Trucker- und Countryfestival Geiselwind 2007
Superstars, Supertrucks, Superstimmung und am Ende eine Überraschung

Angelika Demmerschmidt30 Grad warm und eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit hatte es am Freitag Nachmittag als wir im Strohofergelände, in Geiselwind, ankamen. In der Eventhalle wurden gerade die Bänke und Tische aufgestellt und die ersten Trucker suchten sich einen guten Stellplatz.
Wir trafen die ersten Bekannten und um 20 Uhr eröffnete Toni Strohofer mit Angelika Demmerschmidt, die Redakteurin und Moderatorin von Antenne Bayern, das diesjährige Festival.
Musikalisch stimmte BLUE TRAIN, wie auch schon die letzten Jahre, die immer zahlreicher werdenden Besucher, auf den Abend ein. Sängerin SANE und ihre Boys zogen alle Register der Country- Music und brachten auch sofort die Linedancer in Schwung. Toni Strohofer und ein Vertreter der EKU- Brauerei zapften dann auf der Bühne das Fass Freibier an, dass natürlich sofort seine Abnehmer fand. Es ist fast selbstverständlich, dass BLUE TRAIN nicht ohne Zugabe von der Bühne durfte.
Dann kam das „Urgestein der deutschen Countryscene" GUNTER GABRIEL, mit seiner Band, auf die Bühne. Er hat hier in Geiselwind seine treuen Fans, war er doch von Anfang an dabei. Und wenn er singt „Truck Stop, Tom Astor und ich" so passt der Song auf die Festivalgeschichte von Geiselwind. Denn die drei Formationen gehören schon zum festen Programm, haben hier ihr Publikum, dass sie feiert und verehrt und das auch schon auf sie wartet.
Am Nachmittag gab Gunter eine Autogrammstunde am Promotionstruck von Renate Stein und auch hier waren seine Autogramme wieder heiß begehrt. Ein TV- Team begleitete ihn und hielt alles im Bild fest. Es entsteht ein Film über GG, der dann anlässlich seines Geburtstages ausgestrahlt wird. Am Abend war er Super drauf. Brachte seine bekannten Songs und holte dann auch seine Enkelkinder mit auf die Bühne. Dann holte er noch alle Kinder vom Bühnenrand dazu und sang mit ihnen gemeinsam, das gefiel dem Publikum. Den Song „Yvonne" , sang er dann zusammen mit seiner Tochter Yvonne und da wurden dann auch bei uns alte Erinnerungen wach. Das hatten wir vor vielen Jahren, wir waren noch jünger und Gunter und Ivon natürlich ebenfalls, hier auch schon gehört. Damals war auch noch Renate Kern- Nancy Wood- dabei. Lang, lang ist’s her! Aber neben den alten Kultsongs wie „Hey Boss ich brauch mehr Geld" oder „Komm unter meine Decke" sang er auch sein neues Lied „Lasst die Fahnen auf den Dach" und so verging der Abend viel zu schnell und auch GG brachte noch diverse Zugaben.
Am Samstag, nach ausgiebigem Frühstück, sahen wir uns bei den Verkaufständen und der vielen Showtrucks um. Hier bleiben eigentlich keine Wünsche, oder auch Träume, offen. Nur für die Trucker, die jetzt erst ankamen, wurde die Stellplatzsuche zum Problem, denn irgendwann ist auch hier die Kapazität erschöpft und der geduldigste Einweiser verzweifelt. So viele Trucks wie in diesem Jahr, waren noch nie nach Geiselwind gekommen. Über 500 kamen zur Bewertung und insgesamt waren es circa 800 Trucks die zum Festival gekommen sind.
Während die CRIPPLE CREEK BAND das Musikprogramm flott eröffnet, macht sich die Truckbewertung auf und vergibt die begehrten Punkte. Wir sehen uns einmal auf dem Campingplatz um. Hier feiern viele Gruppen ihr eigenes Fest. Vom kleinen Zelt bis zum Luxuscampingmobil findet man hier alles und so unterschiedlich wie die Unterkünfte sind auch die Bewohner. Ein illustres Völkchen mit Kind und Hund, mit dem gemeinsamen Nenner: Countrymusic. Im Saal feiern die Fans die CCB und die liefern nicht nur ein fetziges Musikprogramm, sondern auch eine tolle Bühnenshow ab. Leider etwas zu laut aufgedreht, finden einige Zuhörer und genießen die Musik vor der Halle. Die anderen lassen sich mitreißen und fordern ihre Zugaben. Dann kommt LINDA JACOB mit ihren ROAD RIDERS auf die Bühne und sie muss ihre Show teilen. Es wurde eine Tanzvorführung eingeschoben, dann wurden TRUCK STOP etwas vorgezogen.
