CD
NEWS Juli 2010

Willy Blizzard
In
From the Cold
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Web-Seite: www.willyblizzard.com/
Willy Blizzard ist ein Geschichtenerzähler und ein ausgezeichneter Sänger.
Seine angenehme, tiefe Stimme verbreitet eine Wärme, die seinesgleichen sucht.
Unterstützt vom entspannten Fingerpicking und zurückhaltender, aber klever
gemachten Perkussion, ist die hier vorliegende CD ein absolutes Highlight. So
sind denn Stücke wie „Ellen's Hands” nicht nur wunderschöne Liebeslieder, sondern beinahe
Hymnen, die es zu geniessen gilt.
Der Mann aus Kanada ist ‘ne Klasse für sich.

Tyler Grant
Up the Neck
Erhältlich
bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Es gibt Werke, die eigenen sich eher für Musiker, denn für schlichte Zuhörer.
Die CD von Tyler Grant ist eher für Performer. Die jazzigen Gitarrenläufe sind
zwar bewundernswert, doch pure Liebhaber von Musik folgen den Noten
wahrscheinlich anders, als Musiker. Diese versuchen sich wahrscheinlich
automatisch die verschiedenen Riffs im Kopf vorzustellen. Und können diesem
Ausnahmetalent wohl kaum folgen.
Nichts für die Entspannung. Viel mehr Musik für Ehrgeizige, die z.B. Doc Watson
nacheifern möchten.

The Dalton
Mountain Gang
Dalton Mountain Gang
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Diese Bluegrass-Band aus Kalifornien besticht mit traditionellen Songs, z.B. „Let
Me Hear You Say You Love Me” oder “Blue As The Ocean”. Daneben baut sie allerdings auch
progressive Stücke, die rassig ausfallen, aber ihr instrumentales Können
betonen, ein.

Those Poor Bastards
Gospel Haunted
Erhältlich
bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Web-Seite: www.thosepoorbastards.com/
Stellt man sich die Handsome Family vor, wie sie düstere, Cow Punk bzw.
Psycho-mässige Songs offerieren, kommt man dem Stil der Poor Bastards sehr
nahe. Albträume sind bombensicher, wenn man sich die einzelnen Stücke
‚reinzieht. Humor ist also vonnöten und wohl auch viel Mut. Gothische Country
Musik nennen sie ihr Genre. Na ja. Die Musik besteht auf jeden Fall aus
akustischer Gitarre, viel Perkussion und einem beinahe kriminellen Banjo mal
abgesehen vom düsteren, rauen Gesang. Nick Cave lässt grüssen.
Und dennoch: Die Jungs aus Wisconsin sind live sicher äusserst amüsant.

The Blue Shadows
On the Floor of Heaven - Deluxe Editon Reissue
Erhältlich
bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Wer für die Beatles, Gene Clarke, Gram Parsons, etc. steht, fühlt sich bei den
Blue Shadows sicher zu Hause. Die Band soll ja legendär sein, gemäss CD Baby.
Mir ist die Band zu sehr auf Mainstream ausgerichtet. Ich mag halt auch die
Eagles nicht.

The Texas Fiddle Album
Erhältlich
bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Wer keine Ahnung hat, wie leidenschaftlich eine Fiddle klingen kann, höre in
diesen Sampler ‚rein. Geiger machen hier Larry Franklin, Ray Franklin, Royse Franklin und Steve
Williams. Western Swing aus dem Lone Star State.

The Texas Ladybugs
Erhältlich
bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Wie stark texanische Sängerinnen sind, macht oben stehende EP klar. Mittels
gerade mal 6 Stücken, die mehr als beeindrucken, spricht diese Arbeit für sich.
Rock’n’Roll, Country Musik und Blues verbinden die Stücke untereinander.
Das Blues-Duett “Deep Cold Water” macht nicht nur den Höhepunkt, mit
diesem nachhaltigen Song blendet sich die EP gleichzeitig aus. Und macht
Appentit auf viel, viel mehr.

John Mills
Everything’s different
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
John Mills zeigt sich hier taktsicher und temperamentvoll. Von Steel Gitarre,
akustischer Gitarre, Schlagzeug oder Geige begleitet, bewegt er sich im
traditionellen Feld – mit gelegentlichen Ausflügen in die Real Country Musik,
die sich jedoch in Grenzen halten.

Honey Blue
Broken Places
Erhältlich
bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Waschbrett, Harmonien und akustische Gitarre machen Honey Blue aus. Und
Tradition, selbstverständlich. Duette wie „Sweet & Broken” sind gelungen. Mit kleinen Makeln
zwar, wenn man vom Gesang ausgedeht, doch das passt zu Honey Blue, die ohnehin
einen rebellischen Eindruck machen. Honey Blue gewähren Einblick in eine
vergangene Zeit. Und dies so eindrücklich, dass man ihr nachtrauert.

