CD NEWS Teil 2 Januar 2010
 


The Paynes
Ultimate Collection, Vol. 2 + Vol. 3
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Wer sich an die einstigen Oak Ridge Boys erinnern kann und diese mochte, wird sich an der hier vorgestellten CD ergötzen. Schöne Country-Gospel-Musik, wenn auch von der modernen Art.


Beau Hinze
Undertow
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Die Untertöne hier sind tatsächlich so auffällig, dass man nicht weiss, worauf man sich konzentrieren soll: Auf die dreckige Bluesmundharmonika oder die raue Stimme des Sängers. Nun – wäre die Harp nicht, würde es sich bei Beau Hinze bloss um eine weitere Nashville-Nummer handeln, auf die man verzichten könnte. Doch Songs wie „The Moonshiner“, ehrlich und gerade, machen aus dem Künstler was Besonderes. Ein neuer Rebell geht am Outlaw-Himmel von Texas auf. Ungeschliffen, rau und offen wiedersteht Beau trotz zum Teil elektrischer Begleitung (die Harp ist verstärkt, das Snare-Drum macht einen wichtigen Bestandteil aus, im Gegensatz dazu verwendet der Junge aber auch Banjo) dem Kommerz.

 
The Forgotten Mountain Boys
It Gets Better Every Day
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Wie das Cover schon zeigt, handelt es sich bei den Forgotten Mountain Boys um eine Bluegrass-Truppe. Im traditionellen Bluegrass Stil. Wobei der Sänger einmal mehr eine Country-Stimme besitzt – doch zumindest bei den Harmonien stört das nicht. Es geht hier auch mehr um Spass an der Sache und an der gewählten Musik. Musikalisch hält die Band, was sie verspricht, ohne sich jedoch von anderen Ensembles abzuheben.



Derek Toomey
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Das Debüt-Album von Derek Toomey zeigt sich rebellisch. Ich mag die Fiddle, die mal nach Cajun klingt, mal beinahe klassisch. Selbst eine Mandoline baut Derek ein, obwohl er von Bluegrass Musik weit entfernt scheint. ‚Americana‘ ist das Label, das gut zu ihm passt. Dabei sind mir Songs wie „Stuff“ zuwider. Keine Ahnung, wen Derek mit diesem Titel ansprechen wollte, doch ich denke, selbst für real Country-Fans geht die Nummer zu weit. Die Schlagzeugbecken werden zu oft eingesetzt, dazwischen prügelt der Drummer unnütz auf sein Instrument ein….. ne, danke. Dafür ist „Evangline“, eine traditionelle Cajun-Nummer, hier in Zusammenarbeit mit Jo-El Sonnier, gelungen. Vorwiegend deshalb, weil Derek nicht nur einfach eine weitere Version des Standards geschaffen hat, sondern eine völlig eigenständige. Zurück lässt der Junge trotzdem einen etwas schalen Geschmack. Wieder einer, von dem man nicht weiss, wohin er sich wenden möchte und wird. Wieder einer, der in der Versenkung verschwinden wird, obschon er ein gewisses Potential zeigt.


Trent Wagler & The Steel Wheels
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Ich habe mich an anderer Stelle schon negativ über progressive Bluegrass-Musik geäussert und muss vorausschicken, dass es sich anfangs auch hier um nichts anderes zu handeln schien.
Was Tent & seinen Leuten offensichtlich eigen ist, ist der keltische Einschlag, der viele Nummer auszeichnet. Der bezaubert. Ansonsten sind mir aber Songwriter-Stücke, etwa „Alaska“, die nach Steve Earle klingen, bedeutend lieber als der Bluegrass-Sound der Steel Wheels. „Kiss Me Like A Stranger“ zeigt, wie schön ein Stück sein kann das verstärkt, ein typischer, unauffälliger New Country Song wäre. Aber nicht in den Händen der Steel Wheels. Dort wurde er zu einer Ausnahme-Nummer. Mit viel, viel Tiefe.
Zusammenfassend muss ich sagen, dass sich die Steel Wheels wohl über ihren Sänger, Trent Wagler, identifizieren lassen. Er bringt die Leidenschaft, aber auch die Ecken und Kanten in die Band ein und macht sie zu etwas ganz, ganz Speziellem. Hierfür steht z.B. „18 Wheeler“, ein dreckiger Blues, der nicht besser sein könnte.  

Celtic Stew
Only Son
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Keltik hat’s mir schon immer angetan. So ergeht’s mir auch hier nicht anders. Die irischen Flöten, das Tempo und die Harmonien nehmen mich von Anfang an für sich ein. Mit Country hat die CD zwar nicht mehr viel am Hut, dafür mit Folk. Macht ja nichts, oder? Keltische Musik – mal rassig, mal sentimental. Aber immer gut.


