CD News Januar 2012



Whiskey Kill
Pissed Off…..
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Der Name der CD fasst meinen Eindruck vom vergangenen Jahr perfekt zusammen. Bei der Musik der Jungs handelt es sich um astreinen Rockabilly. Die Stimme ist ein bisschen eintönig, doch die Musik macht das Manko wieder wett…..Am Besten finde ich
He Still Calls Her Baby”. Schlimm dagegen ist das Honky Tonk Stück “Devil In You, Boy” hier singt der Junge einfach nur falsch.


S.E. Willis
Taproot- Songs of Robert Johnson and Hank Williams
Erhältlich bei: http://www.sewillis.com

Meist sind Coverversionen den Originalen ähnlich und nie besser. Hier haben wir eine lobenswerte Ausnahme vor uns. Weder Robert Johnson, der Blueser, noch Hank Williams, The King Of All, wird kopiert. Entstanden sind hier vielmehr ganz eigene Versionen, die unheimlich authentisch wirken. So erscheint denn Robert Johnson in modernem Blues-Stil, anstatt im Mississippi Delta Blues und King Hank wird zum Country-Rag, der irgendwo eher an Bluesgrass erinnert. S.E. Willis ist ein Ausnahme-Talent.......ein ganz, ganz Grosses.


Dave Crimmen
The Son of Sun
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Einen grossartigen Rockabilly-Sänger haben wir hier vor uns. Ursprünglich, mit rauer Stimme, ausgezeichneter Begleitband und viel, viel Temperament, rockt er, was das Zeug hält.



Flat Mountain Girls
Idle Talk & Wicked Deeds
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Ähnlich der kühlen Stimme von Hazel Dickens startet hier das Trio Flat Mountain Girls voll durch. Tolle Harmonien, rassige Fiddle und das Clawhammer-Banjo machen die Mädels aus. Klasse.



Bo Porter
Try Your Luck
Erhältlich bei:
http://www.rootscd.com/rockabilly (Sampler)

Dieser Mann ist schwer einzuordnen. Mal Tex Mex im Calypso-Stil, dann Rockabilly und zurück zum Hillbilly – alles hat er drauf. Klar, gefällt er mir bei den typischen Hillbilly-Stücken, z.B.
Take My Advice” am Besten. Doch auch bei Honky Tonk-/Western Swing-Nummern wie “It Ain't Over Yet” gefällt mir Bo Porter. Unbestritten ist sein Tonträger abwechslungsreich ausgefallen.


Big Art Peters
Out Horsing Around
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http://www.rootscd.com/rockabilly (Sampler)

Auch Big Art Peters wechselt gekonnt zwischen Psychobilly, Hillbilly und sogar Surf ab. Was mir an seinem Tonträger gefällt, ist das starke Echo.
So wähnt man sich immer in einem Western Film, egal, was der Knabe gerade bringt…


The Neva River Rockets
Moonshine Troubadours
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Nicht die neueste Arbeit der Jungs aus Russland, aber die vom Sound her Beste. Grossartiger, authentischer, eher zarter Rockabilly.

Billy Lee Riley
The Many Sides Of - The Best Of Billy's Blues
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Billy Lee Riley gehört bei Insidern zu den Grossen der Rockabilly-Szene. Und wie’s der Name hier sagt, handelt es ich bei der 14-Nummern fassenden CD um Blues-Titel. Aber immer mit ein bisschen Rockabilly……. Gerade soviel, dass deutlich wird, wie nahe sich die beiden Musikrichtungen sind. (Jimmy Reed lässt grüssen). Schlichtweg genial…..



General Patterson

Shackville
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General Patterson erinnert manchmal ein wenig an Confederate Railroad. Der Mann aus Louisiana zeigt sich traditionelle, mit einer Spur Rebellion, Südstaatler, der er ist. Seine Lyriken sind denn auch die des einfachen Mannes: Geldsorgen, der berühmte Bible Belt in der heutigen Zeit, Nostalgie, Veränderungen.


