CD NEWS April 2010

The Washers
Devils Name
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Es gibt unzählige Mischungen, nicht nur in der Country Musik Welt. Diese hier habe ich bisher, so glaube ich wenigstens, noch nicht angetroffen: Southern Rock und Honky Tonk, klever verbunden. Etwas laut, etwas rau, aber trotzdem sympathisch und von hoher Qualität. Die elektrischen Gitarren, das Schlagzeug und die Harmonien sind in Südstaaten-Rock Manier gehalten, die Lyriken entsprechen jenen des Honky Tonk. Dennoch sind mir Songs wie „Rise N' Shine“ oder „Pretty Girls“ zu hart. Vom zornigen „Rhythm of the Room“ ganz  zu schweigen. Dafür ist den Balladen, etwa „Devils Name“, der Charme nicht abzusprechen. Das stärkste Stück ist das Letzte, „Shiner Bock Beer Song“ ein typischer Honky Tonk zum Mitsingen.



PC Cowboys
Get Over It!
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Diese 3 Cowboys haben ganz offensichtlich einen Heidenspass bei dem, was sie tun. Sämtliche Songs, ob nun die Eröffnungsnummer im Cajun-Stil oder die restlichen, in der traditionellen Country Musik gehaltenen Stücke: Sämtliche Nummern triefen geradezu vor Selbstvertrauten und Witz. Die Begleitung besteht aus Steel Gitarre, akustischen Klampfen und auch mal ‚ner Mundharmonika. Über den Gesang kann man streiten. Oftmals geht es um Sprechgesang und um ziemlich schiefe Töne. Doch was ist von einer Truppe zu erwarten, die sich „die einzige politisch korrekte Country Band der Welt“ nennt? Selbstironie ist wohl das Erste, was man bei einer solchen Aussage voraussetzt.



PC Cowboys
Bright Lights Bridge City
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Wie gesagt, die PC Cowboys besitzen Humor. So sehr, dass sie hier Jimmy Reed’s „Bright Lights, Big City“ einfach stinkfrech in „Bright Lights Bridge City“ abändern. Und es wird gleich noch witziger: Wer den Titel auf der CD sucht, tut’s vergebens. Dafür zeigen die 3 Jungs die musikalische Bandbreite der texanischen Musik nur allzu deutlich auf. So laden sie den Zuhörer zu einer Reise, untermalt von Western Swing, Honky Tonk über Cowboy Songs ein. Wie gesagt: Über den Gesang kann man sich streiten. Über den Humor nicht wirklich.



Union Avenue
Teenage Kicks
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Ich weiss, da draussen gibt’s noch jede Menge Johnny Cash-Fans. Und nicht zuletzt stehen die auf den unnachahmlichen Beat, der einst Luther Perkins zu verdanken war.
Nun – Union Avenue bringen ihn ins nächste Jahrhundert – und wie!

Leider werden hier nur 3 Stücke angeboten – unter anderem der „Folsom Prison Blues“, der bei Union Avenue allerdings unter „Feltham Prison Blues“ läuft. Bleibt zu hoffen, dass möglichst bald ein vollständiger Tonträger der Jungs aus Schottland folgt.


Union Avenue
Now Here’s Union Avenue….
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Da war ich wohl wieder einmal mehr vorschnell. Hier ist also die gewünschte, vollständige CD. Und schnell wird einem bewusst, weshalb man den Mann in Schwarz mag.

Anspieltipp: „Wish You Were Here“ für gebrochene Herzen.



Peter B. Peterson
Jamsboree
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Bei Peter B. Peterson scheint man mit allem rechnen zu müssen. Setzt er doch die Instrumente (etwa das Banjo) so ungewohnt ein, dass man echt geschockt ist. Alleine die Eröffnungsnummer „One Bullet“ zeigt einen völlig kreativen, selbständigen, von jedem Trend und Einfluss unbeeindruckten Peter B. Peterson. So ist denn der Song wie eine rockige Version eines uralten Appalachen-Stückes. Und „Farmer’s Daughter“ wirkt noch wilder. Dem Stück kann ich selber nicht viel abgewinnen. Es klingt wie eine Rap/Country Version von Südstaaten-Rock. Und Peter B. Peterson scheint sich auch bei den nachfolgenden Stücken selber aus den Augen zu verlieren. Mal greift er zu einem Megaphon, dann zu einer Maultrommel, bis er die Mundharmonika für sich zu erfinden scheint. Ich weiss nicht, was ich von dem Jungen halten soll. Originell ist er allemal. Aber vor allem muss der Zuhörer bei Peter Rap mögen. Und das tu‘ ich nun nicht gerade.