Danny Dawson
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Danny Dawson hält sich ganz an sein Vorbild, Charlie Pride. Und an Chet Atkins, der einst den Nashville Sound erfand. Den hat Danny Dawson intus. Der Chor, Schlagzeug, Steelgitarre und elektrische Gitarre tun das Ihrige dazu, meine Ansicht zu bestätigen. Etwas zu süss – so, wie Tritt und Konsorte am Anfang gelingen haben.


The Lonesome Gamblers
Love and murder train
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Wie zärtlich Country Musik sein kann, machen die Lonesome Gamblers klar. Den Eindruck erzeugt nicht nur ihr Gesang, sondern auch die akustische, musikalische Begleitung. So fein ist die Band, dass automatisch eine eher düstere, beinahe depressive Stimmung aufkommt. Darüber täuschen allerdings Titel wie „This Train Is Bound For Glory“ hinweg – glücklicherweise. Bekannten Songs zollt die Band mit „This Land Is Your Land“ (Woodie Guthrie), „Wayfayring Stranger“ oder „Angel Band“ Tribut. Vor allem Letzteres zeigt noch einmal deutlich die sanfte Seite der Lonesome Gamblers.


Fiddlin‘ Frenzy
Cookie Maniac
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Dieser Tonträger wurde eigens für Fiddle-Liebhaber geschaffen. Deutlich zeigt hier der Produzent, wie viel man mit dem Instrument erreichen kann und wie unterschiedlich die Fiddle klingen kann.
Eine instrumentale CD aus Kanada.


Weldon Henson
Trouble for Me
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Web-Seite: www.weldonhenson.com/

Weldon geht mit seiner Stimme um, wie ich’s mir von allen Country-Sängern wünsche. Selbstbewusst, temperamentvoll, rassig und gleichzeitig vielversprechend leidenschaftlich. Keine Ahnung, wie lange der Honky Tonker aus Texas brauchte, um sein Talent so gut zu beherrschen. Er macht’s klasse, das ist sicher. So kann ich denn bei keinem seiner Sampler irgendeine Schwäche ausmachen, selbst dann nicht, wenn die gewählte Tonlage etwas zu tief für ihn zu seins scheint („The Good Time Are Still Yet To Come“). Und ich sag’s einmal mehr: Das hier könnte auch ein Dale Watson. Allerdings scheint der das Interesse an einem solchen Gesang schon lange verloren zu haben. Dabei ist er das einzig Richtige. Und das einzig Wahre. Hut ab vor Weldon Henson!

Anspieltipp: „A Heartache For Me“. Aber passt auf, dass Ihr nicht schmilzt, Ladies!!!


Jake Hooker
The Outsider
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Web-Seite: www.jakehookermusic.com/

Und weil’s so schön ist, gleich noch einmal ein Honker Tonker der Superklasse. Auch Jake Hooker kommt aus Texas. Songs wie „Here I Am“ sind wunderschöne, sentimentale Nummer, hier abgelöst von rassigen Stücken wie „I’m Gonna Act Right“. Ich habe einmal von einem berühmten Bluegrasser gelesen, dass er langsame Nummern nur zur Abwechslung einfliessen liess und nicht etwa, weil er sie mochte. Texaner scheinen umgekehrt zu denken. Zum Glück. Gibt’s was Tolleres als „These Two Eyes“? Für mich nicht. Ohne Steelgitarre, Fiddle, ohne todtraurigen Gesang, sprich: Ohne Honky Tonk wäre ich unglücklich. Gut, gibt’s da Sänger wie Jake Hooker. Und wen wundert’s? Selbst Jake’s Web-Seite spricht für seinen guten Geschmack.


Robb Bledsoe
If That House Could Talk
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Rebb Bledsoe bietet hier Songs an, die klingen, als hätte er sie, nur von einer Klampfe begleitet, auf der Veranda gesungen. Die Produktion, z.B. bei „The Music Flows Freely 'Neath the Old Oak Trees“, einem Bluegrass-Stück, klingt manchmal, als wäre sie eher zufälligerweise als gewollt zustande gekommen. Doch das sollte keinen davon abhalten, hier ‚reinzuhören. Der Junge kann ‚was. Dafür sprechen Titel wie „An Eye For an Eye“. Wie gesagt: Die Produktion könnte besser sein – aber wäre sie das, kämen nur wenige an das ‚ran, was Robb Bledsoe aus Illinois hier zum Besten gibt.


John Schmid
A Tribute To Johnny Cash
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Ein ausgezeichnetes Tribut an den Mann in Schwarz. Gelungen ist zu wenig gesagt.


Jim Hilmar
Just Noodlin‘
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Sehr jazzig, swingend, erweist sich Jim Hilmar. Was Jim die ganze CD hindurch begleitet, ist der Witz, der auch das Cover seiner CD wiederspiegelt. Jim Hilmar ist ein ausgezeichneter Jazz Gitarrist, ein Könner seines Fachs. Trotzdem: Entweder mag man seinen Stil oder nicht.


