CD Reviews Oktober 2011


Camile Baudoin & The Living Rumors
Old Bayou Blues
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Camile Baudoin ist nicht der beste Sänger der Welt. Doch er ist gut und traditionell. Heisst: Er ist fähig, seine Stücke, akustisch, einfach und berührend vorzutragen. Deshalb sind Songs wie „Here I am Drunk Again“ beeindruckend – nicht nur dank der todtraurigen, dem Bayou ureigenen Fiddle. Wer jedoch Cajun erwartet, wird von dem Künstler nicht gerade verwöhnt. Dafür glänzt er durch spärlich arrangierte Titel, dem wunderschönen „Oh Lonesome Me“ (Don Gibson) oder Hank Williams‘ „Your Cheatin Heart“. Lediglich beim Schlussstück, dem französischen „Ma Patate“, bringt man Mr. Baudoin mit Cajun in Verbindung.


Mark Lomax
Appalachian Blossom
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Der Name Lomax ist verbindlich. Da MUSS man wohl einfach zu den Wurzeln zurückkehren. Wie dieser Musiker, hier. Dank der Einfachheit entstand eine Hommage an einen Landesteil, der für seine Schönheit berühmt ist. Mittlerweile allerdings auch für das Aussterben von Pflanzen und Tieren. Und für das Abtragen von Berggipfeln. Darüber kann auch eine klasse gespielte Dulcimer nicht hinwegtäuschen.


Stillwater String Band
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Wieder eine Band, deren Cover die Qualität verbirgt. Tolle String Musik – mal Bluegrass, mal Old Time, von jungen Leuten aus der Sierra Nevada offeriert. Frisch, wenn auch etwas unsicher.


Whiskey Puppy
Chewgrass
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Wie die Wilders. Nur noch nicht so weit auf ihrem traditionelle Bluegrass-Trip….


Born Old

Vintage Keys
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Der CD-Name trügt nicht. Ob es nun um den Gesang geht, der klingt, als hätte da wer sämtliche Beisserchen bereits abgegeben oder um die Musik, die aus einem anderen Jahrhundert zu kommen scheint…..Direkt den 40er, 50er Jahre entstiegen ist diese Gruppe. Mal ist es die Dulcimer, dann der Hillbilly Gesang oder die Fiddle, die im Mittelpunkt steht. Immer entsteht derselbe Eindruck: Nostalgie wird hier gelebt. Und gespielt.


Moo
Wanted

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Der Künstler-Name ist klever gewählt. Sprich: Den kann man behalten. Und wenn man dem irren „Get Rhythm“ zuhört, wette ich, behält man weit mehr. Rockabilly voller Elan, mit Chor, temperamentvoller Gitarre und dunkler, tiefer Stimme. Eigentlich hat Moo nichts Besonderes, ehrlich gesagt. Denn seine Songs wurden schon von vielen aufgenommen, etwa „These Boots Are Made For Walking“. Auch „Bang Bang“ könnte in einem Morricone Western zu hören gewesen sein. Wohlverstanden: Nichts an Moo ist perfekt. Was der Knabe aus Irland allen anderen Interpreten seiner Klasse (Rockabilly, Rock’n’Roll, traditionelle Country Musik) voraus hat, ist Originalität. Mit der alleine kann er genug punkten.


Renegade Stringband
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Man soll die Hoffnung nie aufgeben, schrieb mir wer kürzlich. Nun – in gewisser Beziehung gilt der Spruch für mich definitiv nicht. In Anderer schon. Nämlich in allem, was die Musik betrifft. Hier weiss ich genau: Es gibt trotz allem noch gute Interpreten. Solche, deren Atem beim Singen nicht hörbar ist. Solche, die Töne noch halten können. Die in den Harmonien aufgehen und alleine brillieren. So wie Jessica Jarris, die Sängerin der Renegade Stringband.

