CD News November 2010



Andrew Bond
Sometimes You Dig Your Own
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Andrea Bond erinnert etwas an Dave Alvin. Wenigstens, was den Gesang und den Stil anbetrifft. Und so wenig wie Dave scheint er sich um schräge Töne Gedanken zu machen. Wichtiger ist ohnehin der Songtext, denn von der Musik her hält sich Andrew an Folk. Und die akustische Gitarre passt sehr gut dazu, einzeln fällt manchmal eine einsame Steel-Gitarre ein, unterstützt von einem Snare Drum. Mr. Bond verlässt sich auf die Worte seiner Songs, die tatsächlich viel aussagen. Dazu passt sein düsterer Blues. Eine schöne, wenn auch dunkle Arbeit, die hoffentlich viel Aufmerksamkeit und Interesse weckt.


Diane McKoy
Bluegrass/Country Gospel Roots Sprouting!
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Diane’s ausgelassener Bluegrass-/Gospel bezaubert vom ersten Ton an. Ihre Stimme ist tadellos und obwohl die Stärke wohl dem Gospel zugeschrieben warden muss, hat sie sich meiner Meinung nach vermehrt mit Bluegrass auseinandergesetzt. Nicht zu unterschätzen ist die Begleitmusik und der unerlässliche Chor, der dem ganzen etwas mehr Gospel verleiht. Eine CD, die den Himmel etwas näher bringt.


Sandy Uttley
Sings The Songs of Patsy Cline
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Wer, wie ich, die Nase von Patsy-Cline-Verschnitten satt hat, wird genauso vorsichtig an diese Dame herantreten. Und obschon von Anfang an klar ist, dass hier NICHT Patsy singt, hat Sandy deren Konzept übernommen. Patsy Cline hatte eine ganz eigene Gesangart – weit entfernt von der heutigen, wo man die Ladies aus- und einatmen hört und das gar noch gut findet. Patsy konnte die Töne halten und tat dies bis zum Ende eines jeden Verses so gekonnt, dass es keine gibt (ausser Rose Maddox und Brenda Lee), die ihr in dieser Hinsicht gefährlich werden könnte. Und genau das hat Sandy kapiert. Zwar fehlt ihr das Patsy-eigene Temperament, der Sex-Appeal, wenn ihr so wollt, aber ansonsten bringt sie die Songs der Queen erstaunlich authentisch ‘rüber.  


Lost Wages
Jack Marks
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Jack Marks hält sich an Steve Earle. Wie der kann Jack Marks laut werden – und dabei traditionell bleiben. “Medicine” widerspiegelt das Innenleben des jungen Mannes deutlich. Was er hier macht, ist zum Teil Spass, zum Teil gekonntes Songwritertum. Erstaunlicherweise bleibt der Unterhaltungswert dabei nicht auf der Strecke. Normalerweise ist dem so. Hier nicht. Bei Jack stimmt wieder einmal einfach alles: Die Band, der junge Mann, die Songauswahl. Und obwohl ich auch elektrische Instrumente ausmachen kann, scheint Jack Marks auch mit akustischer Musik vertraut zu sein. Habe ich schon von Originalität gesprochen? Dem Markenzeichen Mark’s’? Dann hört mal in “rd Act” ‘rein.

“Best Time For Dancing” ist ein richtiger Ohrwurm. Und deutlicher könnte Steve Earle nicht reden. Eigentlich mag ich keine Kopierer. Doch wenn sie so sind, wie dieser hier, habe ich nichts dagegen. Wie könnte ich auch?



The Jay Stielstra Trio
Don’t Let Me Down Easy
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Mit dem CD Titel beginnt die Band. Einem wunderschönen, sentimentalen Titel. Dem folgt “November Love” und wem das Herz bereits beim ersten Titel blutete, der wird sich kaum erholen. Wie die verschieden farbenen Blätter im Herbst bietet der Titel mehrstimmige Harmonien. Passenderweise verschönert durch ein eindringliches Dobro. Anschliessend wird’s etwas rassiger. Das nächste Stück klingt wie ein Kinderlied. “Liam O'Reilly” offeriert beeindruckenden Harmonie-Gesang.