 

Mark Jackson Band
A Real Charmed Life
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Die Mark Jackson Band zeigt sich gegenüber den Country Musik Trends zwar aufgeschlossen, jedoch nicht so modern, um die elektrischen Instrumente über den Gesang zu stellen. Das gefällt mir, auch wenn die Orgel störend wirkt. Sagen wir’s so: Die Mark Jackson Band liegt noch in meinem Akzeptanzbereich. So mag ich denn Songs wie das Getragene „Goodnight Sweet World“ und auch dem modernen „Out at the edge of Town“ kann ich einen gewissen Charme nicht absprechen.

Dessen ungeachtet liegen mir Nummern wie „Never come back the Same“, das dank ausgezeichneter Mundharmonika über allen Zweifel erhaben sind, mehr.


The Easy Leaves
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Die Weary Boys waren ihrer Zeit voraus. Finde ich zumindest. Dass sie Nachahmer haben würden, davon wagte ich nicht mal zu träumen. Die Easy Leaves schliessen sich nahtlos an den Sound, dessen Fundament Bluegrass Musik machte, der ehemaligen Austiner Band an. Zwar kann es der Sänger nicht mit Mario Matteoli aufnehmen, doch er gibt sich alle Mühe. Die Harmonien arten meiner Meinung nach etwas aus. Ich denke, sie wären besser, würden sich die Sänger nicht so verzweifelt anstrengen. Aber Ecken und Kanten gehören zu dieser Musik. Und gut Ding braucht Weile. So wünsche ich den Jungs etwas mehr Übung, dass mir die Ohren bei Nummer wie „For The Darkness“ nicht mehr schmerzen. Das Talent ist da. Die Band braucht nur etwas Zeit.


Bretton Woods
I Wanna Work for an NGO
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Web-Seite: www.developingcountry.org/ bzw. www.myspace.com/brettonwoods

Betton Woods bedeutet Spass. Viel Spass. So viel, dass man bei den Stücken, die ohnehin sehr melodiös ausfallen, nicht umhin kann, lauthals mitzuträllern. Akustische Country Musik mit politischen Themen hat nie besser geklungen. Man spürt, dass Bretton Woods für Menschlichkeit und soziale Veränderungen steht. Und das, ohne ein Wort der Lyrik verstehen zu müssen. Das Banjo, das Dobro und das Waschbrett unterstreichen Bretton’s Gesang. Schade, bietet der Künstler hier nur 5 Stücke an. Auf jeden Fall darf man sich auf eine vollständige CD freuen.

Übrigens stammt der Name Bretton Woods vom Ort, wo die Weltbank und die IMF gegründet wurden. Europäisch also? Ganz richtig. Die Band kommt aus Oslo, Norwegen.
 

CD NEWS Teil1 Januar 2010


Darren Hoff & The Hard Times
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Gespannt war ich darauf, wie sich die ehemaligen Weary Boys einzeln machen. Und hier ist der Erste, Darren Hoff, seines Zeichens ehemaliger Songwriter und einer der Lead-Sänger. Zwar versucht er, sich in der traditionellen Schiene von einst zu bewegen, doch Songs wie „It Don’t Make Much“ oder „Stop Breaking Down“ beweisen das Gegenteil. Wobei es, ehrlich gesagt, auch unmöglich ist, den Weary Boys nachzueifern. Dieser kreativen, aussergewöhnlichen Gruppe, bei der zugegebenermassen Mario Matteoli die Triebfeder war, werde ich noch lange nachtrauern. Tja. Hard Times ahead, würde ich sagen. Hier hat sich einer eindeutig abgenabelt. Zu seinem Nachteil.


Honky Suckle
Derelict
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Eric Howell am Lead Gesang/Guitjo/Dobo/Dilruba/12 String Gitarre und der Perkussion tut sich hier mehr als hervor. Selbst bei den eher seltenen, leisen Tönen, wirkt Eric immer noch rebellisch, alles andere als sanft, voller Ecken und Kanten. Verstärkt wird sein Gehabe durch die übrigen Bandmitglieder, die da sind: Adam Howell, Gesang/Schlagzeug/Mandoline/
Perkussion, Brad Barnes, Gitarre/Percussion, Dave Smith, Gesang/Kontrabass/Perkussion, Kyle Young, Gesang/Mundharmonika. Vor allem Kyle Young, der Mundharmonika-Spieler, hält sich in keinster Weise zurück. Irre, würde ich Kyle’s Spiel nennen. Howell’s Stil liegt zwischen Bluegrass, Punk, Folk und Blues. Die Richtung, welche die Band einschlägt, ist so unbestimmt und so unbeständig wie ihre Musik. Und genauso beeindruckend. Stark, echt.