Craig Clifford
Hard Time In Texas
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Auch Craig Clifford, seines Zeichens typischer Texanischer Songwriter, lässt sich über die heutige Zeit aus. ‚Was haben wir getan, dass es uns so mies geht?‘ fragt er z.B. die Zuhörer. Ich sage mir, dass ein so guter Sänger (erinnert ein bisschen an Gilmore) und Songwriter keine schlechten Tage verdient hat, wobei mir klar ist, dass er gerade dadurch wächst, sie seine Können vielleicht vergrössern. „
My Porch Swing”, die letzte Nummer, erinnert mich an Willie Nelson, während CD Baby den frühen Bob Dylan zu hören glaubt. Wer immer es sein mag: Craig Clifford ist so gut, wie texanische Songwriter in der Regel sind. Dafür müssen sie nicht mal laut sein, diese Kerle. So wie Craig, akustisch, zeigen sie sich in ihrem besten Licht.


James E. Payne
Old Cowhand
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Lustig – die Kuh auf dem CD Cover sieht aus wie ein Schweizer Braunvieh. Egal. James E. Payne aus Oregon hat den 12 Titel fassenden Tonträger mit 87 Jahren geschaffen. Zieht man dies in Betracht, kann er mit jungen Spunden mithalten. Klar, seiner Stimme hört man an, dass er nicht mehr zu den jüngsten gezählt hat. Doch als es ihm im Altersheim langweilig wurde, besorgte sich der ehemalige Cowboy-Sänger einen ausgedienten Cassetten-Recorder und nahm seine Lieblingssongs zum Teil A-Capella auf. Entstanden ist eine Arbeit, auf der James E. Payne, würde er noch leben, stolz sein könnte. Sie lässt alte Wild West Filme wieder aufleben und macht klar, wie die Country Musik einst klang….bevor sie von Nashville vermarktet wurde.


The Judy Chops
Give Her The Gun
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Die Asylum Street Spankers haben sich mittlerweile ebenfalls getrennt. Wieder ein Verlust für die Musikwelt. Glücklicherweise haben solch hochstehenden Bands nicht nur unzählige Fans, sondern auch Nachahmer. Wie die hier, die Judy Chops aus Virginia. Heisst: Old Time Sound & Bluegrass, auch mal mit einer zarten Spur Südstaaten Rock, vom Feinsten. Klar, die Band kann mit dem Original nicht mithalten. Aber sie probieren’s immerhin.


Milkwood Dreams
Hellfire & Bone
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Fast zerbrechlich zeigen sich die Milkwood Dreamers. Zarte Klänge wie die hier empfinde ich immer sehr mutig, denn jeder kleiner Fehler fällt bei Duetten meiner Meinung nach doppelt auf. Doch die zwei hier müssen sich nicht verstecken. Die dürfen so mutig sein, wie sie wollen. Denn sie können ‚was, der Junge und das Mädel. Country Folk der Extraklasse.


The Biscuit Grabers
The Lonestar State Jazz Swing Trio
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Wie’s der Name schon sagt: Hier haben wir es mit einer Swing-Truppe aus Texas zu tun. Wer Swing mag, der gönne sich den Tonträger – er ist genial.



The Lonesome Drifters
From The Backwoods
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Diese Jungs hier entsprechen meinem Geschmack. Rockabilly, wie ich ihn verstehe, mit tiefem Gesang und viel Echo…… Johnny Burnette lässt grüssen – dank dieser Truppe aus Deutschland.


Billy Don Burns
Nights When I’m Sober
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Billy Don Burns lässt das Herz eines jeden Honky Tonk Fans schneller schlagen. Jede Wette. Grossartig. Und tanzbar. Zwar kein Gary Stewart (wer ist das schon?) aber ein ausgezeichneter Billy Don Burns.


Mark Keeley’s Good Rockin‘ Tonight
On The Rebound
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So klasse die CD aussieht, so aussergewöhnlich gut klingt sie auch. Die Rockabilly Band aus England rockt, was das Zeug hält und ist nicht von schlechten Eltern. Dafür sorgt nicht nur die Songauswahl („All By Myself“ oder „One Night“ sind mit von der Partie), sondern auch die tadellose Produktion und der geniale Gesang Mark’s. Der Wahn.


