Derzeit läuft im alten Sportlerheim in Vöhringen-Illerberg eine ganze Reihe von exzellenten Bluegrass-Konzerten. Vor zwei Wochen haben wir ja schon über den schottisch-schwedischen Abend berichtet. Nun, am 06.08.2025, erlebten wir eine Band aus einer ganz anderen Region. Es ist schon erstaunlich, dass auch in Argentinien diese herrliche Musik zelebriert wird. Estación 39 nennt sich diese fünfköpfige Band aus Buenos Aires, die natürlich nicht eigens für dieses Konzert eingeflogen war. Ein paar Tage vorher hatte man nämlich einen umjubelten Auftritt beim Bluegrass-Festival in La Roche (Frankreich), das liegt nicht weit von Genf. Herbert Schildhammer, der Vorsitzende der Illertal Cowboys, hatte die Band dort erlebt und für würdig befunden, auch bei seinen „Wohnzimmerkonzerten“ zu spielen.

Die Gäste erlebten einen vergnüglichen Streifzug durch alle Sparten der Bluegrass-Music mit vielen Klassikern, Titeln von Bill Monroe oder Tony Rice, dargeboten mit viel Spielfreude. Die Instrumental-Soli waren virtuos, der Gesang wunderschön und auch der Humor kommt bei Estación 39 nicht zu kurz. Die meisten Argentinier haben bekanntlich spanische Wurzeln, doch nicht alle: Die junge Dame am Kontrabass, die uns auch mal eine kurze Tanzeinlage präsentierte, ist in Russland geboren und Dani-Boy, der Gentleman an der Mandoline, hatte einen deutschen Vater, von dem er auch unsere Sprache gelernt hat.

Zwischendurch gab es einen Abstecher zur Western-Music und auch Country-Songs kann man ja sehr gut als Bluegrass interpretieren, z.B. „Mama Tried“ von Merle Haggard oder „On The Road Again“, den Klassiker von Willie Nelson. Zwischendurch hörten wir mal einen Titel einer argentinischen Rock-Band aus den 70ern und natürlich hat man zumindest einen Song aus der eigenen Feder dabei. Schön, dass auch „Fox On The Run“ nicht in Vergessenheit gerät. Der stammt ja von Manfred Mann, einer britischen Beat Band der Sechziger, wurde aber damals sofort von den Bluegrass-Musikern vereinnahmt.
Die Klassiker, wie „Little Cabin Home On The Hill“, „Earl´s Breakdown“ oder „Rocky Top“ hat man sich für das Ende des zweiten Sets aufgehoben. Der Beifall sprach für sich. Kein Zweifel: diese fünf sympathischen Argentinier dürfen uns gerne mal wieder beehren, wenn sie in Europa sind. Drei Zugaben mussten natürlich her, so hat es der Chef des Hauses verordnet. Inzwischen freuen wir uns auf weitere Bluegrass-Abende bei den Illertal Cowboys.









