CD News November 2009

Carl Wirkkala
Drifters and Dreamers
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Eine tolle CD hat der junge Mann namens Carl Wirkkala hier geschaffen. Er zeigt
sich zwar etwas kurzatmig, beinahe Maul faul, doch ziemlich direkt. Im Stil
Billy Joe Shaver’s bringt er dem Zuhörer sanft, gleichzeitig aber auch rau,
stilsicher jedoch immer, sein Repertoire bei. Der Mann ist ein Könner, einer,
der nicht viele Worte macht, aber gerade deshalb unglaublich viel sagt. Dazu
passen die zarte, akustische Gitarre und das feine Snare-Drum.

Emily Miller & Val Mindel
In The Valley
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Mutter und Tochter brillieren hier im Duett…. Manchmal wirken sie etwas
unsicher, ein wenig ZU fein. Wobei die Mutter eindeutig diejenige ist, die das
Talent besitzt. Und die tiefe Stimme. „My Shoes Keep Walking Back To You“
hab‘ ich schon besser gehört. Entweder passt dieser Gesangsstil einfach nicht oder
das Ganze ist mir zu simpel. Wobei das nächste Stück, „In The Valley“, im
gleichen Stil gehalten ist und weniger störend wirkt. Eher Musik für die
Veranda, als auf die Showbühne. Aber deshalb nicht minderwertig,
wohlverstanden.

Jack Marks
Two Of Everything
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Der lasche Gesang Jack Marks erinnert an einen grossen Songwriter…an dessen
besten Tage, wenigstens. Dabei muss sich Jack Marks nicht aufblasen. Er
beschränkt sich auf einfache Gitarrenbegleitung, ab und an hilft ein Banjo aus.
Ein ausserordentlich talentierter Songwriter.

Aileen & Elkin Thomas
Two By Two
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Mal geht’s um Bluegrass, mal um Hillbilly-Musik. Doch genauso geht’s um die
Worte zur Musik, also auch um Songwriting. Tolle, einfache Musik, die vom
langen Üben auf dem Balkon spricht. Und vom einem Paar, das eine einzigartige
Seelenverwandtschaft ausstrahlt – bis hin zur Musik.

The Strung Out String Band
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Nicht nur das Cover ist hier gelungen, gleichsam der ganze Tonträger.
Wunderschöne Old Time Musik trifft auf Bluegrass….mit keltischem Einschlag.
Manchmal scheinen gar die falschen Töne beabsichtigt („In Tall Buildings“
– schlichtweg genial, auch die Mundharmonika). Da wird man echt andächtig…

Anna Ash & The Family Tree
My Oh My
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Dieses Mädchen besitzt eine Laszivität, die man erst wahrnimmt, wenn man ein
zweites Mal hinhört. Vor allem bei den Swing-mässigen Stücken kommt sie zum
Einsatz und fällt sie auf. Irgendwie ist sie sogar clever genug, lediglich 6
Stücke in ihrem eigenartigen Stil anzubieten. Genug, um nicht vergessen und zu
wenig, um schubladisiert zu werden.

The Backwater Racket
When The Morning Comes
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Die Musik der Blackwater Rackets besteht zu einem Hauch aus Bluegrass, Folk,
Hillbilly, Skiffle und traditioneller Country Musik. Eine durchwegs gelungene
Mischung, die einmal mehr beweist, dass echt gute Musik weder laut, noch
kommerziell sein muss. Leider nur 6 Stücke – doch die sind für Geniesser….
Vor allem das Schlussstück, „I Got Eyes“ mit rassiger
Mundharmonika-Begleitung ist beeindruckend.

Tiger Sharks
This Is Not A Boat Accident
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Definitiv noch die Art von Rockabilly, die ich mag. Stray Cats Fans werden
jedoch begeistert sein. Nicht mal der Honky Tonk „Thanks For Saying
Goodbye“, eigentlich ein Songwriter-Meisterstück, kann mich echt
begeistern. Die Stimme des Sängers ist schlichtweg nicht gut genug. Die Rockabilly-Stücke
sind allesamt zu hektisch, zu laut, zu sehr auf Party gemacht. Die Gitarren
dominieren, der Hall ist riesig.

Bruce Newsman + Washtub Jerry
Cajun Cowboys
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Ein bisschen Tex Mex, ein Hauch Jazz, ein wenig Cajun und viel Harmonie……. Wo
die Vorgänger einfach nur laut sind, sind die hier leise. Dafür verstehen sie
was von Takt, von Perkussion und von guter Laune. Zugegebenermassen für
Bluegrass-Musik wären die Stimmen nicht gut genug, trotzdem macht es Spass,
diesen beiden zu lauschen, zumal die CD sehr abwechslungsreich gestaltet ist.
Die Instrumentation setzt sich aus akustischer Gitarre, diversen Perkussion-Instrumenten,
einem Snare-Drum und gelegentlich spärlich eingesetzten Instrumenten wie z.B.
einer Ukulele, zusammen.

Thomas Michael Riley
Wild Town Texas
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Dieser Mann ist genauso Joe Ely’s mexikanischem Touch verfallen, wie ich. Oder
er hat ihn im Blut, wie Joe. Thomas Michael Riley weist sich hier zwar nicht
immer als sattelfesten Sänger aus, doch sein Stil ist klasse, entspricht er
doch trotz des (zu lauten) Schlagzeuges dem traditionellen Country Musik Stil
der Texaner.

Thomas Michael Riley
Cowboy Church
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Und weil er so gut ist, gleich noch eine CD dieses Texaners. Diesmal jedoch
eine religiöse.

