CD NEWS September 2010



Mc Mule
Whiskeytalk
Erhältlich bei:
www.cdbaby.com (Sampler)

Country, Blues, Bluegrass und Swing – alle das bietet McMule. Der Gesang ist genauso stark wie die instrumentale, akustische Begleitung. Dabei besticht nicht nur die Mundharmonika, sondern auch das Dobro, die Mandoline, die Fiddle, etc. etc….. Grossartig ist der Gesang der Lady, z.B. bei
Riley Simon”. Die Band stammt übrigens für einmal nicht aus Texas, sondern kommt aus dem Hudson Valley von New York.

Eine Klasse für sich.


Rain Check
Folly Time
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Die Gruppe der „progressiven Bluegrass“ Musik zuzuordnen, würde nicht ausreichen. Meiner Meinung nach lässt Rain Check genauso viel Folk wie Bluegrass einfliessen.
Mit einem rassigen Banjo immer vorne weg, einer ebensolchen Mandoline und gutem Gesang zeigt sich das Ensemble in akustischer Manier.
Manchmal klingen Rain Check wie Dillard & Clark, finde ich. Und die mag ich. Sehr sogar.



Egon Danielson
Erhältlich bei:
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Als Egon’s Mutter ihren kleinen Jungen in eine kleine Bar mit Lebensmittelladen in Wisconsin schickte, konnte sie nicht wissen, was sie damit anrichtete. Denn der Kleine musste, um ins Geschäft zu gelangen, Die Bar durchqueren – deren Mitte die Bühne machte. Es war Samstagabend. Eine Band trat gerade auf, alle in rote Westernanzüge und schwarze, Pointers gekleidet. Die Nummern, die sie brachten, handelten von Liebe, Verlust, menschlichen Problemen, sozusagen. Und der Sänger sang nicht nur, nein, er schüttete sein blutendes Herz auf der Bühne aus.
Und als die Serviertochter den kleinen Knaben schliesslich aus der Bar beförderte, war es zu spät. 2 Stunden lang schaute er durch’s Fenster auf seine Zukunft.
Produziert hat das Album dieses Jungen der Multi-Instrumentalist
Andy Dee. Die Songs handeln vom Leben. Und sie werden von einem dargeboten, der es kennt. Die Nummern entstanden in Kentucky und Minnesota. Unterstützen lässt sich Egon von den besten Musikern, darunter Phil Solem von The Rembrandts, Michael Bland von Prince's New Power Generation und Soul Asylum oder John Ely von Asleep at the Wheel.
Diesem Künstler muss man einfach zuhören, selbst da, wo er wie ein besserer Nashville Musiker klingt (“Chuchotements de Desire”). Ich mag ihn, wo er düster, ja depressiv klingt und ein bisschen an Steve Earle erinnert, z.B. bei “Buried In the Wreckage”, wo er sich von einem Cello begleiten lässt. Unheimlich. Doch er kann auch anders. “Your Guitar” ist eine klever gemachte kleine Nummer zwischen Südstaatenrock, Nashville Mist und Ohrwurm. Da zeigt sich aber auch, dass Egon’s Stimme durchaus Grenzen kennt.



David Wood
DAVID WOOD - The Early Year
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Es gab einmal einen Country Sänger, den mochte man, obwohl er falsch sang. Der hatte Erfolg trotz schräger Töne. Sein Name war Ernest Tubb. Dieser Mann hier, eifert ihm nach. In traditioneller Country Musik Manier bringt er einstige, bekannte Country Songs, etwa
Have You Ever Been Lonely” oder “Waltz Across Texas”. Und ich denke, genau wie Ernest Tubb, muss man auch diesen Mann hier für seinen Stil bewundern. Auch wenn er nicht perfekt ist.



