Das war das „C2C – Country To Country“ – Das Beste in Sachen Country Musik in Europa

Auch in diesem Jahr fand vom 09.-11.03. das größte europäische Countryfest C2C – Country To Country statt. Bereits zum 6. Mal holte der Veranstalter die großen Stars aus Nashville nach London, Dublin und Glasgow. (Unser Bericht bezieht sich zeitlich gesehen immer auf London!). Zudem standen in London zahlreiche tolle, bereits bekannte Sänger, wie auch echte Newcomer auf den zahlreichen Außenbühnen der O2-Arena.

Da in der O2-Arena verschiedene Baumaßnahmen anstanden, musste der Veranstalter im Vergleich zu den letzten Jahren etwas umplanen. So hatte der allseits beliebte TownSquare keinen Platz mehr in der Halle und bekam kurzer Hand ein eigenes Zelt. In diesem fand man dann neben der TownSquare-Bühne, Western- und CD-Ständen auch einiges für das leibliche Wohl. Eigentlich eine gute und auch recht ordentlich umgesetzte Idee, allerdings war am Samstag hier extremes Warten am Eingang angesagt. Man sollte also über die Größe noch einmal nachdenken.

Aber sprechen wir über das Wichtigste, die Musik!

Und hierbei war auch in diesem Jahr eine Menge geboten. Los ging es am 08.03., also noch vor Beginn des eigentlichen Festivals mit der traditionell am Donnerstag stattfindenden CMA-Songwriter Series (wir berichteten).

Freitag 09.03. ging es dann endlich los. Schon ab 14 Uhr konnte man Künstler wie Morgan Evans, High Valley oder Danielle Bradbery sehen. 18.15 Uhr startete mit Old Dominion die Hauptshow in der 20000 Besucher fassenden O2-Arena. Jeweils zwischen den „Großen“ auf der Hauptbühne, gaben sich aufstrebende Künstler auf der sich ebenfalls in der Arena befindenden Spotlight Stage die Ehre. Am Freitag bekamen also Morgan Evans und Brett Young die Chance, sich in der gut besuchten Arena vorzustellen.

Auf Morgan Evans auf der Satalite Stage folgte dann seine Frau Kelsea Ballerini auf der Hauptbühne. Sie stellte Titel ihres aktuellen Albums „Unapologetically“ vor und spielte zudem Titel ihres ersten Werkes „First Time“. Sie begeisterte mit einem abwechslungsreichen Programm umrahmt von einigen ihrer #1 Hits wie „Peter Pan“ oder „Legends“.

 

Zu guter letzt betraten am Freitagabend die Headliner Faith Hill und Tim McGraw die Bühne. Von vielen sehnlichst erwartet waren die beiden sicher das Highlight des Abends, für manche vielleicht des ganzen Wochenendes. Sie boten eine große Show mit viel Licht und Bildmaterial auf den Videoleinwänden (manchmal etwas zu viel, so wirkte es zeitweise eher wie Dancing on Ice).
Sogar die Bühne war an diesem Abend extra für die beiden umgebaut worden. Tim & Faith begeisterten die Fans mit vielen ihrer Hits, machten einige gemeinsame Titel, bevor sowohl Faith mit z.B. „This Kiss“, als auch Tim mit u.a. „Humble and Kind“ einige ihrer Hits solo vortrugen. Einziger Wermutstropfen war der Sound, der bei Tim & Faith deutlich schlechter war als bei den Künstlern zuvor. Aber alles in allem war es ein sehr gelungener Start ins Festival-Wochenende und das sollte ja erst der Anfang sein.

Der Samstag hatte viel zu bieten. So konnte man erneut auf den „kleineren“ Bühnen viele Künstler, wie Levi Hummon, Lanco oder American Young erleben. Auch das berühmte Bluebird Cafe brachte erneut 2 Shows (Samstag und Sonntag) auf die C2C-Bühne im Building 6. Samstag begeisterten hier Mo Pitney, Ryan Hurd und Jillian Jacqueline die Zuhörer.

Anschließend stand erneut eine große Hauptshow auf dem Programm. Auf der kleinen Satelite Stage stellten sich am Samstag Ashley Campbell (die Tochter des großen Glen Campbell), Ashley McBryde, Jillian Jacqueline und Lukas Nelson (Sohn des legendären Willie Nelson) vor. Sowohl Ashley McBryde als auch Jillian Jacqueline waren sichtlich ergriffen als sie vor der großen Kulisse der O2 standen. Jillian Jacqueline wurde regelrecht überwältigt von ihren Gefühlen, sodass dann auch ein paar Tränen flossen. Schön zu sehen was Musik kann.