Good Lovelies
Under The Mistletoe
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Die CD hält, was das Cover verspricht: Eine Kopie der Andrew Sisters.
Vielleicht ein wenig moderner, mit Klarinette und Steel Gitarre, doch nichts
desto trotz sympathisch.
Die perfekte Scheibe für die Festzeit.

Cahalen Morrison
Old Timey- And New-Fangled
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Ich mag Leute, die mit ihrer Musik geizig umgehen. Solche, die ihre wenigen
Worte und ihre akustischen Gitarren spärlich, aber gezielt einzusetzen wissen.
Wie dieser hier, der raubeinige Cahalen Morrison. Zum Teil sind seine Stücke im
Old-Time Stil gehalten, etwa das wunderschöne „So It Goes, So It Be“, das
ein ausgezeichnetes Clawhammer-Banjo zu bieten hat. Dann wieder bewegt sich der
junge Mann eher auf der Folk-Seite, z.B. bei der Eröffnungsnummer, die schon
beinahe in Gospel ausartet. In einsamen Gospel, wohlverstanden. Die getragenen
Stücke wie „Jealous Sea“ sprechen von Cahalen’s Bluegrass-Vorliebe.
Passend dazu lässt er sich auch von einer Sängerin begleiten. Die Stimmen
passen ausgezeichnet zum sentimentalen Titel, der nicht bezaubernder sein
könnte. Bei „I’m Alright, I’m Okay“ wird man durch die weibliche Stimme
an Emmylou Harris erinnert. Dann, bei „Let My Last Breath Exclaim“
verwandelt sich der Sänger in einen bluesigen Robert Johnson. Das Schlusslicht
macht erstaunlicher Weise eine Swing Nummer. Kaum einer ist so vielseitig wie
dieser Junge hier. Und während es viele gibt, die sich an verschiedenen Stilen
versuchen, ohne je in einem gut zu sein, hat dieser hier alle drauf. Hut ab.

Randy Casey
Trails End
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Hier haben wir’s mit einem instrumentalen Soundtrack zu tun, der dazugehörigen
Dokumentation einen Award einbrachte. Der Film nennt sich "Polly's Global Walk". Muss ein guter
Streifen sein, denn die Musik ist durchaus beeindruckend. Randy Casey selber
ist ein Gitarrist aus Minneapolis, Minnesota. Was er hier präsentiert, hat
zwar nicht viel mit Country-Musik zu tun, wenigstens nichts mit der
klassischen, trotzdem läuft alleine schon beim Hören der Musik ein ganzer Film
vor einem ab. Wuchtig, fordernd und bahnbrechend kommt die Gitarre daher.

Glen Click
The Old Fashion Gospel
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Glen Click bringt Gospel, wie wir ihn einst von Vern Gosdin, „The Voice“,
gewohnt waren. Mit starker Stimme, einem guten Chor, zartem Banjo und
tadelloser akustischer Gitarre erobert er die Herzen von Gospel-Liebhabern im
Sturm. Sieht man einmal vom unausstehlichen „The Little Nail“ und „In
My Mothers’s Eyes“ mit falschem Gesang, unüberhörbarer Orgel und nicht
immer eingehaltenem Takt ab, ist die CD hörenswert.

Otis Howard & Dave Frisbee
Idaho Old Time Fiddling
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Diese 29 Fiddle-Melodien sind das Einzige, was von Otis Howard, einem Fiddler
aus Idaho übrig geblieben ist. Der Mann lebte im 17. bis ins 18. Jahrhundert
hinein. An der Gitarre glänzt Dave Frisbee. Die Qualität der Aufnahmen mag zwar
einiges zu wünschen übrig lassen, doch hier handelt es sich zweifellos um ein
Stück Country Musik Geschichte. Ein Puzzle-Teil, das bei keinem Fiddler in der
Sammlung fehlen sollte. Grossartige Instrumental-Musiker, die sich einfach
darstellen. Und dabei soooo gut klingen….

Howlin Brothers
Long Hard Year
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Das Stück „Til I Found You“ hat mich schon lange begleitet. Und ich
hab’s immer wieder gerne gehört. Die irre Banjo- und Fiddle-Begleitung der
Howlin Brothers macht aus der Nummer aber etwas ganz besonders. Noch besser
wird der nächste Titel, „Cold Blood“ – was ist denn DAS? Chicago Blues
auf Bluegrass-Instrumenten dargeboten. Unglaublich. Mir bleibt die Spucke weg,
echt. Selbst das Rassige „Let Me Fall“ kann mich nicht von meiner
Begeisterung abhalten. Wenn schon rassige Bluegrass-Musik, dann so wie hier,
sage ich mir. CD Baby führt diese Jungs als String Band auf. Egal, was sie
machen: Sie machen es mehr als gut.

Chris Coole
Old Dog
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Der grosse John Hartford lässt grüssen. Chris Coole hält sich ziemlich an die
Vorgabe des Meisters. Extrem beeindruckend finde ich „The Bottle Got The
Best Of Me“. Ein ehrlicher, aufrichtiger Song, der viel Mut braucht, auch
bei der Lady, die den Titel äusserst intensiv vorträgt. Zarte akustische
Gitarrenmusik, eine heisere Stimme und bedeutende Worte machen diese
ausgezeichnete CD aus.

The Manhattan Valley Ramblers
Ballads & Barnburners
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Das Ensemble zeichnet sich durch ihre äusserst spielfreudige Old-Time /
Stringband Musik aus. Zumindest beim ersten Stück. Das Zweite, „Railroad On The
Great Divide“, ist eine wunderbare Bluegrass-Nummer, die gerade durch die
langsame Spielweise und die tollen Harmonien gewinnt. Tja. Hierzu passt auch „Midnight
On The Stormy Deep“, das ich ohnehin bewundere zumal, wenn es so wie hier
vorgetragen wird. Gekonnt wechselt die Band zwischen schnellen und
sentimentalen Titeln ab…wobei bei Mandolinen-Solis wie „A Year Ago Today“ eindeutig
die langsamen das Rennen machen.
Eine imponierende Arbeit, deren Schönheit gleich beim ersten Stück offenbart
wird.

