CD
NEWS Oktober 2010

Irons In the Fire
Close the Illegal Go Go Bar
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Nun – wenn die Country Musik schon modern werden muss, dann bitteschön wie
hier. Mit einer Prise Rock’n’Roll, dem typischen Country-Beat und ein bisschen
Bluegrass. Irons In the Fire wissen, wie man ein paar Eisen in verschiedene
Feuer hält: In dasjenige der traditionellen, der ‚real Country und der
Bluegrass Musik, nämlich.
Damit diese Mischung in meinen Ohren trotzdem noch angenehm klingt, muss man
singen können. Auch die Musik muss stimmen. Meinen Anforderungen werden hier
Genüge getan. Somit hat die Gruppe tatsächlich ein Eisen im Feuer – auch bei
mir.

Riders In The Sky
Live From the Golden Age Of Riders Radio Theatre
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Mag sich noch jemand an die alten Tage der Western Filme erinnern? Klar, die
Handlung war da wichtiger als der Sound. Aber diese Band bringt ihn zurück und
wie. Den Cowboy Jodel. Und den Western Swing. Wunderschöne Stimmen, tolle Harmonien,
einzigartiges Gefiddle – und ein Beweis dafür, dass Country Musik nicht laut
und mächtig sein muss, um schön zu sein.

Robbie Bever
Country That Way
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Da, wo Robbie Bever für Honky Tonk steht (z.B. bei „You Dont Really Miss Love Till Its Gone”) mag ich seine lispelnde Stimme. Doch da, wo er auf Tritt macht (“Bikers
Are Country Too” ) mag ich ihn nicht, weil er für die ‘Country Musik’
steht, die jener verkörpert. Alles in allem ist Robbie trotz seiner
traditionellen Country Weise wohl etwas für moderne Country-Fans. Und ehrlich
gesagt: Ich weiss nicht einmal, wie ich zu diesem Urteil komme, denn Songs wie “My
Heart Dont Even Know Me” entsprechen eigentlich meinem Geschmack. Dessen
ungeachtet: Gerade hier wird offensichtlich, was gegen Robbie Bever spricht (in
meinen Augen, wohlverstanden): Etwa die moderne Gitarre.

Rubber Knife Gang
Divin’ On
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Da spricht doch das gute Cover wieder mal für die Güte der Band. Die Gruppe
aus Ohio macht beeindruckenden Bluegrass, hat aber auch ‘ne Ahnung von
Hillbilly (“Drink Up John”) mit nettem Beat. Auf mich wirken Songs wie “Oil
Well” anspruchsvoll. Nicht nur vom Gesang, sondern auch vom Text her.
Weniger beeindruckend ist der Song “Praise the Lord, Pass the Weed”.
Zwar wunderschön, doch braucht man tatsächlich Joints, um in unserer Zeit zu
überleben?

Jugmongers
Live At the Hootenanny
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Video: http://www.youtube.com/watch?v=BgWW6PHhXlI
Wem ein wenig nach Lachen ist, der höre hier rein. Schon mal mit echten
Hillbillies konfrontiert worden? Ne? Lust darauf? “Don't Tread on Me”
zeugt nicht nur von Humor, sondern auch, unglaublicherweise, von Können. Wer
diese zwei Live sieht, dem geht’s sicher mehr als gut. Ich weiss nicht, ob all
diese undefinierbaren Geräusche von der Gitarre stammen, aber wenn dem so ist,
ist das alleine schon Zauberei. Und als ob dem nicht genug ist, spendiert das
Duo gleich noch ein Albtraum der Sonderklasse: “Halloween Hootenanny”. Da
ist “Scream” eine Seifenoper dagegen……
Amüsant, lustig und trotzdem super. Minnie Pearl im Doppelpack.

Eddie Collins
Rapid Transit
Erhältlich bei: www.cdbaby.com
(Sampler)
Akustische Bluegrass Musik abwechslungsreich gehalten. Fiddle im Duett, Banjo
und akustische Gitarre, die mal aus Polka, keltisch Angehauchtem oder Balladen
bestehen.

