CD News November 2010

Andrew Bond
Sometimes You Dig Your Own
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Andrea Bond erinnert etwas an Dave Alvin. Wenigstens, was den Gesang und den
Stil anbetrifft. Und so wenig wie Dave scheint er sich um schräge Töne Gedanken
zu machen. Wichtiger ist ohnehin der Songtext, denn von der Musik her hält sich
Andrew an Folk. Und die akustische Gitarre passt sehr gut dazu, einzeln fällt manchmal
eine einsame Steel-Gitarre ein, unterstützt von einem Snare Drum. Mr. Bond
verlässt sich auf die Worte seiner Songs, die tatsächlich viel aussagen. Dazu
passt sein düsterer Blues. Eine schöne, wenn auch dunkle Arbeit, die
hoffentlich viel Aufmerksamkeit und Interesse weckt.

Diane McKoy
Bluegrass/Country Gospel Roots Sprouting!
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Diane’s ausgelassener Bluegrass-/Gospel bezaubert vom ersten Ton an. Ihre
Stimme ist tadellos und obwohl die Stärke wohl dem Gospel zugeschrieben warden
muss, hat sie sich meiner Meinung nach vermehrt mit Bluegrass
auseinandergesetzt. Nicht zu unterschätzen ist die Begleitmusik und der
unerlässliche Chor, der dem ganzen etwas mehr Gospel verleiht. Eine CD, die den
Himmel etwas näher bringt.

Sandy Uttley
Sings The Songs of Patsy Cline
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(Sampler)
Wer, wie ich, die Nase von Patsy-Cline-Verschnitten satt hat, wird genauso
vorsichtig an diese Dame herantreten. Und obschon von Anfang an klar ist, dass
hier NICHT Patsy singt, hat Sandy deren Konzept übernommen. Patsy Cline hatte
eine ganz eigene Gesangart – weit entfernt von der heutigen, wo man die Ladies
aus- und einatmen hört und das gar noch gut findet. Patsy konnte die Töne halten
und tat dies bis zum Ende eines jeden Verses so gekonnt, dass es keine gibt
(ausser Rose Maddox und Brenda Lee), die ihr in dieser Hinsicht gefährlich
werden könnte. Und genau das hat Sandy kapiert. Zwar fehlt ihr das Patsy-eigene
Temperament, der Sex-Appeal, wenn ihr so wollt, aber ansonsten bringt sie die
Songs der Queen erstaunlich authentisch ‘rüber.

Lost Wages
Jack Marks
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(Sampler)
Jack Marks hält sich an Steve Earle. Wie der kann Jack Marks laut werden – und
dabei traditionell bleiben. “Medicine” widerspiegelt das Innenleben des
jungen Mannes deutlich. Was er hier macht, ist zum Teil Spass, zum Teil
gekonntes Songwritertum. Erstaunlicherweise bleibt der Unterhaltungswert dabei
nicht auf der Strecke. Normalerweise ist dem so. Hier nicht. Bei Jack stimmt
wieder einmal einfach alles: Die Band, der junge Mann, die Songauswahl. Und
obwohl ich auch elektrische Instrumente ausmachen kann, scheint Jack Marks auch
mit akustischer Musik vertraut zu sein. Habe ich schon von Originalität
gesprochen? Dem Markenzeichen Mark’s’? Dann hört mal in “rd Act” ‘rein.
“Best Time For Dancing” ist ein richtiger Ohrwurm. Und deutlicher könnte
Steve Earle nicht reden. Eigentlich mag ich keine Kopierer. Doch wenn sie so
sind, wie dieser hier, habe ich nichts dagegen. Wie könnte ich auch?