Tony Booth
The Essential
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Und ich habe mir eingebildet, die meisten ‚alten‘ Country-Sänger zu kennen!
Denkste. Soviel zur Einbildung, die eh immer fehl am Platze ist…
Als Entschuldigung kann ich höchstens anführen, dass Tony Booth’s Stil nicht
der meinige ist. Diese von Selbstmitleid triefende 60er, 70er Jahre Country
Musik hab ich noch nie gemocht. Doch die Stimme! Diese Stimme, die Töne
aushalten kann….. Wie kann ich sie ignorieren?
Egal. Hier bietet Tony 14 Hits. Diese Songs stammen direkt von Buck Owens
Produktionen. Sie sind überarbeitet und klingen nun besser, denn je.
Mit von der Partie Songs wie: "Cinderella" und "The
Keys In The Mailbox".

Pert Near Sandstone
Out On A Spree
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Auch hier wieder eine ausgezeichnete, junge Old Time String Band. Mit tollen
Stücken wie „Liza Jane“ oder „John Henry“ werden sie sich alleine
schon ihres Temperamentes wegen ins die Herzen der Zuhörer spielen.

Elm a Chalk
Jeff & Vida
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Ich mag die Leidenschaft, mit der dieses Mädchen singt. Bluegrass,
wohlverstanden. Allerdings kann ich mich mit ihrer Stimme nicht anfreunden.
Doch ich mag auch Alison Krauss nicht. Es findet sich aber sicher jemand, den
das mädchenhafte nicht stört.

Brock Zeman
Live Acoustics
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Brock Zeman hat eigentlich gar keine Stimme. Anders: Sie besteht aus heiserem Gekrächze.
Aber aus mutigem, rebellischen Tönen. Der Junge klingt, als müsste man es sich
zweimal überlegen, seinen Weg zu kreuzen. Wäre er nicht akustisch oder
wenigstens halbakustisch (das Dorbo spielt ja ‚ne grosse Rolle), würde er wie
all die anderen Nashville Cowboys klingen. Aber so – so spricht er für sich.
Und unterhält sich mit jenen Leuten, denen Outlaws Freunde sind.

Citizen Band
Breaker Breaker My Heart
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Gewaltige Musik – anders kann ich sie nicht beschreiben. „Walls of Time“
kenne ich nur als Bluegrass-Version und da liebe ich den Titel schlichtweg.
Hier, von der Citizen Band, glaube ich meinen Ohren nicht zu kennen. Ich weiss
nicht mehr, ob ich überhaupt mit der Nummer vertraut bin. Die Musiker haben
hier eine Honky Tonk / Rock’n’Roll-Kopie daraus gemacht. Zu einer, von der ich
mir nicht ganz sicher bin, ob ich sie mag. „Now You Are Gone“ mit
wuchtiger Gitarre macht ganz schön Eindruck. Tragik kommt also auch laut an.
Beim dritten Stück, „Slide“ habe ich vom Sänger und der Band bereits
genug. Allerdings sind die Harmonien nicht schlecht. Aber das Ganze ist mir
wieder einmal zu kommerziell. Zumal „Slide“ in einem Country
Mainstream-Stil gehalten ist, dem ich überhaupt nichts abkann.

Triple L Band
Crown Him King
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Der Leadsänger der Triple L Band besitzt für meinen Geschmack überhaupt keine
Bluegrass-Stimme. Zumal, keine Leadstimme. Wahrscheinlich verdanke ich diesen
Eindruck seiner Stimmhöhe mehr, als seiner Gesangsart. Nichtsdestotrotz handelt
es sich bei den Triple L’s um ein talentiertes Ensemble, das seine Musik im
Bluegrass-Gospel Stil an die Zuhörer bringt.
Ungewöhnlich ist wohl die Zartheit, mit der die Jungs ihre Instrumente spielen.

Nell Robinson
Loango
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Web-Seite: www.nellrobinsonmusic.com.
Es gibt nur wenige CD’s und je länger, je weniger CD’s, bei deren Schönheit
einem das Herz still steht. Nell Robinson mit ihrer laschen, starken und
sanften Stimme hat hier so was geschaffen. Ein Zeichen gesetzt. Dies gilt nicht
nur für die Songauswahl (Klassiker wie „When My Blue Moon Turns To Gold
Again“ oder „Forgotten Soldier Boy“ sind mit von der Partie),
sondern auch für die Schönheit der Stimmen, der Harmonie und der sparsamen
Instrumentierung. Dieser Tonträger ist nur für Connaisseurs.
Kein Wunder, steckt keine geringere als Laurie Lewis hinter der Produktion.

The Done Me Wrongs
You, Me And The Whiskey
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Seit ich die Done Me Wrongs zum ersten Mal hörte, bin ich eine Anhängerin. Die
Art, wie sie das Banjo oder die Mandoline einsetzen, ihr mutiger Gesang, ja ihr
ganzer Sound, der eingängig und sympathisch ist und oft auf Takt setzt,
zeichnet die Band aus. Das Repertoire ist so abwechselnd, dass es schwer fällt,
sie irgendwo einzuordnen. Selbst vor keltischen, jazzigen oder Old-Time Prisen
nehmen sich die Done Me Wrongs gerade so viel, dass sie nicht unangenehm
auffallen. Dabei haben die Jungs und das Mädel auch von Rock’n’Roll ‚ne Ahnung,
was sie mit „Roll Kerris Roll“ beweisen. Hier auch mal mit elektrischer
Gitarre. Und auch wenn’s am Whiskey liegen sollte: Ich finde die Band
schlichtweg genial.

