Marty Robbins – 26. Sept 1925 – 08. Dez 1982

 

Gerade mal 57 Jahre ist er alt geworden!
34 Jahre Schaffen lagen hinter ihm, als sein Herz nach einer
schweren Operation am offenen Herzen zu schlagen aufhörte!
(Nach seinem 3. Schlaganfall, vierfache Bypass Operation von der er sich
nicht mehr erholte).
Und in diesen 34 Jahren hat er — wenn man alle compilations mitrechnet —
unzählige Songs aufgenommen.
Über 500 Songs soll er selber geschrieben haben,
eine fast undenkliche Zahl, aber wenn man bedenkt,
alleine aufgenommen hat er:
52 Studio-Alben, 100 Singles – darunter 17 No Ones und viele
„Life-Aufnahmen“.
Unter den Songs auch „Some Memories Just Won´t Die“, das noch kurz
vor seinem Tod aufgenommen wurde und das im
Film „Honky Tonk Man“ mit Clint Eastwood Verwendung fand.
(Der Film basiert auf der Lebensgeschichte des Jimmy Rodgers
und Marty spielt da einen Musiker.)
In den US-charts kam der Song nur auf Platz 10,
aber in der canadischen country chart auf No. One!
Und im Jahr nach seinem Tod erschien noch eine weitere Single.
„Love Me“ (re-issue mit Jeanne Pruett) und auf der Rückseite
„What If I Said I Love You“ aus seinem letzten Album
„Some Memories Just Won´t Die“.
Dadurch das Marty während des Krieges bei der Marine im
Südpazifik eingesetzt war, lernte er die Hawaii-Musik lieben
und authentisch singen.
Am bekanntesten aber wurde Marty mit seinen
“Gunfighter~ und Western Balladen“
von denen er viele selber geschrieben hat.
Damit setzte er die Tradition gewissermaßen fort.
Sein Großvater mütterlicherseits „Texas Bob Heckle“ war
nicht nur einer der berühmten Texas Rangers, er war auch
ein großer Erzähler und Verfasser von unendlich vielen
Western-Legenden und „nebenbei“ auch noch ein „Heilpraktiker“.
Von Marty´s Mutter wurde behauptet, sie hätte
Paiute-Indianerblut in den Adern, wobei unklar ist,
ob von ihrer Mutter her oder vom Vater.
Aber beide (Großeltern) hatten in ihren Personal-Papieren
den Status „weiß“ und somit auch Marty´s Mutter.
(Sein Vater entstammte einer Familie von polnischen Einwanderern.)
Marty war aber nicht nur Sänger und Songwriter,
sondern auch ein bekannter NASCAR Rennfahrer.
Sein letztes Rennen fand in einem von Junior Johnson gebautem
`82 Buick Regal beim „Atlanta Journal 500“ am 07. November 1982,
also vier Wochen vor seinem Tod statt.
Acht Jahre zuvor, beim „Charlotte 500“ Rennen am 06. Oktober 1974
geriet Marty selbstgewollt in eine sehr gefährliche Situation:
Als er aus einer Kurve heraus mit ca. 160 mph (über 250 kmh)
auf gerader Strecke beschleunigt hatte, sah er vor sich ein
Trümmerfeld: vier ineinander verkeilte Autowracks!
Blitzartig ging es ihm durch den Kopf, führe er in die Trümmer,
könnte er vielleicht einen Fahrer schwer verletzen oder gar töten.
Daraufhin fuhr Marty mit einem Rechtsschlenker voll gegen
die Innenmauer der Rennstrecke und schrammte an den vier
anderen Wagen vorbei.
Richard Childress (ein sehr bekannter Fahrer), der als letzter
in den Unfall verwickelt worden war, sah Robbins Wagen
direkt auf sich zukommen, wie er später berichtete.
Dadurch, daß Marty in die Mauer raste, rettete er ihm das Leben.
Marty selbst zog sich nur eine Kopfwunde zu,
die mit 16 Stichen genäht werden mußte.
1983, ein Jahr nach Marty´s Tod, ehrte ihn NASCAR, indem sie
das jährliche „Fairgrounds Speedway“ in „Marty Robbins 420“
umbenannte.
Hier noch einige Ehrungen, die Marty als Musiker bekam:

1957 „A White Sport Coat…“ Gold für über 1 Million (auch No 2 auf pop-chart)
1959 „El Paso“ Grammy Award (auch No One auf pop-chart)
1961 „Don´t Worry“ (auch No 3 auf pop-chart) 3. und letzter “Top 10 pop hit“
1961 „More GunfighterBallads & Trail Songs“ Grammy Award
1970 „My Woman, My Woman, My Wife“ Grammy Award
1970 „Artist of the Decade“ (1960-1969) der Academy of Country Music
1975 Nashville Songwriters Hall of Fame inducted
1975 „Star“ Hollywood Walk of Fame bei 6666 Hollywood Boulevard
1982 Country Music Hall of Fame elected
1983 3 Awards 17th Annual Music City News Country Awards
1998 „El Paso“ Grammy Hall of Fame Award

Marty war nicht nur ein großartiger Sänger, Marty war auch ein großartiger
Mensch, wie dieses Beispiel hier zeigt.

Und nicht nur deswegen ist es mir ein Bedürfnis immer wieder,
an seinen Todestag zu erinnern, der sich heute zum 36. Mal jährt.

RIP Marty !

Dieter Mühlena