The Huckleberry Five im Rattlesnake Saloon

Im Münchner Rattlesnake-Saloon gibt es regelmäßig Country, Bluegrass, Folk und auch Rock zu hören. Zu den festen Einrichtungen gehören einmal im Monat, meist am ersten Donnerstag, die Auftritte der Band Huckleberry Five aus dem Raum München. Bandgründer und Banjospieler Rüdiger Helbig muss man eigentlich nicht mehr vorstellen, er zählt seit 50 Jahren zu den festen Größen der europäischen Bluegrass-Szene. In den 80er Jahren hieß die Band noch Kentucky Bluefield. Seit meinem letzten Besuch dort hat es in der Band mal wieder einen Wechsel gegeben, weil zwei der Mitglieder ausgestiegen sind und mit eigener Formation weitermachen.

Am 05.02.2026 standen die im Sommer ´25 neu formierten Huckleberry Five auf der Bühne und sie sind nach wie vor zu viert. Neu dabei ist der Franzose Laurent Sebellin (aus Nizza), der hier lebt und sehr gut deutsch spricht, an der Mandoline. Neu ist auch David Miralles an der Akustikgitarre. Laurent und David wechseln sich auch behände am Sologesang ab. Mit Unterbrechungen seit 45 Jahren dabei ist Bassist Jim Klopfenstein, ein gebürtiger Amerikaner. Auch Musiker werden älter, darum mag Jim seinen Kontrabass nicht mehr so gerne zu Auftritten mitschleppen. Er hat sich daher einen kleinen, handlichen Akustikbass von der Größe einer Gitarre besorgt. Der unterscheidet sich im Klang nicht von einem Kontrabass, vorausgesetzt man denkt daran, den Tonabnehmer einzuschalten (Gelächter).

An diesem Donnerstag war den Saloon nicht ganz so gut besucht wie sonst, das lag wohl an den vielen Faschingsbällen, die da zeitgleich über die Bühne gingen. Dennoch erlebten die Gäste, die da waren, einen höchst abwechslungsreichen Streifzug durch alle Varianten der Bluegrass-Music. Das Repertoire ist in der Tat beeindruckend und so hörten wir wieder zumeist ganz andere Titel als bei früheren Auftritten. Den Auftakt machte „Long Journey Home“ von Billy Strings, gefolgt von „Why You Been Gone So Long“ von Dan Tyminski. Auch Klassiker von Flatt & Scruggs oder John Hartford fehlen nicht. „Shady Grove“ kennt man von Doc Watson, während „Wayfaring Stranger“ aus der Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs stammt. Mit dem Instrumental „Killarney“ sind auch schöne irische Klänge dabei. Es ist also immer jede Menge Vielfalt geboten bei Huckleberry Five und das macht Freude. Szenenapplaus gibt es auch immer, wenn Jim Klopfenstein eines seiner Soli auf dem Bass zelebriert.

Natürlich hebt man sich ein paar der immer wieder gern gehörten Bluegrass-Klassiker für den Schluss auf. „Fox On The Run“ stammt ja ursprünglich aus der britischen Beat Music-Szene der sechziger Jahre (Manfred Mann), wurde aber schon damals von den Bluegrass-Musikern begeistert aufgenommen und zahlreiche Male veröffentlicht. Wer das Glück hatte, die Osborne Brothers 1979 bei ihren Auftritten im Rahmen des Marlboro-Festivals in Deutschland zu erleben, freut sich natürlich sehr über deren Hit „Rocky Top“. Und ganz zum Schluss kommen dann natürlich noch die Stanley Brothers mit „Little Maggie“ zu ehren. Ein Besuch bei Huckleberry Five lohnt sich also immer.