 
Casey James Prestwood & The Burning Angels

The Jukebox Is Busted, Vol. 1

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Auch wenn ich’s sehr, sehr ungern zugebe: Irgendwas klingt hier quer. Die Tonlage des Sängers scheint nicht zur Band zu passen. Und umgekehrt. Es scheint, als hätte man die Musik und die Stimme einzeln aufgezeichnet und am Ende zusammengelegt. Was ja nichts Neues ist. Nur: Etwas ging dabei schief. Ein Highlight macht „Hound Dog„. Nun ja. Abgesehen davon, dass der Interpret meiner Meinung ein paar Fragen aufwirft, ist der Tonträger annehmbar. Das fängt bei den Songs an und hört bei der Zusammenstellung auf. Nun ja das komischerweise von Bläsern unterstützt „In Dreams“ hätte ich an Casey’s Stelle nicht auf die CD genommen. Hier fällt erst recht auf, dass der Interpret eben KEIN Roy Orbinson ist.
Aber ansonsten lohnt sich der Kauf.


Trina Emig & Jim Huey
A Reason To Play
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Trina und Jim haben wahrlich tausend gute Gründe, aufzuspielen. Dafür spricht das wunderschöne Banjo Trina’s und Jim’s Dobro. Die CD ist instrumental. Trina spielt seit 1988 Banjo. Ihr Können stellte sie währen dieser Zeit Gruppen wie Appalachian Grass, Kentucky 31, Missy Werner and Next in Line, Katie Laur’s All-Girl Bluegrass Band, Ma Crow and the Medicine Show und den Motherpluckers zur Verfügung. Und Trina’s Können steht Jim in nichts nach. Zwei, die sich ergänzen – zumindest, was ihre Musik angeht. Wunderschön produziert ist ihr Album, übrigens.


Werly Fairburn
My Heart's On Fire
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Werly gehört zu den grossen Stars der 50er Jahren. Denjenigen, die ihren Herzschmerz, ob real oder nicht, ins Mikrophon sangen. Hier wurden noch einmal 30 seiner besten Songs zusammengefasst. Mein persönlicher Favorit ist der letzte Titel: „Speak To Me Baby“. Grossartige Country Musik mit einer feiner Prise Rockabilly.


Gary Roadarmel

Yesterday Bitter Forgotten
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Gary Roadarmel klingt wie ein schräger Typ. In sich birgt er sämtliche Schöpferkräfte, die es meiner Erachtung nach braucht, um gut zu sein: Liebeskummer, das Wissen um Emotionen (Blues), Wut, Tiefgründigkeit, Humor, Poesie. Die Liste liesse sich beliebig fortsetzen und trotzdem wär‘ sie nie vollständig. Doch spielt das eine Rolle? Der Kerl ist gut. In seinem Blues. In seinem Country. In seiner Tradition. In seinem Sumpf.


Jelly Sanders
Fiddlin‘
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J.R. Sanders wurde unter ‚Jelly Sanders‘ berühmt. Zuerst trat er in der Familien-Band auf, dann mit der Heilsarmee, schliesslich, frisch verheiratet, landete er in L.A. Von dort aus trat er nicht nur mit Jimmy Wakely und Spade Cooley, sondern auch, wann immer er konnte, mit seinem Cousin, Bob Wills, auf. Western Swing ist von seinem Tonträger also nicht wegzudenken. Glücklicherweise (für mich) hält er sich aber in Grenzen. Erneut eine instrumentale CD, diesmal von einem genialen Fiddler angeboten.


Jimmy & The Gooch
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Die Frage, ob es Leute gibt, die absichtlich falsch singen, ist mit Jimmy & The Grooch wohl geklärt. So muss man denn vom ersten Ton an schmunzeln. Allerdings geht vom Tonträger der Band dessen ungeachtet eine gewisse Faszination aus. Man muss zuhören, mag den Rhythmus, den leidenschaftlichen Gesang. Im dritten Stück scheint der Sänger denn allfällige Fragen selber zu beantworten. Dies mittels einem von Klavier begleiteten Pop-Stück: „Can't Please Everybody“. Und den Dialog führt er beim vierten Stück gleich noch weiter: „Let Me Breathe“. Damit ist ihm eine ungewöhnliche Folk-Ballade gelungen. Man hält den Atem an, wenn man ihm zuhört. Mit dem fünften Stück klingt die CD aus – so entspannt und gefühlvoll, wie sie begonnen hat. Schwer, den Jungen einzureihen. Bluegrass klingt hier zart nach, so dass im Nachhinein die Pop-Klänge verwirren.

