CD News August 2010

Los Fabulocos
Los Fabulocos Featuring Kid
Ramos
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Web-Seiten: www.myspace.com/losfabulocos
bzw. www.deltagrooveproductions.com/
Auf diese kalifornische Band stiess ich zufälligerweise. Und selten war mir ein
Zufall willkommener. Welch ein Sound! Egal, ob Mariachi, Rock’n’Roll („Burnin' The Chicken”), sentimentale Liebeslieder oder traditionelle Songs neu
arrangiert, wie etwa „All Night Long“. Diese Band bereitet puren Spass –
gespannt wartet man auf die nächste Note, sucht man nach Neuem, das man bis
dato nicht bemerkt hat (tja – es gibt mehr als gute Gitarrenriffs zu
entdecken). Klever ist das letzte Stück, das die Stärke der Gruppe auch gleich
erklärt: „Mexico
Americano” – ein echter
Ohrwurm, nicht nur dank dem Akkordeon. Beeindruckend sind übrigens beide
gleichermassen: Der Akkordeonist wie auch der Gitarrist (Kid Ramos).
Eine Band, die unbedingt nach
Europa muss – live, darauf wette ich, sind die Typen irre….
Die CD ist inzwischen bei mir eingetroffen und liegt ständig im Player. Musik
für gute Laune und all jene, die auf hohe Qualität setzen. Grandios.

Acoustic Sunday
Kevin Williams
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Acoustic Sunday offeriert akustische Gospel-Balladen, die jedermann/-frau
kennt. Vorgetragen mit zarter Gitarre oder Dobro. Der Tonträger entspannt, regt
zum Nachdenken und Philosophieren an. Absichtlich simpel gehalten, eignet sich
die CD für ruhige Stunden.

Wolf Creek
Like
the Restless Wind
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Rassige, eher progressive Bluegrass Musik entstanden in Big Stone Gap, Virginia. Dass es bei Wolf Creek eher um moderne Bluegrass
Musik handelt, zeigt schon der Einsatz des Schlagzeuges und anderer eher
ungewöhnlicher Instrumente, z. B. einer verstärkten Fiddle.

Hillbilly Casino
Tennessee Stomp
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Geoff Firebaugh, seines Zeichens einstiger Bassist von BR549, zeigt sich hier
mit Nachfolge-Band. Live sind die Jungs und ich sag das nicht gerne, einfach
nur laut. Psychobilly scheint Geoff nun den Vorzug gegeben – und den lebt der
Ausnahme-Kontrabassist hier voll aus. „80085” ist ein originelles Stückchen, zum Mitsingen mehr als geeignet. “Heartburn
and Heartache” ist ein überraschender Blues – hätte der Sänger ‘ne bessere
Stimme, wär der Titel Spitze. “The Ballad of Psycho Steve (mit Dale Watson)” bringt
den Texaner dahin, wo er sich in meinen Augen selbst hin katapultiert hat:
Gelangweilt von täglichen Auftritten, müde vom Rampenlicht, gibt er sich keine
Mühe und scheint gar hinter dem rassigen Beat ein wenig zurückzubleiben. Hässlich
auch die Steel-Gitarre, die dem Ganzen noch das i-Tüpfelchen aufsetzt. “Somethin's
Getting Ready To Give” bringt dem Zuhörer Hillbilly Casino als Live Akt
nahe. Schrecklich. Echt mies. Muss ich leider sagen. Keine Ahnung, ob sich
Geoff hier in einer teenage-artigen Phase befindet. Ich hoffe einfach, dass sie
möglichst schnell ein Ende findet und ich etwas Gutes über ihn schreiben kann,
denn ich bin nach wie vor überzeugt, dass er’s verdient.

m & m Blues
Murphy Henry
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Diese CD ist genauso originell, wie sie aussieht. Banjo und Blues? Nun – das
geht. Und wie! Wie gut, das zeigt Murphy Henry deutlich. So artet denn hier
„Just Because”, bestens bekannt in der Version der Collins
Kids, hier zum Fiddle/Banjo Rocker aus. Zwar zart, aber trotzdem rassig. Wie
gut dass diese Banjospielerin ist, zeigt sich meines Erachtens bei “What A
Friend We Have In Jesus” – ich war immer der Ansicht, dass ein Banjo ‘tropfen’
soll – wie der Regen. Hier haben wir einen ganzen Regenguss. Begleiten lässt
sich Murphy übrigens von ihrem Ehemann, Red Henry, an der Mandoline.

