Interview mit Gilbrecht Thomann 2007
Ch.L.:
Würdest du dich bitte unseren Lesern vorstellen und uns etwas über
deinen bisherigen Werdegang erzählen?
Gilbrecht: Mein kompletter Name ist Gilbrecht Thomann.Ich bin 1946 in
Dannenberg / Niedersachsen geboren (ja wirklich!) und mache seit 55
Jahren Musik.Angefangen habe ich mit Geigenunterricht beim Großvater.Mit
12 Jahren hatte ich mich dann mehr für Gitarren interressiert und mir
von Freunden ein paar Grundakkorde zeigen lassen.Mit einer geliehenen
Gitarre habe ich mich dann selbst weiter fortgebildet.Mit 15 trat ich
als Sänger und Gitarrist in die erste Band ein.Weiter ging’s dann in
mehreren Beatbands bis ins Jahr 1974.Ich hatte inzwischen Frau und
Kinder und bin aus beruflichen Gründen 1976 nach Berlin gezogen und die
aktive Musik an den berühmten Nagel gehängt.Nachdem ich krank wurde und
den Job durch Wirtschaftpolitische Maßnahmen im Jahr 1994 verlor, habe
ich wieder zur Gitarre gegriffen und wollte wieder ins Musikgeschehen
eingreifen.Aber eine Arthritis in den Handgelenken ließ das nicht zu –
es reichte aber immer noch für die Rhythmusgitarre.Ich hatte meine
Musikrichtung von Rock’n’Roll mehr in Richtung Country verlagert und als
es die ersten Karaoke und Playback-CDs zu kaufen gab, begann ich
bekannte Country- und Rockoldies zu interpretieren.Das kam in meinem
Bekanntenkreis sehr gut an, sodaß ich mich eines Tages überreden ließ in
einer Berliner Karaokebar aufzutreten.Der dortige Erfolg spornte mich
nur weiter an, und trotz meines Alters (ich bin inzwischen Rentner) fing
ich an, meine Songs auf CD zu brennen und an Bekannte und Freunde zu
verschenken.Im Internetportal myspace bekam ich viel positives feedback
Und ein Songwriter und Countrysänger aus USA fragte mich, ob ich
seine Songs nicht in Deutschland aufnehmen möchte.Ich bekam dann 16
Songs von ihm und bin dabei, alle professionell aufzunehmen und
eventuell zu veröffentlichen.
Ch.L.: Es gibt viele Country-Music-Fans in Europa, die zum ersten mal
etwas über dich Erfahren. Wie würdest du deine Musik jemandem
beschreiben, der noch sie noch nie zuvor gehört hat?
Gilbrecht: Ich singe nicht so wie viele typische Countrysänger,
sondern „vereinfache" die Tonfolge nach meinen Gefühlen.Würde es etwa
als „Happy Country" oder „Country Light" bezeichnen, wobei die typischen
Grundelemente stets erhalten bleiben.
Ch.L.: Schreibst du deine Lieder selber? Wenn nicht, wie gehst du bei
der Suche nach neuen Songs vor?
Gilbrecht: Ich habe einen guten Songwriter in USA
Ch.L.: Was ist dein Lieblingslied von allen, die du bisher
aufgenommen hast? Welche Geschichte steckt dahinter?
Gilbrecht: „She Sure Looked Good Last Night „– weil das wohl jedem
von uns schon einmal passiert sein könnte
Ch.L.:
Was ist dein Lieblingslied von allen, die du bisher geschrieben oder
gesungen hast? Welche Geschichte steckt dahinter?
Gilbrecht: When I’m Gone - es ist mein erster „eigener"!
Ch.L.: Welcher Song wird die nächste Single?
Gilbrecht: Mal sehen, ich habe ja noch einige…
Ch.L.: Das Internet spielt eine immer größere Rolle im Musikgeschäft.
Hat es dir geholfen oder hat es dich behindert? Wie würdest du dir die
zukünftige Entwicklung wünschen?
Gilbrecht: Ohne Internet geht fast gar nichts mehr
Ch.L.: Wer sind deine musikalischen Vorbilder?
Gilbrecht: George Strait, Alan Jackson, aber auch Buddy Holly
Ch.L.: Wie bist du zur Country-Musik gekommen? Gibt es dazu eine
Geschichte?
Gilbrecht: Über einen Krankenhausaufenthalt…(lach)
Ch.L.:
Was ist das Einmalige, das dich von anderen Künstlern unterscheidet?
Gilbrecht: mein Alter!
Ch.L.: Was war deine größte Herausforderung im Musikgeschäft?
Gilbrecht: Mit 60 nach über 30 Jahren wieder auf der Bühne zu stehen
Christian Lamitschka ( Ch.Lamitschka@t-online.de )