“Last Night You Came Alive Again” erzählt von jemandem, der schon lange gestorben ist und an den man sich nun zu erinnern versucht. Man bedauert nicht nur, dass derjenige nicht mehr da ist, sondern auch, dass die Erinnerung allmählich verblasst. Und diese Wehmut, die mit der Erkenntnis daran untrennbar verbunden ist, widerspiegelt der Titel gekonnt.


Rick Edwards
Heeding To The Call
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Rick Edwards klingt, als hätte er ständig einen Kaugummi im Mund. Die Tradition, die mit dieser Art des Gesangs einher geht, macht ihm zum klassischen Country-Interpreten. Klassisch sind denn hier nicht nur die Songthemen, sondern auch die musikalische Begleitung. Erstaunlicherweise meint CD Baby, dass Rick Edwards der progressive Folk-Musik zuzuordnen ist. Was mich etwas verwirrt, denn hier höre ich Bluegrass, ich höre  echte Country Musik und viel, viel John Prine. Dafür spricht ja auch das tolle Banjo, die akustischen Gitarren und die Mandoline. Aber eben: Heute ist nichts mehr, wie es scheint. Eine tolle, ja geniale CD von einem Künstler aus Alabama.


Eric Lazar
Pegleg Rides Again!
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Während die vorgängigen CD’s einfach zu klassifizieren sind, ist dieser Junge hier schwer einzuordnen. Dafür spricht schon, dass er seine Gitarre zum Schlagzeug macht, z.B. beim an Buddy Holly erinnernden “Betty Lou & The Devil”. “Soldier” ist ein politisch-orientierter Country-Rock. Auch hier lässt Eric die Gitarre sprechen. Eine gute Idee. “Cheyenne” ist eine Hommage an Indianer. Mich verwundert, dass ich hier keine indianische Töne ausmachen kann und mich der Song doch stark an sie erinnert. Vielleicht aber auch einfach an die Weite der Steppe. An Büffel, die Friedenspfeife. Und dabei sind wir bei der Stärke von Eric Lazar: Er ist einer, der Bilder im Kopf entstehen lässt. Danke, Eric.


Weasel Tracks
Simply Weasels – Greatest Hits
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Wer über die Krise im mittleren Lebensabschnitt schreibt, muss wohl oder übel Humor haben. Und die Weasels scheinen sich dadurch auszuzeichnen. So heisst es denn im Text zu ihrer CD: Unsere schlechtesten Songs (von 4 CD’s) zusammengefasst.

Also – wenn die hier vorhandenen lustigen Songs im Confoederate Railroad Stil die Schlechtesten sind – wie gut sind wohl die gelungenen? Übrigens erscheint der 18. Songs “Santa Tune My Guitar” rechtzeitig auf Weihnachten – und dürfte für Zusatzgeschenke vom Weihnachtsmann sorgen (alles, ausser einer Klampfe).

Die Jungs aus Kansas haben echt was drauf – gesangsmässig und musikmässig. Dabei halten sie sich an die traditionelle, aber unterhaltende Country-Musik. Homer & Jethro hätten ihren Spass gehabt.

Musik für die gute Laune.


Wayne Taylor & Appaloosa
Out in the Middle of Nowhere
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Wer auf progressive Bluegrass-Musik steht, wird hier geradezu verwöhnt: Lediglich das wunderschöne “The Wages of Sin”, “Is It Too Late Now” und “Why Don't You Tell Me So” zeigen sich eher traditionell. Trotzdem weist sie die musikalische Begleitung nach wie vor als progressive Titel aus. Wer darauf steht, ist mit Wayne Taylor gut beraten.