The Jay Stielstra Trio
Don’t Let Me Down Easy
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Mit dem CD Titel beginnt die Band. Einem wunderschönen, sentimentalen Titel.
Dem folgt “November Love” und wem das Herz bereits beim ersten Titel
blutete, der wird sich kaum erholen. Wie die verschieden farbenen Blätter im
Herbst bietet der Titel mehrstimmige Harmonien. Passenderweise verschönert durch
ein eindringliches Dobro. Anschliessend wird’s etwas rassiger. Das nächste
Stück klingt wie ein Kinderlied. “Liam O'Reilly” offeriert beeindruckenden
Harmonie-Gesang.
“Last Night You Came Alive Again” erzählt von jemandem, der schon lange
gestorben ist und an den man sich nun zu erinnern versucht. Man bedauert nicht
nur, dass derjenige nicht mehr da ist, sondern auch, dass die Erinnerung
allmählich verblasst. Und diese Wehmut, die mit der Erkenntnis daran untrennbar
verbunden ist, widerspiegelt der Titel gekonnt.

Rick Edwards
Heeding To The Call
Erhältlich bei: www.cdbaby.com
(Sampler)
Rick Edwards klingt, als hätte er ständig einen Kaugummi im Mund. Die
Tradition, die mit dieser Art des Gesangs einher geht, macht ihm zum
klassischen Country-Interpreten. Klassisch sind denn hier nicht nur die
Songthemen, sondern auch die musikalische Begleitung. Erstaunlicherweise meint
CD Baby, dass Rick Edwards der progressive Folk-Musik zuzuordnen ist. Was mich
etwas verwirrt, denn hier höre ich Bluegrass, ich höre echte Country Musik und
viel, viel John Prine. Dafür spricht ja auch das tolle Banjo, die akustischen
Gitarren und die Mandoline. Aber eben: Heute ist nichts mehr, wie es scheint.
Eine tolle, ja geniale CD von einem Künstler aus Alabama.

Eric Lazar
Pegleg Rides Again!
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(Sampler)
Während die vorgängigen CD’s einfach zu klassifizieren sind, ist dieser Junge
hier schwer einzuordnen. Dafür spricht schon, dass er seine Gitarre zum
Schlagzeug macht, z.B. beim an Buddy Holly erinnernden “Betty Lou & The
Devil”. “Soldier” ist ein politisch-orientierter Country-Rock. Auch hier
lässt Eric die Gitarre sprechen. Eine gute Idee. “Cheyenne” ist eine
Hommage an Indianer. Mich verwundert, dass ich hier keine indianische Töne
ausmachen kann und mich der Song doch stark an sie erinnert. Vielleicht aber
auch einfach an die Weite der Steppe. An Büffel, die Friedenspfeife. Und dabei
sind wir bei der Stärke von Eric Lazar: Er ist einer, der Bilder im Kopf
entstehen lässt. Danke, Eric.

Weasel Tracks
Simply Weasels – Greatest Hits
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(Sampler)
Wer über die Krise im mittleren Lebensabschnitt schreibt, muss wohl oder übel
Humor haben. Und die Weasels scheinen sich dadurch auszuzeichnen. So heisst es
denn im Text zu ihrer CD: Unsere schlechtesten Songs (von 4 CD’s)
zusammengefasst.
Also – wenn die hier vorhandenen lustigen Songs im Confoederate Railroad Stil
die Schlechtesten sind – wie gut sind wohl die gelungenen? Übrigens erscheint
der 18. Songs “Santa Tune My Guitar” rechtzeitig auf Weihnachten – und
dürfte für Zusatzgeschenke vom Weihnachtsmann sorgen (alles, ausser einer
Klampfe).
Die Jungs aus Kansas haben echt was drauf – gesangsmässig und musikmässig.
Dabei halten sie sich an die traditionelle, aber unterhaltende Country-Musik.
Homer & Jethro hätten ihren Spass gehabt.
Musik für die gute Laune.

Wayne Taylor & Appaloosa
Out in the Middle of Nowhere
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(Sampler)
Wer auf progressive Bluegrass-Musik steht, wird hier geradezu verwöhnt:
Lediglich das wunderschöne “The Wages of Sin”, “Is It Too Late Now” und “Why
Don't You Tell Me So” zeigen sich eher traditionell. Trotzdem weist sie die
musikalische Begleitung nach wie vor als progressive Titel aus. Wer darauf
steht, ist mit Wayne Taylor gut beraten.
Brian Luther Bowen
There Goes The Neighborhood
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(Sampler)
Während ich seiner rauen Stimme zuhörte, fragte ich mich, woher diese wohl
stammen machte. Und schon lieferte mir Brian selber die Erklärung: Vom Rauchen.
Nun – wer überhaupt einen braucht, dem gibt Brian Luther Bowen genügend Grund dafür.
Wer so gut klingt, kann gar nicht daneben liegen. Und schliesslich hat der Mann
etwas zu sagen (wer sagt, dass Raucher dumm sind?). Und man hört ihm zu. Denn
man mag ihn. Die Musik, die Stimme, das, was er sagt.
Den Stil? Nun – die wenigen rassigen Stücke eignen sich für eine Party. Der
Titelsong ist wohl eher für Nachdenkliche mit der spärlich eingesetzten
Mandoline, dem Cello und dem Chor kommt er ziemlich duster einher. Richtig für
Halloween.

