CD NEWS April 2008

The Monards
Ornery
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Die Monards sind eine progressive Bluegrass-Band, gleichzusetzen mit den Infamous Stringdusters, Old Crow Medicine Show usw.
Die Jungs und Mädels zeichnen sich durch grosse Energie, Spielfreudigkeit und Spass an der Sache aus. Anspieltipp: "Mississippi Wine".

Jonathan Singleton, Bruce Wallace, Ted Jones, Sergio Webb
Poet, Soilder, Wise Man, King
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Im Stil der Travelin' Wilburys, schreibt CD Baby. Das erste Stück, "Black & Green" wurde also nur gewählt, um die Menge zu verwirren? Na ja - wie der Rest der CD beweist, scheint es in der Tat so zu sein......
Wer für den elektrischen Country-Rock schwärmt, wird sich bei diesen Jungs heimisch fühlen.

The Lost Pines
Middle of The Morning
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
The Lost Pines konzentrieren sich auf die Musik der Appalachen, einen akustischen Sound, also. Bei den Harmonien hört man ihnen gerne zu, auch die Instrumentierung ist gefällig. Einen mutigen, ausgefallenen Abschluss macht das Stück "Valley Forge" - nur mit Piano und Gesang wirkt die Nummer wie eine verschneite Winterlandschaft.

Cole Mitchell & The Curs
Nobobdy's Blues
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Die Arbeit des "American Roots Sänger und Songwriter Cole Mitchell's drückt sein hartes Leben aus, das er so gut wie möglich überlebt. "Ich habe eine Art Nebenstrom zur Musik geschaffen, die ich als Kind im Honky Tonk meiner Grossmutter, im südlichen New Mexico, zu hören kriegte. Ich bin im Billy the Kidd Land geboren," erklärt Cole, "und im Hank Williams Land gross geworden."
So lebte der Junge viele Jahre in Alabama, bevor es den Teenager zurück nach New Mexico verschlug. Hier sollte er auf der Ranch seiner Eltern, in der Nähe der Gila Wilderness, arbeiten. "Ich habe das Reiten nie als Freizeitbeschäftigung verstanden," sagt er, halb ernst, halb ironisch. Cole arbeitete viele Jahre lang mit seinem Vater zusammen - und kriegte am Country Radio einiges mit. Nachdem er sich selber das Gitarrespiel beibrachte, trug er Cowboysongs vor, aber auch Titel von Frizzell, Cash und weiteren Country-Sängern, die sein Vater hörte.
Nachdem er den Rock'n'Roll für sich entdeckte, entblöste sich Cole's rebellische Natur vollends. Nun befasste er sich mit The Stones und The Faces. Bald verband er jenen Sound mit den akustischen Klängen, mit welchen er aufwuchs. Und er versuchte, seinen Lebensunterhalt mit Musik zu verdienen.
Doch nicht lange und Cole musste zurück nach New Mexico. Hier kaufte er eine Ranch, züchtete Pferde und hielt Rinder. Aber erneut holte ihn die Rastlosigkeit ein. Also trat er wieder auf. Und war nicht glücklich dabei. Mit Gelegenheitsjobs hielt er sich über Wasser, fand sich eines Tages erneut beim Touren wieder.
Schliesslich landete Cole in Albuquerque. Und führte hier die Band Saddlesores an. The Saddlesores wurden bekannt mit ihrer ganz eigenen Art von Cow Punk, einer Musikmischung, die Cole seit seiner Kindheit pflegte. 15 Jahre lang führte Cole die Saddlesores an.
1992 erblindete Cole. Hernach löste er die Band auf. Gegenwärtig fungiert er als Solokünstler.
Nur wenige denken heute, stellen sie sich einen Lucky Luke vor, der in den Sonnenuntergang reitet, an Jimmie Rodgers. Viel eher kommt dem Träumer die zeitgenössische Country Musik in den Sinn - oder aber jene, die Cole Mitchell und seine Curs machen. Wie nannte man sie einst? Cow Punk.

Will Cox
Wanted Man
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Will Cox ist ein typischer Texaner. Er wuchs in Houston Texas, auf. Auch arbeitet er für die United States Army Security Agency und ist ein in Amt und Ehre entlassener Vietnam Veteran. Tagsüber arbeitet er als Deputy Sheriff für das Harris County Sheriff's Department von Houston, Texas.
Will Cox ging einst erfolgreich von der Bob Jones Universität in Greenville, South Carolina, ab. Er ist verheiratet mit Shirley Cox. Das Paar hat 4 Grosskinder. Will Cox lebt in Cleveland, Texas.
Nebenbei gehört Will eine Dachdeckerfirma in Cleveland.
Sind Texaner romantisch? Sentimental? Mutig? Oder schlichtweg stur? Keine Ahnung. Dieser Mann, Will Cox, eröffnet auf jeden Fall seine CD mit einem sentimentalen Lieblingslied.
Obwohl ich solche Songs mag und davon einige auf dem Tonträger angeboten werden, handelt es sich um eine mittelmässige CD. Ich vermisse die Harmonien.

The Jason Boone Band
I Hear Mississippi Calling
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
An der Jason Boone Band gibt's nichts zu meckern. Hier stimmt einfach alles: Der Gesang, die Harmonien, die Songauswahl und die Instrumentierung sind grosse Klasse - ebenso die traditionelle Bluegrass Musik. Ausgelassen haben die Musiker weder diese einmaligen, in verminderten Akkorden vorgetragenen Stücke, noch Titel wie "For Sale By Owner", die traurigen, sentimentalen Nummern, die Bluegrass-Musik für mich so faszinierend machen.
Vergleichbar mit David Peterson oder James King.

Flatt City
Lickity Split
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Stephen Schabel (Mandoline & Gesang), John Svenson (Gitarre und Gesang), Christopher James Robinson (Gitarre & Gesang), Michael Bruner (Banjo) und Dave Okey (Bass & Vox) machen Flatt City aus Charleston, SC.
Was die Band auszeichnet, ist sicher ihr Tempo. Bluegrass Musik für alle, die sich zu rassigen Bluegrass-Nummern hingezogen fühlen.

Mack McCloud
Cornbread & Beans
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Okay. Hacken wir zuerst das Cover ab. Es handelt sich um das indianische Super-Modell Yellow Feather....... sie legt hier die Hälfte ihres Federkleides ab, um für pubertierende Machos wie den Kritiker von CD Baby die erträumte Hausfrau darzustellen.
Na ja. Das Cover lenkt von der hohen Qualität der CD ab. Denn hier ist ein Künstler, dem man gerne zuhört. Kein lauter Mann, der Schlagzeuge als Agressionswerkzeuge einsetzt, sondern jemand, der nur eine akustische Gitarre braucht, um sich auszudrücken. Kein irrer Sänger, aber ein ziemlich guter und ein guter Songwriter.

Michel Lelong & Anicet Debien
Home Cookin'
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Das Duo Michel Lelong & Anicet Debien vereint hier die ganze Farb-Palette nordamerikanischer Musik: Vom Country Blues über Western-Swing, Boogie-Woogie bis hin zum Folk
Seit über 30 Jahren hat sich Michel Lelong auf diese Stile konzentiert. Und so klingt er auch: Wie ein Könner. Zwei Könner sind hier am Werk, um genau zu sein. 2 akustische Asse.

Firewater
The Golden Hour
Erhältlich bei: www.bloodshotrecords.com
Tourdaten: 15.04.2008 Beatpol, Dresden (D)
16.04.2008 Tacheles, Berlin (D)
17.04.2008 Palace, St. Gallen, Schweiz (CH)
18.04.2008 Reitschule, Bern, Schweiz (CH)
2005 brach Firewater's Tod A auf eine Reise auf, die ihn 3 Jahre lang durch den mittleren Osten, den indischen Subkontinent und Südostasien führte.
Damals hatte er sich kurz zuvor von seiner Frau getrennt, George W. Bush wurde wieder gewählt und New York, seit 20 Jahren Tod's Heimat, zeigt sich kalt und fremd. Tod war sich nicht mal sicher, ob er weiterhin Musik machen wollte. "Ich war extrem depressiv. Die Skyline von New York sah für mich wie eine schlechte Tapete aus. Entweder brachte ich mich um, oder ich ging auf Reisen." Demzufolge lagerte der Musiker seine Habseligkeiten ein und ging auf grosse Reise. Sein Gepäck bestand lediglich aus ein paar Kleidern und seinem Laptop.
Die Reise tat ihm gut. Besser noch: Sie machte ihn kreativ. "Ich reiste nach Delhi, Indien, durch die Wüste nach Rajasthan, von dort aus nach Punjab und nach Pakistan. Eigentlich wollte ich über Afghanistan und den Iran nach Istanbul gelangen. Doch die Situation liess Tod's Pläne nicht zu. So wurde er unterwegs ausgeraubt und litt schliesslich unter diversen gesundheitlichen Problemen. Auf der Strasse nach Kabul verschwanden mittlerweile Reisende. "Ich musste am Khyber Pass an der Grenze zu Afghanistan umkehren. Meine Gesundheit und die Gefahr des Kidnappings hielten mich von einer Weiterreise ab."
Nur mit einem Mikrophon und seinem Laptop bewaffnet, hielt Tod Auftritte mit diversen Musikern durch Indian und Pakistan fest - später auch in der Türkei und Israel. Bhangra und Sufi Perkussionen legten das Fundament zu den Stücken, die er auf seiner Reise schrieb - Nummern über die Welt, die er hinter sich liess ("This Is My Life", "Electric City"), über die Politik ("Borneo", "Hey Clown") und das Wegziehen ("6:45", "Feels like the End of the World"). Tod's Witz kommt bei The Golden Hour, deutlich zum Ausdruck.
Firewater Schlagzeuger Tamir Muskat (jetzt bei Balkan Beat Box) produzierte, mischte das Album ab und wirkte bei den Songs mit. Weitere Musiker stammen aus 5 verschiedenen Ländern. Auf einem kurzen Video, und den Postcards from the Other Side of the World kriegen Interessierte weitere Einblicke in Tod's Reise.
Es gibt eine deutsche Gruppe, mit der kann ich mich partout nicht befreunden. Nichtsdestotrotz: Sie klingen ähnlich wie Tod A bei "Borneo". Nur, dass hier die Faszination des Orients und ein grosses Talent vereint sind. Genial ist der einzige Sampler (Borneo) jedenfalls. Bleibt zu hoffen, dass alle anderen Nummern ebenso gut sind.