 
Brian Luther Bowen
There Goes The Neighborhood
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Während ich seiner rauen Stimme zuhörte, fragte ich mich, woher diese wohl stammen machte. Und schon lieferte mir Brian selber die Erklärung: Vom Rauchen. Nun – wer überhaupt einen braucht, dem gibt Brian Luther Bowen genügend Grund dafür. Wer so gut klingt, kann gar nicht daneben liegen. Und schliesslich hat der Mann etwas zu sagen (wer sagt, dass Raucher dumm sind?). Und man hört ihm zu. Denn man mag ihn. Die Musik, die Stimme, das, was er sagt.

Den Stil? Nun – die wenigen rassigen Stücke eignen sich für eine Party. Der Titelsong ist wohl eher für Nachdenkliche mit der spärlich eingesetzten Mandoline, dem Cello und dem Chor kommt er ziemlich duster einher. Richtig für Halloween.


Kevin Brown
The County Primaries
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Tja. Das Leben ist kompliziert. Und Leute wie Kevin Brown machen’s nicht einfacher. Seine Musik zeigt sich schwerfällig, einfarbig und – originell. Die Instrumente scheinen sich bei Kevin Brown nach dem Gesang zu richten. An Kevin’s Stelle hätte ich seinen Tonträger eher mit dem lieblichen Gefiddle von “On the Line” eröffnet, als mit dem schwierigen “Move Away From the Light”.
“The Last Days of Indian Summer” zeigt einen geradezu entspannten Kevin Brown. Und da sich dieser immer tiefsinnig und grüblerisch zeigt, erstaunt dieses Stück etwas. Verwundert bin ich auch, wenn ich lese, dass sich Kevin Brown in der nordwestlichen Bluegrass-Szene bewegt. Dort hätte ich ihn nie vermutet. Zwar ist die Fiddle vorhanden, doch das Banjo fehlt (mal abgesehen vom tollen “As Quiet as Grace”) und Mandoline kann ich nicht ausmachen. Die Songs selber sind eher folkig. Anspieltipp: “The County Primaries”.


Shirley Gnome
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Dieses Mädchen ist amüsant. Äusserst amüsant. Und es regt nicht nur die Fantasien gewisser Wesen auf diesem Planeten an. Es kann auch singen. Und hat Spass. Manchmal klingt die Lady aus Kanada nach einem kleinen Ding, machmal nach einer, die im Rotlichtbezirk ihren Job macht. Aber immer ist eine Prise Beverly Hillbillies dabei. Und wer jene Reihe kennt, wird wissen, was er hier zu erwarten hat. Ein Schmunzeln ist sicher. Vielleicht auch ein Lacher.
Eine raue Lady, ziemlich – geradlinig. Und ziemlich Hillbilly.


Teri Joyce
Kitchen Radio
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Jemand auf der Suche nach einem weiblichen Pendant zu Dale Watson? Teri ist eines. Und auch aus Austin, TX. Und auch an Dale’s lästigem Western-Swing hat sie einen Narren gefressen. Für mich ist sie ein wenig zu selbstverliebt, um gut zu sein. Marti Brom wirkt zwar auch etwas überheblich, die hat aber mehr drauf. Und ist eine nette Person. Mir fehlt hier die Persönlichkeit. Das Mädchen klingt, wie viele vor (und wohl auch nach ihr). Zu viel Swing. Zu viel Selbstverständlichkeit. Zuwenig Tiefe.
Allerdings muss man Teri zugute halten, dass Fehler nicht ihr Ding sind. So sind denn auch keine auszumachen, auf ihrem Tonträger.
Wer glaubt, Texas bestehe aus Western Swing, dem gibt Teri Joyce das Recht dazu.


Donald McCrae
Migration
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Donald McCrae zeigt sich leidenschaftlich und temperamentvoll. Dabei mischt er sämtliche Stile, die der Americana zugeordnet werden können, unbeirrt und hemmungslos. Etwas Swing mit Banjo und Blasinstrumenten, raue Folkmusik, Reggae und Blues – alles vorhanden. Beim dritten Stück komme ich dann endlich drauf, worum es sich bei der komplizierten, sicher nicht jedermanns Geschmack entsprechenden Mischung handelt: Um den Memphis Stil. Locker vom Hocker treten alle Stücke auf. Dabei ist die Produktion an und für sich auch nicht zu verachten. Anspruchsvolle Musik nicht ganz ohne Spass.