The Rockabilly Richie Band
Rockabilly This
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Ehrlich gesagt, war ich nicht weiter überrascht, dass mich die CD nicht vom
Hocker haut, nachdem ich schon vom Cover nicht überaus begeistert bin. Mir
Rockabilly hat dieses nämlich genau so wenig zu tun, wie der Inhalt des Tonträgers.
Diese Musik überhaupt Rockbilly zu nennen, scheint mir ziemlich mutig. Selbst
die Titelmelodie klingt mir mehr nach einem, der sich auf einer Orgel im
Rockabilly-Takt begleitet, als nach dem frühen Rock’n’Roll, den man Rockabilly
nennt. Und während ich mich durch die CD kämpfe (anders kann ich’s nicht ausdrücken)
kommen mir ungewöhnlich starke Ausdrücke in den Sinn, die ich hier aus
erzieherischen Gründen nicht nennen möchte.
Soll ich mich aber gesittet ausdrücken, würde ich’s in 2 Worten sagen: Finger
weg!

Lonesome Otis
Weary Travellers
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Eine traditionelle Bluegrass Band aus Kalifornien, die sich durch gute
Harmonien und gute instrumentale Begleitung auszeichnet. Speziell ist der Song „Shadow of A Train”. Hier verbindet die Band Bluegrass mit dem
ursprünglichen Sound aus Western Filmen, indem ihre Stimmen in Harmonie eine
Eisenbahn immitieren. “I Heard My Mother Call My Name In Prayer” ist ein
bekannter Song, der hier zwar gut wieder gegeben wird, den ich aber auch schon
besser hörte. Ein wenig zu schnell ist mir die Nummer, wenn ich so darüber
nachdenke. Der letzte Titel, “The Other Side of Love” zeigt die Geschwindigkeit,
die die Band vorgeben kann. Begeistert bin ich davon nicht gerade. Viel zu
nervös ist der Song und ich beobachte mich selbst dabei, wie ich den Sänger bei
zu ertappen versuche, dass er mit dem Tempo nicht mithalten kann. So sollte es
eigentlich nicht sein, oder? Trotzdem eine gute, angenehme Band.

Red Henry
Bluegrass Mandolin & other trouble
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Als unglaublich schneller Mandolinen Spieler stellt sich Red Henry hier vor.
Allerdings ist die traditionell gehaltene CD nur für jene Zuhörer geeignet, die
sich mehr aus rassigen denn aus getragenen Stücken machen. Tja. Von Big Mon
sagt man ja selber, dass er nur langsame Stücke ausgewählt habe, um zwischen
seinen Lieblingsnummern, allesamt schnell, abwechseln zu können. Bei „The Darling Daughter” präsentiert sich Red Henry als Sänger. Und
ganz ehrlich…irgendwie mag ich die Stimme nicht… der Gesang ist spitz wie eine
Nadel, beinahe stechend. “Two Hands on the Wheel” zeigt Red’s Eheweib,
Murphy Henry, am Gesang. Auch ihrem Gesang fehlt meines Erachtens Wärme, wenn’s
auch sonst nichts zu meckern gibt. Er ist durchaus stark zu nennen. Was ich
meine, zeigt sich deutlich bei “Grandpa Rock On” – ich versteh’ meine
Abneigung, ehrlich gesagt, selber nicht. Denn: Wer hätte nicht gerne eine solche
Stimme? Zurück bleibt eine zwar beeindruckte, aber nicht überzeugte Zuhörerin,
die an sich selbst zweifelt.