Don Worden
Winter Fires
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Don Worden wurde am 23. Januar 1943 in Saint John, New Brunswick, Kanadam geboren.
Von Anfang an besass er eine grosse Liebe für Musik und ein gutes Gedächtnis, so sang er denn stets vor sich hin, was er gerade am Radio gehört hatte.
Don, dem Teenager, brachte sein Vater das Gitarrespiel bei. Seither wurde Worden jun. selten ohne das Instrument gesichtet.
Dass dieses Projekt zustande kam, ist Don's Schwiegertochter zu verdanken. Als sein Sohn erfolgreich von der Universität abging, schlug diese Don vor, eine Feier abzuhalten, bei der Don auftreten sollte.
Der Vorschlag führte zu Aufnahmen in den Diamond Gem Studios. Jimmy Davis, für die Idee zuständig, schlug eine Veröffentlichung vor.
6 Jahre hat Don in Kanadas Provinzen gelebt und dort gearbeitet - dann zog es ihn in 7 verschiedene Länder. 7 Jahre verbrachte er auch im persischen Golf, bis er sich 2006 in Houston, Texas, niederliess, wo er heute noch lebt.
"Hell's Waitin'" eröffnet Don Worden's Reigen. Einen Reigen, den das Dobro eher bestimmt, als die Stimme. "Full Bloom of Youth" ist eine sentimentale Erinnerung an die Jugend und die grosse Liebe- geprägt vom texanischen Sound. Don's Stimme ist meiner Meinung nach etwas zu schwach - der glockenreine Vocal, den John Denver besass, fehlt. Auch das nächste Stück, "Candle In The Wind" ist sentimental. "Once Over Lightly" ist zu hoch für Don's Stimme. Nur leidlich mag er die Nummer zu meistern. Auch die Harmonie-Sängerin hat ihre liebe Schwierigkeit. "Break Up Blues" ist eine bluesige Western-Swing Nummer. Glücklicherweise hat Don nun genug von der Depression, in der er versank. Also folgt ein typischer texanischer Honky Tonk mit "Better Every Time". Einfach schön. Dem folgt ein rassiger, von Mundharmonika durchzogener 'Highway Song' mit "Cinderella's Shoes". Wieder eine dieser Nummern, die man beim stundenlangen Autofahren durch Amerika's Süden nur zu gerne hört. "Cold November Wind" hört sich an wie ein Bluegrass-Song. Nur passt die lästige elektrische Gitarre (oder wird hier gar das Dobro gequält?) und das Cello (?) nicht 'rein. Dieser Song schmerzt. Aber nicht, weil er so schön ist. Ein Stück, das Guy Clark besser brächte......"A Sometimes Wish" ist wieder ein Hawaii-Gitarrenstück. Mit Cello. Irgendwie stimmen hier Melodie und Worte nicht zusammen. Der Titel verfällt, während man ihm zuhört. "Winter Fires", der Titeltrack, ist ein 2-step. Meiner Meinung nach ist Don Worden jemand, der seiner Stimme zuviel zumutet. Ihm liegen Stücke wie "Please Wait For Me" (die nächste Nummer) viel, viel besser. In der Tat könnte dieses Liedchen eine Hymne werden - wär das lästige Schlagzeug nicht. "It Only Want It Back" macht den Abschluss.....keine schlechte Nummer, auch wenn sie die nicht überragende Stimme Don's noch einmal verdeutlicht. Dafür sind die Harmonien hier sehr gut. Ein schönes Stück, bei dem man sich bewegen möchte........

Randy Davis
God's Gonna Ride A Harley
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Einen einzelnen Song fasst diese CD. Leider ist auch Randy Davis' Stimme nicht gerade einmalig zu nennen. Doch das Stück ist sympathisch. Und scheint, gemäss CD Baby zumindest, eine grosse Anhängerschaft gewonnen zu haben. Ich wünsche mir etwas weniger Sanftheit, etwas mehr Temperament. Und ich beweifle, dass Randy Davis je das Buch desselben Namens gelesen hat. Schade.

Carl Sonny Leyland/Joel Paterson
A Chicago Session
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
A Chicago Session" wurde an einem Montag im Dezember '07 an einem Ort namens "Bernie's Place", einem heissen Platz für Jazz, am Lake Shore Drive liegend, aufgezeichnet. Am grossartigen Piano verwandelte Carl Sonny Leyland die entspannte Atmosphäre in eine Nachmittags-Party während er klassischen Blues, Hot Jazz und puren Boogie Woogie zum Besten gab.
Carl wurde von einzigartigen Ventrella Records Session Männern unterstützt: - dem "The Joel Paterson Trio". Diese kleine Band befasst sich mit traditonellem Jazz, Western Swing, Country Blues und instrumentalen Hits.
Carl Leyland stammt aus Southampton, England und liess sich im südlichen Kalifornien nieder, wo er seine Band, The Carl Sonny Leyland Trio gründete.
Am Schlagzeug wirkt hier Chicago's Alex Hall, ein gefühlvoller und swingender Schlagzeuger, aber auch ein talentierter Aufnahme-Mann. So setzt den Alex den hohen Standard und Groove für Ventrella Records.
Bassist Beau Sample stammt aus San Antonio, Texas, lebt den Winter über aber in Chicago.
Joel Paterson kommt aus Madison, Wisconsin und lebt seit vielen Jahren in Chicago. Hier leitet er sein Trio, spielt Gitarre und Pedal Steel mit diversen Windy City Akten. 2001 gründete Joel Ventrella Records und hat vor kurzem eine eigene CD auf dem Markt.
Zugegeben - diese CD kommt nicht aus dem Country Musik Bereich. Doch ganz so fern ist sie dem nicht. Wer das Barrelhouse-Piano liebt und oben angeführten Musik-Richtungen nicht abgeneigt ist, sollte das hier mal anhören. Von einem Genie für Musikkenner geschaffen.
Und schliesslich geht's hier um vieles, das heutige Musiker nur zu oft vergessen (vor allem im Country Sektor beheimatete): Rhythmus, Lautstärke, Temperament, der richtigen Songauswahl, Gesang - und Schlichtheit.
Anspieltipp: "Hindustan".
An dieser Party hätte ich gerne teilgenommen.

Justin Jones & The Driving Rain
... And I Am The Song Of The Drunkards
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Justin Jones kommt aus dem kleinen Shenandoah Valley, genauer aus einem Ort namens Rawley Springs. So wuchs er denn inmitten von Eichen, Wäldern, Tümpeln und Seen auf, dazwischen lagen allerdings Schlachtfelder und Friedhöfe. Die Mutter brachte dem Jungen bei, niemals aufzugeben, seine Grossmutter, nie nachzugeben und seine Freunde, dass er nie vergessen soll. Justin Jones hatte so manche Schwierigkeiten - wie wir alle - bis er beschloss, über sie zu Komponieren. Eines Tages zog Justin nach Washington, DC, tat sich mit den gleichermassen talentierten und intelligenten Andrew Nelson und Adam Dawson zusammen, um Songs zu kreiiren, denen alle zuhören wollten. Und ich wette, er hat's geschafft....
Nun. Justin Jones klingt für mich wie eines dieser 'Talente' aus Music Star. Kurz: Ich mag seinen Gesang nicht. Er presst seine Stimme aus - wie 'ne Zitrone. Vielleicht ist er ja 'ständig auf 'was'. Ich kenne mich mit Drogen nicht aus und möchte dem Jungen auch nichts unterstellen. Trotzdem: Wenn man seinen Stücken zuhört, kommt man nicht umhin, zu bewundern, was Justin Jones daraus macht. Kaum glaubt man, den "Dreh" 'raus zu haben, ändert Justin den Musikstil inmitten eines Stückes. Oder er ist so rauh, dass man Justin Jones nicht mal bei Tageslicht begegnen möchte - so sehr schmerzt seine Musik und das, was dahintersteckt: Emotionen, Herzschmerz, eine gewisse Aufgabe, aber auch ein gewisser Widerstand, der am Ende eh' aussichtslos erscheint. Und Mensch, da fühlt man sich schuldig!!!
Weltuntergangsstimmung macht sich breit - doch da ist auch ein kleines Fünkchen Hoffnung - darauf, dass Musiker wie Justin Jones und seine Driving Rain Bestand haben.

