CD NEWS Mai 2010

Long Gone Lonesome Boys
Commando!
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Web-Seite: www.myspace.com/longgonelonesomeboys
Schön, von den Long Gone Lonesome Boys, einer meiner Lieblings-Bands, endlich
wieder ‚was Neues zu hören. Die Jungs aus Chicago haben sich Zeit gelassen.
Zuviel Zeit. Ihre Harmonien stimmen zwar noch immer, doch die Songauswahl ist
zeitgenössisch geworden. Stücke wie „Love You Far Too Much“ oder „Slide
That Bar, Boy“ zeugen nach wie vor von der Qualität der Long Gone Lonesome
Boys. Trotzdem kommt der neue Tonträger nicht an die vorangegangen heran. Ob
dies an einem Mitgliederwechsel innerhalb der Band oder dem etwas moderneren
Musikstil liegt, weiss ich nicht. Die Informationen hierzu fehlen – leider.
Aber ich finde es schade. (Nachtrag: Laut Web-Seite besteht die Band noch immer
aus denselben Mitgliedern, nämlich John Milne: Gesang & akustische Gitarre;
Patrick Penney, Gesang und elektrische Gitarre, Pat Keiner, Gesang, Lap Steel,
Mandoline, Banjo, elektrische Gitarre, Leslie Walle-Santos, Schlagzeug und
Jesse Woelfel am Kontra- und elektrischen Bass).

Long Gone Lonesome Boys
Crawling Back To You
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Web-Seite: www.myspace.com/longgonelonesomeboys
Der Vorgänger zur obigen CD.
Schön: „Crawling Back To You“ (im Nitty Gritty Dirt Stil), „Beaten
Man“ (im Johnny Cash Stil), „Divorced and 45“ (auch im Stil des Man
in Black)…etc. Grossartig.

Legendary Kid Combo
Booze Bucks Death & Chicks
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Wir haben kürzlich Hayseed Dixie live erlebt. ‚ne irre Truppe. Aber diese steht
den Hayseeds in nicht nach. Viel Polka, viel Tempo und viel Spass. Psychobilly
im Country-Stil – aus Bella Italia.
Laut, drastisch und rücksichtslos.

Various Artists
Rodenticide: The Best of Dark
Roots Music Volume III
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Und hier gleich ein ganzer Sampler an Irren. Cow Punk, Psychobilly und
Hillbilly mit viel, viel Tempo. Die einen Nummern sind ausgezeichnet, auf die
anderen könnte man verzichten. Wer Adrenalin pur benötigt – hier wird’s
geboten.

Various Artists
Rodenticide: The Best of Dark
Roots Music Volume II
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Der zweite Teil dieser verrückten Sammlung. Für düstere Stunden.

Various Artists
Rodenticide: The Best of Dark
Roots Music Volume IV
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Genauso hässlich/grässlich wie die zwei Vorgänger.

Hank Thompson
Hank The Hired Hand
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Hank Thompson durften wir in Vegas noch live erleben. Und da war er genauso
beeindruckend wie hier, auf CD. Eine ausgezeichnet zusammengestellte Sammlung
der bekanntesten, besten Songs dieses traditionellen Country-/Hillbilly-Sängers.

800 Mile Monday
In the Fertile Gardens of Freedom
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Daniel Payne wurde in Texas
geboren. Musikalisch hatte er bald 2 erfolgreiche Akts vom Stapel gelassen: The
Dan Family und 800 Mile Monday. Seit er in Fort Worth, TX. Ankam, hat er sich
in Texas, ja in den ganzen Vereinigten Staaten, als Musiker einen Namen
gemacht. Vor allem seine Telecaster und die Vorliebe für Roots Musik sind den
Amerikanern ein Begriff.
So besteht denn der hier vorliegende Tonträger vorwiegend aus Honky Tonk,
Rockabilly und ein paar überflüssigen Real Country Stücken.