Random Canyon Crowlers
Dickey
Ain't Got All Day
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Jung, enthusiastisch, temperamentvoll und rassig kommt die Band ‚rüber. Was
sofort klar wird ist, dass die Knaben oft auftreten. Ihre Harmonien sprechen
für sich. Für die Erklärungen zwischendurch muss man schon Englisch können. Für
die Bluegrass Musik der Random Canyon Crowlers dagegen nicht.

Cedar Squeezers
El Chupacabra
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Die Cedar Squeezers sind ‚was Besonderes. Nicht nur die CD Hülle lässt das
Vermuten. Der Sound ist ebenso einzigartig. Von hoher Qualität, mit viel Blues,
aber auch Klasse Honky Tonk, den man von Texanern erwartet, durchzogen von
Folk, katapultieren sie sich auf ein Level, das ziemlich anspruchsvoll ist.
Ungewöhnlich dabei ist nicht nur der rebellische Gesang, auch der Einsatz von
Bläsern. Ein toll produzierter, abwechslungsreicher Tonträger.

Pug Johnson
Radix
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Pug Johnson lässt sich hier in akustischer Country-/Folkmanier über die Jugend/Kindheit
und Familie aus. Entspannt, aber ergreifend, zeigt sich hier ein weiterer
grossartiger Songwriter aus Texas. Übrigens bedeutet „radix“ nichts anderes als
„roots“ – und man könnte in der Tat dieses Album nicht besser umschreiben, als
mit „Wurzeln“.

Annie Neeley
Cold Heart Blues
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Die CD ist musikalisch grossartig. Vor allem die Mandoline besticht. Gesanglich
kann ich mich mit Annie Neeley nicht identifizieren. Ich kann zu viele
Schwächen ausmachen. Stark ist die Lady aber bei Swingmässigen Stücken, z.B.
bei „Blues Over You“. Dessenungeachtet gehen mir Titel wie „Whippoorwill” mächtig gegen den Strich. Zu sehr erinnert mich der
Gesang an Alison Krauss. Tja. Zu Patsy’s Zeiten musste man noch singen können….oder
hat man damals die Sänger vielleicht mit Hafer versorgt?

Jayke Orvis
Its All Been Said
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Jayke Orvis ist einer der Mitgründer der .357 Stringband, gegenwärtig Mitglied
bei The Goddamn Gallows. Über ihn sagt man, er sei seiner Zeit weit voraus. Nun
ja. Der Mann aus Wisconsin ist sicher mal ein genialer Banjospieler – im alten
Stil. Alles andere, z.B. der ungewöhnlich eckige Gesang, der dennoch
ausgezeichnet zum Stringsound passt, überrascht allerdings etwas. Trotzdem hört
man dem Jungen gerne zu, ja man stellt sich so sehr auf ihn ein, dass man sich
selbst dabei erwischt, wie man sich völlig auf ihn konzentriert. Schon mal
Rockabilly Riffs im Bluegrass-Stil gehört? Nein? Hier werden sie geboten.
Ein Genie.

Rakhal Kincaid
Kawabonga Cowboy
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Da ist es einem gelungen, Country Musik auf Ferien zuzuschneiden. Auf Ferien
auf einer Insel im Süden, wohlverstanden. Die Tropen rufen, wenn man hier
zuhört. Aber ob man dem Ruf auch im Winter folgen möchte, sei dahingestellt.
Viel Hula.

Whiskey Whiskers
Pissed Off Catfish
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Weder der Bandname, noch derjenige ihrer CD ist Salonfähig. Ganz anders die
Musik. Leider bietet das Werk nur 8 Stücke, doch die haben’s in sich. Bluegrass
und traditionelle Country Musik, voller Harmonien, mit viel Takt, den obligaten
Songs über’s Trinken, den Glauben und die Liebe inklusive. Echt stark, diese
Band aus Indiana.

Derek Young
The Sinner
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Derek Young hat sich waschechtem Honky Tonk verschrieben. Leider singt er nicht
so gut wie Wayne Hancock, dafür ist sein Steel Gitarrist ausgezeichnet.
Manchmal verdirbt der Gesang alles. Wie hier.