The Mountain Park Old Time Band
Fire On The Dance Floor
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
The Montain Park Old Time Band trägt das vor, was bei uns unter "Bluegrass" bekannt ist. Dabei handelt es sich um Old Time Musik. Die Musik aus den Bergen wird u.a. von der Fiddle dominiert. Wobei im Hintergrund das Waschbrett als Schlagzeug wirkt.
Die Mountain Park Old Time Band bietet viele Standards, etwa "Yellow Rose Of Texas", "Take Me Back To Tulsa" oder "Fire On The Mountain" - neben einem wunderschönen "Danny Boy" an.
Schon erstaunlich, doch Old Time Musik erinnert mich immer wieder an Lonnie Donegan's Shuffle.

Rich Chambers
Last Train to Clarksville
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Web-Site: www.richchambers.com
Wenn Rich Chambers seinen ersten Song "Last Train To Clarksville" vom Stapel lässt, höre ich vorderhand einen kleinen Schreihals, der seine ganze aufgestaute Wut an seinem Song auslässt. Nichtsdestotrotz zwingt mich irgendwas dazu, bei der 'Stange zu bleiben'. Dabei mag ich solche Gitarren-Intros überhaupt nicht. Das Schlagzeug hält sich an die Grenze, die Harmonien sitzen. Bei "I'm Gonne Be A-L-O-N-E" fühle ich mit dem armen, süssen Kleinen, der doch immer verlassen wird. Ein niedliches Rock'n'Roll Liedchen hat er da geschaffen, der kleine Richie. Bei "Sorry Ain't Good Enough" versucht er sich als Songwriter. Und wieder erinnert seine Stimme an einen Rocker, der sich nicht einordnen will, einen echten Rebellen. Etwa an einen mit Gefühlen? Der Song klingt ganz nach Monty Warden - und der wollte doch einst in Nashville 'gross' werden........ Mit "There's Gonna Be A Better Way" macht sich Rich nicht nur selbst Hoffnung, sondern auch dem Zuhörer. Nämlich darauf, dass jetzt die Rocker kommen. Dass er jetzt wirklich wird, dieser Rich Chambers. Gut gemacht, Richie! "Plastic Love" rockt ganz, ganz toll. Wenn Eure Party nicht so ganz 'abgeht' - lässt dieses Stück laufen! "Politics And Family" zeigt einen witzigen Chambers. "The Sinking Of The Reuben James" einen Johnny Horton-Fan, der das einzufangen sucht, was der Prince of Hillbilly einst verkörperte. Ich wünsche mir statt des Schlagzeuges ein Snare-Drum. Ansonsten ist der Song ganz in Ordnung. Jede Wette, heute läuft mir dieses Lied noch nach! "The Battle Of Queenston" ist eine Hommage an das vorherige Stück...... scheint, als hätte Richie die Lyriken einfach umgeschrieben. Ganz okay ist die zaghafte Mundharmonika. Der Chor müsste nicht sein........Beim Titel "The Country Fair Of Our Youth" musste ich grinsen. SO alt ist Rich Chambers noch nicht......vielleicht kann er seine Erinnerungen deshalb auch so akkurat beschreiben. Ein etwas langweiliger Titel - zumal für uns kaum nachvollziehbar. Unsere Messen sind nicht so wie diejenigen der United States - leider. "Johnny 99" rockt wieder. Mir geht es einen Takt zu lange, bis der Refrain kommt. "Denny The Dino" ist ein hübscher Kinder-Rocker geworden. Mit "Santa's Rockin' Band" schliesst Rich Chambers seine CD - wie erwartet - rockig ab.
Fazit: Ich mag den Rocker Rich Chambers.

Yuichi & The Hilltone Boys
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Schon einmal Japaner gehört, die Big Sandy & seinen Fly-Rite Boys nacheifern? Und dann noch SO gut??? Wunderschön, dieses Stück aus Rockabilly & Hillbilly Songs der Extra-Klasse. Interessant vor allem, weil diese Jungs viele Aspeckte der Rockabilly-Musik abdecken, u.a. denjenigen von Johnny Burnette.

Gene Summers
Reminisce Cafe
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Gene Summers, ein texanischer Rockabilly-Interpret, kann dieses Jahr sein 50-jähriges Bestehen im Aufnahme-Geschäft feiern. Zu Ehren dieses Anlasses erschien nun eine CD. Mit Booklet, wohlverstanden. Ein starker Vertreter einer starken Musikrichtung.

Jim Lauderdale
Honey Songs
Erhältlich bei. www.amazon.de
Auch beim neuesten Werk von Jim Lauderdale haben viele bekannte Stars mitgemischt, angefangen beim legendären Elvis-Presley-Gitaristen James Burton (Leadgitarre), über Springsteen's E Street Band Bassist, Gary Tallent. Hinzu gesellte sich Flying Burrito Brother's Al Perkins an der Pedal- und Lap Steel neben dem Piano Superstar Glen D. Hardin (Merle Haggard, Roy Orbison, Elvis Presley, Dean Martin). Am Schlagzeuger wirkt wohl der einzige Musiker, der von sich behaupten kann, mit beiden Elvises gespielt zu haben: Presley und Costello. Gesanglich lässt sich Jim von Emmylou Harris ("I'm Almost Back"), Patty Loveless ("Hittin' It Hard"), Buddy Miller und Kelly Hogan unterstützen.
10 neue Stücke hat Jim anzubieten. "Honey Suckle Honey Pie" ist Mainstream. Mit Soul, Blues - modern. Erschreckend modern. Auch "I Hope You're Happy" rockt. "Hittin' It Hard" ist ein Waltz. Doch selbst der fällt laut und rauh aus. "It's Finally Sinkin' In" ist eine langweilige, träge Piano-Nummer. Grauenhaft. "Borrow Some Summertime" macht das erste Stück, das mir ein wenig entspricht. Und das auch nur des Snare Drums wegen. Der Rest der Cd hält sich an meinen ersten Eindruck. Wodurch die Spannung wächst. Ob mir wohl ein Stück gefällt? Höhnisch wirkt da schon der Übertitel. Unter Stil steht tatsächlich: "Traditional Country". Was daran traditionell sein soll, frage ich mich? Und ich wünsche mir, dass Jim möglichst schnell zum alten Glanz zurückfindet. Dass er mutig ist, weiss ich. Das hätte er nicht beweisen müssen. Nicht mit einer solchen CD, zumindest. Zu wuchtig, zu modern, zu grandios kommt Jim Lauderdale hier daher. Das passt nicht zu ihm.

Jack Grace Band
Martini Cowboy
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Web-Site: www.jackgrace.com
Der Titel lässt falsche Vermutungen aufkommen. Sicherlich absichtlich. Denn wenn man ihm zuhört, dem Jack Grace, wird schnell klar, dass es sich hier keinesfalls um ein "Weichei" handelt. Ganz im Gegenteil. Tom Pacheco hatte einen Hang zu solchen Stücken. Nur kann der nicht singen. Dieser Junge hier schon. Beim Titelsong wirkt gekonnt ein lasches, träges Akkordeon im Hintergrund. Herrlich. "Broken Man", die Folgenummer, lässt an Waylon und Willie denken. Bei "Try Not To Cry" sorgt die Gitarre für Spannung. Man kann sich nicht 'mal den Rhythmus im Voraus vorstellen und ist erstaunt, als der schliesslich ziemlich - nun ja - karibikmässig? ausfällt. Die Kokosnuss-Schalen hat die Jack Grace Band gleich mit eingebaut. Der weibliche Gesang ist verwirrend und überflüssig. "Trying To Get Away From It All" ist das bis dato beste Stück (aber wir sind ja erst in der Hälfte der CD). Ein zarter Honky Tonk, mit eckiger Stimme vorgetragen. Die Instrumente halten sich hier sehr zurück, vor allem das Schlagzeug. Der Typ weckt Muttergefühle bzw. Beschützerinstinkte. "Sugarbear" ist eine komisch anmutende Nummer - eine Nick-Cave-Version der Country Musik. Schräg, aber amüsant. Das Cello macht sich gut. "Rotary Phone" passt tadellos zum vorgängigen Stück. Martini Cowboys scheinen humorvoll zu sein.....
Bei "What I Drink And Who I Meet At The Track" lässt mir der Junge die Stimme etwas zu oft "fallen". Ich mag das nicht. Schmieröl würde ich empfehlen. Gitarre und Schlagzeug sind dessen ungeachtet grossartig. "Sapphiri Martini" ist - ja, was IST das? Eine Western-Melodie auf einem klassischen Klavier gespielt? Genial. Mit dem Geschwätz im Hintergrund kann man sicher sein, dass es sich um eine Live-Aufnahme handelt. Ich kriege den Eindruck, als wolle hier einer klar machen, dass man auch im Lärm eine Insel sein kann. "Uncle Luther" ist ein vom Dobro dominierter Titel. Wieder düster und schräg. "Verge Of Happiness" soll wohl ein romantisches Liedchen sein. Ich mag's nicht. Der falsche Gesang ist mit Sicherheit beabsichtigt. Doch so viel Humor habe ich nicht, um dieses Stück ertragen zu können. "Something To Look Forward To" zeigt den Songwriter Jack Grace. Schön; mit den Harmonien. Das Stück könnte von Emmylou Harris und Gram Parsons sein. Den Abschluss der Samplers macht eine der besten Nummern der CD: "Spike Down" - ein Titel zwischen Blues und Rock'n'Roll. Mit jenem treibenden Beat versehen, der stets an eine Eisenbahn erinnert. Toll. Die Jack Gace Band kommt übrigens aus New York City. De Band besteht bzw. bestand aus Jack Grace, Ehefrau Daria Grace, Drew Glackin (anfangs Januar '08 verstorben), Russ Meissner und Jon Dryden.

