Erneut konnten wir im alten Sportlerheim in Vöhringen-Illerberg einen musikalischen Leckerbissen der nicht ganz alltäglichen Art genießen. Veranstalter Herbert Schildhammer wählt ja für diese Konzerte bewusst immer Künstler aus, die man nicht alle Tage erlebt. „Dass die drei Jungs etwas neben der Kappe sind, werdet ihr gleich merken“, so ähnlich umriss er den musikalischen Streifzug, zu dem uns die Yonder Boys am Abend des 26.11.2025 mitnahmen.
Schon die Wurzeln der drei Musiker sind bemerkenswert. Jason Serious (Gesang, Gitarre, Harmonika) stammt aus Maryland, USA. David Steward Ingleton (Gesang, Banjo) kommt aus der Nähe von Sydney in Australien und der dritte im Bunde, Tomás Peralta (Gesang, Dobro, Mandoline, Bass) ist in Chile beheimatet. Eine solche Kombination hatten wir in der Tat noch nie. Kennen gelernt haben die drei sich auf ihren Streifzügen in Deutschland und sie leben mittlerweile alle drei in Berlin. „Wenn wir nicht gerade Döner essen, machen wir Musik und organisieren Konzerte“, grinste David Ingleton bei einem Gespräch in der Pause. Mit einer Prise Humor und Erläuterungen in tadellosem Deutsch leiten sie dann auch ihr Programm ein.
Die Songs kennt man zum größten Teil nicht, sie stammen aus der eigenen Feder der drei. Die Yonder Boys sind eine Band, die sich kühn an den Grenzen von Americana, Bluegrass und Folk bewegt. Während sie traditionelle Bluegrass-Instrumente spielen, konzentriert sich ihr Songwriting auf Raum für Experimente und ihre Liebe zum Kreieren und Singen schöner Gesangsharmonien. Die Texte sind aus dem Leben gegriffen und erzählen von Kindheitserinnerungen bis zu Erlebnissen aus dem Tourneeleben.
Auf ihrer Internetseite lesen wir: Seit ihrem Debut 2018 und dem Album „Acid Folk“ 2020 tourten sie ausgiebig durch Europa und traten auf bedeutenden Bluegrass- und Folkfestivals auf. Ihre Musik wurde bereits von BBC, RTE, Deutschlandfunk Kultur und MTV Australia präsentiert. Das neue Album „A Makeshift Family“ ist ein gefühlvolles und mutiges Statement – tief verwurzelt im zeitlosen Geist der Folkmusik und gleichzeitig voller Tatendrang und viel Experimentierfreude.
Wer einmal ein mehrtägiges Bluegrass-Festival besucht hat, weiß, dass Abwechslung guttut. Wenn alle Bands den gleichen Stil pflegen, kann Langeweile aufkommen. Deshalb freuen wir uns, dass diese drei sympathischen Jungs mal eigene Wege abseits des Traditionellen gehen und mal etwas anderen Stil einfließen lassen. Da klingt der Gesang bei einem Song mal etwas nach Beach Boys, dann gibt’s auch mal Gospel-Klänge. Die Yonder Boys ehren die Wurzeln des Bluegrass und gehen dennoch unaufhörlich ihren eigenen Weg, erweitern die Grenzen des Genres und definieren neu, was Folkmusik im modernen Zeitalter sein kann. Virtuoses Spiel auf den traditionellen Instrumenten und markanter dreistimmiger Gesang bereiten dem Publikum viel Freude. Natürlich gibt es zum Abschluss des Abends auch mal einen Klassiker, in diesem Fall „Lost Highway“ von Hank Williams.
Inzwischen freuen wir uns auf weitere Abende bei den Illertal Cowboys. Für heuer war dies das letzte Konzert, aber für 2026 sind an die 20 Veranstaltungen geplant. Wir werden weiterhin am Ball bleiben und über den einen oder anderen Abend berichten.









