Die meisten Leser haben es sicher den Ankündigungen entnommen: am 27.06.2026 fand im Londoner Hyde Park ein großes Country-Festival statt, bei dem als Headliner Garth Brooks und die Zac Brown Band auf dem Programm standen.
Ich muss hierzu anmerken, dass ich nicht als Pressevertreter dort war, sondern als ganz normaler Besucher. Deshalb war es auch nicht möglich, direkt vor der Bühne zu fotografieren. Dennoch möchte ich den Lesern hier meine persönlichen Eindrücke von dieser großartigen Veranstaltung vermitteln.
Dieses Open Air-Festival dauerte insgesamt von 14 Uhr bis ca. 23:30 Uhr. Auf vier Bühnen traten im Wechsel eine ganze Reihe von unterschiedlichsten Bands auf, darunter auch ein Solo-Künstler aus Connemara, der eigene irische Folk Music darbot.
Anmerkung zur Organisation der Veranstaltung: vor der Hauptbühne befand sich ein eingezäuntes Areal, etwa so groß wie ein halber Fußballplatz, du dem nur Inhaber von VIP-Tickets Zutritt hatten. Die kosteten freilich etwa dreimal soviel wie die normalen Tickets. Trotzdem standen auch hier die Zuschauer schon am Nachmittag dicht gedrängt. Wir haben uns mit einem Stehplatz etwa 200m von der Bühne entfernt begnügt. Da gab es eine große Video-Wand, auf der man das Geschehen bei guter Bild- und Tonqualität verfolgen konnte. Loben muss man auch die Handhabung der Einlasskontrollen, das reiche Angebot an Verpflegung und die großzügigen sanitären Anlagen. Mitbringen durfte man nur eine Flasche mit einem alkoholfreien Getränk, doch die konnte man jederzeit an einem der Trinkwasserbrunnen auffüllen. Das war angesichts der Temperatur auch notwendig.
Die Highlights begannen gegen 17 Uhr mit einem Auftritt der amerikanischen Sängerin Ashley McBride, geboren 1983 in Arkansas, die seit 2017 in den Country-Charts sehr erfolgreich ist. Vor zwei Jahren konnten wir sie bereits einmal in Fort Wort erleben und waren beeindruckt. Hier in London hat sie uns noch besser gefallen. Man spürte die Begeisterung, auch bei ihrer Band, auf einem solch großen Festival auftreten zu dürfen.
Um 18:40 Uhr folgte der erste Paukenschlag: die Zac Brown Band, die ja seit mehr als 15 Jahren zu den erfolgreichsten Bands der USA zählt, präsentierte uns eine gute Stunde lang mit ungemeiner Spielfreude einen Querschnitt ihrer großen Hits, von „Toes“ über „Colder Weather“, „Knee Deep“, Chicken Fried“ bis zu „As She´s Walking Away“. Da hat es an nichts gefehlt, ein Song schöner als der andere! Auch Zac Brown zeigte sich mächtig beeindruckt von der Zuschauerkulisse und der Stimmung im Hyde Park.
Um 20:40 Uhr war es dann soweit: zum ersten Mal seit unglaublichen 28 Jahren konnte man Garth Brooks, den Superstar der 90er Jahre, wieder in London erleben. Garth zeigte sich selbst verwundert, dass ihn der Weg so lange nicht mehr hierher geführt hatte. Von „Beaches Of Cheyenne“ über „Calling Baton Rouge“ bis „The Dance”, wir erlebten ein wahres Feuerwerk seiner Welthits! Immer wieder richtete er freundliche Worte an das Publikum und zeigte sich fasziniert von der Resonanz der vielen Gäste. Ein paar der Songs stimmte er solo, nur mit seiner Gitarre, an und das Publikum sang sogleich kräftig mit. Nach 90 Minuten verabschiedete man sich, doch wir hatten noch nicht genug. Zugaben mussten her und die gaben Garth und seine tolle Band gerne. Er versprach auch sogleich, bald wieder zu kommen.
Fazit: Dieses Festival war das Highlight in meinen nunmehr 47 Jahren als Country-Fan. Mehr noch: alles lief absolut harmonisch ab, die friedliche bis ausgelassene Stimmung war beeindruckend. Am nächsten Tag gab der Veranstalter bekannt: mit 70.000 Gästen war es das größte Konzert, das der Hyde Park je erlebt hat. Dass wir danach 45 Minuten zu Fuß zum Hotel laufen mussten, weil die U-Bahn-Linie wegen Reparaturen außer Betrieb war, haben wir lächelnd ertragen. Hunderte andere Gäste haben uns fröhlich singend begleitet…











