Am Sonntag, den 03.05.2026 konnten wir ein Trio erleben, das sich ganz der traditionellen Bluegrass-Music verschrieben hat Bear Grass kommen aus der Schweiz, genauer gesagt aus dem Kanton Bern. Stellen wir sie mal kurz vor: Regula Lochschmidt (Bass, Gesang) und Silvio Beltrametti (Banjo, Gesang) sind gebürtige Schweizer, während Erich Thalmayer (Gitarre, Gesang) aus Oregon stammt, inzwischen aber in Bern wohnt. Dieser Abend war eine Art Privatkonzert in einer umgebauten Scheune, da geht es stimmungsvoll zu, ideal für Bluegrass-Music.
Bear Grass verbreiten vom ersten Moment an eine derart fröhliche Stimmung, die sich augenblicklich auf das Publikum überträgt. Auf ihrer Internetseite finden wir folgendes Zitat: „Bluegrass hat mehr Menschen zusammengebracht und mehr Freundschaften geschlossen als jede andere Musikrichtung auf der Welt. Man trifft sich auf Festivals und pflegt die Bekanntschaften Jahr für Jahr aufs Neue.“ (Bill Monroe). Wie wahr!
Wir erlebten zwei Sets, wie sie schöner nicht sein können. Die drei nahmen uns mit auf eine Reise zu all jenen Bluegrass-Legenden, die unsereinem hierzulande zumeist nie live vergönnt waren. Da erklingen viele Klassiker von Bill Monroe, Jimmy Martin, oder Flatt & Scruggs. Besonders haben es ihnen die herrlichen Songs der Stanley Brothers angetan. Manche früheren Gäste sollen Bear Grass schon als Stanley Brothers Tribute Band bezeichnet haben! Das ist nicht ganz falsch, doch sie haben auch mehr zu bieten. Silvio´s großes Vorbild ist der legendäre Tony Trischka, der verschiedenste Stilrichtungen geprägt hat wie kaum ein anderer. Auch der Songschreiber Towns van Zandt kommt mit dem schönen Song „I´ll Be Here In The Morning“ zu Ehren. Mit „Wichita“ hat man aber auch einen neueren Hit von Gillian Welch im Programm und die zählt ja neben Alison Krauss zu den Erneuerern des Bluegrass.
Man muss freilich auch lobend erwähnen, dass Bear Grass diese Musik nicht nur authentisch wiedergeben, sondern den Songs und Instrumentals durchaus mal ihren eigenen Stempel aufdrücken und das ist gut so. Jeder der drei erweist sich als Meister auf seinem Instrument und starker Sänger. Vor allem der dreistimmige Satzgesang sorgte immer wieder für Begeisterung. Kein Wunder also, dass Bear Grass schon auf viele Festivals eingeladen wurden, u.a. in La Roche. Dabei sind sie sehr anpassungsfähig: Mal erklingt ihre Musik auf einer Bühne, in einem klassischen Saloon oder auch mal stilvoll an einem Lagerfeuer. Im kleinen Rahmen brauchen sie dazu auch keine Verstärkeranlage, sondern singen und spielen alles unplugged.
Mit „Let Me Love You One More Time” von den Stanley Brothers und “Look Down That Lonesome Road” von Tim O`Brian ging ein wunderschöner Abend zu Ende. Da freuen wir uns jetzt schön auf ein Wiedersehen mit Bear Grass.