Sweetback Sisters
Looking For A Fight
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You Tube: http://www.youtube.com/watch?v=h5UjfRyzWeU oder (rassiger): http://www.youtube.com/watch?v=v9Ac5I1sWN0&feature=related

Die Erinnerung an Patsy Cline wird von den Sweetback Sisters hochgehalten. Und wer ihnen zuhört, feiert sofort mit. Was gibt es noch zu sagen, zu Mädels, die klingen wie ihr Vorbild? DANKE.

Moira Smiley
Rua
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Moira Smiley habe ich auf 3sat am Ende einer Appalachen-Dokumentation singen gehört. Ihr einfacher, klarer Gesang hat mich begeistert. Auf der Suche nach ihr stiess ich auf obige CD, die noch am ehesten dem Appalachen-Sound entspricht. Denn Moira Smiley macht Weltmusik, u.a. Afrikanische, aber auch Europäische Folkmusik. Der Tonträger hier stammt aus dem Jahr 2006 und wird bei CD Baby unter Keltik geführt. Was dem hier offerierten Klang wohl am Nahesten kommt. Allerdings muss vorausgeschickt werden, dass an Moira Smiley nichts, aber auch gar nichts ‚alltäglich‘ ist. Das trifft nicht nur auf ihren Gesang, sondern auch auf die hier verwendeten Instrumente zu, darunter: Cello, Banjo und Pfeifen.
Ein ruhiges, beeindruckendes und in sich ruhendes Album.


Kathy Kallick
Count Your Blessings
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So unspektakulär wie dieses Album aussieht, ist es beileibe nicht. Denn Kathy Kallick gehört zu den grossen weiblichen Bluegrass-Stars. Wenigstens für mich. Ihre Stimme ist makellos und besitzt trotz starken Klängen eine gewisse Sanftheit, die ihrer Stärke widerspricht. Übrigens ist auch eine weitere grosse Lady, Laurie Lewis, ab und an mit von der Partie. Ein grossartiges Gospel-Album, das für weibliche Interpreten der Bluegrass-Musik spricht.


Jimmie Bussell
The More I'm Around Some People The More I Like My Dog
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Bei Jimmie Bussell möchte ich keine Vergleiche anstellen, obwohl mir tausende einfallen, wenn ich ihn singen höre. Vielmehr schmunzelte ich beim Namen seiner CD. Hätte ich einen Hund, dann würde es mir genauso gehen. Dachte ich bei mir. Schön finde ich die Schunkel-Songs des Honky Tonkers (modern, wohlverstanden), etwa: „Thank God For Atlanta“ (da geh‘ ich erneut mit ihm einig) oder „Drinking Arm“. Wobei bei „Why She Stopped Loving Me“ gleichzeitig auch die Schwächen des jungen Mannes ans Licht kommen: Jimmie kriegt nicht alle Töne astrein hin.

Alles in allem wohl eher ein Album für Line-Dancer.


W.C. Taylor
God, Family, and Friends
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W.C. Taylor erinnert mich ein bisschen an David A. Coe. Nicht nur vom Gesang, sondern auch vom Stil her. Wobei ich sicher bin, dass W.C. genauso eine einzigartige, wiedererkennbare Stimme besitzt, wie David. Für seinen Gospel-Tonträger besitzt er zudem die richtige Portion an Talent, das sich aus Glauben, starker Stimme, gekonnten Melodien und guter Instrumentierung zusammensetzt. Durchwegs eine klasse CD.

Wie sagt der Ami? ‚Outstanding‘:…..


W.C. Taylor
Crazy ‚bout Huntin‘ & Fishin‘
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Wer sich von einer zurückhaltenden Prise Western Swing nicht abschrecken lässt und für Honky Tonk viel übrig hat, der höre in diese CD von W.C. ‚rein. Genauso gelungen wie sein Gospel-Werk.


W.C. Taylor
The Best of – Vol. 2
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Eine Mischung aus den beiden oben vorgestellten CD’s gewünscht? Hier ist sie.