Rory McNamara
So Far, So Good
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Damit das gleich von Anfang an klar ist: Joe Ely’s „Wishing For You“ ist besser, als Rory’s. Trotzdem fasziniert Rory’s starke Stimme und die traditionellen Country-Musik, für die er steht. Rory hat es sich zum Ziel gesetzt, die besten Songs eines Genres hier zu vereinen. Jene Stücke, die er jahrelang vor Publikum vortrug. Titel, die stets Anklang fanden. Eindeutig wird, dass Rory voll hinter ihnen steht und seine ganzen Emotionen einbringt. Ob es ihm gelungen ist, überlasse ich Eurem Urteil.


The Homer Dever Band
Leipers Fork Standard Time
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Diese Band bringt hier „Hey Good Lookin‘“,Always Late“, „Singing The Blues“, „Waltz Across Texas“ und viele weitere Hillbilly-Standards beinahe authentisch. Das heisst: Nur die Originale sind besser. Eine tolle Zusammenstellung von einzigartigen Musikern. Wobei immer eine feine Prise Western Swing nachklingt.


Charles Lyonhart & The Jungyard Angels
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Schwierig, Dulcimer, Gitarre, Mandoline und Fiddle nicht mit Bluegrass zu verbinden. Dieser Mann hier, mit dem wunderschönen Namen, macht beeindruckende Musik. Trotzdem würde ich ihn generell eher auf der Folkseite ansiedeln. So klingt denn „I Came Back“, als hätte sich Charles eine Mischung aus Leonard Cohen und Steve Earle zum Vorbild genommen. Eine spannende Verbindung, wohlgemerkt. Selbst bei „The Dream“, einem eher kommerziellen Song, widerspricht sich Charles. Dank der rauen Stimme ist er fern vom Mainstream. „Outside Looking In“ spricht für die anspruchsvolle Seite der CD von Charles Lyonhart. Denn einfach ist dieser Mann nicht zu verstehen. So denke ich, man muss schon manch düstere Strasse gegangen sein, um ihn zu kapieren, diesen Charles Lyonhart.


Holy Moly
Clickity Clack
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Wer die Nase voll hat von besinnlichen Festtagen, vollem Bauch, übermässigen Geschenken und leisen Tönen, der lege diese CD ein. Bei Holy Moly kommt mit Sicherheit beim ersten Ton Spass auf, die Welt dreht sich in eine neue Richtung und man besinnt sich wieder darauf, dass Freude einen wichtigen Bestandteil des Lebens ausmacht. Skeptikern rate ich zu „Hardcore Werewolf“. Und wer mutig genug ist, kann ja „Babydoll & Beer“ unter’m Weihnachtsbaum erklingen lassen…
Holy Moly klingen ein bisschen wie Jason & seine Scorchers: Rebellisch, punkig und originell.


The Saddle Tramps
Nashville Swinger
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Diese Band hier hat wohl zu oft und zu laut Hayseed Dixie gehört. Nach jenen Rebellen klingen sie nämlich. Und genauso wie jene Machos führen sie sich auf. Trotzdem kommt man um ein Lächeln nicht herum. Etwa, wenn der Sänger mit seinem dritten Bein protzt. Auch der Honky Tonk vom Transvestiten macht Spass. Der Rock’n’Roll „White Trash Chicks On Speed“ klingt verdächtig nach mit Drogen vollgedröhnten Gitarristen. Da hat doch wer in den 50er Jahren Rock’n’Roll ‚dreckig‘ genannt. DIE Töne sollte derjenige mal zu hören kriegen…..Irrsinn vorprogrammiert!!!



Natalie Mae
Waiting On You
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Natalie Mae’s Stimme ist meiner Meinung nach noch nicht völlig ausgereift. Manchmal klingt sie wie ein kleines Mädchen. Dafür ist ihr Stil klasse: Eine Spur Bluegrass, viel Songwriter-tum, ein wenig Waltz und ein bisschen Swing. Dazu Clawhammer-Banjo oder eine akustische Gitarre. Eine clevere Mischung. Wie heisst es: Übung macht den Meister. Das gilt auch für Natalie Mae.


Nathan Day
The Bluegrass Album
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Der Bluegrass Stil von Nathan Day erinnert ein wenig an den Folk/Bluegrass-Stil der Dillards. Mir ist die Instrumentierung, d.h. die im Vordergrund stehende Steel Gitarre, das Banjo, die Mandoline und die Fiddle etwas ZU viel des Guten. Die Melodie geht ein wenig verloren, finde ich.


John Gibbons
Small Town Dance
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

John Gibbons‘ Mischung aus Bluegrass, Folk und traditioneller Country Musik passt ausgezeichnet in die Weihnachtszeit. Denn: Die Schönheit dieser CD macht friedlich, beruhigt. Die Harmonien sind toll, d.h. sie lassen dem Sänger, dessen Stimme mit John Prine’s viel gemeinsam hat, ihre Eigenständigkeit. Selbst bei vom Chor durchdrungenen Stücken wie „Season Song“ war der Produzent klug genug, John’s Stimme in den Vordergrund zu rücken. „Another Shot Of Rye Whiskey“ ruft Gary Stewart, den Ausnahme-Honky Tonker, ins Gedächtnis zurück. Der Honky Tonker macht den krönenden Abschluss einer ausgezeichneten CD.