Kevin Brown
The County Primaries
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(Sampler)
Tja. Das Leben ist kompliziert. Und Leute wie Kevin Brown machen’s nicht
einfacher. Seine Musik zeigt sich schwerfällig, einfarbig und – originell. Die
Instrumente scheinen sich bei Kevin Brown nach dem Gesang zu richten. An
Kevin’s Stelle hätte ich seinen Tonträger eher mit dem lieblichen Gefiddle von “On
the Line” eröffnet, als mit dem schwierigen “Move Away From the Light”.
“The Last Days of Indian Summer” zeigt einen geradezu entspannten Kevin
Brown. Und da sich dieser immer tiefsinnig und grüblerisch zeigt, erstaunt
dieses Stück etwas. Verwundert bin ich auch, wenn ich lese, dass sich Kevin
Brown in der nordwestlichen Bluegrass-Szene bewegt. Dort hätte ich ihn nie vermutet.
Zwar ist die Fiddle vorhanden, doch das Banjo fehlt (mal abgesehen vom tollen “As
Quiet as Grace”) und Mandoline kann ich nicht ausmachen. Die Songs selber
sind eher folkig. Anspieltipp: “The County Primaries”.

Shirley Gnome
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(Sampler)
Dieses Mädchen ist amüsant. Äusserst amüsant. Und es regt nicht nur die
Fantasien gewisser Wesen auf diesem Planeten an. Es kann auch singen. Und hat
Spass. Manchmal klingt die Lady aus Kanada nach einem kleinen Ding, machmal
nach einer, die im Rotlichtbezirk ihren Job macht. Aber immer ist eine Prise
Beverly Hillbillies dabei. Und wer jene Reihe kennt, wird wissen, was er hier zu
erwarten hat. Ein Schmunzeln ist sicher. Vielleicht auch ein Lacher.
Eine raue Lady, ziemlich – geradlinig. Und ziemlich Hillbilly.

Teri Joyce
Kitchen Radio
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(Sampler)
Jemand auf der Suche nach einem weiblichen Pendant zu Dale Watson? Teri ist
eines. Und auch aus Austin, TX. Und auch an Dale’s lästigem Western-Swing hat
sie einen Narren gefressen. Für mich ist sie ein wenig zu selbstverliebt, um
gut zu sein. Marti Brom wirkt zwar auch etwas überheblich, die hat aber mehr
drauf. Und ist eine nette Person. Mir fehlt hier die Persönlichkeit. Das
Mädchen klingt, wie viele vor (und wohl auch nach ihr). Zu viel Swing. Zu viel
Selbstverständlichkeit. Zuwenig Tiefe.
Allerdings muss man Teri zugute halten, dass Fehler nicht ihr Ding sind. So
sind denn auch keine auszumachen, auf ihrem Tonträger.
Wer glaubt, Texas bestehe aus Western Swing, dem gibt Teri Joyce das Recht
dazu.

Donald McCrae
Migration
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(Sampler)
Donald McCrae zeigt sich leidenschaftlich und temperamentvoll. Dabei mischt er
sämtliche Stile, die der Americana zugeordnet werden können, unbeirrt und
hemmungslos. Etwas Swing mit Banjo und Blasinstrumenten, raue Folkmusik, Reggae
und Blues – alles vorhanden. Beim dritten Stück komme ich dann endlich drauf,
worum es sich bei der komplizierten, sicher nicht jedermanns Geschmack
entsprechenden Mischung handelt: Um den Memphis Stil. Locker vom Hocker treten
alle Stücke auf. Dabei ist die Produktion an und für sich auch nicht zu
verachten. Anspruchsvolle Musik nicht ganz ohne Spass.