The Gourds
Haymaker!
Erhältlich bei: www.thegourds.com
(Sampler) bzw. www.amazon.de (Sampler)
Eine meiner Lieblingsband mit neuer CD. Das freut immer. Zumal ich mittlerweile
weiss, dass ich mich auf ‚meine‘ Jungs verlassen kann. „Country Love“,
die Eröffnungsnummer, ist ein netter Cajun-Folk Song mit dem üblichen,
rassigen, Schummel-Gourds-Takt.“Fossil Contender“ ist, wie der Text, ein
anspruchsvoller Titel, wenn auch kein Ohrwurm. Eher – ein Country Rock mit
Soul. „The Way You Can Get“ ist erneut im „Country Love“-Stil,
d.h. ein Hauch Cajun scheint bei den Gourds immer präsent zu sein. Meinem
Beuteschema entspricht „Valentine“. Gleichwohl könnte ich das Stück
nicht als Lieblings-Song bezeichnen. Die Gourds haben auf dieser CD einfach zu
viele gute Nummern – schwierig, da einer den Vorzug zu geben. Nebenbei stimmt
bei der Band einfach alles: Die Harmonien zur rauen, eher rockigen Stimme des
Sängers, die Instrumentierung, die mal akustisch, mal elektrisch einher kommt –
diese gekonnte Kombination macht die Stärke der Band.

Dave Alvin & The Guilty Women
Erhältlich: www.amazon.de
(Sampler)
Interessant ist sicher für alle langjährigen Blasters-Fans Dave’s Version von
„Marie, Marie“ – hier im Country-Stil mit The Guilty Women. Nun – das
Original ist wohl eine jener Stücke, die am ehesten mit Rock’n’Roll in
Verbindung gebracht werden – zumal von der breiten Masse. Für Insider ist es
einer dieser typischen, auf Mainstream abgestimmten Titel, die für den Kommerz
bestimmt sind. Eine Nummer, die jedoch durchaus Reiz besitzt, wenn auch nicht
auf Dauer. Man lässt sie zu. Lässt sie geschehen, hat sogar Freude an ihr. Aber
typische ‚Alvin‘ Lieder wie das hier eingeschlossene „Downey Girl“ sind
mir viel, viel lieber. Alvin ist ein Mann für stille Stunden. Einer, den man
geniessen muss. „Weight of The World“ ist stark – mit weiblicher
Leadstimme aufgepeppt. Nun ja. Hier habe ich kein Problem, mein Lieblingsstück
auszumachen. Zu sehr ist es mit Nostalgie verbunden: „Que sera, sera“
macht den Abschluss. Klar, auch ich verbinde die Nummer automatisch mit Doris
Day. Der Hübschen, sturen, trotzköpfigen Schauspielerin. Doch Alvin schafft es
immer wieder, zwar Coverversionen zu bringen, diesen aber eine ganz eigene
Stimme zu geben. Dave Alvin’s Stimme, halt. Bei „Que sera, sera“, helfen
ihm dabei ein Barrelhouse-Piano und sympathischer Tex-Mex. Gelungen.

Big Sandy & The Fly-Rite Boys
Turntable Matinee
Erhältlich bei: www.amazon.com
(Sampler)
Einer meiner Lieblings-Jungs, Big Sandy, hat wieder eine CD veröffentlicht.
Leider hat Big Sandy einen Hang zum Swing, der auch hier öfter durchkommt, als
mir lieb ist. Obwohl Sandy sehr wohl probiert, ein bisschen mehr Rockabilly
einzubringen. Vielleicht lässt das seine Stimme einfach nicht zu. Eventuell habe
ich auch schlichtweg zu viele Vorurteile. „Love That Man“ ist ein netter
Rat eines Mannes an seine beste Freundin. „The Great State Of Misery” passt besser zu Big Sandy, als die vorgängigen
Nummern. Denn dieser Mann, so stabil sein Äusseres auch wirken mag, besitzt
durchaus eine sensible Seite. Aber Mr. Williams, wie er richtig heisst,
zeichnet sich auch immer wieder durch Rhythmus-Wechsel und das Vortragen
verschiedener Stile der 50er Jahre aus. Die Sambas, Rumbas, etc. die er hier
einfliessen lässt, gehen mir mächtig auf’n‘ Wecker. Kann sein, dass sie mir
einfach zu anspruchsvoll sind. Big Sandy nimmt darauf keine Rücksicht. Mutig
stürzt er sich kopfvoran in die unterschiedlichsten Stile. Der erste Song, den
ich mag, ist denn in der zweiten Hälfte angesiedelt. Er nennt sich „Lonesome
Dollar“. Es handelt sich hierbei um eine Hillbilly-Nummer die, wenn ich
mich nicht irre, nicht von Big Sandy selber vorgetragen wird. „Slippin‘ Away“,
wieder vom Meister selbst zu Besten gegeben. Der Titel entspricht dem Jungen.
Auch seiner Stimme. Es handelt sich um einen rassigen Swing, mit Bläser und
Taktwechseln. „Power Of The 45 Pt. 2“, die letzte Aufnahme, ist ein rassiger
Rockabilly. Von solchen Stücken wünsche ich mir mehr.
Alles in allem möchte ich Big Sandy, aus lauter Sympathie, keine schlechte
Kritik geben. Deshalb bleibe ich bei meiner einstigen Meinung, dass sein Stil
einfach nicht der meine ist. Gleichwohl bitte ich, zu beachten, dass Big Sandy,
in dem Genre, das er für sich gewählt hat, gut ist. Was er live, zusammen mit
den Los Straitjackets, immer wieder beweist. Nur mit der eigenen Band, den
Fly-Rite Boys, stellt er sich meiner Meinung nach in den Schatten. Das hat Big
Sandy als Person und als Künstler nicht verdient.