The Gram Parsons Notebook
The Last Whippoorwill
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Ehrlich gesagt, meine Gram-Parsons-Fanperiode ist schon lange vorbei. Zu viele falsche Noten, zu laute und rockige Country-Musik und seine Biografie haben meine Begeisterung i.S. „Vater des Country Rock“, wie er von CD Baby genannt wird, merklich gedämpft. Dessen ungeachtet bin ich von dieser CD begeistert. Ehrlich gesagt, klingen die Sampler besser, als Gram Parsons meiner Meinung nach je geklungen hat. Nicht zu vergessen, dass er eher für ein Genre als für Qualität steht, die ja, abgesehen davon, vor allem Emmylou Harris zu seinen Werken beisteuerte. Hier also die bekanntesten Gram Parsons Nummer, etwa das geniale „Hickory Wind“ oder „A Song for You“. Der Tonträger ist besser als die dazugehörenden Originale.


Amber Digby
Another Way To Live
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Amber Digby ist keine Heather Myles. Aber sie versucht sich an deren Stil. Weniger erfolgreich. Zwar scheint sie von Patsy und vielen anderen traditionellen Sängerinnen beeindruckt zu sein und kopiert sie auch, doch für Patsy Cline fehlt ihr schlichtweg die Spucke. Am Stärksten sind hier Titel wie „Wrong Number“ oder das erfrischende „Please Be My Love“, aufgepeppt mit einem Banjo und einem Duett. Nicht in der Liga von Marti Brom, Patsy oder Rose, aber gut genug, gehört zu werden.



The Tractors
Fast Girl
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Das Cover spricht wieder mal für sich. Einmal mehr machen sich die Tractors für traditionelle Country Musik, die zwar auch mit Schlagzeug und Saxophon vorgetragen wird, stark. Und wie. Bei „It’s A Beautiful Thing“ steht für typischen Honky Tonk, „Don't Ever Take My Picture Down“ für Western Swing. Mit „Computer Controlled“ macht sich die Band u.a. gar für ‚richtige Musik‘ stark und spricht sich gegen Computer aus. Witzig ist die Nummer zwar, doch regt sie auch zum Nachdenken an. Mit dem Rock’n’Roll Medley „Little Place of Our Own/On the Road Again“ lassen die Tractors die CD ausklingen. Eine gute Arbeit.

 
Ed Cunningham & The New Radio Cowboys
Blue Skies and Sunny
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Dieser Mann swingt von A bis Z. Nun ist Swing, vor allem Western Swing, nicht gerade meine bevorzugte Musikrichtung. Dennoch kann ich diesem Mann Talent nicht absprechen. Und bei „Laugh Riot“ kriegt er mich auch noch. Diese Rockabilly-Nummern schlägt viele andere. Genauso muss Rockabilly sein. Das Gitarrenpicking, das Echo und der dazu passende, temperamentvolle Gesang machen einen ersten Höhepunkt der CD. Sollte Ed Cunningham selber der Gitarrist sein, dann Hut ab vor seinen Picking-Qualitäten. Schön ist auch „Grant Me Time“ im klassischen Country-Stil. „Peaceful Country Home“ mit Mandoline und zerbrechlichem Gesang bezaubert. Toll, dieser Song. Mit „No Regrets“, der letzten Nummer, macht Ed Cunningham noch einmal seine Vorliebe für Swing klar. Na ja. Sein Stil ist nicht meiner. Dessen ungeachtet bietet der Musiker Ed Cunningham Talente, die nicht von der Hand zu weisen sind. Genial.

 
Dick Staber & Judith Chasnoff
One More Journey
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Hier geht’s darum, dass die männliche Stimme mit der weiblichen nicht mithalten kann. Dick’s ist weich, swingend, diejenige von Judith tief und stark. So übernimmt die weibliche Stimme ungewollt die Führung, z.B. beim wunderschönen „Who's Gonna Shoe Your Pretty Little Foot“. Dafür macht die Mandoline, vor allem dann, wenn sie keltische Töne anstimmt, Eindruck. „Between Your Heart And Mine“ ist eine schwierige Nummer, die verzaubert, denn sie ist unglaublich gelungen. „Gonna Be A Long Time Gone“ ist ein unglaublich faszinierender Bluegrass-Song. Von jener Sorte, der man nicht wiederstehen kann. „Wing And Prayer“, der Abschluss, zeigt noch einmal die Mandolinen-Qualitäten von Dick Staber, die’s nicht zu unterschätzen gilt.