Mike Farris & The Cumberland Saints
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(Sampler)
Der Tonträger kriegt nach 30er, 40er Country Blues. Dabei wurde die 6 Stücke
fassende EP am 27. Mai 2010 in der Downtown
Presbyterian Kirche von Nashville aufgezeichnet. Anspieltipp: “Dear
Lazarus”. Wahnsinn. So wahnsinnig, wie erdiger, guter Gospel-Blues mit
grossartigem Dobro eben sein kann.

Joe Meadows
Mountains, Rivers, and Meadows
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Ralph Joe Meadows wurde am 31. Dezember 1934 in Basin, West Virginia geboren.
In seiner Kindheit lief die WSM’s Radioshow der Grand Ole Opry und der kleine
Ralph war begeistert von den Fiddlern Bill Monroe’s und Konsorte. Nun. Er hat
viel von ihnen abgeguckt.
Wer also auf schnelle Bluegrass-Stücke, dargebracht von einem einzigartigen
Fiddler steht, der wird sich von Joe’s CD begeistern lassen.

Muddy Fork Band
Yellow Sky
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(Sampler)
Was mir zuerst auffiel, war der nasale Gesang. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber dennoch
stark. Dazu passt die spärliche Begleitung, die ebenfalls eigenartig klingt
(ist das eine Dulcimer?) ausgezeichnet. Das Album wirkt entspannt, erinnert an
die lange Röhre der Kindheit, die man schütteln musste, damit immer wieder neue
Formen entstanden (ich weiss nicht mehr, wie das Ding heisst – ist zu lange
her). Eine sehr beeindruckende Arbeit, die Stimme prägt sich ein, die Musik
fliesst durch die Adern….. will man schunkeln, kommen Tränen hoch? Keine
Ahnung. Aber diese akustische Musik bewegt.

The Stragglyrs
Country Project
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(Sampler)
Schon komisch, die Zufälle, die es im Leben gibt. Vor Kurzem kamen mir die
Wagoneers in den Sinn, die gute Band um den eingebildeten Monty Warden. Die’s
leider nicht mehr gibt. Und jetzt finde ich die Stragglyrs, die ganz ähnlich
klingen. Kann schon sein, dass der Sänger nicht die gleichen Qualitäten wie
Monty besitzt, doch der Stil ist derselbe: Klassische und doch irgendwie
moderne Country-Musik von hoher Qualtität.

David Allan Coe
DAC’s Back
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(Sampler)
David’s Kommentar zu diesem Album: Ich widme es meiner Frau. Dafür, dass sie die
Einzelteile eines gebrochenen Mannes aufgehoben und wieder zusammengesetzt
hat.’
David, mit seiner wiedererkennbaren Stimme, seiner Leidenschaft, der Sentimentalität,
aber auch der Gradlinigkeit – kann er überhaupt schlecht sein? Das Stück “To
Help You Love Again” schliesst nahtlos an sämtliche depressiven Lieder des
Meisters an. Kann schon sein, dass David mit Songs wie “Put My Faith In You”
Kompromisse mit der heutigen Country Musik Industrie schliesst, doch der
Grund, das Fundament bleibt immer noch David Allan Coe, der Outlaw.

Motel Drive
Motel Drive
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(Sampler)
Entweder drehen die Typen durch (wie bei der Eröffnungsnummer, einem
Psychobilly) oder sie klingen wie Brian Setzer. Vom Gesang her hauen mich die
Jungs nicht gerade um, doch sie scheinen Spass an der Sache zu haben. “When
The Lights Go Down” erinnert ein bisschen an Steve Earle, das
Nachfolgestück, “The Lucky One”, wird aber zu einem unerwarteten Waltz –
so langsam, dass er schon beinahe als Schlaflied durchgehen dürfte. “Borrowed
Time” ist Cowpunk, “Ain't Got Nothin'” ein Rockabilly.

