“Wandering Souls” zum Streaming- Konzert im Blue Shell zu Köln

Der kleine Tennisball mit den flauschigen Härchen, auch Corona-Virus genannt, zwingt ja leider die ganze Musikszene dazu neue Wege zu gehen. Jetzt müssen neue Wege nicht immer schlecht sein, aber ein Konzert ohne Zuschauer ist für mich das gleiche wie ein Eishockeyspiel ohne Puck: Es fehlt einfach was Wichtiges …

Aber man lernt auch in solchen Krisen neue Strategien sich irgendwie über Wasser halten  und eine dieser Strategien sind halt im Moment Streaming – Konzerte.

So hatten wir dann auch von CountryHome die Gelegenheit das Streaming –Konzert von Wandering Souls im Kölner Musikclub Blue Shell mit zu präsentieren und zu begleiten. Die Kölner Nachwuchs Musiker Lorena & Gerrit spielten zu Gunsten von Cologne Culture Stream, die mit den Einnahmen versucht, die Musikclubs soweit es geht über Wasser zu halten bis das die Corona Beschränkungen wieder erlauben das die Clubs wieder besuch bar sind.

Eins vorweg: Als das Konzert beendet war haben mein Begleiter Jimbo Kone und ich uns angesehen und gefragt: „ Wo ist die letzte Stunde geblieben? Die könnten aber jetzt noch mal ein Stündchen oder auch zwei dran hängen …“

Wenn sich Zuhörer diese Frage stellen dann haben die Künstler nicht nur alles richtig gemacht sondern auf ganzer Linie überzeugt. Man hat den Beiden zwar angemerkt das Sie schon länger keine Live-Erfahrung mehr hatten und auch wegen des Live-Streamings doch einigermaßen nervös waren, aber das tat Ihrer musikalischen Qualität keinen Abbruch ganz im Gegenteil: Ich finde es immer wieder eher sympathisch als wenn auch mal etwas vergessen wird oder anderweitig schief läuft. Man hat schon gemerkt, dass Beide etwas ins Schlingern kamen, wenn es darum ging Ihre eigenen Songs anzusagen, die Instrumente herzurichten und dann nebenbei auch noch auf Fanbeiträge in den sozialen Netzwerken zu reagieren. Aber das machte den Auftritt aus meiner Sicht zusätzlich sympathisch. 

Neben eigenen Stücken wie “Music never dies” oder “Another Hint” kam auch eine sehr gelungene Cover-Version von “Shallow” zum Vorschein. Grade bei diesem Stück konnte man sehen oder besser hören, wie gut die Beiden Musiker schon sind und wie gut sie harmonieren. Lorena schmettert Gerrit zwar gelegentlich an die Wand, aber er muss sich nicht mit seiner Stimme und seinem Können verstecken. Hier wäre bei ihm ein bisschen mehr Selbstvertrauen angesagt. Ich glaube Beide wissen noch gar nicht was sie eigentlich für Potenzial haben ….

Für uns Beide war es mal wieder wichtig ein Live-Konzert Erlebnis zu haben. Daran sieht man erst wie sehr man Musik und das ganze drum herum vermisst, wenn es nicht mehr so zur Verfügung steht wie gewohnt.

Die Wandering Souls stehen bei mir aus alle Fälle jetzt öfters auf der Beobachtungsliste, mal sehn wo der Weg Sie hinführt …

Zum Abschluss möchten wir von CountryHome uns noch beim Team vom Blue Shell für die Zusammenarbeit bei diesem Konzert bedanken und insbesondere bei Chris Mock das er es möglich gemacht hat, dass wir trotz der Corona Beschränkungen bei diesem Konzert live dabei sein konnten.

Auch sollte in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben, dass es vor und nach  dem Konzert einen recht intensiven Austausch über den Stand der Country Musik in Deutschland aber auch über die Problematik von „Behinderten bei Konzerten“ gab. Das ist vielleicht einer der wenigen Vorteile die Corona im Moment bietet, dass man die Zeit findet auch über solche Themen zu diskutieren und vielleicht den Ein oder anderen Denkanstoß zu geben.

An der Reaktion von Chris Mock war zu sehen das ich da auch einen dankbaren und offenen  Gesprächspartner angetroffen habe, was mich wieder in meinem alten Spruch bestätigt „Behindertengerecht sind Bauwerke, aber Behindertenfreundlich machen es erst die Menschen in den Bauwerken …“