Wayne Walker
How Do You Think I Feel?
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Diese CD ist ein wahres Juwel.
Wayne Walker wird als
beachtenswerter Songwriter der 50er und 60er Jahre stets in Erinnerung bleiben.
Seit seinem Tod Ende der 70er Jahre wurde er in Europa allerdings zu einer Art
Rockabilly-Held. Dafür sorgten Aufnahmen wie “All I Can Do Is Cry”, “Love
Me”, “Bo-Bo Ska Diddle Daddle”, “You’ve Got Me” und “Little Ole You”. Die
Nummern haben auf der Tanzfläche diverser Rock’n’Roll Klubs für Furore gesorgt.
Unglaublich, dass während über 30 Jahren – bis heute – kein vollständiges Werk
von Wayne Walker wiederveröffentlicht wurde.
Zeit für eine atemberaubende Sammlung, die das Herz eines jeden
Traditionalisten und sicherlich dasjenige eines jeden Rockabilly-Fans schneller
schlagen lässt.
Ergänzt wird die CD durch Interpreten, die Wayne’s Stücke vortragen, etwa Johnny
Burnette, Faron Young, Jimmy & Johnny oder Kitty Wells in einem Duett mit
Webb Pierce.

Heath Markwell
Funky Junk - The Genius of
Jerry Reed
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Jerry Reed war nicht nur der Trucker mit dem Basset, der neben Burt Reynolds in
mit Country Musik angefüllten Trucker-Filmen glänzte. Jerry Reed war ein
Bewunderer des grossen Chet Atkins und ein eigenständiger, anerkannter sowie
genialer Gitarrist. Guitar-Picker, um genauer zu sein. Wie gut, aber auch wie
jazzig er war, macht Heath Markwell hier mittels einer instrumentalen CD
deutlich. Für alle, die sich an ausgefeilten Gitarren-Riffs ergötzen können.

Jimmy Donley
The Shape You Left Me In
Erhältlich bei: www.rocktimes.de
Mit Jimmy Donley habe ich mich bereits befasst, als es nur LP’s gab. Wie genau
ich auf ihn gekommen bin, kann ich zwar nicht mehr sagen, aber dafür weiss ich
noch zu genau, wie sehr er mich von Anfang an faszinierte. Sein lascher Cajun-,
besser: Swamp Sound, gewürzt mit todtraurigen Lyriken, angefüllt vom Gefühl des
Verlustes, der ewigen Trauer, ja der Depression. Alles Gefühle, die Jimmy
Donley wie kein anderer vermitteln kann. Und: Er ist daran zugrunde gegangen,
hat sich erschossen. (Eine bessere Beschreibung zum Künstler bzw. eine
Kurzbiografie findet sich auf oben erwähnter Web-Seite).
Doch Jimmy Donley hinterliess der Nachwelt seine Musik. Und ich denke, Songs
wie „Born To Be A Loser“ haben nicht nur ein Anrecht auf Beachtung,
sondern sollten für immer Musikliebhaber erfreuen dürfen. Dank dieser CD ist
mein Wunsch wahr geworden.

Benny Barnes
Poor Man’s Riches – the Complete 1950’s Recordings
Erhältlich bei: www.cduniverse.com
(Sampler)
Wie sein Kumpan aus Osttexas, George Jones (mit dem Benny oft die Bühne
teilte), weigerte sich Benny, die Rock’n’Roll Phase mitzumachen, als diese sich
in den 50er breit machte. Diese Einstellung beeinträchtigte seine genialen
Aufnahmen aber keineswegs. Die hier vorgestellte CD offeriert die ersten Demos
genauso, wie die essentiellen Singles für Starday, Cixie, Mercury und weitere Labels.
1956 hatte Benny Barnes einen grossen Hit mit „Poor Man’s Riches“ auf dem
legendären Starday Label.
Übrigens ist die ganze CD von hoher Qualität.
Anspieltipp: „Your Old Standby“ oder das rassige „You Gotta Pay“.
Ein rasantes Hillbilly-Stück ist „No Fault Of Mine“. An Benny Barnes
besticht nicht nur das Barrelhouse-Piano, das ist sicher. Interessant ist auch
sein „I Walk The Line“. Tja. Würden nur mehr auf den Spuren der
einstigen Hillbillies wandern…..

