Western Experience – der Winter ist ihre Stärke

Nach dem Pech aus dem letzten Jahr, das erste nach dem Tod des Gründers der Western Experience Bob De Jong geplante Sommer-Event mangels genügendem Kartenvorverkauf abzusagen, präsentierte das Team rund um Bob’s Sohn Marc Ende Januar die mittlerweile 23. Ausgabe dieser Traditionsveranstaltung. Und schon meine Ankunft auf dem Parkplatz in Hertogenbosch (Niederlande) liess erahnen, dass das Winter-Event aus der Europäischen Linedance- und Country-Szene nicht mehr wegzudenken ist. Kolonnen von Reisebussen aus ganz Europa sowie tausende und abertausende von PKW’s mit Kennzeichen aus allen Windrichtungen machten es mir nicht leicht, auch noch ein Plätzchen für mein Auto zu finden. Doch nach dieser ersten Hürde konnte ich den Samstag der Western Experience – wie alle anderen Gäste – voll und ganz geniessen.

© Marion Freier

Die Umstrukturierung der Hallen und ein neuer Eingang in das Veranstaltungsgelände der Brabanthallen liess jeden Besucher das Festival aufmerksam erkunden. Die 5 unterschiedlichen Themenhallen und der moderne Hertogzaal für die Freunde des Modern Line Dance waren äusserst gut besucht, genau wie die Tanzflächen. Die Linedancer tanzten ausgelassen auf den grossen Tanzflächen zur Musik der DJ’s Andy, Alex, Jonathan, Wim, Daniel und Aad oder zur Live Music von MCA Martin Country Artist, Windfall, Jaimy Taylor, Jody Kailola & Band und der Little Montana Country Band. Und auch mir bekannte Gesichter der Countryfeste Nienburg und Nauroth erkannte ich in der Menge, so z.B. lief mir DJ Micky aus Nienburg über den Weg und ich erfuhr, dass dieses Event nach einiger Zeit wieder auf dem Reiseplan von ihm und seinen Linedance-Freunden stand.

Jaimy Taylor / © Marion Freier

Von der Live Music bekam ich wegen des weitläufigen Veranstaltungsgeländes leider nur 2 Acts mit – Jaimy Taylor und die mir bis dahin unbekannte Jody Kailola & Band. Jaimy Taylor, die ich zuletzt auf dem Countryfestival Nauroth gesehen hatte, war nett anzusehen, leider jedoch kam ihre Stimme nicht wirklich zur Geltung. Man merkte auch, dass die Begleitung der jungen Sängerin, die normalerweise nur mit Backing-Tracks unterwegs ist, durch eine Band offensichtlich nicht oft genug geprobt wurde. Ich habe leider schon sehr oft Künstler erlebt, die mit Performances zu Backing Tracks tatsächlich glänzten, in einer Live Band allerdings keine Sicherheit zeigten. Als sehr positive Überraschung entpuppte sich dann jedoch Jody Kailola, die mit ihrer Band eine wirklich gute Show zeigte mit einer breiten Song-Auswahl von „Two More Bottles Of Wine“ von Emmylou Harris, „Blue Bayou“ von Linda Ronstadt bis zu „Suds In The Bucket“ von Sara Evans. Hoffentlich hört man auch bei uns in Deutschland mal etwas von dieser nicht nur optisch sondern auch stimmlich schönen Künstlerin.

Aber auch unzählige Händler, die so gut wie alles von Kleidung, Boots, Dekoartikeln, Möbeln und CD’s anboten, belebten die riesengrossen Hallen und die insgesamt ca. 8.500 m² Ausstellungsfläche. Natürlich durften auch wieder die Wild West Horse Shows und die Native Indian Shows nicht fehlen.

Meine kurzen Gespräche und Rundgänge mit Ivo van der Bijl und Emmy de Wilde aus dem Veranstaltungsteam liessen zum einen durchblicken, dass man das Prinzip der Veränderung der Hallen hinsichtlich anderer Nutzung auch zukünftig beibehalten wollte. Kleines Beispiel: Dieses mal war z.B. die Natives & Culture Halle im ehemaligen Eingangsbereich untergebracht und so kamen in diesem lichtdurchfluteten Ambiente die farbenfrohen Kostüme der angereisten Indianer-Tanzgruppen noch besser als sonst zur Geltung. Zum anderen steht für das Team der Western Experience ganz klar fest, dass man sich zunächst nicht noch einmal in das Abenteuer eines Sommer-Events stürzen will sondern sich lieber auf die nächste Winter Western Experience am 26. und 27. Januar 2019 – natürlich wieder in den Brabanthallen in Hertogenbosch – konzentriert.

Weitere Infos siehe www.westernexperience.com.

Bericht & Fotos: Marion Freier