Johnny Barbato & The Lucky Doggs
No Pain No Gain
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Auch Johnny Barbato passt nicht in Nashville's Beute-Schema. Vielleicht, weil er aus Louisiana kommt. Vielleicht auch einfach, weil er ein George Thorogood Fan zu sein scheint. Künstler aus Louisiana haben sich, genau wie jene aus Texas, schon immer wesentlich von anderen unterschieden. The Lucky Doggs, allen voran Johnny Barbato am Gesang, gefolgt von Brock Barackman am Schlagzeug, Clay Connor am Bass und Howie Johnson an der Gitarre, machen keinen Hehl daraus, dass sie nicht kommerziell sein wollen. Im Gegenteil. Die oft Gitarren-lastigen Songs, immer rauh und temperamentvoll vorgetragen, passen nicht an die Spitze einer Country-Hitparade. Allerdings gehören Songs wie "Angeline" bei den Independent-Listen ganz vorne hin. Verdientermassen.

Jim Chesnut
Reflections
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Jim Chesnut kam in Midland, Texas, am 1. Dezember 1944 zur Welt. 1963 ging er von der Highschool ab und von zu Hause weg, um sich auf dem McMurry College von Abilene, Texas einzuschreiben. Hernach besuchte Jim das Odessa College von Odessa, Texas und die Universität von Texas in Austin.
In San Angelo, Texas, begann der junge Mann gelegentlich aufzutreten. Schliesslich entdeckte ihn Benny Bellamy, Manager eines lokalen Country Musik Senders. Bellamy stellte seinen Schützling Mike Harrell, einem Motelbesitzer in Dallas vor. Durch diesen kriegte Chesnut seinen ersten professionellen Auftritt im Holiday Inn von Carrollton, Texas (1970).
6 Jahre trat Chesnut auf. Zuerst als Solo-Künstler, hernach als Duo. Sein Partner war kein geringerer als Rodney Crowell. Gemeinsam traten die beiden in Nacogdoches, Texas, auf. Crowell brachte Jim’s erster Frau, Linda, das Schlagzeugspiel bei. Zu Dritt versuchten sie sich auf den Bühnen Osttexas' - bevor es Rodney nach Nashville zog, wo er seinen Horizont erweitern wollte.
Ein paar Jahre hielt es Jim noch in Texas aus, dann folgte er seinem Kumpel nach Nashville. Wohlgemerkt nicht, bevor er einen Vertrag mit Wesley Rose, Präsident der Acuff-Rose Music, Inc., in der Tasche hatte. Dies gelang aber nur, weil Roy Acuff seinen Platz für Chesnut bei Hickory Records räumte.
Erst 1980 kehrte Jim Chesnut nach Texas zurück. Und hinterliess in Nashville viele Fussspuren.
"What Comes Over Me", die erste Nummer seines Albums, zeigt einen zwar humorvollen, gleichzeitig aber auch nachdenklichen Jim Chesnut. Kein Wunder. Das Stück handelt vom Älter (oder alt?) werden. Die Stimme von Jim ist sehr gut, auch wenn er am Ende einer Note etwas länger aushalten dürfte - das hat wohl mit seinem Alter zu tun. Der Texaner lässt sich aber nicht leugnen - oder sagen wir: Der Traditionalist.
Einen schönen Abschluss macht "If Waylon Ain't In Heaven". Eine Liebeserklärung an einen grossen Künstler. Und einen guten Mann.

Mike Eisler
Lost Tribe
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Mike Eisler hatt in vielen Bluegrass-Bands mitgewirkt: U.a. bei The Coast Highway Boys, The Sawtooth Mountain Boys,The Vern Williams Band, Good & Country, Kentucky Rose. Gegenwärtig ist Mike bei Lee Highway angestellt. Die moderne Aufnahme-Technik hat es ihm erlaubt, ein instrumentales Album mit Original-Material zu schaffen, auf dem der Junge alle Instrumente selber spielt. Leider sind nur 4 Sampler abrufbar. Doch von diesen vieren geht ein unwiderstehlicher Reiz aus. Er entspringt anscheinend dem Temperament, das Mike Eisler hier offen legt. Wobei er auf dem Banjo am Besten klingt. "Farm Boy" z.B. hat schon beinahe etwas von einem Standard, so frisch und doch vertraut scheint die Nummer. Für einmal ein Instrumental-Album, bei dem keine Langeweile aufkommt.

Those Poor Bastards
The Plague
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Web-Site: www.thosepoorbastards.com
Ich habe an anderer Stelle schon auf Nick Cave & The Bad Seeds hingewiesen. Doch was hier abgeht, ist 'was Spezielles. Nick Cave pur.
Wer nicht glaubt, furchtlos zu sein oder wer sich als unromantisch bezeichnet, höre genau in die Poor Bastards rein. Diese Jungs lernen einen so sehr das Fürchten, dass die Gänsehaut auch bei Tageslicht nur zögernd abklingt.
Egal, ob es sich um die Psychobilly-Nummer "Barn Burning" handelt, oder um "Sick & Alone" - man wird entweder lachen und genau hinhören, oder schnell um- bzw. abstellen.
Egal, wofür man sich entscheidet: Those Poor Bastards sind mittlerweile Kult geworden. Ab und an spricht man von einem 'organisierten Chaos'. Treffender könnte man diese Band nicht beschreiben. Eine echte Plage. Ob die Welt sie je wieder loswird, sei dahingestellt.
King Kong könnte auf jeden Fall dank der Musik von Those Poor Bastards erneut zu einem Kinohit werden. Doch selbst die Biene Maya würde mit dieser Musik zur Horror-Imme mutieren.

Michael Thomason Band
100% Chance of Tears
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Web-Site: www.michaelthomason.com
Hier die Single, welche im Januar 2008 auf Platz 1 der International Airplay Charts stand.
Sie besteht aus einem einzigen Stück, das sich zu 100% an den Bakersfield-Sound hält. Das Gefühl, dass dieser Junge während des ganzen Songs ein breites Grinsen auf dem Gesicht hatte, verlässt mich beim Hören keinen Moment lang. Und irgendwie stört mich der Eindruck, ehrlich gesagt. Tränen und Lachen gehen eben nicht Hand in Hand. Schade, denn der Titel hat 'was.

Chris Beirne
Freezerburn
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
"Barkeeper's Friend", die Eröffnungsnummer von Chris Beirne's Debüt-CD, ist erstaunlich ausgefallen. Ein Rock'n'Roll von hoher Qualität, obwohl man beim Mitsummen der Melodie stets um ein paar Töne daneben liegt. Denn: Chris Beirne's Fussstapfen scheint man nicht so leicht folgen zu können. Die Spur verliert sich ein paar Mal, auch wenn man sie schnell wieder findet. Auch die nächste Nummer, "A Good Time", entspricht nicht dem gängigen Muster. Immer wieder weichen die Sängerin und der Sänger davon ab - diesmal mittels Instrumentierung und Takt.
Auch "Happy Tuesday" ist wieder völlig schräg. Dafür ist der "SugarFoot Rag", ein Duell zwischen der Elektrik und der Akustik, gelungen. Wenn Chris Beirne nicht begeistern sollte, dann nur, weil er unberechenbar ist.

One Ton Pig
High On The Hog
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Die hier vorliegende CD zeichnet sich durch eine kratzige, heisere Stimme aus. Sie wird unterstützt von einem treibenden Rhythmus - von dem sie aber glücklicherweise nicht übertönt wird. Die Aufzeichnungen lassen viel zu wünschen übrig, der Sound könnte besser sein, so vermute ich, handelt es sich um Live-Aufnahmen.
Trotzdem: One Ton Pig hat 'was. Was Besonderes. Bluegrass, Country und Folk. Rassig, rauh und eckig = hochkarätige Musik, serviert von einfachen Jungs aus Wyoming.

Dave Insley
West Texas Wine
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Diese CD entstand in Austin, Texas, mit Dave's Band, The Careless Smokers. Dave Isley's Stimme ist etwas ungewöhnlich und kann sicher nicht mit den Grössen von Austin mithalten. Doch die Songs sind ausgezeichnet, genau wie die Musik. Die Aufnahme könnte allerdings besser produziert sein. "Geneva's Gonna Leave You" beginnt wie ein Folkstück, artet aber dann zu einem Waylon-artigen Song aus. Jetzt weiss ich auch, was mich stört: Dave Insley besitzt eine eintönige Stimme, die viel Langeweile aufkommen lässt.

Brendon James Wright &The Wrongs
Erhältlich bei: www.milesofmusic.com (Sampler)
Niemand, der Brendon James Wright hört, wird sich fragen, wer seine Idole sind. Schon beim ersten Ton wird's offensichtlich. Nur, dass die Herren Knight & Earle müde und träge wirken - ganz im Gegensatz zu Brendon James. Wright's Gesang klingt frisch und mutig - ganz, als hätte der Kerl Freude an sich selber. Darf er auch, denn er schuf ein starkes Stück, dieser Brendon James Wright.
Man beachte übrigens die Mandoline, die selbst bei dieser Lautstärke, diesem Temperament und dieser Elektrik noch immer angenehm auffällt!

