand.

Wie genau er dabei arbeitet, erklärt er Schritt für Schritt:

Oft beginnt ein Song mit einem Riff oder einer Akkordfolge. Dann kommt seine “berühmte Fantasiesprache” zum Einsatz – ein Mix aus Englisch und Babysprache. pez probiert Melodien aus, nimmt einzelne Fragmente auf und baut den Song Stück für Stück darum herum. Erst wenn die Melodie steht, kommt der Text.

Und auch beim Songwriting hat sich seine Einstellung verändert. Früher war ein fertiger Song für ihn häufig ein Glücksfall.

Heute sagt er: “Man kann den Glücksfall schon auch trainieren.” Wenn die richtige Idee da ist, kann es dann auch schnell gehen. Ein Song kann innerhalb eines Tages entstehen.

Bei der Produktion hat pez dagegen deutlich mehr Geduld. Seine vielleicht treffendste Beschreibung für das Mischen eines Albums lautet: “Mischen ist Streit schlichten.”

Und wer ihm dabei zuhört, merkt schnell, wie viel Liebe zum Detail in seinen Songs steckt.

Einige der neuen Stücke durften wir bereits hören. “Nine To Five” entstand beispielsweise aus spontanen Gedanken während seines Jobs, bei “Nice And Slow” beschreibt pez den Sound augenzwinkernd als “Morgan Wallen küsst Jake Owen”. Und “Without Superman” ist ein sehr persönlicher Song über seinen verstorbenen Großvater.

Mehr wollen wir an dieser Stelle noch gar nicht verraten. Die Geschichten hinter den einzelnen Songs sind es wert, für sich entdeckt zu werden…
Und das alles macht diese Pre-Listening-Session so interessant: pez erzählt nicht nur, was man hört. Er erzählt, warum man es hört.

Auch seine musikalische Entwicklung ist dabei immer wieder Thema. Angefangen hat alles schon früh bei den Regensburger Domspatzen. Später folgten Coverbands und große Bühnen. Irgendwann entstand der Wunsch, nicht mehr nur die Songs anderer Künstler zu spielen, sondern die eigenen Geschichten zu erzählen.

Heute steht pez mit seinem ersten Album genau an diesem Punkt.

Unterstützung bekommt er dabei auch von seiner Partnerin Chrissi, die selbst Songwriterin und Musikerin ist. Ab und an stehen die beiden gemeinsam auf der Bühne und teilen damit nicht nur das Privatleben, sondern auch die Leidenschaft für Musik.

“Es ist natürlich einfach genial, wenn man was Kreatives zusammen irgendwie machen kann”, sagt pez.
Einen gemeinsamen eigenen Song gibt es bislang noch nicht. Aber: “Steht auf der Liste.”

Und natürlich gibt es auch eine Release- Party . Ein Herzenswunsch von pez. Direkt im Heimatort hat es mit einer Location zwar nicht geklappt, dafür wird nun ein kleiner Saal im Nachbarort zur Bühne für den großen Abend.

“Ich glaube, ich habe mir noch nie so viele Gedanken zu einem Konzert gemacht.”
Die Vorfreude ist groß. Und tatsächlich ist pez diesmal sogar nervös – obwohl er normalerweise vor Konzerten überhaupt keine Aufregung kennt. Das Haus ist bereits lange im Voraus ausverkauft.

Vielleicht liegt es daran, dass “Groundtrippin'” für ihn mehr ist als nur das erste Album… es ist der nächste Schritt.
Und genau so beschreibt pez auch sein Leben: “Always aiming the next step.” – Immer das nächste Ziel im Blick.
Dabei geht es ihm gar nicht darum, irgendwann ein Weltstar zu werden. Viel wichtiger ist ihm, Menschen zu erreichen.

“Making People Happy” wäre deshalb ebenfalls ein passender Titel für sein Leben.

“Für mich gibt es nichts Schöneres, als Leute zum Lachen oder zum Weinen zu bringen, beides.” Ja, Menschen emotional zu berühren – genau darum geht es dem sympathischen Songwriter.

Und vielleicht ist das auch das Schönste, was man nach diesem Nachmittag aus seinem kleinen Studio mitnimmt: Hinter “Groundtrippin'” steht kein Musiker, der versucht, irgendwo in Nashville dazuzugehören.

Hier steht ein Musiker aus der Oberpfalz, der seinen eigenen Weg gefunden hat und dabei seine Heimat genauso mitnimmt wie seine Liebe zum amerikanischen Country: Mit beiden Füßen auf dem Boden, aber den Blick immer auf den nächsten Schritt gerichtet.

Wer pez auf seinem weiteren musikalischen Weg begleiten möchte, findet ihn u.a. auf Instagram und bleibt dort auch über alle aktuellen News rund um “Groundtrippin'” und seine kommenden Projekte auf dem Laufenden.