Künstlervorstellung: Margo Price

Es war ein Zufall, daß ich ein Musikvideo von Margo Price auf ‚YouTube‘ fand,
ich kannte sie bisher noch nicht, da mir das Meiste, was zur Zeit aus Nashville kommt, zu sehr Pop-lastig ist.

Aber, was ich da zu hören bekam, interessierte mich doch sehr.
Ihre Stimme erinnert mich etwas an Janis Joplin, na, sagen wir mal – eine
etwas gebremste Janis Joplin.

‚Hands of Time‘, einer ihrer Titel – ein sehr ausdrucksstarker Song
Auf ‚YouTube‘ ist u.A. eine ‚Full Performance‘ (Live on KEXP) zu hören
– mit Interview – durchaus schöne moderne Countrymusic, mit Beat, aber auch
mit Gefühl und mit Verbindung zur ‚klassischen‘ Countrymusic, mit Steel
und Dobro, aber auch mit e-bass und E-Guitar und Drums.
Auf ‚YouTube‘ ist u. a. auch eine Duett-Aufnahme mit Emmylou Harris
‚Two More Bottles Of Wine‘  zu hören.

Ihr Bassist trägt übrigens in diesem Radio-Konzert ‚Live on KEXP) eine
Baseball-Kappe mit dem Aufdruck MERLE HAGGARD und ungefähr so hört
sich auch ihre Musik an, die eher an Westküste, denn an Nashville erinnert.
Margo selbst begleitet sich auf einer Gibson – Gitarre, mit der sie durchaus
etwas anzufangen weiß.

Titel, wie ‚About To Find Out‘ oder ‚Four Years of Chances‘, aber nicht nur
die upbeat-Songs, auch Balladen singt sie mit viel Gefühl.
‚Midwest Farmer´s Daughter‘ läßt sie sich nennen und so heißt auch ihr erstes Album.

Geboren wurde Margo Rae Price am 15. April 1983 in Aledo, Illinois.
Die jetzt 35jährige Sängerin, Songwriterin spielt außer der Rhythm Guitar auch noch Piano und Drums.
Schon als Kind spielte sie Piano uns sang in der Kirche, nach dem
Studium in Tanz und Theater  an der Northern Illinois University ging sie mit 20 Jahren nach Nashville.

Es folgten eine Reihe an Jobs um über die Runden zu kommen.
In Nashville lernte sie auch den Gitarristen Jeremy Ivey  kennen und lieben.
Die zwei heirateten und spielten beide in der Band ‚Secret Handshake‘,
die ausschließlich politische Songs spielten.

Später gründete Ivey die Formation  ‚Buffalo Clover‘ und letztendlich
die heutige Begleitband ‚Pricetags‘.
Nach mehreren Touren durch Großbritannien ist sie dort sehr populär und ihr Debut-Album ‚Midwest Farmer´s Daughter‘ kletterte sogar bis auf No One in den Charts.

Ein Jahr später, also 2017, kam ihr zweites Album ‚All American Made‘ auf den Markt.
Beide Alben erschienen auf Third Man Records (Independent Label gegründet 2001 in Detroit, Michigan von Jack White).

Inzwischen sind 4 Singles veröffentlicht:
2015  „Hurtin‘ (On the Bottle)“  aus ‚Midwest Farmer’s Daughter‘
2016  „Hands of Time“ auch aus ‚Midwest Farmer’s Daughter‘
2017  „A Little Pain“  aus  ‚All American Made‘
und „Weakness“ auch aus ‚All American Made‘

Auch einige Awards konnte Margo sich bereits an die Wand hängen und ich meine, sie wäre unbedingt auch eine Bereicherung für die deutsche Szene.

Vielleicht liest ja Jemand meine Zeilen, der die Möglichkeiten hat,
sie nach Deutschland zu holen.
Wer vielleicht im März dieses Jahres das Glück hatte, Karten für das C2C
Festival in London zu bekommen, konnte sie ja schon live erleben.  (Wir berichteten)

Inzwischen müssen wir uns damit begnügen, was auf ‚YouTube‘ an
Video-Clips usw. zu finden ist.

Dieter Mühlena

 

Beitragsbild: © Ina Haseneyer