Gumbeaux Rouge
Stirrin‘ It Up
Erhältlich bei: www.gumbeauxrouge.com
(Sampler)
Wer auf Songs wie „When A Man Loves A Woman“ steht, dem sei diese CD ans
Herz gelegt. Mehr oder weniger alle Songs aus dem tiefsten Süden halten sich an
das Muster jenes Klassikers. Bläser inklusive.
Was zum Schwofen, zum Träumen, zum Romantisch sein.

The Hunger Mountain Boys
Vol 1: 2003-2004 Nashville Don't Touch My Country Music
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Dass die Musik City sich nie an den Hunger Mountain Boys vergriffen hat, machen
die beiden vom ersten Ton an klar. Und genau deshalb ist die Musik des Duos so
wertvoll. Welch ein gutes Team die beiden machen, zeigt sich bei
Bluegrass-Stücken wie: „Cryin' Weepin' Pinin'“. Tja. Auch Bluegrass
glauben an einen Status. Und manche eröffnen Trailer-Parks, um sich einen Namen
zu schaffen. Die Hunger Mountain Boys bestechen einzig und alleine durch ihre
Musik. Etwas anderes haben sie nicht nötig.

The Hunger Mountain Boys
Vol. II – Blue Ribbon Waltz
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Eine Sammlung der grossartigen Songs der Hunger Mountain Boys besitzt ihren
eigenen Reiz. Was sie mit den 12-Nummern fassende CD eindrücklich beweisen. Wunderschöne,
einfache, aber nicht zu unterschätzende Bluegrass-Musik.

The Patuxent Partners
Seven or Eleven
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Der eiskalte Gesang des Leadsängers bei „Seven Or Eleven“ ist das, was
zuerst auffällt. Und beim zweiten Song, „Where Will This End?“
ist es die Authentizität der gewählten Musikrichtung, Bluegrass, d.h. das
Banjo, die tadellosen Harmonien und die wunderschöne Mandoline, die den
klassischen Sound der Patuxent Partners ausmacht. Auffallend ist auch die gute
Songauswahl der Gruppe aus Maryland. Alles in allem eine schöne Arbeit, an
deren hoher Qualität die gleichwertigen Bandmusiker schuld sind.

Nate Waggoner
Never Tell Me the Odds
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Gibt es deprimierende Country- bzw. Folkmusik? Ja. Seit Nate Waggoner Musiker
ist, schon. Bitterkeit, hoffnungsloser Realismus und Rebellentum zeichnen sämtliche
Stücke aus. Nicht abzusprechen ist dessen ungeachtet auch die Schönheit,die
jeder Note, jedem Instrument entspringt. Es ist, als wolle Nate Waggoner die
Notwendigkeit des Leides, ja des Leidens, betonen sprich: vertonen. Und das ist
ihm zweifellos gelungen. Den Sound? Den würde ich einfach bezeichnen. Oft wird
Nate nur von seiner Klampfe begleitet, die er zupft wie Townes Van Zandt.
Manchmal glänzt der Junge in einem Duett, manchmal fällt eine einsame, träge
Mundharmonika ein. Folkmusik der Extraklasse, würde ich sagen.

Chris Warner
Goin‘ To The Dance
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Mit Chris Warner finden wir einen spielfreudigen Banjo-Musiker und guten
Bluegrass-Sänger vor. Am gewählten Instrument zeigt er sich äusserst schnell,
am Gesang oder den Harmonien gibt’s nichts zu bemängeln. Einzig die wenigen
langsamen Titel stören mich etwas. Aber wer auf rassige Bluegrass-Musik steht,
dem sagt Chris Warner sicherlich zu.

