Wir
haben sie das erste mal auf der CMM in Berlin gesehen und waren von der
freundlichen, offenen Art, den die Truppe an ihrem Stand praktiziert
ebenso begeistert, wie von der fetzigen Bühnenshow die sie ablieferten.
Wenn Zydeco Annie und ihre Swamp Cats loslegen, da reißt es die Tänzer
von den Stühlen und selbst den eingefleischtesten Nichttänzer zuckt es
in den Beinen.
Es liegt natürlich auch an der Musik, die hier überwiegend gespielt
wird. Cajun und Zydeco, dass ist die Stilrichtung, die meist von der
farbigen Bevölkerung praktiziert wird, ist eben ursprünglich, wild und
meist versprüht sie überschäumende Lebensfreude aus Louisiana. Hier in
den Sümpfen und Bajous entstand diese Tanzmusik der Creolen. Hier
vermischte sich die Musik der französischen Cajuns, deutsche Auswanderer
und Nachkommen der befreiten Sklaven. Hier waren die Lebensbedingungen
hart und voller Gefahren. Alligatoren und Schlangen gehörten zum Alltag
und auch auf den Speisezettel. Wer hart arbeiten musste, der wollte auch
ausgelassen feiern und so traf man sich am Wochenende und es wurde
gegessen, getrunken, musiziert und getanzt. Akkordeon, Waschbrett und
auch die Fiddle dominierten und so ist es bis heute geblieben. Bei einer
Tour durch USA, mit einer Tango- Latino Band, lernte die international
bekannte Akkordeonspielerin Anja Baldauf aus Süddeutschland, diese
Musikrichtung kennen und lieben und so wandelte sie sich zur „Zydeco
Annie". Nun brachte sie mit ihren Swamp Cats das Feeling aus dem
Mississippi- Delta ins Hofer Funkhaus. Bei „Doc" Schulze`s COUNTRY TIME,
konnten sie sich so richtig austoben. Sie ließen das alt- ehrwürdige
Gebäude bis auf die Grundmauern erzittern. Selbst den Moderator hielt es
kaum mehr hinter seinem Mikrofon. „Faix Deaux Deaux", „Hip Y Tayo" oder
„Las Bas Two Step" heißen die Titel, bei denen kein Auge trocken bleibt.
Die Hörer können die Musik nur akustisch genießen, wir im Studio erleben
die Band voll Lebensfreude. Sie spielen ihre Zydeco, Cajun, und
Countrymusic nicht nur, sie leben sie auch. Die Studiomikrofone und die
Aussteuerungstechnik kommen dabei schon an ihre Belastbarkeitsgrenze.
Passend zur Aussage von Annie, dass sie an keinem Schuhgeschäft
vorbeigehen kann, zelebrieren sie den Song „Paper in my Shoes" und mit
dem Liebeslied „Bon Temps Louisiana" und einem Walzer demonstrieren sie,
dass sie auch ruhigere Töne spielen können. Vor einem Jahr haben sie den
„Int. Country Award" in Pullman City gewonnen und auch im Pop und Rock
Bereich haben sie schon viele Preise „erspielt". Nach zwei Stunden
Sendezeit, die wie im Flug verging, verabschiedeten sich Annie und ihre
Boys aus dem Studio. Für die Hörer gab es noch CD`s zu gewinnen, wenn
man erkannte welche Hymne sich im Song „Oh Marie" versteckt hat. Dem
„Doc" kam das Rätsel zwar spanisch vor, aber so viel sei hier verraten,
spanisch wars nicht. Nach der Sendung saßen wir, wie fast immer, in
gemütlicher Runde in unserer „Stammpizzeria" und bei so illustren Gästen
wurde es eine lange „Sitzung".
Wer sich über die Band informieren möchte, der sollte