Mike Farris & The Cumberland Saints
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Der Tonträger kriegt nach 30er, 40er Country Blues. Dabei wurde die 6 Stücke fassende EP am 27. Mai 2010 in der Downtown Presbyterian Kirche von Nashville aufgezeichnet. Anspieltipp: “Dear Lazarus”. Wahnsinn. So wahnsinnig, wie erdiger, guter Gospel-Blues mit grossartigem Dobro eben sein kann.


Joe Meadows
Mountains, Rivers, and Meadows
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Ralph Joe Meadows wurde am 31. Dezember 1934 in Basin, West Virginia geboren. In seiner Kindheit lief die WSM’s Radioshow der Grand Ole Opry und der kleine Ralph war begeistert von den Fiddlern Bill Monroe’s und Konsorte. Nun. Er hat viel von ihnen abgeguckt.
Wer also auf schnelle Bluegrass-Stücke, dargebracht von einem einzigartigen Fiddler steht, der wird sich von Joe’s CD begeistern lassen.


Muddy Fork Band
Yellow Sky
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Was mir zuerst auffiel, war der nasale Gesang. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber dennoch stark. Dazu passt die spärliche Begleitung, die ebenfalls eigenartig klingt (ist das eine Dulcimer?) ausgezeichnet. Das Album wirkt entspannt, erinnert an die lange Röhre der Kindheit, die man schütteln musste, damit immer wieder neue Formen entstanden (ich weiss nicht mehr, wie das Ding heisst – ist zu lange her). Eine sehr beeindruckende Arbeit, die Stimme prägt sich ein, die Musik fliesst durch die Adern….. will man schunkeln, kommen Tränen hoch? Keine Ahnung. Aber diese akustische Musik bewegt.



The Stragglyrs
Country Project
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Schon komisch, die Zufälle, die es im Leben gibt. Vor Kurzem kamen mir die Wagoneers in den Sinn, die gute Band um den eingebildeten Monty Warden. Die’s leider nicht mehr gibt. Und jetzt finde ich die Stragglyrs, die ganz ähnlich klingen. Kann schon sein, dass der Sänger nicht die gleichen Qualitäten wie Monty besitzt, doch der Stil ist derselbe: Klassische und doch irgendwie moderne Country-Musik von hoher Qualtität.



David Allan Coe

DAC’s Back
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David’s Kommentar zu diesem Album: Ich widme es meiner Frau. Dafür, dass sie die Einzelteile eines gebrochenen Mannes aufgehoben und wieder zusammengesetzt hat.’
David, mit seiner wiedererkennbaren Stimme, seiner Leidenschaft, der Sentimentalität, aber auch der Gradlinigkeit – kann er überhaupt schlecht sein? Das Stück “To Help You Love Again” schliesst nahtlos an sämtliche depressiven Lieder des Meisters an. Kann schon sein, dass David mit Songs wie “Put My Faith In You” Kompromisse mit der heutigen Country Musik Industrie schliesst, doch der Grund, das Fundament bleibt immer noch David Allan Coe, der Outlaw.


Motel Drive
Motel Drive
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Entweder drehen die Typen durch (wie bei der Eröffnungsnummer, einem Psychobilly) oder sie klingen wie Brian Setzer. Vom Gesang her hauen mich die Jungs nicht gerade um, doch sie scheinen Spass an der Sache zu haben. “When The Lights Go Down” erinnert ein bisschen an Steve Earle, das Nachfolgestück, “The Lucky One”, wird aber zu einem unerwarteten Waltz – so langsam, dass er schon beinahe als Schlaflied durchgehen dürfte. “Borrowed Time” ist Cowpunk, “Ain't Got Nothin'” ein Rockabilly. 
 