Steve Stacey & The Stump Splitters
Tall Tales, Fibs & Outright Lies
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Steve Stacey ist einmal mehr der Beweis, dass man um gut zu sein, nicht
unbedingt eine gute Stimme benötigt. Dafür klingt Steve, als ob er von der
ersten Note an nichts anderes getan hätte, als zu trinken. Und das sämtliche
Stücke seiner rebellischen, lauten, heiseren CD hindurch. So hält sich denn
nicht mal mehr die Mundharmonika an die Melodie. Ein Alleinunterhalter und
Entertainer, der seinesgleichen sucht. Die findet der Mann aus Kanada sicherlich
in einem Publikum, das Humor besitzt und eine Vorliebe für aufsässige, schräge
Töne.

Michael Johnathon
Ravenwood
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Michael Johnathon ist der Spagat zwischen Tradition und Moderne gelungen. Er
beginnt seinen Tonträger mit einem Appalachen-Stück, das er jedoch in
Country-Manier vorträgt, um anschliessend einen rassigen, eckigen Rock’n’Roll
erklingen zu lassen. „The Money Song“ lässt die Mundharmonika sprechen,
die vom laschen Gesang abgelöst wird. Die CD ist wie ein klassischer Roman: Was
ganz besonderes, zumal voller Poesie, Überraschungen und tiefen Einblicken.
Wenn man die Liner-Noten von CD Baby liest, wird einem klar, dass es sich bei
Michael Johnathon um ein Ausnahme-Talent handelt. So leitet er denn die
wöchentliche WoodSongs Old-Time Radio Hour und ist Autor des Walden Spiels.
An der hier vorgestellten CD haben sich übrigens Sam Bush, John McEuen, Rob
Ickes, Guy Davis und JP Pennington beteiligt.

Ball & Chain
Honky Tonk Blues
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Wetten, dass Hank Williams‘ Porträt hier nicht umsonst als CD Cover glänzt?
Hank Williams Fans wissen, dass es nicht einfach ist, den Maestro zu kopieren.
Diese Band hier hat es gar nicht erst probiert. Sie interpretieren die Nummern
des Hillbilly-Meisters auf ganz eigene, jedoch traditionelle und sympathische
Art und Weise. Genial, würde ich sie nennen – nicht nur vom Gesang, sondern
auch von der musikalischen Begleitung her. Manchmal, etwa bei „Fool About
You“ kommt sogar ein starker Rockabilly-Einschlag durch. Dann wieder, bei „Settin‘
The Woods On Fire“, triumphiert die Fiddle und bringt sogar eine feine
Prise Western Swing ein.
Grossartig.

Bobby Yates
From The Swamps To The Heavens
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Bobby Yates‘ Stil erinnert ebenfalls als den King of Hillbilly. Und was geht
schon über jenen klassischen Country-Stil? Herzlich wenig - zumal, wenn er so
ausserordentlich gut vorgetragen wird.

Starline Rhythm Boys
Masquerade for Heartache
Erhältlich bei: www.amazon.com
Samplers: http://www.starlinerhythmboys.com
Diese Band gilt als eine der besten im Rockabilly-Bereich. Seit Jahren. Und
auch hier, mittels Harmonien, traditioneller Country-Musik im Everly-Brothers
Stil oder rassiger Hillbilly-Musik, abgelöst von zartem Rockabilly, sorgt die
Gruppe einmal mehr für Furore. Stark. Hier stimmt einfach alles: Die
Produktion, der Klang, die Stimmen, die Musik.