Mark Keeley’s Good Rockin‘ Tonight
Have You Heard The News
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Die zweite CD von Mark Keeley ist mir ein bisschen zu sentimental. Der Sound ist einfach ZU süss und driftet manchmal auch in Shadows- / Surf Sound ab.

 
Diablo Dimes
Villains
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So irre, wie der Junge aussieht, klingt er auch. Ob er nun über den Blueser Son House in dessen Stil lamentiert („
Wicked Son House”) oder dreckigen Blues bringt, der nach akustischem Psychobilly klingt (“Shake Baby Blues”) – Diablo Dimes klingt immer nach Aggression, Rebellion und Wahnsinn. Der Musiker aus Florida ist ziemlich schräg – aber auch ziemlich gut.


The Huckleberrys
Rose Tattoo
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Der Gesang klingt zwar etwas kühl, passt aber gut zur einfach gehaltenen Begleitmusik. Mir fällt auf, wie gut der Gitarrist ist. „
Lanikai Blues” klingt so richtig nach Sommerferien. Die kann man sich im Moment ob des Wetters nur schwer vorstellen, aber die Sehnsucht ist da. Und wird grosser bei diesemTitel. Allen Nummern gemein ist eine gewisse Leichtigkeit, beinahe ein Schweben in Sphären, die viele Gruppen nicht mal annähernd erreichen. Schön finde ich den “Texas Waltz”, während “Grizzly Bear” eine Spur Rockabilly zurück lässt. “Trouble” hat glücklicherweise nichts mit Travis Tritt zu tun. Und die Schlussnummer, “Western Oregon Opry” wird dank dem Banjo zum Bluegrass-Stück umfunktioniert. Wobei dieses Stück gekonnt noch einmal die Leichtigkeit der CD zusammenfasst.


Nellie Clay
Born Too Late
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Immer klingt Nellie Clay nicht traditionell. Aus „
Been Good Too Long” wäre mit elektrischen Instrumenten eine typische Nashville-Nummer geworden. Glücklicherweise kommt das Stück jedoch nur ein bisschen – nun – unordentlich daher. Denn die Steel-Gitarre und das Schlagzeug scheinen sich hier geradezu zu widersprechen. Ansonsten klingt das Mädchen aus Alaska nach purer Songwriterin die mit klarer, starker Stimme ihre Stücke vorträgt. Ihr relative tiefes Timbre macht eine willkommene Abwechslung zu dem Nashville Geflüster vieler weiblicher Interpretinnen.


 
Misisipi Mike & The Midnight Gamblers
Margaret I Miss You
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Nun – die angesprochene dieser CD sollte besser zu Mike zurückkehren, denn dessen Talent ist einfach ZU offensichtlich. Zwar ist sein Gesang eher amüsant, als gut, doch der Sound ist ursprünglich –auch mal mit Barrelhouse Piano.


Gary Backhaus
Primal Hillbilly
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Die Intensität Gary Backhaus‘ erinnert mich ein wenig an Joe Ely. Obwohl er, wie der CD Titel bereits verrät, pure Hillbilly Musik bringt. Zwar klingt er immer ein wenig verschnupft, doch die 10 Titel haben’s in sich. Mal Western Swing, mal ein bisschen Rockabilly, mal Blues….alles ist da. Alles, was er kann, dieser Gary Backhaus. Und das ist echt ‚ne Menge.