Dave Peloquin & Bob Webb
Sounds Like Old Times
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Diese CD kann ich jedem Traditionalisten wärmstens empfehlen. Zart, mit unglaublich viel Fingerspitzengefühl (auch beim Fingerpicking) zeigen sich die 2 Musiker, die ganz offensichtlich die klassische Country Musik bevorzugen. Dafür spricht denn auch das Repertoire, das aus Nummern wie „Corinna, Corinna“, „Jimmy Brown the Newsboy“, „Lonesome Valley“ oder „So Long, It's Been Good to Know You“ besteht. Die zwei Männer lassen sich lediglich von ihren 2 akustischen Gitarren begleiten. Ein Highlight auch für Gitarristen.


Hallways
Ghosts
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Die Band ist zwar nicht laut, aber ihre lasche Art macht den Eindruck von Aufmüpfigen. Die Lady, zum Beispiel, ist bei den Duetten immer ein kleines bisschen hinter dem Sänger. Das macht ihren Gesang speziell und einzigartig. Der Stil ist typische Americana: Von allem ein bisschen – vor allem von der traditionellen Country Musik. Irgendwie wirkt die Gruppe auch ein bisschen esoterisch – wie die Handsome Family. Instrumental sind akustische Gitarre, Snare Drum, ab und an Schlagzeug, aber auch eine Bläser-Sektion auszumachen (nur selten, glücklicherweise). Die Band dürfte Live ein Highlight sein, vor allem, wenn man gerade selber in einer rebellischen Phase steckt.


The Bo-Stevens
Honky Tonk Angel and a Bottle of Wine
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Die Bo-Stevens haben sich dem traditionellen Honky Tonk verschrieben. Den sie aber mittels elektrischen Instrumenten nicht vollständig zu verkörpern vermögen. Es gibt zwar bessere Sänger als der hier, aber die Band zeigt deutlich die vielen unterschiedlichen Stile innerhalb des Honky Tonks auf. Und das ist zumindest ein Reinhören wert.
Ich selber erwärme mich einmal mehr für die langsamen Nummern, etwa „Your Lies“.



Curtis Potter
Walking On New Grass
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Ich mag die leidenschaftliche, herzerwärmende Art, in der Curtis Potter seine ohnehin starke Stimme einsetzt. Und widmen tut er seinen Gesang ausnahmslos der typischen, texanischen, klassischen Country Musik. Kann sein, dass diese Musikart schnell langweilt. Trotzdem gehört sie meiner Ansicht nach zu den bezauberndsten Stilen innerhalb der Country Musik. Mit der Steel Gitarre, zurückhaltendem Schlagzeug und einer schmelzenden Fiddle sollte Curtis Potter ganz oben auf der Hitliste aller Traditionalisten stehen.



Geary Hanley
Tequila Rose
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Auch Geary Hanley weist sich als typischer Honky Tonker aus. Allerdings ist Geary für einmal aus Oregon, nicht aus Texas. Meiner Meinung nach sitzt der Musiker nicht so fest im Sattel wie Curtis Potter, aber sein Stil ist sympathisch, man hört dem Mann gerne zu.


Jo Kills Sorrow
Darkness Sure Becomes This City
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Jo Kills Musik lässt sich nicht so einfach zusammenfassen. Sie ist eigenständig. Manchmal begleitet sie sich nur auf dem Clawhammer Banjo („Kill My Sorrow“). Dann erklingt ein zarter Chor im Hintergrund und Jo klingt wie eine Folk Queen, mit ihrer klaren, hohen Stimme. Eine entspannte, klug zusammengestellte CD. Sicher nicht laut, aber dafür umso geeigneter für besinnliche Stunden.


Johnny Bush & The Bandoleros
Play The Hills
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Johnny Bush meldet sich – endlich – wieder zurück. Wenn auch mit Aufnahmen, die bereits veröffentlicht wurden. Johnny nimmt bei mir einen ganz speziellen Status ein und steht immer noch auf meiner Wunschliste betr. Live-Konzerte. Dies, weil er schon von der Generation her für die – für mich – einzig wahre Country Musik steht. Nämlich die Echte. Für Stücke wie „There Stands The Glass“ (hier mit dabei) oder „Whiskey River“. Leider lässt die Qualität der Aufzeichnungen zu wünschen übrig. Nichtsdestotrotz: Dies hier ist Johnny Bush pur.