The Goodhues Band
Short Time Here... Long Time Gone
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Der Titel sagt alles. Da dürfte die Zartheit der Musik nicht weiter verwundern.
Dafür berührt sie jene, die vor ihr nicht zurückschrecken. Die Zuhörer, die sich
von ihr verzaubern, ja verführen lassen. Wäre der Gesang starker, würde die
Keltik wohl noch mehr durchkommen. Dafür sorgt die Zerbrechlichkeit der Stimmen
dafür, dass alles noch filigraner erscheint, signiert durch die Dulcimer.
Wen wundert’s, dass die beiden Interpreten ein paar Louvin Brothers Songs
einfliessen liessen? Und wen wundert’s, dass sie so ganz anders klingen. Man
erkennt sie zwar wieder, denn die Melodie ist unverfälscht, aber die Titel
kriegen den Touch der Goodhues Band. Einen reizvollen, nicht vergleichbar mit
den Louvins.
Interessant, dass die Künstler aus Boston stammen.

Dish Dogs
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(Sampler)
Die Dish Dogs stehen für Kraft. Für Temperament. Für Party. Grandios die
Gitarre, die Mundharmonika, der schräge Gesang. Bei “Dry Here For Weeks”
klingt der Sänger tatsächlich, als wäre er am Austrocknen. Irgendwie klingt er
nach Jason Ringenberg. Der legt auch eine solche Begeisterung für falsche Töne
an den Tag. Und das wahrscheinlich genauso bewusst, wie der Knabe von Dish
Dogs.
Eine geniale, witzige, ausgesprochen gute CD. Elektrisch zwar, doch ganz grosse
Klasse. Anspieltipp: “Wish I Was A Bird”.

The Tuttles & AJ Lee
Introducing the Tuttles with AJ Lee
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(Sampler)
The Tuttles & AJ Lee klingen so, wie eine Bluegrass Band eben klingen
sollte. Idealerweise. Stark sind vor allem die weiblichen Stimmen. Das
Clawhammer Banjo macht sich gut daneben. Beachtlich ist dabei das Alter der
Jungs und Mädels: AJ Lee ist 12, Molly Tuttle 17, Sullivan Tuttle 15 und
Michael Tuttle 12 Jahre.
Bleibt abzuwarten, wie sich die Youngsters entwickeln. Gut sind sie jetzt
schon.

Honky Tonkitis
Deep End of the Bottle
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Der CD Name klingt wie ‘ne Krankheit. Wie eine Epidemie. Und für alle, die
Honky Tonk mögen, könnte der hier vorgestellte Tonträger tatsächlich eine
Pandemie auslösen. Am Theater beteiligen sich: Chris Conrad (elektrische und
Bariton Gitarre), Jason Ploetz (Kontrabass), Tom Hanson (Fiddle), Kurt Weber
(Schlagzeug) John Steffes' am Bariton (Gesang). Neuestes Mitglied ist Gabriel
Stutz. Nun. Wisconsin hält viele erfreuliche Überraschungen bereit. Für mich
nun auch die Honky Tonkitis, die sich – wen wundert’s – ganz dem Honky Tonk
verschrieben haben.
Da bleibt die Spuke weg – dafür zieht die Liebe zum Honky Tonk ein. Und zwar
per Express. Und für immer.

Mad Bread
Tune Back In
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Wunderschön produziert, zeigen sich hier Banjo,
akustische Gitarre, zurückhaltender Gesang und gekonnte Mundharmonika von ihrer
besten Seite. Die Musik Bluegrass zu nennen, wäre aber grundsätzlich falsch.
Viel mehr geht der Stil von Mad Bread Richtung Folk. Originellem Folk. Oder,
will ich mir’s einfacher machen: Americana pur. Hervorragende Musiker allesamt,
wirken Mad Bread kompakt, selbstbewusst und reif.
Da wirken Zauberer.