Jason Ringenberg
Best Tracks 1979-2007
Erhältlich bei: www.milesofmusic.com (Sampler)
1981 hat Jason Ringenberg in Nashville erstmals von sich reden gemacht. Damals mit den Scorchers, seiner Cow Punk Band. Heute noch reist er, der King des Cow Punk, nur mit seiner Gitarre bewaffnet, u.a. durch Europa und erfreut die Fans mit seiner ruhigen, scheuen, menschenfreundlichen Art, die auf der Bühne urplötzlich von ihm abfällt.
Die Sammlung bietet viele seiner Hits, darunter "The Bible & The Belt" (mit Steve Earle) genauso wie Jason's Ode an sein Idol, Link Wray, mit demselben Namen. Man muss ihn einfach mögen, diesen grossen, mittlerweile 50-jährigen Jungen.

Poor Billy
Moonlight Stranger
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Poor Billy kreiiren ihre eigene Charaktergalerie mittels rauher und bahnbrechender Roots Musik. Das Rezept ist einfach: Ein Sänger, mit einer erstaunlichen Wortgewandtheit, eine Band, in der die Chemie stimmt und die Energie offensichtlich ist. Wichtiger Einfluss war das Mississippi Delta.
Poor Billy existiert seit 2 Jahren. Sie sind sehr produktiv. So kreiiren sie gar ein Orchester, um neuen Songs gerecht zu werden.
Poor Billy sind:Karsten Olesen am Gesang, der akustischen Gitarre und der Mundharmonika.
Peter Sandegaard am Dobro, der akustischen Gitarre, der elektrischen Gitarre und dem Gesang.
Jesper Holt Andersen am Bass und Gesang. Søren Poulsen am Schlagzeug und der Perkussion.
Die Ecken und Kanten sind hier offensichtlich. Dazu tragen Banjo und Dobro bei, vor allem aber die Stimme des Sängers. Faszinierend und grossartig. Und aus Dänemark (!)
Anspieltipp: "Snake With 7 Tails".

Katahdin Valley Boys
Working Man
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
The Katahdin Valley Boys gehören zu den respektiertesten und meist beachteten Bluegrass Bands von Maine. Sie reisen in ihrem Heimat-Staat und dem Nordwesten seit 1998 umher. The Katahdin Valley Boys bieten traditionelle, aber auch zeitgenössische Bluegrass wie auch Gospel Musik. Bandmitglieder sind Wayne Burtt an der Mandoline, Jeff Folger am Banjo, Dale Hodgdon an der Gitarre,Terry Spearrin am Bass und Kip Yattaw an der Fiddle. Ich denke, diese Band brilliert vor allem bei den Harmonien und instrumental. Die Leadstimme ist zwar gut, aber nicht überragend. Dennoch eine schöne CD, schon der Songs wegen.

Wade Hatton
A Million Miles From Nashville
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Wade Hatton macht
wie kein anderer klar, was Texas von Nashville unterscheidet. Nicht mal die
Titelmelodie hätte es dazu gebraucht.
Fans von Texas wissen das, nicht wahr'?
Doch Wade Hatton lässt auch darüber nachsinnen. Was ist es denn? Ich denke mir, der Spass. Diese Leute, Menschen wie Wade, machen Musik aus Spass. Klar, versuchen sie auch, ihren Lebensunterhalt damit zu bestreiten. Das ist ihr gutes Recht. Aber Lebensunterhalt heisst für sie keine Limousinen, sondern einfach Freude am Leben, sorgenfrei leben zu können.
9 Songs beweisen, das Wade so denkt. "Waylon At The Moon" ist nur einer davon.
Wer texanische Musik liebt, der wird auch Wade Hatton mögen. Long live Texas!

Brittany Reilly
Good Old Country Sound
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Brittany Reilly erblickte am 22. Mai 1984 das Licht der Welt. Aufgewachsen ist sie in einer kleinen Stadt ausserhalb Cleveland namens Bay Village, OH. Mit ihrem Ehemann Brent Hopper trat Brittany im November 2005 zum ersten Mal öffentlich auf. Seit her hat sie über 200 Shows bestritten - mit unterschiedlichen Fromationen. Auf ihrer neuesten CD wirken Steve Belcher (Bass), Sue Cunningham (Fiddle, Gesang), Billy Gilmore (Banjo, Fiddle, Mandoline, Dobro, Gesang) und Erick Ireland (Schlagzeug, Perkussion) sowie Brent Hopper (Guitar, Piano, Orgel, Gesang) Good Old Country Sound besteht aus Bluegrass, Reggae, Ragtime,und vielen weiteren Formen der Roots-Musik.
Brittany besitzt hierfür die passende Stimme: Stark und tief. Vielleicht auch ein kleines bisschen eintönig. "Rockabilly Rhythm", eine Liebeserklärung an den Rockabilly, gefällt mir persönlich am Besten. Das Duett in diesem Song ist nicht zu unterschätzen. Nur Talente wie Brittany Reilly oder Marty Brom können so etwas. Hut ab.
Wunderschön und einzigartig ist die Dobro-Einleitung zu "Hard Times Knockin' At My Door". "Banks of the Suwannee" ist ein typischer, rascher Bluegrass-Titel, mit schönem Banjo. "Another Fight" zeigt eine mutige Brittany. Ihr Gesang wirkt hier besonders stark - zumal beim Refrain. "Country Dream" lässt sofort Hank Williams im Geiste erscheinen. Ach, wie ich den King Of Country Music vermisse! Doch Brittany zerschlägt die Illusion sofort. Sie gehört eindeutig in die Alternativ-Sparte. "Hook it" erinnert ein wenig an den Baby-Sitter Boogie. Aber nur am Anfang, dank der Baby-Einlage. Eine schnelle Banjo-Nummer wird daraus. "Sun Shines On Me" ist ein zwiespältiges Stück, schwer einzuordnen. Was aber sicher ist, ist der Optimismus, der dem Stück entspringt. Man glaubt, dass die Sonne Brittany's Leben tatsächlich scheint. Wenigstens will sie uns wohl mit ihrem letzten Stück sagen.

Vince Mira
Cash Cabin Sessions
Erhältlich bei. www.cdbaby.com (Sampler)
Web-Site: http://www.vincemira.com/
Dass Vince Mira von Johnny Cash's Sohn, John Carter Cash, produziert wurde, beeindruckte mich nicht sehr. Ich habe John als Jungen auf der Bühne neben Johnny Cash gesehen und auch dort hat er mich nicht berührt. Dass die Aufnahmen in Johnny Cash's Cabin gemacht wurden, beeindruckte mich ebenso wenig. Dennoch gab ich Vince Mira 'ne Chance.
Doch zuerst: Wer ist der Junge? Vince kam in Los Angeles, Kalifornien zur Welt und wuchs in San Antonio, Texas auf. Entdeckt hat ihn der Unterhaltungs-Produzent Chris Snell (Besitzer des berühmten Seattle Nachklubs Can Can), als Vince für ein Taschengeld in Seattle's Pike Place Market auftrat. Vince's erstes Album wurde also von John Carter Cash (Johnny Cash und June Carter's einzigem Sohn) produziert und in Johnny Cash's Cabin aufgenommen (Johnny Cash hat es gebaut). Doch bereits im Vorfeld hat sich Vince Mira durch grosse Medien-Frequenz ausgezeichnet. Zuerst trat er in den KOMO News in Seattle, Washington auf. Dann bei deren TochterfirmaGood Morning America.... 2 Wochen später zeigte sich Vince live am Fernsehen. Er wurde von über 5 Millionen per Fernseher beobachtet. Hernach trat Vince in der Ellen DeGeneres Show, die von Good Morning America ausgestrahlt wird, auf. Auch in den Sendungen Northwest Afternoon und Univision (KOMO's spanische Tochterfirma) machte sich Vince breit. ; Vor kurzem zeichnete Vince ein Stück mit Stone Gossard von Pearl Jam für Stone's auf den Markt kommende "Hank Williams Tribute" CD auf.
"Cold Hearted Woman" zeigt einen Jungen mit ungewöhnlich tiefer Stimme. Wenn man ihn so sieht, würde man diese Tonhöhe besser -tiefe nie vermuten. Die Rockabilly-Gitarre ist toll. Auch "Blistered", die Folgenummer, glänzt durch den Rockabilly-Sound, der vor allem vom Bass dominiert wird. "Lonely Heart" ist direkt gefährlich. Und ich bete. Lass diesen Jungen NIE kommerziell werden. Lass ihn so bleiben, wie er ist. In seiner ganzen Trägheit. In unserer Zeit wird ständig von Erotik gesprochen. Meines Erachtens ist DAS hier Erotik pur. Ich möchte mir gar nicht erst vorstellen, wie dieses Stück auf die weiblichen Zuschauer bei einem Live-Auftritt wirkt. Da nutzt wahrscheinlich nicht mal mehr die Securitas 'was. "Closer" dagegen, die nächste Nummer, ist Romantik pur. Ein Slow-Waltz, wie er schöner nicht sein könnte. Mit Akkordeon und Chor - aber dezent. "I Was The Train" macht mir etwas Mühe ob der Tonlage. Bis das Stück schneller wird. Dann rollt die Eisenbahn!!!!
"Ring Of Fire" (mit Trompeten!) und "Walk The Line" (auf spanisch! ind - wie könnte es auch anders sein? Hommagen an Johnny Cash, The Man In Black.
Ehrlich gesagt, ich mag keine Covers. Doch "Ring of Fire" überzeugt. Während "Walk The Line" das Können von Vince Mira in Frage stellt. Schade. Das müsste nicht sein.
Keine Ahnung, wie weit sich der Vince Mira-Virus in unseren Landen schon verbreitet hat. Wenn man weder Country-Radio, noch Country-Fersehen hört bzw. sieht, ist man "weg vom Fenster". Doch ich hoffe, er hat so eingeschlagen, wie der Grippe-Virus. Verdient hätte er's, dieser Vince Mira. Seit Stacy Dean Campbell hat keiner mehr so frisch geklungen. Und so genial.