Hobo Nickel
Rambling Jug Stompers
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Auch dieser Junge ist äusserst originell. So greift er mal zur Mundharmonika,
mal zum Clawhammer Banjo, mal zum Waschbrett, dann zum Jug. Entstanden ist aus
dieser Mischung ein ländlicher, bluesiger Sound, der trotz allem mit Bluegrass
vertraut ist. Anspieltipp: „Freight Train Boogie“. Auch hier: Fünf
Sterne Deluxe.

Justin Evans
The Owls & The Hounds
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Justin Evans besitzt eine unheimliche, tiefe Stimme. So muss der rote Faden,
der sich durch seine CD zieht, wohl sentimental sein. Man erwartet einfach
düstere Songs, Noten (auch vom Piano), die direkt ins Herz zielen und auch dort
hin treffen. Bei Justin Evans scheint es ich um einen tollen Songwriter zu
handeln, der eher durch Worte wirkt, als durch die Slidegitarre, die Harmonien
oder laute Töne. Er hält sich an zurückhaltendes Schlagzeug, Gitarre, setzt
auch mal ‚ne Fiddle ein. Entstanden ist eine schöne, jedoch keine leichte
Arbeit, die vor Tragik, Dunkelheit und Einsamkeit nur so trieft. Passend zur
Jahreszeit, eben.

Bristol Mountain Bluegrass
Another Walk With Brother
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Diese Band setzt auf rassige Mandolinen-Soli, aber ebenso auf ausgezeichnete
Harmonien. Nicht zu Unrecht, wie man schnell merkt, hört man hier rein. Mir
persönlich gefallen einmal mehr die getragenen Stücke, die absolute Highlights
machen, etwa „Ages And Ages Ago“ oder „Who Will Sing For Me“.
Auch hier, eine tolle Bluegrass-Truppe – mit ebensolchem Repertoire.

Rich Stephens
Train To Glory
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Wer Mundharmonika nichts abkann, sollte diese CD überspringen. Wer was von Bob
Dylan hält und Folkmusik mag, sollte unbedingt reinhören.

Sharon Allen
Along The Highway
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Jedem, der eine CD mit „Blues Stay Away From Me“ gebührt meine
Hochachtung. Auch diese Lady hier macht somit gleich ein paar Punkte gut. Sharon
erinnert stark an die frühe Emmylou Harris. Wenn auch nicht ganz von der Stimme
her, so doch, was den Stil anbelangt. Selbst „Live Forever“, Billy Joe
Shaver’s Stück, bringt das Mädchen grandios. Sehr zart, beinahe zerbrechlich
und doch ziemlich treffsicher gibt sie sich. Bei „Do Si Do“ passen das
zurückhaltende Snare Drum, das fabelhafte Dobro und die einfallende Fiddle
ausgezeichnet zum Song. Das Genre stellt wohl Bluegrass dar, aber irgendwie gibt
sich Sharon eher folkmässig. Die Titel-Zusammenstellung ist eine Klasse für
sich. Bei „If I Needed You“ zeigt die Lady deutlich ihre Stärke…die
liegt nicht etwa in Beschleunigung oder in der Lautstärke, sondern im Gegenteil
in der Zärtlichkeit, den absichtlichen Pausen, der Phrasierung. Mir persönlich
gefällt „Jarrod’s Song“ am Besten. Die Instrumentierung ist übrigens so
vielfältig wie die Songauswahl: Dobro, Steel Gitarre, aber auch Cello, Fiddle
und selbst Mundharmonika haben das Sagen.
Sharon Allen präsentiert hier ein Menü, das jedem 5-Sterne Restaurant gerecht
wird.

Lil‘ Rev
Drop Baby Drop
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Phantasievolle Menschen können sich sicher unter dem CD-Titel und dem CD-Cover
so in etwa vorstellen, wie diese CD klingt. Und sie irren sich nicht. Viel
Mississippi-Blues Einschlag verdankt der Tonträger dem Einsatz einer genialen
Mundharmonika. Die Ukulele steuert das ihre dazu, Spass und Partystimmung zu
verbreiten. Sämtliche Stücke klingen entweder lustig oder aber entspannt. Sie
eignen sich ausgezeichnet für jene Momente, in denen man einfach nur abschalten
möchte und sich fern von allen Problemen wähnt….
Die CD und eine einsame Insel…was will man mehr?

Josh Peek
Bull Rider’s Dream
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Josh Peek hat Gary Stewart’s Temperament geerbt. Aber leider nicht dessen
Stimme. Josh präsentiert sich um einiges rauer. Unglaublich eckig und
rebellisch, zumindest bei der Eröffnungsnummer und Stücken wie „Comfort In
Texas“. Dagegen können spassige Songs wie „Ugly Guy Rules“ zwar die
Country-Hitparaden für sich einnehmen, doch eher in Music City, als in Texas.
Nun ja. Josh Peek versucht sich an diesem unausstehlichen Spagat zwischen
Nashville und dem Lone Star State, der schlichtweg nie gut ausgehen kann.
Schade eigentlich und auch wieder nicht. Wer weiss, entscheidet er sich für
Tennessee, der Jüngling, lockt eventuell schnelles Geld. Mit Songs wie „Bull
Rider’s Dreams“ wird dieser Wunsch jedoch ziemlich unwahrscheinlich. Josh
scheint nicht genug zu kriegen, möchte er sich doch auch im Pop-Sektor
verkaufen lassen. „The Only Thing That Scares A Cowboy“ ist einer jener
unausstehlichen Mainstream-Cowboy-Songs, die man ungewollt zu hören kriegt und
besser schnell wieder vergisst. Sie sind es einfach nicht wert. Kann sein, dass
ich mich irre und die Fahne dreht sich wieder. Doch momentan reitet Josh Peek der
Mainstream-Sonne entgegen und damit in die Vergessenheit.