Gary Bennett
My Ol’ Guitar
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Während seine einstigen Kumpels in Europa mit Psyeudo-Bands auftreten und sich
auf CD mehr und mehr dem Nashville Sound anpassen, versucht sich Gary Bennett,
Gründer von BR5-49, am klassischen Country Stil. Leider klingt auch er
moderner, als BR einst. Was wiederum für echte Stylisten wie Wayne Hancock
spricht. Solche Werke, wie dieses hier, machen den Unterschied leider nur allzu
deutlich. Und ich frage mich selber, was nicht stimmt. Der Gesang? Ne. Der ist
gut. Da gibt’s nichts zu meckern, obschon Chuck Mead für mich besser klingt.
Die Musik. Die Musik klingt nicht authentisch. Allen voran das Schlagzeug -
einmal mehr. Und ich frage mich, ob Gary Bennett tatsächlich mit dem Resultat
seiner zweiten CD zufrieden ist. Ich jedenfalls bin enttäuscht.

Ronnie Hymes
Unicorporated
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Ich mag die Leidenschaft, mit der Ronnie Hymes mit den Lyriken um sich wirft.
Ronnie Hymes, die One-Man Band. Trotzdem klingt er nicht monoton. Seine
messerscharfe Stimme, die Überzeugung, die voll ‘rüberkommt und die scheinbar
biografischen Songs tun das ihre, den Zuhörer zu überzeugen und ihn als Fan zu
gewinnen. Und wisst Ihr was? Ich denke nicht, dass sich Ronnie Hymes gross
darum kümmert oder sich gar Gedanken darüber macht.
James Michael Thompson
Tall Man
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Ein düsterer Mojo Nixon? Na ja..so ähnlich muss James M.T. wohl umschrieben
werden. Auf jeden Fall ist der Junge Spitze. Zwar laut und elektrisch, aber
rhythmisch voll gut drauf. Originelles aus Australien bietet J.M.T. Originellen
Blues für Gourmets.

Tommy Brunett
Hell or High Water
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CD Baby hat zur Zeit jene Künstler um sich gescharrt, die sich perfekt
ausdrücken können. So spricht denn auch hier Tommy’s CD Titel für sich.
Unglaublich, was der Jüngling hier zeigt. “Witch
In The Woods” eignet sich nicht nur ausgezeichnet
für Halloween, sondern kann als Test für alle, die glauben, unerschrocken zu
sein, verstanden werden. Gerade oder auch was düstere Musik anbelangt. Tommy’s
Musik wird als Mischung zwischen Rock und traditioneller Country Musik
beschrieben. Tatsache ist: Sie ist so gut, dass sie unheimlich wirkt. Selbst
dem Party-Heuler “See You Around” ist eine gewisse Mystik nicht
abzusprechen.

The Salvation Alley String Band
The Pioneer Valley Rose And Other Favorites
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Mal abgesehen davon, dass dort, wo der Chor zum Tragen kommt, der Sound wuchtig
und überladen wirkt, macht diese Band allen etwas vor (auch Gary Bennett, s.
oben) wenn es darum geht, authentisch und traditionell zu sein. “Nebraska” ist eine Hommage an alle
Wehmütigen, ein Anthem für sie. Und der Titelsong bringt die Hütte zum Wanken.
Kann schon sein, dass die Nummer wie ein Kinderlied wirkt, aber das macht sie
nur noch mehr zum Ohrwurm. 13 Songs
während eines Tages, wovon 11 für das Album ‘abgezweigt’ wurden – das ist eine
Meisterleistung, oder? Instrumental haben wir hier eine Telecaster, eine Pedal
Steel Gitarre und eine Fiddle – bringt sicherlich Western Swing. Nun. Davon
gibt’s hier auch eine Prise. Aber sie hält sich in Grenzen – glücklicherweise.
Mitwirkende sind: Ryan
McGovern Quinn (Komponist, Gesang, Gitarren, Pedal Steel Gitarre, Tambourines,
Glockenspiel, Accordeon), Andy Goulet (Upright Bass, Longhorn Bass,
Mundharmonika) und Theremin Jason Bourgeois (Gesang, Piano, Wurlizer 206 A,
Orgel).