The Delta Bombers
Howlin‘
Erhältlich bei: www.wildpresents.com
Samplers:
www.myspace.com/thedeltabombers
Es gibt verschiedene Bands, deren Auftritt ich am Las Vegas kaum erwarten kann.
Die Delta Bombers aus der Gamblin‘ Town itself gehören dazu. Satter Surfsound
wechselt sich mit deftigem Rockabilly-Sound (der Bass ist echt stark) ab. Dazu
der rassige, tadellose durch Echo unterstützte Gesang – was will man mehr.

Crazy Legs
Live to Win
Erhältlich bei: www.rockabillyrecords.de
Sampler: www.myspace.com/crazylegs
Auch diese Band tritt 2011 in Las Vegas auf. Die Jungs sind aus Sao Paulo,
Brasilien. Und wer ihre Sampler abcheckt entdeckt auch hier eine authentische
Rockabilly-Band mit viel Humor. Genial, der Bass, das Echo, die Stücke. Rundum
ein Highlight unserer Szene.

The Horton Brothers
Roll Back The Rug, it’s…..
Erhältlich bei: www.myspace.com/texasjamboree
Sampler: www.myspace.com/hortonbrothers
Eine weitere Band, die auf der Las-Vegas-Festivals-Liste
steht. Allerdings sollte man sich die Sampler auf ihrer eigenen My Space Seite
anhören, denn sobald es um die Bestellung geht und man auf ihr Label geht,
erklingt lästige Rap Musik. Egal. Die Horton Brothers sind amüsant. Und gut.
Sie bewegen sich in der Tradition der eigentlichen Country-Musiker, die da
waren die Louvin Brothers, Webb Pierce, Wynn Stewart, etc. etc. Sind ja auch
aus Austin, TX., nicht wahr…… Rohdiamanten der speziellen Sorte.

Hillbilly Hellcats
Rev It Up With Taz
Sampler: www.myspace.com/hillbillyhellcats
Die Hillbilly Hellcats treten 2011 ebenfalls in Vegas auf. Da trennen sich
meine eigenen Geister, sozusagen. Einerseits finde ich sie kreativ, speziell,
andererseits kann ich ihrem Sound, der sehr an die Stray Cats erinnert, nicht viel
abgewinnen. Im Oktober 2010 treten die Jungs übrigens in Holland und Belgien
auf (mehr auf ihrer My Space Seite). Da kann sich der eine oder andere selbst
ein Urteil bilden…. (ja, ich mach’ auf bequem). Vorab nur soviel: Viel
Origineller als “Hillbilly On Speed” mit Banjo-Intro kann eine Nummer
wohl kaum sein.