The Vintage
Who Will Watch the Home Place
Erhältlich bei: www.cdbaby.com
(Samplers)
Eine äusserst liebevoll gestaltete CD – angefangen bei der Songauswahl, bis hin
zu den perfekten Harmonien, dem Clawhammer Banjo und dem Chor, der ein bisschen
an Jimmie Driftwood erinnert. Überhaupt laden die Stücke ein, mitgesungen zu
werden. Mit dabei: Anspruchsvolle Stücke wie „Lil Liza Jane“ – die den Reiz und
auch den Charme der Band verdeutlichen.
Und auch, wenn der Stil Bluegrass zugeordnet werden muss, verweisenTitel wie „Coo
Coo“ auf Folkeinfluss hin.

Smokey's Farmland Band
80 Mile Getaway
Erhältlich bei: www.cdbaby.com
(Samplers)
Eine verrückte CD – von ausgezeichneten Musikern. Dabei beginnt der Tonträger
für mich ziemlich unglücklich – mit viel Jazz. Trotzdem hat diese irre Fiddle
etwas an sich (gedoppt vom Dobro, übrigens), das mich neugierig macht. Zu Recht,
stellt sich beim nächsten Stück heraus. „Blackend Blues“ ist eine
klassische Bluegrass-Nummer, die aber plötzlich und zwar beim instrumentalen
Zwischenspiel, erneut in Jazz ausartet. „Cherokee Farms“ erweist sich
als ausgezeichnetes Dobro-Stück – für Autofahrten mehr als geeignet. Diese
Gruppe beweist sich meines Erachtens bei jedem Stück auf’s Neue. Anspruchsvoll
– aber originell.

Range Riders, Gary Lee Murray,
Rainbow Countr
Daddy's Songs
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Samplers)
Jesse A. Hanna erblickte 1925
auf den Ölfeldern von Oklahoma das Licht der Welt. Schnell kriegte der Junge,
da er sieben Schwestern und keinen Bruder hatte, den Übernamen ‚Man‘ (Mann).
Sein Country Jungen-Charme sollte Jesse ein Leben lang erhalten bleiben.
Angefangen in seiner Kindheit, bis zu seiner Zeit bei der Navy in Hawaii (2.
Weltkrieg) kam er nicht von ihm los. So nannten ihn selbst seine Navy Kumpel
“Singin’ Okie.” Wo immer er eine alte Gitarre und einen willigen Zuhörer fand,
kam Gary zu seinem Publikum.
Dann, Mitte der 40er Jahre, sagte er einen Job bei Spade Colley & seinem
Orchester ab, denn Jesse wollte Pastor werden.
1981 wurde aus den Hanna Family Gospel Singers die Gospel Range Riders.
Die hier eingeschlossenen Lieder geben Einblick in lebenslanges Komponieren und
Aufnehmen eines Künstlers. Die Aufnahmen zeigen deutlich die Entwicklung über
Dekaden hinweg.
Mehr zu den Range Riders:
Jahrzehntelang sind die Range Riders in den Staaten aufgetreten. Dabei haben
sie nicht nur mit ihren musikalischen Qualitäten, sondern auch mit ihrem Humor
überzeugt. Die Gruppe ging aus der Ära der singenden Filmcowboys hervor. So
sang denn Roland Fraser, heute 86-jährig, einst mit einer anfänglichen Version
der Range Riders Ende der 40er, anfangs der 50er Jahre. Die einstige Musik der
Range Riders bestand aber eher aus Western Swing, denn aus dem traditionellen
Western Sound, den sie heute praktizieren.
Range Riders:
Die CD besteht
abwechslungsweise aus den Stücken des „Daddy’s“ (Jesse A. Hanna) und den Range
Riders. Bei den einen ist der Gesang besser, bei dem anderen der Stil. Mann
Hanna überzeugt.

Water Tower Bucket Boys
Sole Kitchen
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Samplers)
Die Jungs sind durchaus mit der Old Crow Medicine Show vergleichbar. So
herrschen denn rassige Bluegrass-Stücke, angeführt von der Fiddle und engen
Harmonien, vor. Die Water Tower Bucket Boys stellen hier auch klar, dass die
Grenze zwischen Skiffle und Bluegrass fliessend verläuft.

