Am 19.01.2026 war die Show Nashville Live abends in der Alten Kongresshalle München zu Gast. Das Publikum wurde auf eine musikalische Reise durch die Geschichte der Country-Musik mitgenommen, bei der bekannte Klassiker von Künstlern wie Dolly Parton, Johnny Cash, Willie Nelson und Kenny Rogers im Mittelpunkt standen. Die Show orientiert sich am Charakter der Grand Ole Opry und kombiniert bekannte Songs mit erzählten Geschichten, um die großen Momente der Country-Musik lebendig werden zu lassen. Anders als bei klassischen Konzerten steht dabei nicht eine Band oder einzelne Musiker im Vordergrund, sondern die Lieder selbst und das Lebensgefühl, das sie vermitteln.
Die Alte Kongresshalle in München bot einen modernen und hellen Rahmen für die Show. Mit ihrer eher kompakten Größe wirkte der Saal angenehm familiär und die bestuhlte Konzerthalle war übersichtlich gestaltet, sodass jeder Gast eine gute Sicht auf die Bühne hatte. Trotz der zentralen Lage in München ist die Anfahrt für einige Besucher mit Parkplatzsuche verbunden, dennoch passte der Ort insgesamt sehr gut zur Produktion und unterstütze das Gesamtbild der Show.
Für die musikalische Begleitung sorgte die deutsche Band “Bandit”, die das Programm der Show umsetze. Nashville Live trat damit in einer neuen Besetzung an, nachdem die ursprüngliche Band laut Pressebericht des Produzenten aus UK aufgelöst wurde. Die Show präsentiert weiterhin das gleiche Programm mit den bekannten Songs, wobei der Schwerpunkt auf der Inszenierung und Unterhaltung liegt. Die acht Musiker deckten klassische Instrumente wie Gitarren, Schlagzeug, Geige, Keyboard und Banjo ab. Die Band begleitete den Abend mit Humor und lockeren Ansagen, wodurch das Publikum immer wieder direkt einbezogen wurde. Musikalisch bewegte sich die Performance auf solidem Niveau, der Fokus lag stärker auf der Inszenierung und der Showwirkung als auf perfektem Gesang und virtuoser Darbietung. Insgesamt passte die Band gut zum Konzept, vermittelte aber eher den Charakter einer Partyband als eines international professionellen Country-Ensemble.´
Die technische Umsetzung der Show war durchweg professionell von “Frank Serr Showservice Inc.“ vorbereitet. Die Bühne war übersichtlich gestaltet und sauber organisiert, die Beleuchtung konzentrierte sich auf klassische Konzertstimmung, die sich dem Charakter der Songs anpasste. Nur bei einzelnen Solostücken für Geige und Keyboard gab es ausgefallenere Lichteffekte, die den Moment wirkungsvoll unterstrichen. Auch die Tontechnik überzeugte: der Sound war klar und verständlich und die Techniker leisteten eine hervorragende Arbeit, sodass die Musik der Show optimal zur Geltung kam.
Die Show war in zwei Teile gegliedert, getrennt von einer kurzen Pause. Während der erste Teil vor allem durch die Präsentation der Songs und den historischen Bezug zur Country-Musik geprägt war, lockerte sich die Stimmung im zweiten Teil deutlich. Das Publikum sang und tanzte häufiger mit und einige Songs animierten besonders zum Mitmachen. Als Höhepunkt des Abends stachen unter anderem Rawhide, Roundtable Rival als Geigensolo, Folsom Prison Blues sowie Clap Your Hands hervor.
Nashville Live vermittelt zwar auf unterhaltsame Weise das Lebensgefühl der Country-Musik und sorgt mit bekannten Klassikern und humorvoller Inszenierung für eine lockere Atmosphäre. Gleichzeitig wird jedoch deutlich, dass die Show eher auf Unterhaltung und Wiedererkennung ausgerichtet ist als auf historische Vollständigkeit oder musikalischer Perfektion. Die Setliste legt den Schwerpunkt stark auf einige wenige Ikonen wie Dolly Parton und Johnny Cash, während andere prägende Künstler der Grand Ole Opry kaum vertreten sind.
Wer mit der Erwartung einer authentischen, tiefgehenden Hommage an die Hochphase der Opry kommt, könnte daher enttäuscht werden. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis erscheint kritisch: bei einem Eintrittspreis von 75,- Euro an der Abendkasse werden einige Zuschauer vermutlich andere Standards erwartet haben, sowohl was die Qualität der Darbietung als auch die Auswahl der Songs betrifft. Insgesamt bleibt Nashville Live eine solide Show für Fans bekannter Country-Hits, die den Abend locker unterhält, aber die Ansprüche an eine umfassende Nashville-Revue nicht vollständig erfüllt.

