Greg Tressel
If There’0s A Barstool She’s On It
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Single-CD,
Sampler)
Web-Seite: http://www.gregtressel.com/
Nun ja. Greg Tressel’s CD Cover spricht mich an. Ich stehe auf
Vintage, die 30er, 40er, 50er, ja 60er Jahre. Seit meiner Jugend. Und auf Honky
Tonk, genau DEN, der Greg Tressel hier zum Besten gibt (wenn auch nur mit einer
Nummer, was sehr zu bedauern ist), stehe ich extrem. Und auch die Entwicklung
des übermässigen Alkoholkonsums, der sich nicht mehr, wie früher, vorwiegend auf
das eine Geschlecht bezieht, ist mir nicht entgangen. Dabei lässt sich Greg
Tressel sympathischerweise ja nicht darüber aus, wie wir Weibsen uns benehmen,
wenn wir zuviel Flüssigkeit intus haben. Sondern eher darüber, dass sich auch
eine Frau wie ein Mann benehmen kann. Ein toller Honky Tonk.

Jukebox Leigh’s Western Cabaret
My Texas Funeral
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (CD-Single,
Sampler)
Web-Seite: http://www.jukeboxleigh.com/
Bei Jukebox Leigh handelt es sich anscheinend um einen Kanadier. Mit viel Witz.
Der Junge gilt als zukünftiger Honky-Tonk-König. Aber das hat man schon einigen
nachgesagt. Und von vielen wurden wir enttäuscht, nicht wahr?
Allerdings verspricht Jukebox Leigh’s Single viel. ‘Ne Menge. Und man darf
sicherlich gespannt sein auf die erste vollständige CD des Jünglings. Hoffen
wir, dass er sich an seinen hohen CD-Standard halt. A propos: Das Video auf
seiner Seite, die Szene, wo er Robert Gordon’s “ Walk On By” zum Besten
gibt, ist eine Schande. Der Junge scheint gar nicht zu merken, wie falsch er
singt, d.h. dass ihm die tiefe Tonlage überhaupt nicht liegt.

Jesse Lee Wilson
Big Gun
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (CD-Single,
Sampler)
Jesse Lee Wilson’s Stimme bezaubert vom ersten Ton an. Sie ist glaskar. Dabei
setzt der Junge auf den traditionellen Sound der 50er, 60er Jahre. Und wäre da
nicht wieder ‘was Modernes in der Instrumentierung (kommt bei Stücken wie
‘Joke’s On Me’ klar zum Vorschein), man würde sich in der Golden Ära wähnen. “Don't Sell Your Soul”
könnte man vielen
heutigen Möchtegern-Künstlern vorsingen. Und es würde nichts bringen. Trotzdem
ist es ungemein beruhigend, wenn einer dieselbe Sprache spricht. Wenn man sich
durch die einzelnen Stücke klickt, verschwindet die Faszination Jesse’s etwas –
bis Nummern wie “For Lovin Me (That's What You Get)” oder “Don't
Knock What You Don't Understand” erklingen. Dann macht er wieder von sich
reden, der Kleine.

Chris & Herb
Bakersfield Sound
Erhältlich bei: www.amazon.de (Sampler), ab
12. Oktober 2010 lieferbar
Meine Lieblinge starten ihre Bakersfield-CD gekonnt: “Playboy” kenne ich
von Wynn Stewart. Kein einfaches Stück zum Nachsingen. Jeder Fehler wird hier
sofort ersichtlich. Nur: Die beiden Interpreten lassen keinen zu. “Close Up
The Honky Tonks” – welches Stück steht widerspiegelt den grossartigen Honky
Tonk Sound mehr? Diese Harmonien! Dieser Stil! Sorry, Leute, doch mittlerweile
bin ich geschmolzen……Dank “My Baby’s Gone” (Louvin Brothers) und
“There
Goes My Love”…….
Kein einziger Titel auf Chris’ und Herb’s CD passt nicht rein. Kein einziger ist ohne Emotionen, ohne Liebeskummer, ohne Ach und Wenn.
Deshalb: Kaufen, kaufen, kaufen! Was Besseres gibt’s momentan nicht!
Und hoffen, hoffen, hoffen….auf eine Live-Show.

