Es ist an der Zeit, mal eine hiesige Bluegrass-Band vorzustellen, die es erst seit knapp zwei Jahren gibt. Grass Fusion nennt sich das Quartett aus München. Diese vier exzellenten Musiker präsentierten uns am 11.06.2026 eine interessante Mischung aus Bluegrass und American Folk auf Gitarre, Mandoline, Fiddle, 5-String Banjo und E-Bass.
Zwei der Mitglieder, Philipp Schöppe (Mandoline, Fiddle, Gesang) und Daniel Kehrle (Gitarre, Mandoline, Gesang) kennen wir von früher aus ihrer Zeit bei der Band Huckleberry Five. Hinzu kommen der junge, in Frankfurt beheimatete Moritz Engel (Banjo, Gesang) und der in New York geborene Kevin Moore (E-Bass). Alle vier haben sich offenbar in kurzer Zeit exzellent auf einander abgestimmt und harmonieren bestens.
Die vier Herren nahmen uns mit auf eine erstaunliche Reise durch die amerikanische Musiklandschaft des 19. und 20. Jahrhunderts. Die ganz bekannten Bluegrass-Klassiker, die jeder hierzulande kennt, sind nicht im Programm. Vielmehr hört man Titel, die hierzulande selten gespielt werden. Einige stammen aus der Feder von Norman Blake, z.B. „Ginseng Sullivan“, auch von den Stanley Brothers ist was dabei, etwa „Love Me Darling Just Tonight“. Von Tim O´Brian stammt „Hold To A Dream”, mit dem Newgrass Revival einen Hit landete. Grass Fusion haben aber auch ein paar eigene Songs komponiert und die klingen gerade so, als kämen sie direkt aus den Bergen von Kentucky.
Jeder der vier ist ein Könner auf seinem Instrument und der dreistimmige Gesang ist beeindruckend. Erstaunlich ist, wie routiniert der junge Moritz sein Banjo beherrscht. Kevin Moore singt nicht, dafür steuert ein ungemein dynamisches Bass-Spiel mit etlichen Soli bei. Philipp ist ja bekanntlich ein sehr erfahrener Mandolinenspieler. Gelegentlich wechselt er auch zur Fiddle. Auf der ist er kein Meister, aber immerhin klingt das was er hier zeigt, sehr ordentlich.
Erwähnen sollte man noch einen Song, in dem es ums Bergsteigen geht. Nein, in diesem Fall ist es nicht „Rocky Top“ sondern „Matterhorn“. Den hat freilich Countrysänger Mel Tillis geschrieben, bekannt wurde er in der Version der Country Gentlemen.
Das war ja eine Bluegrass-Band, die gern Musik aus anderen Genres vereinnahmt hat (siehe: Fox On The Run von Manfred Mann). Ansonsten hörten wir Werke von Bob Dylan, Gordon Lightfoot oder Towns van Zandt, alles geschickt auf Bluegrass arrangiert. Mit „Hey Brother“ von Avici und „The Letter“ von den Box Tops verabschiedete sich die Band. Zugabe: „Knockin´ On Heaven´s Door“, was will man mehr?