Los Duggans
Hard Ways
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(Sampler)
Los Duggans‘ CD erzählt von einfachen Leuten, ihren Sorgen, ihren Nöten, ihren
Problemen, ihren Entscheidungen, ihren Triumphen. ‚Hard Ways‘ handelt vom
alten, schreienden Mann in der Ecke, den Jungs auf der Veranda mit ihren
Bierdosen, von Soldaten, die in der Hitze eines fremden Landes schwitzen.
Und Los Duggans wirbelt diese Themen auf, wie Staub in der Wüste. Dabei wird er
von einem irren Dobro, einem wahnwitzigen Schlagzeug und einer an einen
Derwisch erinnernde elektrischen Gitarre unterstützt. Auch die Perkussion wird
gnadenlos eingesetzt, genau wie der raue, unbändige Gesang, der jeder Melodie
über allem schwebt. Stark, laut, lärmig, demonstrierend und rücksichtlos. Ein
Sound, der nicht mehr loslässt.
Absolut irre. Und absolut grossartig.

Merrill J. Miller
Life’s Most Frustrating Mysteries
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(Sampler)
Blues steht bei Merrill J. Miller im Vordergrund, Country-Blues. Den ersten
Höhepunkt, dem noch viele folgen, macht meines Erachtens „A Jug Of Wine“.
Ein typischer texanischer Waltz. Das nächste Highlight macht „Bumble Bee“,
ein prächtiger Mundharmonika-Blues. Unausstehlich finde ich lediglich „September
Night“. Am stärksten sind alle Blues-Titel, von der es auf Merrill’s CD nur
so wimmelt.
Anspieltipp: „Likes My Whiskey“. Könnte man Whiskey in Musik fassen –
das wär’s.

Kara Barnard
Brown County Waltz
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20 Instrumental-Stücke der Extra-Klasse. Bekannte Stücke, etwa „Amazing
Grace“ oder „Cuckoo’s Nest“ werden hier auf fantastische Art und
Weise dargeboten, ja interpretiert. Wer glaubt, gerade diese Stücke zu oft
gehört zu haben, um sie sich ein weiteres ‚mal anzutun, sollte hier ‚reinhören.
Kaum erkennbar, tröpfelt die Melodie so dahin. Friedlich fliesst sie, Wasser
gleich und bleibt an jenem Ort hängen, den unser Geist für Schönheit reserviert
hat.

Mike Esposito
Out In The Resophere
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(Sampler)
Wer wissen möchte, ob auch ein Dobro eine Stimme hat, der ich hiermit. Viele
Stücke sind zwar instrumental, aber klug ausgewählt, damit keine Langeweile
aufkommt. Und sollte sich diese trotzdem langsam einschleichen, lockert Mike
den Tonträger mit Titeln wie „Black Magic Women“ durch seine gute
Stimme, auf. Interessant ist „Singing The Blues“. Ausgerechnet aus
dieser Nummer macht der Interpret wieder ein Instrumental-Stück – ein
Western-Swing Stück, um genau zu sein. „Mercury“ bietet Mike wieder als
Sänger an. Marty Stuart hat dieses Stück, soviel ich weiss, ebenfalls gemacht.
Aber das hier gefällt mir besser. Es ist nicht ganz so glatt. „Hounddoggin‘“
ist ein Dobro-Ohrwurm, der lange nachklingt. Wunderbar. Eine gelungene, starke
Arbeit.

The Grass Cats
A Good Way To Get The Blues
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Die Grass Cats haben tatsächlich den besten Weg ausgesucht, den Blues zu
kriegen: sie haben sich dazu entschieden, traditionelle, klassische
Bluegrass-Musik an die Zuhörer zu bringen. Und bei den Grass Cats stimmt
einfach alles: Die Songauswahl, der Gesang, die Harmonien und die
Instrumentierung.
Eine Sonderleistung ist „Love Me As Hard As You Hurt Me“ – nicht nur,
was die Komposition anbelangt, sondern auch den Stil. Interessant werden die
Grass Cats mit „I Shot The Sheriff“ – wer kennt dieses Stück von Bob
Marley nicht? Meisterhaft ist auch „I’ll Keep On Walkin‘“. Keine Ahnung,
wieso Bluegrass-Gruppen, die zu einer solchen Leistung fähig sind, nicht öfters
damit brillieren. So muss ich denn diese Stücke x-mal anhören, bis sie mir
nicht mehr aus den Ohren gehen…..nur, weil sich keine andere, ähnliche Nummern,
auf dem Tonträger finden lassen…..lästig, echt, aber die einzige akzeptable
Lösung.
Tja. Auch die Grass Cats spielen eben das „Spiel“……(was sie mit ihrer
Schlussnummer beweisen).
Kevin Roth
Autoharp Songs And Solos
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Jemand an Autoharp interessiert? Kein Problem. Darf ich vorstellen? Kevin Roth,
ein Könner auf seinem Instrument. Passend zum gewählten Werkzeug ist der
Tonträger simpel, ohne grosse Verzierungen, aber durchwegs gelungen produziert.
Kevin’s Stimme ist zwar ungewohnt tief, doch vielleicht liegt der Reiz des
Ganzen gerade darin, wer weiss?

