Im alten Sportlerheim geben sich derzeit die Bands die Klinke in die Hand. Ein Schwerpunkt liegt heuer auf Italien.
Am 01.06.2026 erlebten wir hier vier junge Männer, die sich uns mit viel Spielfreude präsentierten. Blue Weed ist ein Quartett italienischer Musiker, das sich sowohl von der traditionellen als auch von der zeitgenössischen Bluegrass-Musik inspirieren lässt.
Die Gruppe wurde 2022 von Mitgliedern zweier historischer italienischer Bluegrass-Bands gegründet und entstand aus dem Wunsch heraus, ein neues Projekt zu schaffen, das ihre ganz eigene stilistische Interpretation des Genres widerspiegelt. Und man wählt einen etwas anderen Ansatz: es gibt keine Fiddle und keine Mandoline, im Vordergrund stehen Banjo, Dobro und Gitarre. Die Bandmitglieder blicken auf ein intensives Studium ihrer Instrumente zurück. Wir stellen vor: Francesco Mosna (Gesang, Dobro), Matteo Camera (Gitarre), Marco Ferretti (Banjo, Gesang) und Icaro Gatti (Bass, Gesang).
Auch bei der Auswahl ihres Programms setzen sie andere Schwerpunkte als andere Bands. Speziell Icaro und Matteo schreiben gern eigene Songs und Instrumentaltitel, die viel Freude machen. Dazu kommen eine Reihe von weniger populären, aber nicht weniger schönen Titeln amerikanischer Bluegrass-Künstler wie Larry Sparks, Tim O`Brian, Doc & Merle Watson oder Tony Rice. Aufgelockert wird das Ganze durch ein paar Abstecher zu Blues und Swing Music und einen gefühlvollen Song auf italienisch. Auch der Folk-Klassiker „I Know You Rider“, den man noch von Grateful Dead im Ohr hat, macht viel Freude.
Francesco singt die meisten Solo-Parts und seine Stimme ist wie gemacht für Bluegrass. Auch der mehrstimmige Gesang zusammen mit Marco und Icaro klingt immer wieder eindrucksvoll. Matteo singt nicht, weil er es nicht kann, dafür erweist er sich als unglaublicher Virtuose auf der Gitarre und seine Soli sorgen immer wieder für Begeisterung. Countryfans erinnern sich gerne an John Hartford, aus dessen Feder ja der Song „Gentle On My Mind“ stammt. Auch seine Werke kommen hier zu Ehren, ebenso wie die des Kanadiers Gordon Lightfoot.
Auch eine hübsch aufgemachte CD mit den schönsten Songs haben uns die Jungs mitgebracht und die macht ebenfalls viel Spaß. Kleiner Gag: nimmt man die CD aus dem Cover, so sieht diese aus wie eine Vinyl-Schallplatte, die man zu heiß gewaschen hat!
Zum Ende des zweistündigen Auftritts haben sich die vier in einen regelrechten Rausch gespielt, mit immer virtuoseren Titeln. Der Beifall der fachkundigen Gäste in Vöhringen sprach für sich. Da freuen wir uns doch schon auf die nächsten Highlights bei den Illertal Cowboys.