Mit Luke Combs und Kip Moore standen direkt nacheinander 2 der „Jungen Wilden“ auf der Hauptbühne und beide boten eine wirklich gute Show. Spätestens als Luke Combs seinen großen Hit „Hurricane“ anstimmte, sang die ganze Arena. (Luke Combs kommt im übrigens im Oktober diesen Jahres nach Berlin)

Kip Moore war sicherlich eines der Highlights des Wochenendes. Er bot eine tolle Show mit ehrlicher Musik ohne viel Schnick-Schnack drumherum. Sein „Guitarman“ war einer der Gänsehautmomente des Wochenendes.

Nach den beiden Herren erlebten die Zuschauer die langersehnte Wiedervereinigung von Jennifer Nettles und Kristian Bush, also Sugarland. Gewohnt gut aufeinander eingespielt lieferten sie eine Show als wären sie nie getrennt gewesen. Gut, dass sie wieder da sind.

Den Abschluss des Abends bildete Kacey Musgraves. Sie hatte viele neue Songs im Gepäck und, sichtlich stolz Headliner zu sein, brachte sie ein tolles Konzert in die O2. Mit der Ankündigung, im Oktober auf Welttournee zu gehen und diese auch noch in Europa zu beginnen, löste sie großen Jubel aus. Allerdings muss die Frage erlaubt sein, ob eine andere Reihenfolge des LineUps nicht besser gewesen wäre. Denn Kacey hatte es mit ihrer tollen, aber doch eher ruhigeren Musik echt schwer nach Luke, Kip und Sugarland.

Der Sonntag war dann, wie schon das gesamte Wochenende, gespickt von Auftritten auf den zahlreichen Bühnen, z.B. hatte man für die TownSquare-Bühne einen Special Guest angekündigt und dieser war keine geringere als Sarah Darling.

Das Bluebird Cafe begeisterte am Sonntag mit Walker Hayes, Leslie Satcher (Co-Autorin von George Straits Troubador) und Ashley McBryde.

 

 

Zum Abschluss sollte auch der Abend noch das ein oder andere Highlight zu bieten haben. Auf der Spotlight Stage waren mit Walker Hayes, Russell Dickerson und Lindsay Ell drei wirklich tolle Künstler. Mit Midland begann der Abend mit einer großartigen Band, die mit ihren modernen und gleichzeitig traditionellen Tönen die Fans begeisterten. Als nächstes betrat Margo Price die Bühne und entpuppte sich als die vielleicht größte Überraschung. Die Musik von CD als eher ruhig und sehr traditionell bekannt, bot sie eine Mega-Show. Als sie bei Ihrem Hit „Learning to Lose“, den sie im Original mit Willie Nelson singt, dessen Sohn Lukas auf die Bühne holte, waren die Fans kaum noch zu halten. Die Begeisterung fand dann ihren Höhepunkt als sie sich ein paar Drumsticks schnappte und auch am Schlagzeug zeigte was sie kann.

Gefolgt wurde dieser Auftritt von einer lebenden Legende: Emmylou Harris, die auch mit über 70 Jahren noch zeigt, dass sie eine der besten und unverwechselbarsten Stimmen der Country Musik hat.

 

Abschluss des Abends und damit des gesamten Festivals bildete die derzeit erfolgreichste Country- Pop- Band und für mich Beste Band Little Big Town.

Trotz dass sie vor nicht einmal sechs Monaten erst auf Tour (u.a. in London) waren, zogen sie die Leute in ihren Bann wie kaum ein anderer an diesem Wochenende. Sie spielten von leisen, akustischen Titeln bis hin zu lauten, rockigen Songs ein wirklich sehr abwechslungsreiches Set. Als dann die ersten Töne von Girl Crush erklangen, tobte die Halle. Mit Little Big Town ist es dem Veranstalter tatsächlich gelungen eines, vielleicht das Highlight des Wochenendes ans Ende des Festivals zu stellen und C2C 2018 einen würdigen Abschluss zu bescheren.

Und nun freuen wir uns auf das nächste C2C, welches vom 8.- 10. März 2019 wieder in London, Glasgow und Dublin stattfindet.

Bis dahin könnt Ihr Euch noch ein paar Eindrücke vom diesjährigen Festival anschauen: 🙂

Photos: © Ina Haseneyer & Jen Box