Ned Mudd & His Rustic Band
Fine Time In America
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Ned Mudd klingt lange nicht so alt, wie er aussieht. Ganz im Gegenteil. Dieser Mann rockt. Auf seiner Reise durch Amerika trägt er denn auch viele Stile, die das Land zu bieten hat, zusammen: Blues, Südstaatenrock, Rock’n’Roll, Jazz, Folk und Songwriter-Songs belegen die Arbeit von Ned Mudd. Nur Bluegrass sucht man bei dem Mann aus den Appalachen vergebens. Gesangsmässig sicher kein Highlight, aber temperamentvoll, abwechslungsreich und kreativ.


Fatman
Friends and Family: Extended Edition

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Fatman beweist hier einmal mehr, dass wahre Schönheit in einfacher Musik liegt. Dabei startet die CD mit einem Cajun-Standard, nämlich mit „Creole Belle“. Hier klingt Fatman, als wäre er ein Nachfahre von Woody Guthrie. Auf den Titel folgt „Shady Grove“ und auch hier macht Fatman klar, dass man mit einer simplen Melodie eine grossartige Nummer hinkriegt. Bei „Been Smoking To Long“ sieht man den Jungen direkt vor sich, wie er eine Kippe nach der anderen anzündet. Die lasche Art, in der er das Stück vorträgt, passt ausgezeichnet zu Rauchern oder sollte ich zum Rauch sagen? „Invisible“ liegt mir weniger. „I Love You Lord“ zeigt die Intensität, mit der Fatman Travis Barner seine Songs zum Besten gibt. Travis kommt aus Lock Haven, Pennsylvania. Bis dato hat er das Publikum der Vereinigten Staaten bei Bluegrass Jams, in rauchigen Bars oder an Open Air Festivals unterhalten.

Sein Debüt, das bei Diesel Thunder Productions erschien, ist überaus gelungen. Nicht nur der Standards wie „Shady Grove“, „Sweet Sunny South“ oder „Salty Dog“ wegen, sondern auch dank Nummern wie „I Love You, Lord“.



The High Lonesome Rambler
The Trespassers
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Die High Lonesome Ramblers bieten starken Gesang. Begleitet werden ihre Stimmen von akustischen Instrumenten mit keltischem Einschlag. Ihr hier angebotenes erstes Studioalbum ist prächtig geworden. D.h. die ausgewählten Songs sind gelungen, die Instrumentierung stimmt und die Sänger wechseln sich ab.



 
The Art Adams Band
The Truth
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Bei Art Adams handelt es sich um einen Rockabilly-Interpreten aus den 50er Jahren. Wir hatten das Glück, ihn bei seinem Comeback und einigen Shows nachher live zu erleben. Während seine ersten Gehversuche nach langer Bühnenabsenz misslangen, steigerte er sich doch unglaublich von Auftritt zu Auftritt. Mittlerweile hat er zur alten Grösse zurückgefunden. Was keine Selbstverständlichkeit ist. Art wirkte am Anfang unsicher, ja verstört und es schien, als wüsste er nicht, wie er sich gegenüber seinem um einige Jahrzehnt jüngeren Publikum verhalten musste. Doch er war lernfähig. Und er hat sich seine Truppe, eine starkes Ensemble, zusammengesucht. Mit diesem offeriert er hier Songs aus den 50er Jahren. Und startet gleich mit einem extrem beliebten Standard: „Everybody's Trying To Be My Baby“. Wobei die Folgenummer, Cash’s „Big River“ noch besser ausfällt. Wer wissen möchte, wie Rockabilly einst geklungen hat und zu was ein guter Interpret seiner Glanzzeit auch heute noch fähig ist, höre hier ‚rein. Ein starkes Stück.


Seamus Kennedy
In Sidekicks And Sagebrush
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Dieser Mann erinnert an The Sons Of The Pioneers… wen wundert’s also, dass deren bekanntes „Tumbling Tumbleweeds“ hier mit von der Partie ist. Aber es gibt noch weitere alte Country & Western Songs, die hauptsächlich in Filmen für Furore sorgten, zu entdecken. Es sind dies: „Ghost Riders In The Sky“, „Back In The Saddle Again“, „Cattle Call“, „El Paso“ oder das ultimative „High Noon“. Die Songs sind mehr oder weniger authentisch. Klar, mag ich „Wayward Wind“ von Patsy eher, doch das liegt an der Interpretin und ist ziemlich unfair in Anbetracht von Seamus Kennedy, der gerade dieses Stück im Sons Of The Pioneers-Stil wiedergibt. Eine ausgezeichnete Arbeit, die so richtig nostalgisch stimmt und die Sehnsucht nach der guten alten Zeit einmal mehr weckt.