Dale Jett & Hello Stranger
Going Down the Valley
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Samplers)
Ich habe in den letzten Tagen oft über das nachgedacht, was mich für eine CD
oder ein Musikstück begeistert. Ich denke, der gemeinsame Nenner meiner
Lieblingsstücke ist, dass sie alle echt scheinen. Sie sind so empfunden, wie
sie klingen. Allesamt.
Auch hier finde ich dieselbe Schönheit, Ehrlichkeit und Simplizität vor, die
ich allem anderen vorziehe. Dafür würden zwar nicht gerade Stücke wie „Going Down the Valley“ oder „Hello Stranger“ wie hier
nötig sein, doch ich habe nicht gegen einen gewissen Wiedererkennungswert
einzuwenden. Viel wichtiger sind mir dennoch Songs wie „Will You Miss Me
When I'm Gone“ (hier einzigartig, ja atemberaubend vorgetragen) oder „No
Depression in Heaven“.
Sämtliche Songs stammen übrigens von der Carter Familie. Als Gastmusiker
beteiligt sich auch die lebende Legende Bill Clifton.
Eine CD, auf die ein echter Musikliebhaber, der ‚was von Bluegrass hält, kaum
verzichten kann.

Collectors Choice
Boogie Woogie Fever
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Samplers)
Hier haben wir Boogie Woogie aus den 40er, 50er Jahren. Leute, die auf
perfekten Sound stehen, müssen hier unbedingt das eine oder andere Auge
zudrücken. Dafür werden sie mit purem Boogie Woogie der Extraklasse verwöhnt.
Und ich wundere mich, wie authentisch Wayne Hancock ist – klingt er doch oft
wie die Sänger hier.
Rohdiamanten, sozusagen. Inklusive 12-seitigem Booklet mit raren Fotos.

Collectors Choice
‚Boppin‘ Hit Parade‘
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Samplers)
Typische Hillbilly-Songs wie „Kaw Liga“, „Weary Blues From Waiting“,
etc. werden hier angeboten. Mal warten die Nummern in Western Swing, mal in
Hillbilly-Manier auf. Eine gut gemachte Zusammenfassung, die klar macht, welche
Super-Stars die 50er Jahre anführten (damals gab’s keine ‚Super Stars‘ und
heute würde man sie auch nicht so nennen. Für mich sind sie’s aber).

Derek Pritzl
Drifter
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Samplers)
Derek Pritzl’s Stimme klingt wie die Kröte Rod Stewart. Aber dadurch erhöht
sich der Spass an seiner CD nur noch. Nur – dieser Rod hier macht keineswegs
Mainstream Sound. Dieser hier fordert viel von seinen Zuhörern – nicht nur
Humor. So krächzt er den Strassenmusiker-Blues „Old St.“ dem Zuhörer ins Ohr, dass diesem Hören und Sehen
vergeht.
J
Shogren
Bird Bones & Muscle
Erhältlich
bei: www.cdbaby.com (Samplers)
Schon der Name der CD macht neugierig – oder nicht? Und J. Shogren hält, was er
verspricht: Er ist ein Original. Zuerst scheint bei „Burnt Fields“ gar nichts zu stimmen.
Ich fasse weder den Rhythmus, noch den Gesang. Doch dann…ist’s als würde sich
eine Türe öffnen. Und der Trick wird klar. Die nächste Klippe ist aber schon in
Sicht: Wie, um himmels Willen, soll man diese Musik beschreiben? Blues? Country
Blues? Hillbilly? Bluegrass? Ein wilder Mix aus allem? Doch macht es Sinn, ein
Genie zu beschreiben? Ne. Hört ‚rein – dann hört ihr eins. Ein ganz, ganz
Grosses.
Wow. Der Mann aus Wyoming bringt’s.