The Groundhawgs
Little Big Easy, Vol. 1
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Die Groundhawgs gingen aus einem Songwriter Projekt hervor. Resultieren sollte
daraus eine Old Time-String Band der Appalachen, bestehend aus folgenden
Musikern:
Clayton Jones (Mandoline), Clark Jones (Gitarre),
Mike Compton (Mandola), Laney House (Banjo) und Kevin Osburne (Bass).
Diese Männer können mit ihren Instrumenten sprechen. Die Töne klingen denn wie
Worte. Man nimmt sie in sich auf, erfreut sich an ihnen. Leider handelt es sich
hier um eine EP, die gerade mal 5 Stücke fast. Kann schon sein, dass die
Harmonien einiges zu Wünschen übrig lassen, aber auf ihren Instrumenten sind
diese Jungs Meister.

The Hicktones
Tellico Plans
Erhältlich
bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Die Hicktones halten sich ans Strickmuster der Louvin Brothers. Dafür müssen
sie bewundert werden. Nur ist ihnen entgangen, dass jene so stark waren, weil
sie z.B. die Töne aushielten. Was diese Jungs hier nicht tun. Vielmehr können
sie die Töne nicht halten, wirken kurzatmig und wählen Tonhöhen aus, die ihnen
eindeutig nicht liegen. Schade.

John Lindberg Trio
Brand New Philosophy
Erhältlich bei: www.ginza.se
Sampler: www.myspace.com/johnlindbergtrioofficial
Lasst Euch gesagt sein: Der Titelsong ist von allen Samplern auf My Space der
Schlechteste. Ich hoffe echt nicht, dass das John Lindberg damit eine neue
Rockabilly-Ära einläuten. Dabei beginnt die CD so gut….”Wanted Man” erinnert an
die Landsmänner des Trios, ebenfalls aus Schweden: Die Black Knights,
ihrerseits schon einige Jahre lang in der Szene tätig. “High Speed Daddy” ist
denn wieder eher im Psychobilly-Feld anzusiedeln. Sorry, aber im Lande des
Pogos fand ich mich noch nie wirklich zu Hause. Zu laut, zu unregelmässig und
zu viele Tempowechsel bietet mir Psychobilly immer wieder. Das passende Video
zum Song findet Ihr dort, wo’s auch die CD zu kaufen gibt. Weibliche Anhänger
scheinen die Jungs ja genug zu haben. Ihr Sound gefällt mir – teilweise – ist
aber zu vielfältig, um sie da packen zu können, wo sie echt gut sind. Wie auch
immer: Wahrscheinlich muss man die Band (wie viele andere auch) live sehen, um
sie richtig beurteilen zu können.

Voodoo Swing
Greasers Por Vid
Erhältlich bei: www.cdbaby.com
(Sampler)
Web-Seite: www.myspace.com/voodooswingin
Selten sieht man eine Frau am Kontrabass. Und ehrlich gesagt, gefällt mir keine
ausser diejenige der Red Hot Polka Dots aus Australien. Aber hier – hier machen
wir mal ‘ne Ausnahme. Dieser Sound! Diese Stücke! Die Stimme! Und dann passend
zur WM noch der Name (na ja, in Afrika sollen ja Voodoo Priester gewisse
Mannschaften ‘verzaubern’).
Stärker als echter Voodoo ist aber die Mischung dieser Band aus Arizona. Die
dürfte echt umhauen, diese Musik. Äusserst kraftvoll, getragen durch die
ausdruckstarke, tadellose Stimme des Sängers, zeigt sie den ganzen Liebreiz des
Rockabilly. Zahm ist die Band sicher nicht und bei Stücken, in welchen die
elektrische Gitarre vorherrscht, z.B. bei “Two Wheels or No Deals” spielt sie
mir eine zu grosse Rolle, die Stratocaster. Aber “Pass That Bottle” verzaubert Liebhaber des Rockabillys und “I’ve
Stopped Cryin’ Over You” zeigt eine Rockabilly-Honky Tonk Version der
Extraklasse (wieder einer dieser seltenen Songs, der für sich selber spricht).
Und anders als viele Bands, die die letzte Nummer als Lückenfüller benutzen,
schliessen Voodoo Swing ihren Tonträger mit dem rauchigen “Let’s Go Daddy-O”
ab.

Hillbilly
Idol Hillbilly Idol Hillbilly
Idol
Town And Country Hillbilly Idol Lights
of Town
CD’s erhältlich bei: www.cdbaby.com/cd/hillbillyidol
(Sampler)
Hillbilly Idol habe ich in den Staaten in einem Second Hand CD-Geschäft
entdeckt. Ehrlich
gesagt, habe ich nicht ‘reingehört, den Tonträger aber gekauft ohne zuviel zu
erwarten. Nun ja. Es gab nicht viele Male, in denen ich positiv enttäuscht
wurde. Bei Hillbilly Idol schon. Diese Band, keine grünen Jungs mehr, besitzen
musikalisches Können, eine Vorliebe für traditionelle Country Musik und ein
feines Gespür für die richtige Songauswahl. Paul Kovac, Gründer von Hillbilly
Idol, stellte die Band 1991 in Cleveland, Ohio, zusammen. Als Paul Bandmitglied
Dave (Huddleston ) in die Musik seiner bevorzugten Band, der Louvin Brothers
einführte, meinte dieser, die klängen wie die Everly Brothers.
Die Band umschreibt sich
heute mit der Phrase “Modern Hillbilly”, doch das ist weit untertrieben. Diese
Männer, auch wenn sie behaupten, sie würden nicht in der Vergangenheit leben,
zelebrieren diese. Und das gekonnt.