 


Terry Kruger
Mountain Bird
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Terry Kruger zupft sein Banjo genau so, wie ich’s mag. Dass es klingt, wie eine Tropfsteinhöhle, wie ein Tränenfluss, der nie und nimmer aufhören soll. Bei den meisten Nummern gesellen sich Dirk Powell & Kevin Wimmer zum grossen Spieler. Und so wird die CD, wenn auch instrumental, zu einem Werk, in das zumindest jeder Banjo-Enthusiast reinhören sollte.


The Hillbilly Huxters
The Hillbilly Rock’n’Roll Show
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Ich wäre überrascht gewesen, hätte es sich bei den Huxters nicht um eine Rockabilly-Band gehandelt. Und die Post geht ab – nicht nur beim genialen „Hillbilly Blues“. Ganz ehrlich, Leute: Die Band aus West Virginia hat den Rockabilly nicht nur intus, sie hat ihn begriffen. Und drauf. Eine Liebeserklärung an dieses Genre – und an alle, die ihm so verfallen sind, wie die Huxter Jungs….


Ron Doering
The Balladeer
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Woodie Guthrie hätte sich nicht besser selber beschreiben können. Ron trifft’s auf den Punkt: Er ist ein Balladensänger. Heisst: Es geht um die Geschichten, die er zu erzählen hat. So bringt er denn bei „Unsung Heroes“ den Zuhörern einen Cowboy nahe. Hervorragend ist auch die Nummer „I Wanna Tell You», ein rassiges Bluegrass-Stück mit ausgezeichneten Harmonien. Sehr gut.


Twilight Hotel

Higway Prayer

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Auch hier ein feines Rockabilly-/Country-Album mit wunderschönen Duetts. Manchmal, etwa bei „Impatient Love» wird mir der Sound etwas zu süss..na ja…die Steel-Gitarre müsste nicht unbedingt wie eine singende Säge klingen….Und je mehr ich mich durch die Stücke arbeitete, desto weniger bin ich mir des Stils des Twilight Hotels bewusst. Scheint, als wollte die Band zeigen, dass sie überall ‚was drauf hat: Beim Surf, beim Rockabilly, beim Folk, beim Blues, beim Easylistening. Mir alles ein wenig zu unberechenbar. Ich verstehe die Band nicht und weiss schlussendlich kaum, was ihr wichtig ist. So finde ich das jazzig gespielte Schlagzeug bei „The Critic» zwar witzig und durchwegs gelungen, doch „If It Won't Kill You“ könnte zu Jools Holland Publikum passen und keiner würde das je mit Country Musik in Verbindung bringen…


Chicken Tractor Deluxe
Nightclub Jacks & Undertakers
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Auch Bläser können in der Country Musik Furore machen. Etwa bei Johnny Horton’s Stück: „When That Great Ship Went Down“. Hier eingeschlossen – aber wie. Ich würde das ‚ne Psychobilly-Hillbilly Nummer nennen. Eigen. Hört rein. „Trail of the Lonesome Pine» - so müssen Minstrel-Sänger geklungen haben. Klasse. Überhaupt hat die Gruppe einen eigenen, Ragtime-mässigen Country-Musik-Stil entwickelt. Bei „Buick of My Dreams» probiert sich die Band mit einer Mischung aus Rockabilly- und Bluegrass-Instrumenten an einem Rock’n’Roll aus. Und gewinnt dadurch nur umso mehr. Ach: Jetzt hab‘ ich’s auch: DAS ist Skiffle!!!!! Genialer, spassbringender, partyfeiernder Skiffle…….


The Dirty River Boys
Train Station
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Südstaaten-Rock, Country-Rock, Folk-Rock und Balladenstoff offerieren hier die unvergleichlichen Dirty River Boys mittels gerade mal 4 Stücken…..Jeder Titel ist ein echter Knaller. Und birgt eine Überraschung. Wenn man glaubt, man hätte die Band beim Schopf gepackt, hält man plötzlich den Kopf in den Händen und umgekehrt. Wie ein Fisch wirkt die Band, der immer wieder entschlüpft. Doch gerade dafür mag man das Tierchen. Das macht die Sache spannend. DAS macht Nino Cooper, Travis Stearns und Marco Gutierrez = sprich: Die Dirty River Boys, spannend.