Patty Clayton
Just A Little Bit Cowgirl
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Patty Clayton macht das weibliche Pendant zu Seamus Kennedy (vorstehend). Auch sie hält sich an die Tradition der Cowboy-Filme besser: Sie klingt danach, zumindest bei ihren Cowboy Jodeln. Gekonnt wechselt sie das Mädchen zwischen klassischer Country Musik, Western Swing und beinahe nach Bluegrass klingenden Songwriter-Balladen ab. Am deutlichsten werden die Stärken und Schwächen von Patty Clayton sozusagen gleicher-massen bei „Worship In The Prarie Wind“. Die Harmonien sind wunderschön, aber Patty hält die Töne nicht immer so lange aus, wie man es sich wünscht.



Pete Henderson
Lamp Lighing Plate
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Die Songzusammenstellung auf dieser CD ist gelungen. Sehr sogar. Die Stimme hält nicht immer, was sie verspricht. Dafür hält sie sich an die klassische Country-Musik, die einmal mehr ihren ganzen Reiz ausspielt. Für mich hat sie ihr Ziel erreicht. Für die Instrumentierung, die aus typischer Steel-Gitarre, Schlagzeug und Chor besteht, scheinen Könner zuständig zu sein.
Bei den Stücken handelt es sich um die obligaten Themen: Liebeskummer, Nostalgie oder Glauben.

 
The Easy Leaves
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Das Debüt-Album von Easy Leaves klingt wie eine Mischung aus Weary Boys und der Nitty Gritty Dirt Band. Gekonnt verbinden sie Folk- mit Bluegrass-, Skiffle- und Old-Time Musik. Dazu kommt der schräge, lasche Gesang. Ergänzt werden die einzelnen Songs mal durch eine Mundharmonika, mal durch ein geschlagenes, statt gezupftes Banjo. Dabei stimmt vieles nicht bei den Easy Leaves. Zum Beispiel die Harmonien. Selbst der Leadsänger bewegt sich gefährlich zwischen den Noten. Selten hält er sich an die vorgegebene Melodie. Doch das macht den Reiz der Gruppe aus, denke ich. Balladen, etwa „Lines of Stone & Dust“, wo die Stimme richtiggehend bricht, beweisen dies eindrücklich.


The Starlightons
I’m Proud
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Die Starlightons dürfen zweifellos stolz auf ihr Album sein. Sehr, sogar. Ungewöhnlich sind die starken Duette, der Cajun Einschlag, die Leidenschaft, mit der die einzelnen Titel vorgetragen werden. Wobei durch Geige, akustische Gitarre und Clawhammer-Banjo das Genre eigentlich feststehen sollte: Bluegrass. Aber so einfach machen es sich die Starlightons nicht. Sie haben sich für ihr Werk auch Old-Time Musik ausgesucht, die gerade durch ihre Schlichtheit bezaubert. Dabei erinnert der Gesang eher an Bluegrass (z.B. „Man In The Moon“, ein Slow Waltz). Entstanden ist eine ausgezeichnete CD auf die die Band, wie gesagt, stolz sein darf.


The Starlightons
As I Live And Breathe
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Bezeichnend für die zweite CD der Starlightons ist wohl der Name. Er fasst gekonnt alle Songs des Albums, darunter ein paar Klassiker („Half As Much“, „Burry Me Beneath The Willow“, „Thanks A Lot“), zusammen. Komischerweise habe ich gerade mit den Klassikern so meine Mühe. Zu gut kenne ich die, wahrscheinlich. So dass ich die eigenständigen Versionen der Starlightons nur schwer akzeptieren kann. Dabei haben sie ihren eigenen Reiz. Und eigentlich mag ich es, wenn Künstler nicht eine 1:1 Kopie irgendeines Standards machen, sondern daraus ihre eigenen Song kreiiren. Der Stil der Starlightons ist derselbe wie bei der ersten CD geblieben. Glücklicherweise. Schlecht ist ihr Bluegrass/klassischer Country-Stil mit einer Prise Old-Time nicht.




Unspeakable Joy
A New Song
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Der Gesang des Mädchenensembles ist mir ein wenig zu süss, ehrlich gesagt. Dafür finde ich Songs wie „Viriginia Reel“, das keltischer nicht sein könnte, bezaubernd. Vorgetragen wird dieser Titel, wenn ich mich nicht irre, mit den blechernen irischen Flöten, von welchen eine bei mir zu Hause rumliegt. Ich denke nicht, dass es sich um Blockflöten handelt. Falls doch, müssen sie klein sein, denn so klingen sie. „Amazing Grace“, die Eröffnungsnummer, zeugt vom engelhaften Gesang der Mädchen. Auch „Rocky Top“ hält sich ans dasselbe Schema. Für meinen Geschmack, wie gesagt, etwas zu süss. Doch für jene, die Alison Krauss mögen, das Richtige.