Working Girl Blues
The Life & Music Of
Erhältlich bei: www.amazon.de
Die Songwriterin/Sängerin aus den Appalachen, Hazel Dickens, hat sich darauf
konzentriert, nicht nur Songs mit den üblichen Inhalten (Liebeskummer, Verlust,
etc.) zu schreiben, sondern auch solche, die von selten gewählten Themen, etwa
der menschlichen Würde, handeln. Entstanden ist ein faszinierendes Porträt über
eine einfache Frau, eine grosse Künstlern und eine genial, leidenschaftliche
Sängerin. Gleichzeitig zeichnet das Buch ein deutliches Bild einer endlosen
Folkkultur, verschönert mit Fotos, Lyriken und persönlichen Notizen Hazel Dickens’.
Masters of
Old-time Country Autoharp
u.a.
mit Kilby Snow, Neriah Benfield, Hazel Dickens und Mike Seeger
Erhältlich bei: www.amazon.de
Ein wunderschönes, 2006 erschienenes Album, das die Autoharp und die Musik der
Appalachen ausgezeichnet porträtiert. Mit dabei u.a. der nicht allzu lange
verstorbene Mike Seeger. Mir persönlich gefallen die gesungenen Stücke besser,
auch wenn die instrumentalen in der Überzahl sind.

Rabbit Foot old time Stringband
Run Around and I'll Smack You Down
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Qualitativ hochstehende String Band Musik – nicht nur musikalisch, auch
gesanglich betrachtet. Für Leute, die Spass an Rhythmus und einer grossen
Portion Keltik haben.

Flathead
Get It Said
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Frische, eher traditionelle Country Musik mit rassiger Telecaster, etwas zu
lautem Schlagzeug und ‘ne Prise Surf. Robbie Fulks hat teilweise auch solchen
Sound drauf – nur ein bisschen authentischer. Der richtige Sound für Sonne,
Sand und Palmen…Sommer, eben.

Tom Pacheco
The Lost American Songwriter
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Bei Tom Pacheco geht’s nicht um den Gesang. Es geht um den Inhalt seiner
Kompositionen. Und wie kaum ein anderer verkörpert er pure Leidenschaft und
vielleicht ein wenig Magie. Diese Doppel-CD hat der Mann inert 2 Tagen 1999 in
Woodstock, NY, aufgenommen. Tom Pacheco ist zweifellos ein Poet. Und hier
beweist er einmal mehr, was er kann.
Wayne Johnston
Runaway Train
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
An der Blues Harp ist Wayne Johnston ein Meister. Das Singen liegt ihm weniger
– dafür der Country Blues umso mehr. Auch finde ich es toll, dass Wayne das
Barrelhouse Piano neben seinem Blasinstrument erklingen lässt.
Manchmal warden Erinnerungen an Little Walter wach, manchmal
an Bo Diddley.
Eine schöne, durch den bluesigen Touch aussergewöhnliche, CD.

The Dukes
Wrong Side Of The Tracks!!!
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Die Dukes eignen sich ausgezeichnet für kalte Wintertage. Denn dann dürften sie
so richtig einheizen. Wilder kann Rock’n’Roll kaum sein..und irrer auch nicht.
Doch da, wo sie sich an Country Musik versuchen, versagen die Jungs in meinen
Augen…selbst, wenn sie Jason und seinen Scorchers nacheifern. (Auch Wahnsinn muss
gut sein). “The Rockin' Blues”, z.B. ist genial – ein
richtiger Rock’n’Roll Gitarren-Feger. “Tennessee” könnte sich auch hören
lassen, hätte der Sänger eine bessere Stimme. Denn: Ob Ihr’s glaubt oder nicht,
es gibt auch im Rock’n’Roll durchwegs Songs, die für Spass und Party stehen –
und den Erfolg garantieren. Steve Earle’s “Copperhead Road”, mein
Lieblingsstück des Songwriters, wirkt etwas langweilig. Wer aber Hank Williams
III gut findet, wird Freude an der Version der Dukes haben. Mich interessiert
sie weniger, denn die ganze Kraft des Stückes siecht so vor sich hin….Kurz:
Copperhead Road ist rebellisch genug – da braucht’s keinen Punk dazu. “Empty
Bottle Blues” erweist sich dessen ungeachtet als ausgezeichneter
Rockabilly.
So lässt mich die Band denn mit gemischten Gefühlen zurück. Ergo ziehe ich mich
aus der Affäre, indem ich ein Urteil erst fallen möchte, nachdem ich die Band
live gesehen habe. Auf CD ist sie mal gut und mal mittelmässig und für mich
schwer zu klassifizieren.