The Gold Diggers
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Wenn man die Band so auf dem Cover betrachtet, mag man vieles erwarten – z.B. Folk. Aber sicher keinen starken, handfesten, wenn auch anspruchslosen Rock’n’Roll oder modernen Doo-Wop („
Turn To Me”). Oder Schunkel-Songs wie “Three Chords and a Bottle of Wine”. Toll ist “Deep In My Lonely Heart”, ein origineller – Honky Tonk? Dabei begleitet sich die Band mit elektrischen Gitarrren, Honky-Tonk Piano, Steel Gitarre und einer grossartigen Rhythmus Sektion.
Die Gold Diggers haben meines Erachtens sehr wohl Gold gefunden – in der Tradition, aber auch der Moderne ohne im Mainstream zu versinken. Sehr, sehr klever. Und mehr als genial.

Ein kalifornischer Sonnenschein, der lange wärmt.


Izzy & The Kesstronics
Elegant M.F.

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Bei CD Baby läuft Izzy unter ‘Psychobilly’. Eigentlich wiedersinnig, gehörte er doch u.a. zu Wayne Hancock’s Band (Master of Western Swing). Aber wer weiss: Manchmal überraschen ehemalige Bandmitglieder, wenn sie ihren eigenen Sound wählen können (so geschehen mit Geoff Firebaugh). Dabei ist Izzy’s Mischung auf diesem Tonträger vielfältiger als Psychobilly je sein wird. Mal findet sich eine Surf-Nummer, mal driftet der Junge in Latino-Sound mit Sax ab, dann erklingt tatsächlich ‘was, das man im entferntesten Sinn mit ‘Psychobilly’ umschreiben könnte: “Load Bearing Woman” und mit “Follow your Gut” entfernt er sich in eine noch nicht entdeckte neue Hemisphäre.



Gladezmen
Scallium Anarchs
Erhältlich bei:
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Guckt man das Rat Fink Cover an, erwartet man viel Spass. Den hat man auch, hört man hier rein. Aber nicht uneingeschränkt. So ruft
Dogfish” Erinnerungen an John Campbell wach, “Izzy Righteous” könnte nicht rebellischer, nicht rauer sein, “Holy Kow” ist eine Art Surf/Psychobilly, “Mighty Evergladesmen” ist ein Rap, “Mudshark” ist ein melodramatischer Blues und “Nail in the Coffin” ein rappiger Rock’n’Roll. Der Gesang kommt zwar nicht immer tadellos daher, auf die Rap-Einlagen könnte ich verzichten, aber die elektrische Gitarre ist Klasse. Da kann einer spielen! Ansonsten eine originelle CD.  Etwas Southern Rock, etwas Rock’n’Roll und immer wieder eine Prise Blues. Mit dem Rap dazu ist sie sicher nicht für den Mainstream gedacht.



Kerosene Kondors

Sixteen Seasons

Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Lust auf fröhliche Country-Musik, bei der die Füsse gar nicht still stehen können? Auf der Suche nach der Musik, die die Birds, Gene Clark etc. von den Beatles abguckten? Oder hungrig nach temperamentvollen Balladen? Selbst Waltzes wie „
The Beautiful Girl” bieten die Kerosene Kondors an. Frontmann ist hier Will Stenberg, in der Buddy Stubbs und Jon Faurot Bandmitglieder sind. Und Jubal Stedman wird als neuer Levon Helms gefeiert.
Dieser Tonträger macht Freude und zeichnet eine breite Palette der Country Musik auf.



Jeffrey Charles
Lasso
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Ich bin echt froh, haben Country Sänger wie Dwight Yoakam ihre Nachahmer. Vor allem dann, wenn sie so gut singen können wie dieser hier, Jeffrey Charles. Wer mit der Musik von Buck Owens vertraut ist, wird sich hier zu Hause fühlen. Rassig, mit ausgezeichneten Musikern, der obligaten Fiddle, der Gitarre, der Steel Gitarre und einem korrekt eingesetzten Schlagzeug. Nur 6 Nummern hat der Junge anzubieten. Mein Favorit ist
Let Me Tell Ya” – DAS Stück fegt alles vom Platz – 100%.