The Damned Young Livers
Live At Jodys Ramblin Rose Rodeo Roadhouse
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Diese Band klingt wie eine moderne Version der Pogues. Ja, der irischen Band, die hauptsächlich Polka brachte und das, ohne Zähne im Mund….Ich vermute mal, dass an diesem ‚Live Abend‘ so viel Alkohol floss, dass die CD den Eindruck einer riesigen Party hinterlässt. Tatsache ist: Wer nach Partymusik sucht, der höre sich die hier vorhandenen 16 Nummern an. Denn die eignen sich perfekt für jedes feucht-fröhliche Fest. Scheint, als wär‘ Missouri ‚ne Reise wert…


Tom Amstrong
Songs That Make The Juke Box Play
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Die CD muss in unserer Zeit entstanden sein, auch wenn sie nach gestern klingt. Dafür sorgten
David Phillips an der Pedal Steel, Doug Adams an der Fiddle, Mike Wolf an der Gitarre, Les James am Schlagzeug und Rob Douglas & Greg Reeves am Bass. Honky Tonk für Liebhaber dieses Genres. Astrein und authentisch.


Jimmy Pines & Washboard Jere
Ya Damn Hillbilly
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Noch ein Spassmacher der Extraklasse. Jimmy Pines scheint das Leben nicht allzu ernst zu nehmen, auch wenn der Mann aus Arizona den Blues, den dreckigen Mississippi, Blues, ganz gut zu kennen scheint. 16 akustische Songs mit einem Augenzwinkern.


Two Dollar Coat
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Schöne, einfache, traditionelle Bluegrass-Musik. Die Themen sind vielfältig: Neben einem amüsanten Song über Touristen finden sich auch Traditionals, z.B. „Shady Grove“. Erstaunlich, dass die Gruppe aus dem Staat New York kommt. Allerdings wirken sie zeitweise hektisch. Mit meinem Hang zu sentimentalen Titeln bereiten mir ihre schnellen Nummern Mühe. Einzig „
France Blues” begeistert mich völlig. Der Titel macht eine willkommene Ausnahme.



Flat Top Trio
Weekend Musician
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Ja, es gibt sie noch – die Bands, die auf die Tränendrüsen drücken. Das Trio aus Vermont macht das Beste aus traditionellem Bluegrass und Folk. Egal, ob es sich um keltisch angehauchte Nummern („
Dig A Hole”) oder um smart komponierte, traditionelle Harmonie-Nummern (“Even God Gets The Blues) handelt – die Gruppe ist in ihrer Authentizität (Dobro, akustische Gitarre, Fiddle, Banjo) so hochwertig, dass sie mich gleichermassen entzückt und verblüfft.


Halden Wofford & the Hi-Beams
Live! At Hodi’s
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Web-Seite: http://www.hibeams.com/

Wieder einer, der den Texas Sound voller Freude auslebt. Überraschend finde ich „
Rose Marie”. Da wär’ ich auch gerne vor Ort gewesen…..Der Junge ist echt gut…….und da er eine einmalige Stimme hat, die selbst vor Southern Rock nicht Halt macht (“All Along the Watchtower” könnte selbst Lynyrd Skynyrd das Fürchten lernen). Leider fehlen Infos zum Knaben. Aber ich mache sie schon aus. Wie auch immer: Dieser Künstler sollte im Auge behalten werden. Also: Die Band kommt aus Colorado. 2010 feierte die Truppe ihr 10-jähriges Jubiläum. Die CD entstand in einer Nacht bei Hodi's Halfnote im Fort Collins. Auch die Hi-Beams könnten europäische Veranstalter endlich ‘mal entdecken…verdient hätten sie’s.


Tortolita Gutpluckers
Wanted: Road Kill Stew
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„Boiled The Cabbage Down“ war eines der ersten Bluegrass-Stücke, die ich zu hören kriegte. Noch heute besitze ich die Marlboro-Country-Festival-Cassette, auf der es drauf war. 12 vorwiegend rassige und bekannte Nummern bietet die Band auf ihrem Tonträger. ‚Ready for a Bluegrass-Party?‘



The Bluegrass Kingsmen
40th Anniversary Album
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Mit den Lead-Stimmen bin ich nicht immer einverstanden. Dafür umso mehr mit den Harmonien und der Musik. Die 12 Titel, vorwiegend Duette, setzen einen hohen Standard. Den können ‚gerade beliebte‘ Bluegrass-Bands jedenfalls nicht schlagen.