The Goodhues Band
Short Time Here... Long Time Gone

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Der Titel sagt alles. Da dürfte die Zartheit der Musik nicht weiter verwundern. Dafür berührt sie jene, die vor ihr nicht zurückschrecken. Die Zuhörer, die sich von ihr verzaubern, ja verführen lassen. Wäre der Gesang starker, würde die Keltik wohl noch mehr durchkommen. Dafür sorgt die Zerbrechlichkeit der Stimmen dafür, dass alles noch filigraner erscheint, signiert durch die Dulcimer.

Wen wundert’s, dass die beiden Interpreten ein paar Louvin Brothers Songs einfliessen liessen? Und wen wundert’s, dass sie so ganz anders klingen. Man erkennt sie zwar wieder, denn die Melodie ist unverfälscht, aber die Titel kriegen den Touch der Goodhues Band. Einen reizvollen, nicht vergleichbar mit den Louvins.
Interessant, dass die Künstler aus Boston stammen.



Dish Dogs
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Die Dish Dogs stehen für Kraft. Für Temperament. Für Party. Grandios die Gitarre, die Mundharmonika, der schräge Gesang. Bei “Dry Here For Weeks” klingt der Sänger tatsächlich, als wäre er am Austrocknen. Irgendwie klingt er nach Jason Ringenberg. Der legt auch eine solche Begeisterung für falsche Töne an den Tag. Und das wahrscheinlich genauso bewusst, wie der Knabe von Dish Dogs.

Eine geniale, witzige, ausgesprochen gute CD. Elektrisch zwar, doch ganz grosse Klasse. Anspieltipp: “Wish I Was A Bird”.


The Tuttles & AJ Lee
Introducing the Tuttles with AJ Lee

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The Tuttles & AJ Lee klingen so, wie eine Bluegrass Band eben klingen sollte. Idealerweise. Stark sind vor allem die weiblichen Stimmen. Das Clawhammer Banjo macht sich gut daneben. Beachtlich ist dabei das Alter der Jungs und Mädels: AJ Lee ist 12, Molly Tuttle 17, Sullivan Tuttle 15 und Michael Tuttle 12 Jahre.
Bleibt abzuwarten, wie sich die Youngsters entwickeln. Gut sind sie jetzt schon.


Honky Tonkitis
Deep End of the Bottle
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Der CD Name klingt wie ‘ne Krankheit. Wie eine Epidemie. Und für alle, die Honky Tonk mögen, könnte der hier vorgestellte Tonträger tatsächlich eine Pandemie auslösen. Am Theater beteiligen sich: Chris Conrad (elektrische und Bariton Gitarre), Jason Ploetz (Kontrabass), Tom Hanson (Fiddle), Kurt Weber (Schlagzeug) John Steffes' am Bariton (Gesang). Neuestes Mitglied ist Gabriel Stutz. Nun. Wisconsin hält viele erfreuliche Überraschungen bereit. Für mich nun auch die Honky Tonkitis, die sich – wen wundert’s – ganz dem Honky Tonk verschrieben haben.
Da bleibt die Spuke weg – dafür zieht die Liebe zum Honky Tonk ein. Und zwar per Express. Und für immer.


Mad Bread
Tune Back In
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Wunderschön produziert, zeigen sich hier Banjo, akustische Gitarre, zurückhaltender Gesang und gekonnte Mundharmonika von ihrer besten Seite. Die Musik Bluegrass zu nennen, wäre aber grundsätzlich falsch. Viel mehr geht der Stil von Mad Bread Richtung Folk. Originellem Folk. Oder, will ich mir’s einfacher machen: Americana pur. Hervorragende Musiker allesamt, wirken Mad Bread kompakt, selbstbewusst und reif.
Da wirken Zauberer.