Chris Hillman & Herb Pedersen
At Edwards Barn
Erhältlich bei: www.rounderrecords.com
Nun – die Songauswahl dieser beiden Ausnahme-Künstler ist doch immer wieder
erstaunlich. Wenn diese CD auch schwächer ist, als die vorangegangene. Diesmal
haben sich Chris & Herb an Vern Gosdin’s “Turn Turn Turn” gewagt
Emmylou’s “Together Again” wird von Chris & Herb vorgetragen. Ein
paar Gospel-Nummern runden das extreme gute Bouquet ab. Damit startet der
Tonträger übrigens auch. Nämlich mit dem grossartigen “Goin’ Up Home”. (Ich
hoffe, die beiden stimmen sich nicht auf die letzte Reise ein). “Love
Reunited” ist eine zarte Country-/Folknummer, die Neugierige auf Bands wie
die Dillards einzustimmen scheint. Neu für mich ist “Tu Cancion”, ein
Mariachi-Titel. Könnte von Joe Ely sein, denn der macht auch ab und zu
erfreuliche Ausflüge in dieses Gefilde. “Our Savoir’s Hands” zeigt das
gesangliche Können eines grossen Musikers. Und so könnte ich weiter jeden Titel
aufzählen – und jeder ist besser, als der Vorangegange. Ganz ehrlich: Welche
Künstler! Da reicht es nicht mehr, bloss den Hut zu ziehen. Da geht man in die
Knie.

Rodney Dillard
I Wish Life Was Like Mayberry
Erhältlich bei: www.rodneydillard.tv/
Einer der Dillards mit neuer CD. Viele Darling Favoriten (die Dillards traten
unter diesem Namen bei der Andy Griffith Show auf) sind mit dabei, u.a. “Dooley”,
“Banjo In The Hollow” und “Ebo Walker”. Allerdings warden diese Songs auf
Rodney’s CD von Rodney Dillard & The Dillard Band vorgetragen. Mehr oder
weniger sind alle Nummern schnell. Also darf man keine Sentimentalität
erwarten. Aber definitive gute Unterhaltung.

Lonestar Boogie Blues
Razor
Point Records
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Richtig schöner, alter Rockabilly wechselt hier mit Hillbilly ab. Was mir
gefällt ist, dass alles so zurückhaltend klingt. Weder der Sänger, noch das Snare-Drum,
noch die Gitarre stellen sich rücksichtslos in den Vordergrund. Nichts geht
unter. Alles klingt ganz so, wie’s soll. Gerade so, wie’s früher war. Let’s go
back to the good ol’ times – mit Lonestar Boogie Blues……kein Problem!

Delilah DeWylde & The Lost Boys
The Price You Pay
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Dieses Mädchen wird, wen wundert’s, wie viele andere mit Patsy Cline
verglichen. Und wie bei allen anderen hat letztere eindeutig die Nase vorn. Zu
oft werden die Töne fallen gelassen und im Gegensatz zu Delilah machte Patsy
glücklicherweise selten von Western Swing Gebrauch. Und: Patsy wusste wie keine
andere (ausser Rose Maddox), welche Töne sie meistern konnte. An den anderen
versuchte sie sich erst gar nicht. Delilah schon. So hat sie denn einige Mühe,
tiefe Noten sauber zu bringen. Die Musik ist hingegen gut – von Honky Tonk über
etwas Rockabilly bis hin zum in Texas unverzichtbaren Western Swing. Und “Apache”,
das weltbekannte Shadows-Stück, wird bei den Lost Boys zu “Surf Riders”.
Ein erstaunlich gelungener Abschluss, übrigens.

Kathy & Carol
Keepsake
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Eine wunderschöne, zarte, ja delikate CD haben Kathy & Carol hier
geschaffen. Die Stücke sind allesamt zerbrechlich, brillieren durch die
tadellosen Harmonien, die beeindruckenden Stimmen. Etwas Keltik kommt hier
wieder durch – wie immer, wenn die amerikanische Folkmusik möglichst primitive
gehalten wird. Manchmal muss man die Begleitinstrumente, die gezupfte
akustische Gitarre etwa, geradezu suchen, so sehr konzentriert man sich auf den
Gesang der beiden Ladies. Anspieltipp: “My Texas Girl”. Und wer nun
glaubt, hier handle es sich um Honky Tonk, irrt gewaltig. “My Texas Girl”
könnte ein Louvin Brothers Song sein. Oder eine Nummer der Carter Familie. Der
Tonträger der beiden Musikerinnen ist von besonders hoher Qualität. Er wärmt
nicht nur das Herz und die Seele aller, die nach Harmonien lechzen, sondern
auch dasjenige von Menschen, die sich nach Gefühl, Sentimentalität und Emotion
sehnen.