Kaum zu glauben: schon seit 29 Jahren veranstalten die Bluesfriends Burglengenfeld-Regenstauf dieses herrliche Festival, bei dem es Musik der verschiedensten Richtungen gibt. Gute handgemachte Musik muss es sein, egal ob Country, Folk, Blues oder Rock. Auch Bluegrass-Bands sind hier stets willkommen. Das Ganze wird von freiwilligen Helfern ehrenamtlich auf die Beine gestellt und das verdient Anerkennung. In einem Park, mitten im Grünen am Ufer der Naab kann man hier drei Tage lang Musik und herrliche Open Air-Atmosphäre genießen. Es gibt gute Verpflegung und für Gäste, die mit Wohnmobil oder Zelt anreisen, gibt es Stellplätze direkt auf dem Gelände.
Am Samstag, den 25.07.2026, um kurz nach 20 Uhr begrüßte der Veranstalter die zahlreich angereisten Gäste und stellte eine Band vor, die sich in der Bluegrass-Szene schon länger einen Namen gemacht hat. Johnny & The Yooahoos kommen aus dem Raum Mühldorf am Inn. Schon beim Festival in Birkenried 2022 und ein Jahr später in Bühl (nahe Karlsruhe) hatten diese „jungen Wilden“ für Furore gesorgt. Nach Franken kommen sie eher selten, immerhin gab es im April mal ein Gastspiel im Kulturforum in Fürth, das wir leider nicht besuchen konnten.
Zitat von der Internetseite der Band: „2025 folgte der bisher größte Meilenstein: Als Gewinner des IBMA International Band Grant tourten die Yooahoos fünf Wochen lang durch die USA – mit legendären Stationen wie der Grand Ole Opry in Nashville und dem Grey Fox Bluegrass Festival in New York.“ Da kann man nur gratulieren. Stellen wir sie mal kurz vor: Johnny Schuhbeck (Mandoline, Gesang), Bastian Schuhbeck (Banjo, Dobro, Gesang), Bernie Huber (Gitarre, Gesang) und Jonas Kollenda (Bass, Gesang)
Die vier Herren zelebrieren eine neuartige, herzerfrischende Art der Bluegrass-Music, wie sie sonst hierzulande kaum jemand pflegt. Da sind starke eigene Titel, aber auch Klassiker von amerikanischen Legenden, nur dass man die fast nicht mehr wieder erkennt. Dann erklingt u.a. mit „Streets Of Bakersfield“ auch mal ein schöner Countrysong, doch auch ganz andere Musikrichtungen werden schon mal gnadenlos „verbluegrasst“. Einmal hörten wir als Gag ein paar Takte von „In A Gadda Da Vida“, einem Rock-Klassiker der Siebziger und auch vor einem Hit der Beatles machen sie nicht Halt.
Der dreistimmige Gesang ist nicht so brav wie bei anderen Bands, da ertönen drei kraftvolle Stimmen, dass die Wände wackeln. Es gibt Gospel, A-Capella-Gesang und virtuose Soli auf Gitarre, Mandoline, Dobro und Banjo. Sie können aber auch mal langsam und gefühlvoll, je nach Stimmung. Diese vier Jungs haben wahrlich Bluegrass im Blut. Wesentlichen Anteil an dieser progressiven Art von Musik hat Jonas, der mit seinem Kontrabass den Songs den richtigen Drive gibt, nicht so brav, sondern viel dynamischer als bei anderen Bluegrass-Künstlern.
Fazit: die Reise nach Burglengenfeld hat sich mehr als gelohnt, erlebten wir hier doch eine Band, die man zu den großen Erneuerern des Bluegrass zählen kann.