Ian Fitzgerald
Empty Like The Lion Den
Erhältlich bei: www.cdbaby.com
(Sampler)
Ian Fitzgerald ist eine Klasse für sich. Eine komische zwar, eine schräge, doch
er weiss gut zu kombinieren. Ian setzt die Instrumente perfekt ein, ebenso die
Harmonien. „Lilian“ klingt wie ein akustisches 60er-Jahr Stück.
Wunderschön. Und auch Solo erweist sich der Junge, selbst bei seinem
Sprech-Gesang als faszinierendes Individuum. Deutlich wird bald, dass er vor
allem bei Duetten brilliert. Klasse, wie das Banjo bei „The Great
Emancipator“ geradezu geizig eingesetzt wird. Schon möglich, dass er ein
wenig eintönig erscheint, dieser Ian Fitzgerald. Doch immer, wenn man zu
zweifeln beginnt, ändert er gekonnt seine Taktik und stimmt eines dieser
unwiderstehlichen Duette an. Bei Stücken wie „Borders“ kommt eine
ähnliche Ruhe auf wie bei John Prine. Trotz der Orgel fühlt man sich beinahe
hypnotisiert und magnetisch angezogen. Die Infos zum Album weisen Ian
Fitzgerald als überdurchschnittlich intelligenten Menschen aus mit einem
ziemlich hohen IQ. Kein Wunder, klingt auch seine Musik danach.

Collectors Choice
Firecracker Stomp
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Die ultimative CD für alle Fans des 40er und 50er Jahre Sounds. Unglaubliche
Rohdiamanten bietet dieser Tonträger, z.B. Opal Jean mit „That Done It“ oder
„I’m Movin“ mit einer unbekannten aber grossartigen Jeanne Gayle. Hier
beweisen sich Bands wie die Andrews Brothers und zeigen heutigen ‚Superstars‘,
wo’s langgeht. Klasse.

Kyle Creed
Banjo Lessions On Kyle’s Back Porch
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Wer da nicht Lust kriegt, das Banjo wenigstens versuchsweise zu zupfen, dem ist
nicht mehr zu helfen. Zwar bietet Kyle Creed auf diesem Tonträger keine
gesungenen Stücke, doch wer seinen Melodien folgen kann, ist nicht ganz ohne.
Und sicher kein Laie.

Chad Fadely
Mandolin Escapes
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Mit „Come Hither To Go Yonder“ beginnt Chad Fadely’s Bluegrass CD eher
zeitgenössisch. „Your Love Is Like A Flower“ überzeugt mich nicht.
Irgendwie ist aus dem sanften Liebeslied ein nervöser Titel geworden. Dafür ist
das traurige „Summer Of Regret“ dank keltischer Klänge absolut gelungen.
Chad hat hier eine abwechslungsreiche CD geschaffen, die trotzdem eher auf der
progressiven Seite angesiedelt ist.

Al Dunkelman
Take The Road Less Traveled
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(Sampler)
Bei Al Dunkelman handelt es sich um einen Geschichtenerzähler. Ideal geeignet
für’s Lagerfeuer. Extrem stark tut er sich bei Stücken wie „Quittin‘ Time“
hervor, einem tollen Old Time Titel. Nachdenklich wird man bei „Does Anybody
Care?“. Wäre seine Stimme klarer und etwas heller, würde Al Dunkelman an
John Denver erinnern. So kommt er diesem zumindest, was den Stil anbelangt,
sehr nahe. Eine schöne CD, die durch Mundharmonika-Klänge und die entspannte
Atmosphäre den Zuhörer für sich einnimmt.

Billy Buckman
One Night Only
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Billy Buckman ist ein von Bluegrass beeinflusster, rebellischer Balladensänger.
Gut ist sein „Smoke, Smoke That Cigarette“. Hier hat Billy Buckman den
Geist des Stückes ausgezeichnet eingefangen. Dafür sprechen schon das Snare
Drum und die Pedal Steel. Doch Billy macht auch vor politischen Themen nicht
Halt. „Americas‘ Intervention“ regt zum Nachdenken an. Ob das Land er
unbegrenzten Möglichkeiten tatsächlich so unbegrenzt ist? Zumindest Billy
Buckman scheint das zu bezweifeln. „You Ain’t Goin‘ Nowhere“ fasst noch
einmal den Inhalt des ganzen Tonträgers gekonnt zusammen. Wer dieses Stück
nicht mag, der braucht einen Schnellkurs bezüglich guter Musik.

Mean Old Way
Shotgun Party
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Und wieder bietet CD Baby die Arbeit einer ausgezeichneten texanischen Band an.
Gekonnt verbinden die Musiker hier Hillbilly, Rag, Bluegrass und eine winzige,
glücklicherweise nicht übertriebene Prise Jazz und machen daraus ein mehr als
blumiges Bouquet. Die Instrumente rangieren von Klarinette, über Gitarre,
Perkussion, tragischer oder irrer Fiddle, und Kontrabass. Die zum Teil echt
wahnwitzigen Songs (z.B. „Crynetticut“) zeugen von einer fast schon
beängstigenden Kreativität und Fantasie, gepaart mit Irrsinn. Alles in allem
eine absolut einzigartige Arbeit, aber keine leichte Kost.

The Stumbling Mice
Stumbling Mice
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(Sampler)
Diese Männer machen so dreckigen Blues und Rock’n’Roll, dass man seinen Ohren
nicht traut. Die Fabulous Thunderbirds wie auch die Blasters hatten mal eine
Zeit, da haben sie sich an diesem Sound versucht, ihn jedoch nie ganz
hingekriegt. Nun – diese Männer können problemlos mit den beiden Bands
mithalten. Sie haben hier eine CD geschaffen, die Fans des South Side Chicago
Blues eher begeistern wird, als Fans melodiöser Country-Musik. Trotzdem
empfehle ich das gute Stück jedem, dem Blues gefällt.
Ein echter Feger ist übrigens „Dust My Broom“, der Blues-Standard stammt
aus der Feder von Robert Johnson. Da wünscht man sich doch gleich, die Band
live zu sehen…… Fantastisch.