E.B. Anderson & The Resolutes

Steeltown Blues

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Über den Gesang kann man zwar streiten, doch der Swing, der „When It Happens To You“ bietet, geht anderen Honky Tonkern, die schon so lange im Geschäft sind, dass ihnen mittlerweile der Biss fehlt, ab. Auch bei „Take Me Home» stört der schiefe Gesang keineswegs. Ganz im Gegenteil. Und während „Goodbye, So Long“ traurig swingt, wird das nachfolgende „My Weeping Heart“ ungewollt rebellisch – was ist das? Ein letztes Aufbäumen vor dem Zusammenbruch? Bei „Abandon» zerbricht der Künstler dann, steht aber beim „Downtown Baby“ schon wieder auf, um bei „Refrains“ in Depression zu versinken und bei „. Iron Annie» noch einmal so richtig durchzustarten. Tadellos.

 
The Whisky Richards

EP No. 2

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Auch die Whiskey Richards eignen sich für Traditionalisten. Egal, ob es um herzhafte Duette geht, oder um gekonnte elektrische Gitarrenläufe. Selbst die Steelgitarre wird neben der Fiddle eingesetzt. So geschehen bei „Hazzard County Breakdown». Auch hier nur 5 Songs. Doch 5 Stücke, die’s in sich haben…..


W.C. Beck and the Valiant Swains
Kansawyer
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Und die hier, W.C. Beck und seine Schwäne, machen ganz schön wehmütig. Zumindest dann, wenn man sich daran erinnert, dass es einst solche, die Vertreter traditioneller Country Musik, in Hülle und Fülle gab und sie heute nur noch von wenigen Künstlern, wie hier von W.C. Beck, angeboten wird. Glücklicherweise ist das Genre noch immer gefragt, ansonsten gäb‘ es auch diese Leute schon lange nicht mehr. Authentisch, oft mit Mundharmonika, ansonsten sicher mit Steel-Gitarre, besingt W.C. solche Themen wie den „Wal-Mart Blues“. Klasse.


A String and a Prayer
Train to Glory
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Wieder eine Bluegrass-Formation, die auf Gospel setzt. 14 Nummern hat die Band aus Kanada zusammengetragen. „Orphan Girl» zeigt zwar auch die Schwäche der Sängerin, gleichzeitig offenbart sie die Schönheit ihrer Stimme. Hier verliert sie an der Härte, die sie bei anderen Stücken, etwa der Eröffnungsnummer („When King Jesus Calls His Children Home“), nicht verbergen kann.



Tin Roof Union

The 6 Pack

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Mit elektrischen Instrumenten bestückt, würden Tin Roof Union lediglich wie der heutige Steve Earle klingen. Glücklicherweise halten sie sich aber nach wie vor ans akustische Equipment. 6 Nummern – mit viel Banjo, rauem Gesang, lüpfigem Waschbrett und sympathischen Harmonien. Auch hier eine gelungene, ausgezeichnete Arbeit.


Bob Webb
Red-Devil Speedway (Banjo Tunes & Folk Songs)
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Sollte, einer, wie ich, trotz des Namens der CD wieder Rockabilly erwarten, irrt er sich gewaltig. Viel einfacher kann die Country Musik gar nicht sein: Clawhammer Banjo zum Gesang – ohne Ausschmückungen etwelcher Art, meist instrumental, ab und an gesungen. Wie gesagt: Er für ruhige Stunden geeignet. Sicher keine Party-Musik. Und genau deshalb umso bestechender.


Gail Frator
Come Away
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Und weil’s wichtig ist, hier noch das weibliche Pendant zur vorherigen CD. Unheimlich zerbrechlich, zart und sensibel. Vor allem: „Girl, Get On The Way“ hab‘ ich gebraucht. Ein guter Tipp. Aber schwer zu befolgen. Vielleicht kann man ihm allmählich folgen, je öfters man ihn hört. Magisch wirkt er allemal durch die bezaubernden Harmonien. Man wünscht sich, im Wohnzimmer zu sitzen und jeden Ton einzuatmen und die Tränen nicht länger zurückhalten zu müssen…..