Gary Bennett
My Ol’ Guitar
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Während seine einstigen Kumpels in Europa mit  Psyeudo-Bands auftreten und sich auf CD mehr und mehr dem Nashville Sound anpassen, versucht sich Gary Bennett, Gründer von BR5-49, am klassischen Country Stil. Leider klingt auch er moderner, als BR einst. Was wiederum für echte Stylisten wie Wayne Hancock spricht. Solche Werke, wie dieses hier, machen den Unterschied leider nur allzu deutlich. Und ich frage mich selber, was nicht stimmt. Der Gesang? Ne. Der ist gut. Da gibt’s nichts zu meckern, obschon Chuck Mead für mich besser klingt. Die Musik. Die Musik klingt nicht authentisch. Allen voran das Schlagzeug - einmal mehr. Und ich frage mich, ob Gary Bennett tatsächlich mit dem Resultat seiner zweiten CD zufrieden ist. Ich jedenfalls bin enttäuscht.


Ronnie Hymes
Unicorporated
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Ich mag die Leidenschaft, mit der Ronnie Hymes mit den Lyriken um sich wirft. Ronnie Hymes, die One-Man Band. Trotzdem klingt er nicht monoton. Seine messerscharfe Stimme, die Überzeugung, die voll ‘rüberkommt und die scheinbar biografischen Songs tun das ihre, den Zuhörer zu überzeugen und ihn als Fan zu gewinnen. Und wisst Ihr was? Ich denke nicht, dass sich Ronnie Hymes gross darum kümmert oder sich gar Gedanken darüber macht.

 
James Michael Thompson
Tall Man
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Ein düsterer Mojo Nixon? Na ja..so ähnlich muss James M.T. wohl umschrieben werden. Auf jeden Fall ist der Junge Spitze. Zwar laut und elektrisch, aber rhythmisch voll gut drauf. Originelles aus Australien bietet J.M.T. Originellen Blues für Gourmets.


Tommy Brunett
Hell or High Water
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CD Baby hat zur Zeit jene Künstler um sich gescharrt, die sich perfekt ausdrücken können. So spricht denn auch hier Tommy’s CD Titel für sich. Unglaublich, was der Jüngling hier zeigt.
Witch In The Woods”
eignet sich nicht nur ausgezeichnet für Halloween, sondern kann als Test für alle, die glauben, unerschrocken zu sein, verstanden werden. Gerade oder auch was düstere Musik anbelangt. Tommy’s Musik wird als Mischung zwischen Rock und traditioneller Country Musik beschrieben. Tatsache ist: Sie ist so gut, dass sie unheimlich wirkt. Selbst dem Party-Heuler “See You Around” ist eine gewisse Mystik nicht abzusprechen.




The Salvation Alley String Band
The Pioneer Valley Rose And Other Favorites
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Mal abgesehen davon, dass dort, wo der Chor zum Tragen kommt, der Sound wuchtig und überladen wirkt, macht diese Band allen etwas vor (auch Gary Bennett, s. oben) wenn es darum geht, authentisch und traditionell zu sein.
Nebraska” ist eine Hommage an alle Wehmütigen, ein Anthem für sie. Und der Titelsong bringt die Hütte zum Wanken. Kann schon sein, dass die Nummer wie ein Kinderlied wirkt, aber das macht sie nur noch mehr zum Ohrwurm. 13 Songs während eines Tages, wovon 11 für das Album ‘abgezweigt’ wurden – das ist eine Meisterleistung, oder? Instrumental haben wir hier eine Telecaster, eine Pedal Steel Gitarre und eine Fiddle – bringt sicherlich Western Swing. Nun. Davon gibt’s hier auch eine Prise. Aber sie hält sich in Grenzen – glücklicherweise. Mitwirkende sind: Ryan McGovern Quinn (Komponist, Gesang, Gitarren, Pedal Steel Gitarre, Tambourines, Glockenspiel, Accordeon),  Andy Goulet (Upright Bass, Longhorn Bass, Mundharmonika) und Theremin Jason Bourgeois (Gesang, Piano, Wurlizer 206 A, Orgel).