Trent Wagler & Jay Lapp
Adrienna Valentine
Erhältlich bei. www.cdbaby.com (Sampler)
Web-Site: http://www.trentwagler.com/
Americana Sänger/Songwriter Trent Wagler und der in Indiana beheimatete Multi-Instrumentalist/ Produzent Jay Lapp geben die Veröffentlichung ihres neuen Albums bekannt. Wiederum macht die Basis Neo-traditionelle Old-Time- neben originaler Roots-Musik.
Unglaublich, was man zu hören kriegt, wenn man dieses Album anspielt. Für mich waren die Weary Boys aus Austin, TX., schon eine Offenbarung. Was ich hier aber zu hören kriege, ist noch besser. Auch diese Jungs haben sich - wie die Wearys - an "Darling Corey" versucht. Und eine einzigartige, temperamentvolle Nummer daraus gemacht. Die Leidenschaft, mit welcher das Stück vorgetragen wird, ist atemberaubend. Das nächste Stück, "Whistle Blows" wird Steve Earle-Fans entzücken - und alle, die Harmonien mögen. Eine kleine Überraschung macht das Abschlussstück "Today" mit rassigem Rockabilly-Bass. Lustig auch das Hundegebell in der Mitte.
Es gibt selten eine CD, die ich unbedingt besitzen möchte, wenn ich sie höre. Doch die ganzen Emotionen, das Talent, die Musik, die saubere Produktion die dieser Tonträger bietet, ist der glatte Wahnsinn - um's mal mit einem 'Schlagwort' meiner Generation auszudrücken. Egal, ob verminderte Akkorde zu einem Gospel führen ("Riverside") oder ein langsamer Waltz zur traurigen Titelmelodie, "Adrienna Valentine"- man folgt Trent Wagler & Jay Lapp blind auf ihrer Reise.
Ich wünschte nur, einer ihrer Tripps würde die beiden nach Europa führen.....
Ein Geheimtipp - nicht nur für Veranstalter.

Big Spike
A New Day
Erhältlich bei. www.cdbaby.com (Sampler)
Diese Band liste ich hier lediglich infolge ihrer aussergewöhnlichen Version von "Why Baby Why" auf. Wer glaubt, eine Hillbilly-Nummer würde nicht zu einer Bluegrass-Band passen, irrt. Bereits die Bluegrass Boogieman aus Holland haben sich an diesem Stück - erfolgreich - versucht. Wer schnelle Nummern bevorzugt, wird Big Spike mögen. Die Harmonien sind perfekt, die Instrumentierung ebenfalls. Traditioneller Bluegrass vom Feinsten, also. Ich wünsche mir einfach mehr Nummer wie "It Takes One To Know One".

Buddy Green & Friends
Rufus
Erhältlich bei. www.cdbaby.com (Sampler)
Die "Friends" machen heute die Creme-De-La-Creme der Bluegrass Musik aus: Jerry Douglas, Chuck Leavell, Sam Bush, Ron Block, Kenny Malone, Byron House und Ashley Cleveland stecken hinter diesem simplen Wort.
Buddy Green scheint sich gesagt zu haben: Ich will Spass. Dass er ihn umgesetzt hat und zwar meisterhaft, wird hier klar. Der temperamentvollen Mundharmonika bei "Sally Goodin'" passen sich den restlichen Musikern nahtlos an. "Workin' On A Building" macht aus Marty Stuarts' Version eine Lachnummer (sorry, Marty -ich mag Dich ja!). Getragen durch das Dobro und den Kontrabass scheint das Stück geradezu eigenmächtig zu werden......bei "Deep River Blues" kommt der Blues nun voll durch, wo er bei der vorherigen Nummer nur "angedeutet" wurde. Auch hier eine grossartige Arbeit, die nicht so sehr durch den Gesang glänzt, sondern durch die Musik und die Arrangemente.
John Hartford
The Walls We Bounce Off Of
Erhältlich bei. www.cdbaby.com (Sampler)
John Hartford hat in 3 unterschiedlichen Dekaden Grammys gewonnen. Er nahm mehr als 30 Alben auf und schrieb einer der populärsten Songs unserer Zeit: Gentle On My Mind. John beteiligte sich regelmässig an Glen Campbell's Good Time Hour und der Smothers Brothers Show. John versorgte Ken Burns’ Civil War Serien die Musik hinzu und war ein integraler Teil des populären "O Brother, Where Art Thou?" Soundtracks sowie der Down From The Mountain Konzerttournee. Doch all dies erklärt weder John Hartford's Witz, sein Talent, noch seine Intelligenz.
Hier brilliert John Hartford wieder mit seinem Erzähltalent. Und seiner Geschwindigkeit - nicht nur jener an der Fiddle und dem Banjo, auch jener beim Sprechen. John's Liebe zur Retorik und zum Tempo hätte jedem Auktionär Ehre gemacht.
1994, als dieses Album entstand, gönnte sich John Hartford einen Einblick in die Welt. In unser Leben. Leider sind seine damals irrigen und spassigen, völlig utopischen "Einblicke" heute zur Realität geworden.
Die CD ist nur für Leute geeignet, die Englisch verstehen. Denn verstehen muss man ihn schon, diesen John Hartford.
Müsse ich einen Menschen aussuchen, den ich treffen dürfte (auch wenn er nicht mehr lebt), würde meine Wahl zweifelsohne auf John Hartford fallen.

Jeff Woolsey
Jeff Woolsey And The Dancehall Kings
Erhältlich bei. www.cdbaby.com (Sampler)
Jeff Woolsey wuchs mit traditioneller Country Musik auf. Glücklicherweise. Denn er ist ihr treu geblieben und ging gar noch einen Schritt weiter: Er macht sie.
Und wie! Ein weiterer Könner aus Texas. Die Stille lässt Jeff ein wenig zu oft fallen, doch das Barrelhouse-Piano und die Harmonien macht alles wieder gut. Und wie gut, erst.
DVD's
Tales Of The Rat Fink
Erhältlich bei: www.amazon.com
Trailer auf:www.ratfink.org
Seit 1978 hat sich der kanadische Filmmacher Ron Mann auf kulturelle Dokumentationen spezialisiert.
Dieser hier, Tales Of The Rat Fink, wurde zu einer Meisterleistung. Selten hat sich Technik und Subjekt so gut verbunden, sich in solch symbolischer Perfektion präsentiert. Mann's Debüt an Ed "Big Daddy" Roth, den Erfinder der Anti-Micky Maus, der sich auf Hot Rods und Custom Cars spezialisiert hatte, ist mehr wie gelungen. Ed Roth war der Erste, der Autos aus Fiberglas herstellte, der erste, der "Monster" Designs per Airbrush auf Auto übertrug und ebenso drollige Maskottchen für Surfer, Model-Bauer, etc. schuf.
Roth (1932-2001) erlebte leider Mann's exquisites Werk nicht mehr, doch er hätte sicherlich Freude daran gehabt.
Eine liebevolle Biografie über "den Mann der Stunde": Einen verrückten Erfinder.

Allen Frizzell
I'm Just A Nobody
Erhältlich bei: www.allenfrizzell.com (Sampler)
Wenn man aus derselben Familie wie der vielseits gerühmte Lefty Frizzell kommt, bleibt einem wahrscheinlich keine Wahl. Selbst mit der ganzen Elektronik klingt Allen Frizzell noch immer traditionell. Zumindest so wie Alan Jackson. Oder Sammy Kershaw und all die anderen 'Traditionalisten'. Der jüngere Bruder von Lefty hält sich also an dessen Vermächtnis. Und bewegt sich damit im Mittelfeld. Vern Gosdin hat schönere Gospel-CD's geschaffen. Doch die Arbeit von Allen Frizzell ist sauber produziert, er strapaziert seine Stimme nicht über alle Massen, weiss anscheinend, was er ihr zumuten kann und was nicht.
Gespannt sein darf man auf seine Folge-CD, die am 18. März 2008 in den Staaten erschienen ist: "A Little Bit Of Lefty Left In Me". Unter den 12 Titeln sind Klassiker wie Saginaw Michigan, She's Gone Gone Gone, Long Black Veil, Mom and Dad's Waltz und I Never Go Around Mirrors.

Crazy Joe & His Mad River Outlaws
The King Of Nerd-Abilly
Erhältlich bei: www.madriveroutlaws.com
Web-Site: www.myspace.com/madriveroutlaws.com
Diese Band aus Ohio ist grosse Klasse, egal, ob man Surf mag, oder nicht. "Crazy" Joe Tritschler ist ein Ass an der Gitarre und kann mit Deke Dickerson ruhig verglichen werden. Unterstützt wird der Junge, der aussieht, als wäre er einem Fan-Portrait der Beatles entsprungen, von "Hep Cat" Matt Duffey am Fender Bass / Gesang, "Honest" Rob Heiliger an der Rhythmus Gitarre / Gesang und Tommy Lee - am Schlagzeug.
Die CD ist sehr abwechslungsreich gehalten. Mal darf man Surf geniessen, dann rockt Crazy Joe, als gäb's kein Morgen. Tadellos kommt die Arbeit einher - angefangen bei der Produktion, über den Gesang bis hin zur Instrumentierung.

