Nördlingen ist ja bekanntlich die Heimat des Mittelstürmers Gerd Müller. Auch sonst hat die Stadt viel zu bieten.
Ein Rundgang durch die historische Altstadt lohnt sich immer und einmal im Jahr gibt es dort die Nördlinger Mess’, das ist das größte Volksfest Nordschwabens auf dem Festplatz Kaiserwiese. Der Festwirt hat ein Herz für Country Music, das ist bekannt, deshalb tritt dort meist an einem Abend unter der Woche die Band Ronny Nash & his Whiteline Casanovas auf. Zu diesem Anlass richtet man vor der Bühne eine große Tanzfläche ein und die wird auch fleißig genutzt.
Der in Kolbermoor beheimatete Ronnie Nash ist ein großartiger Sänger mit kraftvoller Stimme und er hat eine tolle Band zusammengestellt, die, je nach Anforderung und Lokalität mit vier oder fünf exzellenten Musikern auf der Bühne steht. An diesem Abend erlebten wir sie als Quintett. Weil die etatmäßigen Gitarristen nicht immer zur Verfügung stehen, half diesmal der junge Maxi Nachtmann von der Münchner Band „Bonnie Tones“ aus. Nur wenige beherrschen das breite Repertoire der Country Music so gut wie er und das ist in so jungen Jahren sehr erstaunlich. Für seine schönen Soli gab es immer wieder spontanen Beifall. Viel Freude bereitete uns auch Chris Waldinger an der Steel-Guitar. Man merkt ihm an, dass er sich über viele Jahre akribisch mit seiner wertvollen Emmons-Steel auseinandergesetzt hat. Seine traumhaft schönen Soli sind ein Genuss für jeden, der traditionelle Countryklänge liebt.
Der Schwerpunkt bei dieser Band liegt ganz klar auf Classic-Country. Da lässt man Songs wieder aufleben, die andere Bands lange nicht mehr gespielt haben. Man kann sie nicht alle aufzählen, nur so viel: „Highway 40 Blues“ von Ricky Skaggs, „Ashes Of Love“ von Dickey Lee oder „Big City“ von Merle Haggard, da freut man sich über jeden Titel mehr. Natürlich kommen auch Johnny Cash, Don Williams, Charlie Walker, Dwight Yoakam und die Bellamy Brothers zu Ehren. Ein paar von den neueren Songs, die die Line Dancer so gerne mögen, etwa „Trail Of Tear“ sind freilich auch dabei. Auf Wunsch gibt es auch mal einen Abstecher zum Rock ´n Roll oder mal einen Hit von Bob Seger. Gelächter ist auch garantiert, wenn Ronnie ein paar seiner Witze einfließen lässt.
Leider hat an diesem Abend die Haus-Anlage Probleme bereitet, so kam das ganze nur in den vorderen Reihen des riesigen Bierzeltes richtig an. Dennoch war der Sound gut und wir verbrachten einen unterhaltsamen Abend.
Kein Zweifel: diese sympathische Band sollte man unbedingt auch mal wieder nach Franken holen. In Schwarzenbruck waren sie ja vor rund acht Jahren zuletzt zu erleben.