Darren Beachley and the Legends of the Potomac

Take Off

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Ich nehme jetzt einfach mal an, Darren Beachley ist der Typ mit der atemberaubenden Bluegrass Stimme, die mich sentimental stimmt. Sentimental, weil mir Gruppen in den Sinn kommen (jene!), die von der Masse hoch gepriesen werden und nicht die Hälfte bringen. Schwermütig stimmt mich der Gedanke, dass sie’s ebenso gut könnten. Und entweder einfach nicht (mehr) das Selbstvertrauen besitzen, die Musse oder – die Nüchternheit, sich daran zu versuchen. Und sich selbst zu beweisen.

“Miss You Mississippi” war eines der ersten Bluegrass-Stücke, das ich zu hören kriegte. Vielleicht glaube ich deshalb heute noch, dass es eines ist, an dem sich die Qualität einer Band messen lässt. Nun. The Legends Of The Potomac beweisen sich.
Tolle traditionelle Bluegrass-Musik mit wenigen Ausflügen ins progressive Gefilde.

 
Spencer Bohren
The Blues According To Hank Williams
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Eigentlich besitzt Spencer Bohren keine Stimme. Trotzdem: Die liebevolle Art und Weise, wie er mit den Songs des Kings um geht, spricht für ihn. Dazu die spärliche Klampfe, die gekonnte Pedal Steel, die unverzichtbare Mandoline, die feinfühligen Harmonien. Grossartig.


Leslie Wood
Larger Than Life
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Sagen wir’s mal so: Ich mag die Tonlage der Lady. Etwas mehr Temperament würde ich mir wünschen, dass sie die Note etwas länger hält, am Ende. Grundsätzlich ist das Mädchen sehr gut. Besser als viele andere. Originell finde ich Titel wie “Take Me Back to the Island” – der würde in eine Magnum-Episode passen. Leslie Wood besitzt ein erstaunliches Volumen. Ein bisschen mehr von allem. Und sie wäre schwer zu schlagen.


Kristi Nebel
Detour
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Obschon Western Swing überhaupt nicht mein Ding ist, liste ich die CD für Fans dieses Genres auf. Denn sie lohnt sich durchwegs. Kristi Nebel hat eine tiefe, angenehme, extreme starke Stimme. Und, wie vorstehende Künstlerin, ein erstaunliches Stimmvolumen.


Haun’s Mill
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Bei Haun’s Mill ist nicht nur die Musik originell. Jeder Albumumschlag wird handgemacht und ist aus unterschiedlichen Textilien hergestellt. Die Sängerin klingt zwar wie ein kleines Mädchen, aber das Banjo, das feine Snare-Drum und die kaum wahrzunehmende Gitarre neben ungewöhnlichen Instrumenten, die u.a. klingen wie Xylophone (aber sicher keine sind) machen die Arbeit zu etwas ganz Besonderem. Kreative Folkmusik, entspannt, locker, grossartig.


Shaun Horton's Del Rio Ramblers
Go Away Hound Dog
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Mal abgesehen von dem unerträglichen Western Swing, den diese CD u.a. offeriert, hält die Arbeit das, was das Cover verspricht: Klasse Hillbilly Musik, die wie in den Fifties klingt, immer an der Grenze zum Rockabilly. Nicht nur Shaun Horton als Sänger glänzt hier, auch die Gitarre, die Steel Gitarre und die Fiddle sind erwähnenswert. Anspieltipp: “'ll Be There” – ohnehin eine der besten Stücke des Hillbilly Genres überhaupt. Und gebracht, als gäb’s kein Morgen.



Asylum Street Spankers
God’s Favorite Band
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Jug Bands sind grossartig – zumal, wenn es sich um hohe Qualität handelt, etwa bei den As-ylum Street Spankers. So dreckig wie sie klingen, so religiös sind sie. Ziemlich schräg, diese Mischung aus eckigem Geträllere und Texas Waltzes. Gerade Blues, z.B. derjenige von “Right and Wrong”, regt zum Nachdenken, ja zum Philosophieren an. Stark zeigt sich die Gruppe zwar in jedem Stück, aber hier bei “Last Mile of the Way” ist sie einmalig. 5 Sterne Gospel-Blues für Gourmets.