Boston Rockabilly
It's About Time
Erhältlich bei: www.bostonrockabilly.com (Sampler)
Diese Jungs scheinen grossen
Wert auf eine abwechslungsreiche CD gelegt zu haben. Kaum ein Tonträger ist so
vielseitig gestaltet, wie dieser. Da lösen sich Doo-Wop, Elvis-Songs und
Rockabilly gekonnt ab. Selbst aus "Singing The Blues" wurde
eine sympathische, rassige Piano-Nummer. Vor allem der Sänger, Ray Gilette, mit
seiner Elvis-haften Stimme tut sich hervor.
The Joel Hofmann Band
One More Day
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Eigentlich gibt es an Joel Hofmann nichts auszusetzen. Seine Stimme ist tief und stark, die Musik besteht aus elektrischem Honky Tonk. Und doch. Ich kann mich mit ihm nicht anfreunden. Für mich ist er zu kommerziell, zu unsorgfältig und auch oft zu schnell.
Wer auf Telecaster steht und laute Country-Musik, soll sich jedoch durch mein Urteil nicht beirren lassen.

The Tejas Brothers
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
The Tejas Brothers formierten sich im Herbst 2006. Chris Zalez hatte bisher in der Gegend von Dallas-Fort Worth Blues zum Besten gegeben, reiste national und international umher. Obschon ihm sein Blues die gewollte Befriedigung und auch den gewünschten Ruhm einbrachte, suchte nach einem neuen Sound, einer neuen Richtung.
Am ehesten lässt sich der Klang der Tejas Brothers folgendermassen beschreiben: "Geniale, texanische Musik”. Es handelt sich nämlich um eine gekonnte Kombinationen aller Musikstile, welche der Lone Star State hervorbringt. z.B. aus dem Texas Blues eines T-Bone Walkers' oder Freddie Kings', des Rock and Rolls eines Buddy Hollys, der Country Musik eines Buck Owens' und dem Tex-Mex Sound der Texas Tornados…
Anspieltipp für Sentimentale: "Love Me Or Leave Me Alone", für Texas Tornado-Fans: "Sweet Lolita" und für Leute mit Temperament: "Same Thing Could Happen To You".
Ein starkes Stück ist die Arbeit der Tejas Brothers geworden. Echt!

Jeff Newsome
Family & Friends
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Jeff Newsome hat in Zusammenarbeit mit Ron Stewart, Rickey Wasson, Dwight McCall, Shelley Skidmore und Russell Newsome eine feine, zarte, traditionelle Bluegrass-CD geschaffen. Nicht überragend, aber sympathisch kommt es daher, Jeff's Werk. Man hört dem Mann gerne zu.

Floyd Tolston
Something Special
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Es gibt einen Western. In dem klingen die Trompeten ähnlich wie in Floyd Tolston's "Everybody's Got' Em A Song". Er ist kein sensationeller Sänger, dieser Floyd Tolston. Doch sicher einer von Texas' Songwriter-Diamanten. Schön ist vor allem seine Liebeserklärung an die Hauptstadt von Texas: "Austin", verpackt in eine Liebeserklärung an eine Frau. Und wer die geheimnisvolle Anziehungskraft der Texaner immer noch nicht versteht, sollte in "Lookin' Back At Luckenbach" 'reinhören.

Tree Menane/Robin James
The Quarter Cafe
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Kaum eine CD hat mich je so an meinem Geschmack zweifeln lassen, wie diese hier. Robin Williams, die den Reigen eröffnet, hat tatsächlich nicht die Stimme, die ich gut nennen würde. Die Lady klingt wie ein kleines Mädchen, das gerne erwachsen wäre. Dessen ungeachtet geht von ihr eine Faszination aus, die unweigerlich an die "Grand Dames" der Country Musik erinnert: Patsy Cline und Rose Maddox. Doch vom Temperament und der traditionellen Country Musik mal abgesehen, hat das Mädchen nichts mit den beiden gemein.
Wer's bis zu "Hard On Your Heart" bringt, wird sich der Anziehungskraft dieser CD nicht entziehen können. Honky Tonk at it's Best. Musik, die nicht vom Gesang, sondern von den Worten und dem Takt abhängig ist. Und Tree setzt gleich noch einen oben drauf: "Scars On Your Heart" könnte trauriger nicht sein. Nun ja - der Outlaw hat ja auch Pate gestanden. "Touched By An Angel" zeigt wieder, dass Tree alles andere als ein guter Sänger ist, doch einer, der Mut genug hat, auch mal Romantik zuzulassen. Und Robin fällt wieder ein - im Duett ist ihre Stimme komischerweise gefällig. "Tears In Time" ein weiterer Honky Tonk, macht den Abschluss dieser typischen Texas-CD. Wunderschön ist sie ausgefallen, Tree's und Robin's Werk wird hoffentlich viele Fans finden. Sie haben's verdient, die zwei.

The Western Aces
Introducing The
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Als die Tennessee Rhythm Riders einst in England auftraten, beobachtete sie ein faszinierter Gordon Dole, damals noch ein Kind. Ein paar Jahre später machte er von sich reden - mit seiner Debüt-Album und einer Band, die sich "The Western Aces" nennt. Gordon's Rockabilly/Hillbilly-Band besteht aus: Phill Morgan - Steel Gitarre, Rhythmus Gitarre und Gesang, Gordon Dole - Lead Gitarre und Gesang, Dave Dole - Dog House Bass & Gesang und Mark James am Schlagzeug. Die Band kommt aus England. Etwas zu viel Hall haben die Jungs auf dem Kasten, das Schlagzeug klingt etwas - fremd, die Harmonien könnten besser sein, doch der Stil ist toll.

Bob Wire
Sentimental Breakdown
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Bob Wire idolisiert Robbie Fulks. Was er mit ihm nicht gemein hat, ist das Temperament. Bob geht es ab, wenigstens wünscht man sich, seine Stimme klänge etwas - nun - abwechslungsreicher. Doch auch hier gilt, wie bei vorgängiger CD: Der Sound ist klasse. Möchte sagen, die Band hebt den Sänger heraus. So wäre denn das Stück "My Heartache And Me" schlichtweg unerträglich ohne das grossartige Barrelhouse-Piano und die fein abgestimmten Harmonien.

Wink Keziah
Working Songs For The Drinking Class
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Okay. Wink Keziah haben nichts mit Billy Ray Cyrus gemeinsam. Sprich: Sie entsprechen nicht dem gängigen Schönheitsidol die Jungs, wie das Cover ihrer CD beweist. Aber: Hat schon einer die Gourds gesehen? Ja? Jene texanische Band sucht noch immer ihresgleichen.
Dasselbe gilt für Wink Keziah. Vielleicht muss man ja tatsächlich wie ein Rebell aussehen, um so wie Wink bei "A Hot Woman & A Cold Beer" klingen zu können. Mensch, diese Nummer LIVE! Und da sind wir schon beim zweiten Missverständnis, denn diese Band kommt nicht etwa, wie man meinen könnte, aus dem Lone Star State, sondern aus North Carolina. Wer auf Honky Tonk steht, fühlt sich dennoch bei "That Ain't Me" mitten im texanischen Staat - wetten?

The Gordons
Our Time
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
The Gordons sind jahrzehntelang durch die Staaten gezogen und haben ihre Musik dort vorgetragen. Ihr Sound ist sofort erkennbar. Und er wird von Kritikern wie Fans gleichermassen gepriesen.
Our Time wurde zu einer neuen, liebevoll gestalteten Arbeit von Roberta und Gary Gordon. Unterstützt haben sie die grössten Musiker ihres Stils, darunter Tim Carter von The Carter Brothers, der Fiddle-Legende Bruce Molsky und der traditionellen Fiddle-Grösse Robert Bowlin, der nebenbei zu den besten akustischen Gitarristen überhaupt zählt. Robert wirkt beim Song Randall Collins an der Klampfe. Weitere Musiker machen Mark Stoffel an der Mandoline, Ross Sermons am Bass und Randy Travis' Fiddler, David Johnson. Schlussendlich leiht der Nashviller Produzent/
Songwriter/Künstler Noah Gordon bei den Harmonien seine Stimme aus.
Atemberaubend.

Burning Bridges
Poor Man's Vacation (And Other Tales of the Wild & the Weary)
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Was, um Himmels Willen, so fragte ich mich, meint CD Baby mit "Postmodern Country"? Nun ja. Eine gelungene Kombination aus Cajun, Pop, rebellischem, heiserem Gesang, Tex-Mex und lauen Südstaaten-Nächten. So ist den der Titeltrack, "Poor Man's Vacation" eine absolut gelungene Tex-Mex Nummer geworden, die selbst in Casablanca vorstellbar ist..."Ride Away" könnte ein akustischer Bee-Gees Titel sein (wenigstens die ersten paar Töne), "Dead And Gone" spricht von der Jugend der Musiker, "A Bartender Name Jesus" ist ein rassiger, amüsanter Song. Einer, der die Frage aufwirft, ob ein Barkeeper namens Jesus einen Killer vom Morden abbringen kann. "Rattlesnakes And Rednecks" ist ein feine Südstaaten-Ballade.
Nicht jedermanns Sache, doch für jene, die sie verstehen, sicherlich eine gute.
Die Knaben sprengen übrigens auch geografisch betrachtet einen Rahmen: Sie sind aus Schweden.