Jim Loessberg
Sawed-Off Shotgun
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Wer auf instrumentale Stücke steht, dem dürfte diese CD entgegen kommen. Berühmte Nummern wie „Faded Love“ (Patsy Cline) oder „Sing A Sad Song“ werden hier mittels Fiddle und Steel Gitarre genauso schmelzend vorgetragen, wie die Originale einherkommen.


Dark Hollow Bottling Company
Gone, Gone, Gone
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Eine junge Gruppe im Stil der Old Crow Medicine Show. Mit viel Spass an der Sache, viel Ehrlichkeit bezüglich der Lyriken und genügend Selbstvertrauen, um gut zu sein. Herausstechend sind das Banjo und der träge Gesang. Originell sind auch Perkussion und Fiddle.


Blue Ridge Rounders
The Rounder Way
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Auch diese Jungs halten sich an Old-Time und Bluegrass-Musik. Was ich mag, ist der wilde, zügellose, mehrstimmige Gesang. Bei „In the Pines“ zeigt sich auch die musikalische Grösse der Band. Das Stück ist meiner Ansicht nach nicht nur anspruchsvoll hinsichtlich des Gesanges (an dem nichts zu bemängeln ist, ganz im Gegenteil), sondern auch instrumental nicht einfach zu meistern.



Wilder Embry
The Bottle
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Wilder Embry steht für die aussterbende Art von Interpreten, die ihr Innerstes nach aussen kehren, um ihr Talent zu zeigen. Von der Stimme her erwartet man eigentlich Honky Tonk von ihm. Wilder’s Musik ist eher im modernen Country Musik Feld anzusiedeln ohne dass man sich an der Lautstärke des Schlagzeugers oder an zu lauten Gitarren stört. Sicherlich einer, der vieles zu sagen und jede Menge auszudrücken hat.



Rumblejetts

Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Da, wo die Rumblejetts im Feld des Rockabillys bleiben („Steamroller“), sind sie grosse Klasse. Aber da, wo sie den Psychobilly Boden betreten („Speed“), gehen sie mir echt zu weit. Aber wie ich’s immer betrachten mag: An Temperament und Tempo sind die Jungs wohl kaum zu überbieten. Ohrstöpsel würde ich hier zwar empfehlen, doch ein paar Zuhörer dürften von der Macht des hier verkörperten Rockabillys/Psychobillys durchwegs fasziniert sein.


AJ Downing & The Buick6
Way Back Home
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Der Cajun-Einschlag in der Musik von AJ Downing und seinen Buick 6 ist ganz offensichtlich. Singen tut der Junge wie Mario Matteoli (von den Ex-Weary Boys). Geschaffen hat die Band hier eine durchwegs aufmüpfige, ausgewogene, interessante CD. Zu finden sind hier nämlich nicht nur Cajun, sondern auch Honky Tonk, Balladen eine ganz feine Prise Rock’n’Roll. Und jede Menge Steve Earle. Grossartig. Spannend und äusserst talentiert.



Pete Travisano & Ed Barnett

Stealin' Back
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Pete Travisano‘s & Ed Barnett’s Stimmen ergänzen sich. Und das nutzen sie hier gnadenlos aus.

Viel müssen sie da nicht mehr hinzufügen, so halten sich die Instrumente klugerweise zurück. Für meinen Geschmack halten sie sich etwas zu sehr an Swing. Aber sie scheinen diesen Stil zu mögen und bringen ihn gut genug, um ihr Talent klarzumachen.



The Caravans
Treasures & Trash
Erhältlich bei: www.rootscd.com (Sampler)

Wer an klassischen Rockabilly-Nummern, etwa „Race With The Devil“ oder „Flying Saucer’s Rock&Roll“ interessiert ist, sollte hier mal reinhören. Die Originalversionen sind zwar besser, aber die Caravans geben einen guten Überblick über die Welt des Rockabilly. Der Kontrabass ist stark, die Titelauswahl gefällig und trotzdem schleicht sich nach mit der Zeit Langeweile ein.


Tim Lothar & Peter Nande
Two For The Road

Erhältlich bei: www.rootscd.com (Sampler)

Ein unglaublich starkes Duo aus Dänemark. Country Blues, wie er besser nicht sein könnte. Mit faszinierender Mundharmonika und ebensolchem Dobro. Eine wunderschöne, liebevoll gestaltete CD. Hut ab.