Darren Beachley and the Legends of the Potomac
Take Off
Erhältlich bei: www.cdbaby.com
(Sampler)
Ich nehme jetzt einfach mal an, Darren Beachley ist der Typ mit der
atemberaubenden Bluegrass Stimme, die mich sentimental stimmt. Sentimental,
weil mir Gruppen in den Sinn kommen (jene!), die von der Masse hoch gepriesen
werden und nicht die Hälfte bringen. Schwermütig stimmt mich der Gedanke, dass
sie’s ebenso gut könnten. Und entweder einfach nicht (mehr) das Selbstvertrauen
besitzen, die Musse oder – die Nüchternheit, sich daran zu versuchen. Und sich
selbst zu beweisen.
“Miss You Mississippi” war eines der ersten Bluegrass-Stücke, das ich zu
hören kriegte. Vielleicht glaube ich deshalb heute noch, dass es eines ist, an
dem sich die Qualität einer Band messen lässt. Nun. The Legends Of The Potomac
beweisen sich.
Tolle traditionelle Bluegrass-Musik mit wenigen Ausflügen ins progressive
Gefilde.
Spencer Bohren
The Blues According To Hank Williams
Erhältlich
bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Eigentlich besitzt Spencer Bohren keine Stimme. Trotzdem: Die liebevolle Art und
Weise, wie er mit den Songs des Kings um geht, spricht für ihn. Dazu die
spärliche Klampfe, die gekonnte Pedal Steel, die unverzichtbare Mandoline, die
feinfühligen Harmonien. Grossartig.

Leslie Wood
Larger Than Life
Erhältlich
bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Sagen wir’s mal so: Ich mag die Tonlage der Lady. Etwas mehr Temperament würde
ich mir wünschen, dass sie die Note etwas länger hält, am Ende. Grundsätzlich
ist das Mädchen sehr gut. Besser als viele andere. Originell finde ich Titel
wie “Take Me Back to the Island” – der würde in eine Magnum-Episode
passen. Leslie Wood besitzt ein erstaunliches Volumen. Ein bisschen mehr von
allem. Und sie wäre schwer zu schlagen.

Kristi Nebel
Detour
Erhältlich
bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Obschon Western Swing überhaupt nicht mein Ding ist, liste ich die CD für Fans
dieses Genres auf. Denn sie lohnt sich durchwegs. Kristi Nebel hat eine tiefe,
angenehme, extreme starke Stimme. Und, wie vorstehende Künstlerin, ein
erstaunliches Stimmvolumen.

Haun’s Mill
Erhältlich
bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Bei Haun’s Mill ist nicht nur die Musik originell. Jeder Albumumschlag wird
handgemacht und ist aus unterschiedlichen Textilien hergestellt. Die Sängerin
klingt zwar wie ein kleines Mädchen, aber das Banjo, das feine Snare-Drum und
die kaum wahrzunehmende Gitarre neben ungewöhnlichen Instrumenten, die u.a.
klingen wie Xylophone (aber sicher keine sind) machen die Arbeit zu etwas ganz
Besonderem. Kreative Folkmusik, entspannt, locker, grossartig.

Shaun Horton's Del Rio Ramblers
Go Away Hound Dog
Erhältlich
bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Mal abgesehen von dem unerträglichen Western Swing, den diese CD u.a.
offeriert, hält die Arbeit das, was das Cover verspricht: Klasse Hillbilly
Musik, die wie in den Fifties klingt, immer an der Grenze zum Rockabilly. Nicht
nur Shaun Horton als Sänger glänzt hier, auch die Gitarre, die Steel Gitarre
und die Fiddle sind erwähnenswert. Anspieltipp: “'ll Be There” – ohnehin
eine der besten Stücke des Hillbilly Genres überhaupt. Und gebracht, als gäb’s
kein Morgen.

Asylum Street Spankers
God’s Favorite Band
Erhältlich
bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Jug Bands sind grossartig – zumal, wenn es sich um hohe Qualität handelt, etwa
bei den As-ylum Street Spankers. So dreckig wie sie klingen, so religiös sind
sie. Ziemlich schräg, diese Mischung aus eckigem Geträllere und Texas Waltzes.
Gerade Blues, z.B. derjenige von “Right and Wrong”, regt zum Nachdenken,
ja zum Philosophieren an. Stark zeigt sich die Gruppe zwar in jedem Stück, aber
hier bei “Last Mile of the Way” ist sie einmalig. 5 Sterne Gospel-Blues
für Gourmets.