Starline Rhythm Boys
Masquerade For Heartache
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(Sampler)
Bei den Starline Rhythm Boys handelt es sich um eine feine Rockabilly-Combo.
Auffallend ist die hohe Qualität jeder einzelnen Aufnahme. Vor allem der
Kontrabass wirkt sympathisch. Genauso sollte ein Bass klingen. Und genau so
eine Gitarre, wenn wir gerade dabei sind. Bei „Trucker From Tennessee“
fällt mir auf, wieso ich Truck-Songs nicht sehr mag: Sie sind gerne zu schnell,
werden zu hastig vorgetragen. Genau wie hier. Einen Höhepunkt der CD ist für
mich „A Mess Of Blues“. Dass gerade das hastige „Ubangi Stomp“ von
Warren Storm das Schlusslicht macht, finde ich schade. Dieser Titel verlangt
ausserordentliches Können. Wer die Nummer kennt, wird mir zustimmen. Sie ist
auch heute noch einzigartig – durch den Beat, den Hall, den Gesang. All dem
werden die Starline Rhythm Boys aber nicht gerecht.

Arty Hil & The Long Gone Daddys
Montgomery On My Mind (The Hank EP)
Erhältlich bei: www.cdbaby.com
(Sampler)
Auch diese CD hier enttäuscht mich. Als grosser Hank Williams sen. Fan wird dem
King in meinen Augen eh‘ nur Wayne Hancock gerecht. Klar lobe ich mir jeden
Interpreten, der Hank’s Flamme hoch hält. Doch ich bin mir nicht sicher, ob ich
nicht lieber auf Sänger wie diesen hier verzichte. Die Stimme von Arty besitzt
keine grosse Bandweite, manchmal singt er schlichtweg falsch selbst die Musik kann
nicht alle seine Fehler wett machen.

The Tea Sippers
The Kettle Is On
Erhältlich bei: www.cdbaby.com
(Sampler)
Diese Band setzt nicht nur die Dulcimer gezielt und gewollt ein…sie weiss auch
um perfekte Duette. Die Stimme der Lady kommt tadellos und stark durch – einzig
mit dem Jodeln haben die beiden Sänger so ihre Schwierigkeiten. Aber der
Amerikanische muss ja auch nicht so perfekt wie der Europäische sein, oder?
Eine erstaunliche gute, liebevoll gestaltete Old Time-CD mit vielen
Höhepunkten.

Al Young
Rural Roots
Erhältlich bei: www.cdbaby.com
(Sampler)
Das Cover von Al Young’s CD verspricht keine überproduzierte, auf Kommerz
ausgerichtete Country-Musiker. Und der Künstler Al Young hält das Versprechen.
Hier steht zwar eine Stimme im Vordergrund, die manche Wünsche offen lässt,
doch die ausgewählten Songs, die Harmonien und die Instrumentierung bringen die
hier vorliegende Arbeit auf ein Podest, von dem viele andere Künstler nur
träumen können. Al Young holt jene einfachen Tage der Country Musik zurück, in
welchen die Songinhalte mehr zählten, als überlaute Schlagzeuge.
Dabei hält sich Al von Percussion keineswegs fern, auch wenn er vorwiegend der
akustischen Gitarre und einer Steel-Gitarre den Vorrang gibt.

Bayou Roux
Heyday
Erhältlich bei: www.cdbaby.com
(Sampler)
Bayou Roux hat sich ein grosses Lob verdient. Schon bei der ersten Nummer geht
die Post ab. Die Cajun und Zydeco Post, wohlgemerkt. Das nächste Stück, „Come
On Home Delilah“ klingt, als ob sich hier John Fogerty eingemischt hätte….
Die Melodie ist hier auch wieder im Cajun-Bereich angesiedelt. Jetzt schleicht
sich ein moderner Touch ‚rein, der aber nicht unangenehm oder gar unangebracht
wirkt. Mit „Take Me Back To La Louisianne“ greift Bayou zwar auf einen
Klassiker zurück, macht aber Zuhörern klar, wo seine gesanglichen Schwächen
liegen. Zwar vergisst man diese beim Refrain schnell, aber sie sind aus den
Sümpfen aufgetaucht sozusagen und man bleibt wachsam. Übrigens zeugt diese
Nummer auch von dem bezaubernden Cajun-Slang, einer Mischungs aus französisch
und englisch. „Patate Douce“ hat Chart-Potential, genau wie „File“,
der nachfolgende Titel. Nur das letzterer kommerzieller wirkt. Wie – unter uns
gesagt – schlechter Rock’n’Roll, halt. „River of Tears“ ist ein toller
Fiddle-Waltz, gewürzt mit Emotionen und ein bisschen Soul. Beim durchklicken
durch sämtliche Nummern finde ich keine, die mich echt enttäuscht. Alle Titel
besitzen einen eigenen Reiz, seien es pure Party-Nummern wie „Take Me To The
Mardi Grass“ oder nachdenklich stimmende Verse wie diejenigen von „River
of Tears“. Mich stört nicht mal, dass „Come On Home Delilah“ gleich
zweimal vorhanden ist. Dafür ist die zweite Version, die als Schlussnummer
ausgesucht wurde, einfach ZU gut…vielleicht ist es ja das Banjo, das mich
betört und dem Titel einen einzigartigen Drive verleiht…..vielleicht sind es
auch die Akkordeons, keine Ahnung. Mir gefällt diese Nummer jedenfalls am
Besten.