The Ren Lehman Band
The American Civil War
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Die Ren Lehman Band hat sich einem uralten, doch nicht minder aktuellen Thema angenommen: Dem amerikanischen Zivil-Krieg (1861-1865). Damals haben die Südstaaten verloren. (s. "Gone With The Wind"/Vom Winde verweht). Und man sagt ihnen nach, sie würden noch heute darunter leiden. Manchmal scheint es, als ob ganz Amerika nie über die Niederlage des Südens hinweggekommen ist.
Die Ren Lehman Band war vorsichtig. Sie ist sich des schwierigen Themas voll bewusst. Deshalb existieren wahrscheinlich nur 5 Songs. Und keines der 5 Stücke nimmt Stellung ein - weder für den Norden, noch für den Süden. Vielmehr bestehen die Nummern aus von Bluegrass angehauchter Folk-Musik. Völlig verzichtet hat die Ren Lehman Band - man höre und staune - auf die für Marsch-Bands jener Zeit typischen Trommeln.
Doch auch dadurch verliert die CD nicht den Reiz. Selbst die Tatsache, dass diese Männer aus Grossbritannien stammen, tut der Qualität ihres Tonträgers keinen Abbruch.

The Earl Brothers
Moonshine
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
The Earl Brothers konzentrieren sich auf die typische traditionelle Bluegrass-Musik. Und das ist auch gut so, wie man hier hört.

Tony Booth
Is This All There Is To A Honky Tonk
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Für seine Liebeserklärung an die Honky Tonks hat sich Tony Booth 10 Jahre Zeit genommen. Und im Gegensatz zu einem Sänger derselben Qualität (etwa Dale Watson), der am Laufmeter mittelmässige CD's produziert, hat sich die lange Warterei bei Tony Booth gelohnt.
Justin Trevino hat “Is This All There Is To A Honky Tonk” prodziert. Ein Album, das Jake Hooker am Bass, Randy Lindley an der Rhythmus Gitarre, Randy Corner an der Lead Gitarre und Justin Trevino am Harmonie Gesang zeigt. Doch damit nicht genug. T. Bonta funktioniert am Piano, Reggie Rueffer an der Fiddle, Johnny Cox an der Steel Giitarre und Jim Loessberg am Schlagzeug.
Mit einer Honky Tonk CD von solcher Qualität kann in der heutigen Zeit nur noch einer Mithalten und das ist Justin Trevino himself.
Klasse.

Joe Baker and his Barefoot Brakemen
Shook, Broke, Hung
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Auch diese Jungs haben sich Zeit gelassen, bis sie sich an ihr Debüt-Album wagten. So haben sie 2 Jahre lang 3 Sets pro Nacht in ihrer Heimatstadt, Portland/OR, hinter sich gebracht, bis sie sich 2007 an Aufzeichnungen wagten.
Und auch hier hat es sich gelohnt.
Entstanden ist eine jazzige (dank Piano und Snare Drum) Country-CD. Der Spass, den die Musiker beim Aufnehmen hat, kommt voll durch. Dafür leidet die Gesangsqualität ab und an....

The Half Brothers
Half & Half & Half
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Nicht minder interessant klingt die CD der Half Brothers. 3 Stimmen, ein Banjo und eine Mandoline - genügen, um einen erstaunlich guten Sound hinzukriegen. Nicht ganz. Hinzu kommen wohl noch Enthusiasmus, Temperament und Humor. Und alles ist in dieser CD verpackt. Anspieltipp: "Haunted Kitchen" (wunderschön).

Andy Owens
Drive South
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Andy Owens ist ein Multi-Instrumentalist. Ein weitgereister Bluegrass-Ambassador. Auf seiner Visitenkarte seht nur: "Adventurer" (Abenteurer).
Wie der Mann, so die Musik. Sie klingt in der Tat abenteuerlich, die Bluegrass-Musik von Andy Owens. 'Traditionell' nennt sie CD Baby. Da bin ich nicht ganz einverstanden. Sie ist eher progressiv, doch mit vielen abenteuerlichen Ecken und Kanten. Ungewöhnlich und ungewohnt. Aber sympathisch.

Leon Morris
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Leon Morris startet seine CD mit einem leisen, zärtlichen "Old Flames". Einem klassischen Bluegrass Stück also, das von jeher zu meinen Favoriten gehört. Vielleicht liegt's ja an der Lautstärke meines PC's dachte ich und drehte auf. Nun ja. Bluegrass Musik muss man im Gegensatz zu anderen Stilen nicht laut hören, um sie mitzukriegen.
Allerdings ist die ganze Leon Morris Arbeit leise und zart ausgefallen. Da hilft kein Aufdrehen. Vielleicht ist seine Stimme ja in der Tat schwach. Vermutlich aber will er gar nicht so "ganz aus sich raus". Weil Leon Morris das nicht braucht. Wer will schon bei einem Stück wie "Dream Of Me" Kraft spüren?
Ein faszinierendes Werk. Für Nächte ohne Schlaf. Songs wie ein Kerzenlicht.

Terry Stafford
They're Growing Grass In The Old Corn Field
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Terry Stafford kam in Hollis, Oklahoma zur Welt. Doch bald zog seine Familie nach Amarillo, Texas. Terry zog hernach nach L.A., wo er eine Gesangskarriere anstrebte.
Sein erster Hit war "Suspicion". Dieser Schlager verkaufte sich über 1 Mio. Mal und kam in den Billboard Charts auf Platz 3. Unter Vertrag bei Atlantic Records nahm Terry " Has Anybody Seen My Sweet Gypsy Rose" auf. Später komponierte er "Amarillo By Morning" und "Big In Vegas". Auch diese Nummern nahm Terry Stafford auf. Später kopierten Tony Orlando and Dawn, George Strait und Buck Owens die drei Titel.
In der Folge nahm Terry Stafford viele Alben für Atlantic auf. Auch erschien er im Film "Wild Wheels". Terry's kannte den Indie Produzenten John Fisher, der in Nashville lebte. Dank ihm konnte er dort aufnehmen. Die 2 hier vorliegenden Songs entstanden in Nashville mit grossartigen Pickern.
Terry Stafford verstarb 1996. Er hatte Lungenprobleme. Wer bei Google oder Yahoo seinen Namen aufruft, wird aber feststellen, dass er noch nicht vergessen ist. Die Legende lebt weiter.
Okay. Von Terry Stafford habe ich noch nie gehört. Doch seine 2 Nummern sind grossartig. Sie zeigen einen witzigen Mann, aber auch einen grossartigen Sänger mit einem hitzigen Temperament.

Dom Wier
No Boundaries
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Dom Wier ist nicht nur ein niedliches Bürschchen. Er ist auch gut. Die etwas agressive Stimme, der Takt, diese typische, lasche Art der Rebellen hat er intus. Aber auch die Provokation, sprich: der Wunsch nach Konfrontation?
Dabei spielt der 25-jährige mit der Perkussion, mit Stimmungen und mit den üblichen Themen. Nur 7 Stücke hat Dom Wier aufgenommen. Mehr als die Hälfte davon rockig neben ein, zwei Balladen. Ein neuer Wind, statt dem üblichen Strom, weht durch Nashville.
"Das Leben macht meinen grössten Einfluss" meint der Junge. Ich hoffe, es bleibt dabei.

Bob Cheevers
Fiona's World
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Bob Cheever's Gesang hat Ähnlichkeit mit demjenigen von Willie Nelson. Allerdings lässt Bob noch keltische Töne einfliessen. So mutet denn seine CD schon beinahe esoterisch an. So wirkt denn Bob Cheevers CD nicht unbedingt unheimlich. Eher geheimnisvoll. Manchmal ist es, als würde man sich durch ein Labyrinth bewegen. Eines, wo man nie weiss, was an der nächsten Biegung geschieht. Oder auf einen wartet.
Musik für Menschen, die nicht alles zeigen und sagen müssen, sondern vieles bewahren können.

Daniel Salyer
Songs We Used To Sing
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Daniel Salyer versteht unter Songs, die er einst sang, Stücke wie "Worried Man Blues", "John Henry" oder "Old Ship Of Zion".
Für alle, die einer glasklaren Stimme und eine Fingerpicking-Gitarre gerne zuhören.

Melanie Marie Shifflett Ridner
Love Like This
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Ich wünschte, diese Frau hätte etwas von der Tradition ihrer Cousine übernommen. Denn sie braucht, genau wie Patsy Cline, kein lautes Schlagzeug, um gut zu sein. Leider scheint ihr das niemand gesagt zu haben. So wurde eine mittelmässige, enttäuschende CD aus ihrer Hommage an Patsy Cline.

Weldon Myrick & Jimmy Capps
Grand Ole Steel & Guitar
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Weldon Myrick und Jimmy Capps waren Original-Mitglieder der Grand Ole Opry Staffel Band. Und gehören beide zur Elite der "Nashville Session" Pickers.
Klingt, als sässe Waylon's Schlagzeuger am Drum. Es ist WIEDER zu laut! Mensch! Dabei wären diese 2 Könner spitzenmässig!!!
Leider hält sich der Schläger auch beim zweiten Stück nicht zurück. So klingt denn das Ganze für mich ob der überlauten Perkussion wie ein Keyboard. Müsste nicht sein, die Idee ist originell und das gilt auch für die ausgewählten Stücke.