Reid Wilson & His So-Called Friends
Country Music Revolution
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Web-Seite: www.myspace.com/reidandsocalledfriends

Wäre Reid Wilson dazu auserkoren, die echte Country Musik, die immer mehr den Bach runtergeht zu retten, er würde es schaffen. Problemlos. Denn Reid hat alles, was es dazu braucht: Klasse, Temperament, Spass an der Sache, eine Ahnung von Bluegrass und klassischer Country-Musik, die richtigen, traditionellen Stücke, ausgezeichnete Freunde und eine gleichwertige Begleitband. Nur: Reid kommt aus der richtigen Stadt und müsste in der Falschen aufräumen. Was ihn wenig interessieren dürfte, fürchte ich. Aber vielleicht genügt es, diesem Mann zuzuhören und ihn einfach nur zu geniessen.


Flatcar Rattlers
Which Side Are You On
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Auch die Flatcar Rattlers halten, was ihr schräger Name verspricht. Schwer, die Jungs einzuordnen. Ihr Fundament besteht wohl aus Bluegrass und traditioneller Country Musik. Allen Titeln ist gemein, dass man nicht umhin kann, mitzusingen. CD Baby nennt den Stil der Flatcar Rattlers Progressive Bluegrass-Musik (die später gefundene Bezeichnung ‚Guerilla Bluegrass‘ finde ich passender). Dem muss ich vehement wiedersprechen. Unter progressiver Bluegrass Musik verstehe ich persönlich etwas, das mir nicht gefällt: Meist zu schnelle Nummern, die nicht mehr vom guten Gesang abhängig sind, sondern von rassigen Instrumental-Solis. Allein dem wiedersprechen die Flatcar Rattlers. Der Gesang ist der Mittelpunkt der Band, dazu gehört anscheinend eine rassige Fiddle, auch mal verrückte Perkussion, ein Snare-Drum oder ein zurückhaltendes Banjo. 5 Sterne Deluxe für die Jungs aus Texas.


Freight Train Boogie 2
A Collection Of Americana Music
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Bei dieser tollen Zusammenstellung von Eisenbahn-Songs reicht der rote Teppich für die Produzenten Bill Frater & Doug Jayne nicht. Einmal mehr muss ich solche Leute bewundern, die es wie keine anderen verstehen, einen unglaublich starken, irren Sampler mit so vielen unterschiedlichen Künstlern und Musikstilen so fabelhaft zusammenzustellen. Hört Euch nur „20 Years In The Big City“, gefolgt von „Cousin Sally Brown“ an. Oder „Freight Train Boogie“ vor „L.A. Country Blues“. So viele Awards, wie diese Kollektion verdient hat, gibt’s gar nicht zu gewinnen.

 
The Earl Brothers
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Sowenig ich für Familien-Ensembles übrig habe, so viel bedeuten mir Brüder-Duette. Und auch der hier vorliegende Tonträger enttäuscht mich nicht. Ganz im Gegenteil. Die Earl Brothers aus Kalifornien verstehen es wie kaum jemand, den magischen Duetten der Louvin Brothers, Stanley Brothers und der Osborne Brothers nahe zu kommen bzw. denselben Reiz zu verströmen. Dafür sorgen schon die Stimmen. Der ‚High Lonesome‘ Sound kommt deutlich zur Geltung. Im Duett sind die beiden extrem stark, aber auch alleine wirkt der Gesang, wie er sollte, auf die Zuhörer.


The Hopdown Bilby Band
Last Chance
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

The Hopdown Bilby Band hat weder Schwierigkeiten mit Honky Tonk, noch mit Beat. Dennoch finde ich, ist die Band auf das grosse Publikum, sprich: Kommerz ausgerichtet. Selbst schöne Stücke wie „Long Nights“ haben Schlagzeug intus und könnten doch ganz gut darauf verzichten. Gute Musik für Line Dancers.


Bluebilly Grit
Mill Grinder’s Blues
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Und hier haben wir eine progressive Bluegrass-Band – mit allem drum und dran. Allerdings muss ich bei Songs wie „There Is A Time“, einem Stück, das sehr an den Wayfaring Stranger erinnert, der Sängerin ein Sträusschen winden. Auch sonst besitzt die Band einen Reiz, den ich bei progressiven Bluegrassern nicht spüre. Sei’s drum. Die Songs sind, wie gewohnt, meist schnell. „Winter Winds“ könnte sogar ein Hit aus Nashville sein. So bleiben meine Gefühle bis zuletzt gemischt. Doch ich bin sicher, diese Band findet viele Anhänger.


High Country
Perfect Companions
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Bei High Country aus Kalifornien kommt man automatisch ins Schunkeln. Die Jungs scheinen ohnehin eine Vorliebe für Waltzes zu haben. Ein Highlight auf ihrem Album macht für mich „Back In My Arms“, wunderschön vorgetragen, durch Dobro, Fiddle und Gitarre verstärkt. Doch „Highway Of Pain“, mit den tollen Harmonien, ist noch schöner. Ausgezeichnete, traditionelle Bluegrass Musik.