Some Velvet Evening
No Law Against Talking
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Und hier noch ein Paar, das die guten alten Zeiten feiert. Vor allem die weibliche Stimme muss bewundert werden – wobei die hohen Töne überflüssig wären (z.B. bei „Come On Down»….aber eben…..Die männliche Stimme ist verglichen damit, oft zu schwach. Hässlich finde ich ausgerechnet „Come On Lets Go», das letzte Stück.


Paladino

Paladino

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So wie der Abendhimmel auf der CD wirkt, genauso empfand ich das erste Stück, in das ich reinhörte, „Snow Dear“. Als würde sich der Tag durch pure Schönheit am Abend zum letzten Mal feiern….Die Gitarre ist unglaublich, sie unterstützt den lüpfigen Takt nur noch. Und selbst dann, wenn die Klänge schräger werden, etwa bei „In Exile“ (ehrlich, einen Pfeifwettbewerb würde DIESER Musiker nie gewinnen), kann man trotzdem dem Beat noch folgen. Den Sound zusammenzufassen, ist äusserst schwierig. Manchmal klingt er tatsächlich ein bisschen nach Beat, manchmal nach Surf, manchmal einfach nach irgendwas Irrem. Doch Songs wie „Green Green Grass of Home» oder «Have You Ever Been Lonely“ sind grossartig. Nicht zuletzt, einmal mehr, dank der Gitarre. Mit dem Schlussstück, „Too Many Rivers“ zeigt sich die Band noch einmal in ihrer ganzen Grösse. Und die ist, bei Songs wie diesen, riesig.

Big Smith
Kin
Erhältlich bei: www.mayapplerecords.com (Samplers)
Web-Seite: http://bigsmithband.com/

Big Smith hab‘ ich erst gestern in einer tollen Dokumentation (Homemade Hillbilly Jam) auf Planet gesehen. U.a. wurde dort gezeigt, wie wichtig diesen Männern die Familie noch immer ist, aber auch wie sie im Kellergeschoss ihre erste CD aufzeichneten. Big Smith besteht nicht nur aus fantastischen Musikern, die einzelnen Mitglieder stehen auch für eine wohl mittlerweile im Aussterben inbegriffenen Hillbilly-Lebensweise. Auf der Suche nach der Band, stiess ich auf ihrer Web-Seite (Adresse s. oben) auf die neue CD. Die möchte ich keinem Liebhaber von Hillbilly-Musik vorenthalten. 15 Nummern haben die Jungs zusammengetragen. Sie zeichnen sich nicht nur durch grossartige Instrumentierung, sondern durch ebensolchen Gesang aus. Die Musiker sind ja auch alle Mitglieder im Kirchenchor und ihre Herkunft ist keltischer Natur. Einen Höhepunkt auf dem Tonträger macht für mich „How Many Times“. Hier kommt die wunderschöne Stimme des Leadsängers so richtig gut zur Geltung. „Suzie“ wurde ein irisches Stück, „You Don’t Love Me“ ist eine Party-Nummer und „Roll Them Bones“ wurde ein einzigartiger Gospel und „Old Bill Johnson“ ist ein Titel, der erneut für Spass sorgt. Mit „Dirty Days In The Workhouse“ zeigen Big Smith, dass sie sich auch auf Politik verstehen. Aber auch darauf dass, wie der Sänger (Mark Bilyeu) sich im Film ausdrückte, es wichtigere Dinge gebe, als jeden Tag in die Bank arbeiten zu gehen. Den Abschluss macht das sentimentale und jazzige „I Thought It Was Over“. Noch einmal erweitert Big Smith damit die Palette. Und obwohl die Dokumentation zeigte, dass sie’s schlichtweg nicht nötig haben, für sich Werbung zu machen (ihre Fangemeinde ist gross), tun sie’s mit ihrem neuesten Werk, ohne es wahrscheinlich zu wollen. Tja. Big Smith, die Hilllbillies aus den Ozarks, sind eben ‚ne Klasse für sich. Übrigens trat die Band bereits in Frankreich auf…..und ich hoffe, bald wird sie von Schweizer Veranstaltern ‚entdeckt‘…