Grandpa Banana
I’ll Do Anything For You
Erhältlich bei: www.cdbaby.com
(Sampler)
Web-Seite: www.grandpabanana.com/
Tja. Hier haben wir den Meat Loaf der Country-Musik. Und das scheint nicht auf
meinem Mist gewachsen zu sein, deutet der Titel der CD doch auf den Rocker mit
der einmaligen Stimme hin. Nur, dass sie nicht so einmalig zu sein scheint,
denn dieser Mann hier besitzt eine ähnliche. Und ich muss sagen, wenn er diese
benutzt, um sie zu todtraurigen Bluegrass-Stücken, etwa bei „I'm Just Here
To Get My Baby Out Of Jail“ einzusetzen, finde ich sie atemberaubend. „Memories
of Mother And Dad“ ist im selben sentimentalen Muster wie der Vorgänger
gestrickt, kommt jedoch noch um einiges besser ‚raus. Hier ist ein echter
Künstler am Werk, ein unglaublicher, der um die Faszination der richtigen
Stücke weiss. Und sich diese bewusst zu Nutzen macht. Hört Euch den Ragtime bei
„Next Sunday Darling Is My Birthday“ an!!!! Brilliant reicht da nicht.
Die CD ist schlichtweg genial.

The Suggins Brothers
Number Seven
Erhältlich bei: www.cdbaby.com
(Sampler)
Bei den Suggings Brothers handelt es sich um ein traditionelles Bluegrass-Ensemble.
Songs wie „Sing Me Back Home“ zeichnen Ihr mit mehrfachen Harmonien
gekröntes Repertoire aus. Und sind wir ehrlich: Genau solche Stücke verlangen
nach grossartigen Musikern.

Cliff Middlebrook
That Is Why I Sing
Erhältlich bei: www.cdbaby.com
(Sampler)
Meiner Meinung nach ist dieser Tonträger leider sehr schlecht produziert
worden. Bei der rassigen Eröffnungsnummern rücken die Instrumente wohl
versehentlich in den Vordergrund. Zugegebenermassen ist der Gitarrist ein Ass,
doch die Doo-Wop Gruppe, eine Gesangs-Art, die man leider nur zu selten zu
hören kriegt, scheint nur zweitrangig zu sein. Beim nächsten Stück singt Cliff
so falsch, dass man’s möglichst schnell überspringt. Und ehrlich: Er findet die
richtigen Noten auch später nicht…sogar der Rhythmus scheint ihm völlig
abzugehen. Wer denkt, er sei ein schlechter Sänger oder extrem gut, sollte hier
mal ‚reinhören. Schlechter kann’s nicht mehr werden. Da vergeht einem das
Singen, ganz ehrlich…..
Aber vielleicht dient die CD ja als Medizin. Wenn man sich schlecht fühlt,
bringt sie einem wenigstens zum Lachen.

Black Crow Stringband
Erhältlich bei: www.cdbaby.com
(Sampler)
Die Black Crow Stringband legt ein Tempo vor, dem selbst Old Time Bands wohl
nur schwerlich folgen können. Aber dadurch kommt Spass auf, selbst beim
Zuhörer. Genial, die Jungs und Mädels, was die hier so von sich geben. Wer Old
Time Musik noch nicht für sich entdeckt hat, sollte hier mal ‚reinhören.

Nell Robinson
Loango
Erhältlich bei: www.cdbaby.com
(Sampler)
Web-Seite: www.nellrobinsonmusic.com.
Ganz ehrlich. Die Stimme der Lady macht ganz sicher nicht die Faszination aus.
Oder doch? Ich bin unsicher. Doch die Eröffnungsnummer belehrt mich eines
besseren. Wer so jodeln kann, soviel Esprit und Leidenschaft einbringt, dem
gebührt ein grosses Lob. Doch die Stime von Nell klingt hier auch ganz anders,
wie beim zweiten Stück, dem getragenen „When My Blue Moon Turns To Gold
Again“. Doch fangen wir vorne an. Diese Nummer war eine der ersten
Bluegrass-Nummern, die ich hörte. Im Original. Vielleicht fällt’s mir deshalb
schwer, diese hier, die ganz anders klingt, zu akzeptieren. Der Reiz allerdings
geht ihr nicht ab, dank der Mandoline, deren Spieler hier grosses leistet. „Forgotten
Soldier Boy“ ist ein deprimierendes zweistimmiges Liebeslied. Schöner
könnte es wohl nicht vorgetragen werden. Okay. Bei Nell Robinson handelt es
sich um eine erstklassige, mutige und zweifelsohne äusserst talentierte
Entertainerin. Aufgewachsen in der typischen Bluegrass-Tradition. Und sie
feiert sie – mit jedem Song.

Muskellunge Bluegrass
Gather At The River featuring Nolan McKelvey
Erhältlich bei: www.cdbaby.com
(Sampler)
Die jungen Musiker hier feiern eine Bluegrass-Halloween-Party. Wobei sie sich
geschickt zwischen dem progressiven und dem traditionellen Ufer bewegen. Auch
hier tut sich der Mandolinen-Spieler hervor. Doch auch der Fiddler bleibt nicht
tatenlos, wobei der Mandolinen-Wizard am Meisten Beachtung verdient. Ich mag
die Jungs immer dann, wenn sie am traditionellen Ufer andocken. Ansonsten
bleibe ich ihnen lieber fern.

Texas Shorty & John Hartford
Old Spot
Erhältlich bei: www.cdbaby.com
(Sampler)
Und wieder einmal zeigen sich hier deutlich die Fiddle-Qualitäten des
verstorbenen John Hartford. Doch auch der Banjo-Spieler ist nicht ohne. Klasse,
wenn auch einfache, pure und primitive Musik.