Hal Harris
Gold Star Guitar
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Samplers)
Als ich in diese fabelhafte Gitarren-CD der 50er Jahre ‚reinhörte, wurde ich so
richtig neidisch auf Hal Harris. Solche Leichtigkeit kenne ich heutzutage nur
von Leuten wie Deke Dickerson.
Zwar wurde Hal Harris anscheinend stark von Western Swing beeinflusst, doch die
Qualität seines Gitarren-Spiels wird selbst mir klar. Ein
Fingerpicking-Zauberer. 6 Sterne Deluxe.

The Paladins
Power Shake
Erhältlich bei: www.amazon.de (Samplers)
Der grossartige Live-Auftritt der Paladins bringt mich dazu, ihre letzte CD
hier aufzuführen. Einen Live-Tonträger, wohlverstanden. Und er wird dieser
grossartigen Gruppe, die seit nunmehr 30 Jahren besteht, durchwegs gerecht. Die
Live-Aufnahmen beginnen mit „Let ‚er Roll“, einem taktstarken Titel. Hierauf
folgt eine von Surf inspirierte Nummer, die gleichzeitig Dave’s Vorliebe für
Link Wray offenbart. „Goin‘ To The City“ ist ein starker Rockabilly und „Hot
Rock Rockin‘“ ein typischer Song für alle, die auf Hot Rod’s stehen. Den
Paladins eigen ist ein satter, gleichmässiger Takt – angeführt von Dave
Gonzalez an der Gitarre.
Ein Tonträger, der’s in sich hat. Geeignet für lange Autofahrten oder für die
Party. Mit Spass-Garantie.

Jason & The Scorchers
Halycon Times
Erhältlich bei: www.amazon.de (Samplers)
Nun – Jason Ringenberg und seine Scorchers haben nichts an Biss verloren.
Spätestens live wird das sofort klar. Und den Reigen eröffnet die Band auch
gleich auf ihrer neuen CD – nämlich mit „Moonshine Guy“, einem Song zum
Mitsingen oder Mitgrölen. „Beat On The Mountain“ ist ein zweideutiger,
politischer Song. „Mona Lee“ und „Fear Not Gear Rot“ machen gute
Laune. „Mother Of Greed“ ist ein typischer Jason-Song. Ehrlich,
rebellisch und nachdenklich. „Gettin Nowhere Fast“ unterstreicht die
Weltuntergangs-Stimmung der CD noch. Doch Jason kämpft dagegen an. Mit jedem
Stück versucht er den Zuhörern klar zu machen, dass ohne Aufmüpfigkeit nichts
geht. Kennt man Jason, weiss man auch, dass er jedoch nicht mittels rauen
Worten rebelliert. Vielmehr setzt er auf Intelligenz und Charme. Und so legt er
hier eine typische Scorcher-CD hin. Voller Höhen und Tiefen, volle Pulle, volle
Lautstärke, laut, rau, balladenmässig. Und einfach stark.

Bluegrass Boogiemen
Hits of Hank Williams
Erhältlich bei: www.xs4all.nl/~hillbmen/
(Sampler)
Tja. Und hier die momentane Begleitband von Chuck Mead. In voller Grösse und
voller Stärke. Wer sich nicht vorstellen kann, wie die Songs des King of
Hillbilly, Hank Williams sen., im Bluegrass-Stil klingen, höre hier rein.
Eine liebevoll gestaltete CD (Anspieltipp: „Weary Blues From Waiting‘“).
Meiner Meinung nach beweisen die Jungs hier, dass sie es mit jedem
amerikanischen Ensemble desselben Stils mühelos aufnehmen können.
Und wer sich selber überzeugen möchte:
Am 07.05.2010 tritt Chuck Mead zusammen mit den Hillbilly Boogiemen (dasselbe
Ensemble) in der Sounds Music Hall, Hesslerstr. 23, 45329 Essen, auf.
Wer da nicht hingeht, ist selber schuld.