Die „Cowboys der Nation" brachten die Eventhalle zum kochen. Sie gaben einen Rückblick auf die großen Erfolge der letzten 30 Jahre aber auch aus ihrer neuen CD spielten sie einige Titel. „Wohin der Wind uns weht", war ein Wunsch für „Big Toni", aber wo kreiselte denn der Boss wieder herum? Aber auch den begeisterten Fans gefiel der alte Song. Mit den Zugaben „Ring of Fire", „Ein Tag wie ein Freund" und „Detroit City" verabschiedeten sie sich weit nach Mitternacht. Die ausgepowerten Fans verließen nun in Scharen die Halle. So musste LINDA JACOB und ihre ROAD RIDERS den 2. Teil ihrer sehr guten Darbietung vor einer kleinen Schar eiserner Fans abziehen. Aber sie gaben ihr Bestes!
Bereits am Nachmittag wurde, unangekündigt, die MELLIE von Landshut, ein 11 jähriges Nachwuchstalent, eingeschoben. Leider haben wir das verpasst, aber wir haben nur von begeisterten Zuhörern gehört.
Sonntag schoben sich Besuchermassen über das Gelände und die ankommenden Autofahrer brauchten viel Geduld, bis sie einen Parkplatz fanden.
TEXAS ROOSTER starteten das Musikprogramm. Die Lady mit ihren vier „Hähnen" brachten ein weitgefächertes Programm und eine gute Show, bei einer angenehmen Lautstärke und ein Regenschauer bescherte den Texas-Hähnen ein großes Publikum, denn viele flohen in die Halle. Wir trafen uns mit Freunden aus Germering und hatten uns viel zu erzählen. DOUG ADKINS mit STARS`n BARS legten noch einen Zahn zu. Der Mann aus Montana und seine Spitzenmusiker um Matt Wegener hatten eigene Songs und internationale Hits gut gemischt. „Luckenbach Texas", Copperheat Road" oder "The Reace is on" klangen wunderbar professionell.
DAGMAR, die deutsche Country- Lady, erschien wieder in einem Traum von Weiß- Kleid auf der Bühne und mit "Trucking ist mein Leben" sprach sie sofort "ihre Trucker" an. Ihr und auch ihren Fans gefielen ihre Songs und die tolle Stimmung so gut, dass sie einige Zugaben brachte und damit den Zeitplan verschob.
So war es schon fast Mitternacht, als endlich der langersehnte „Countrystar Nr.:1 in Deutschland", TOM ASTOR mit seiner Band, auf die Bühne kam. Bei seinen Kultsongs hielten die Fans bis zum früher Morgen aus. Eine Stimmung, die es nur in Geiselwind mit Tom gibt. Er war so gut drauf, wie seine treuen Fans und die vielen Verehrerinnen. Seinen langjährigen Freund und Fahrer, ERNEST HOFFMANN, ehrte er auf der Bühne für 20 Jahre gute, zuverlässige Dienste. Auch seinen Drummer, DIETER GERBES, lobte er besonders und der legte ein Solo hin, da fielen einem fast die Ohren ab. Auch Tom`s Sohn Life war als Gitarrist mit in die Band integriert. Auf einer Videoleinwand zeigte ein Fünfminutenfilm die Entstehung seiner neuen CD „Duette" und auf Wunsch von Manuela Strohofer gab es den „Jungen Adler" in einer Maxi- Version. Mit einem Johnny Cash- Medley erinnerte an den großen Meister und seinem Vorbild.
Nach einer kurzen Nacht ging das Festival in seine Endphase. Leider hatte Petrus die Botschaft von Toni Strohofer, der zuvor noch felsenfest an seine guten Beziehungen nach oben glaubte, nicht verstanden und schickte Regen. Um elf Uhr war eine Podiumsdiskussion angesagt." Ich biete den Truckern ein Forum und auf unserer Homepage können sie eine 10 Punkte Petition anklicken", sagte Toni zur Einleitung. Er möchte sich dafür einsetzen, dass das unsinnige neue Gesetz für Ruhe- und Lenkzeiten wider verschwindet oder zumindest so geändert wird, dass es überhaupt möglich ist es richtig umzusetzen. Angelika Demmerschmidt moderierte die Runde. Es waren Herr Ehmke von der Autobahndirektion Würzburg, Tom Jeier von der Fachzeitung Trucker, Otto Hünnerkopf MdL und Georg Gast Vorstand der Deutschen Truckerclub Gemeinschaft DTCG mit am Tisch. Der bayerische Innenminister Dr. Günther Beckstein ist leider nicht gekommen, warum auch immer. Wo ist der gerechte Lohn für Trucker, die einer der härtesten Jobs der Welt machen? Wer kümmert sich um die Belange und Bedürfnisse der Fahrer, denen immer nur Strafen angedroht werden. Wo sind die Parkplätze auf denen die gesetzlichen Ruhepausen überhaupt eingehalten werden können? Wo gibt es eine Rundumversorgung für den Fahrer und Ruheplätze auf denen es auch wirklich sicher und ruhig ist? Das sind nur einige der Fragen und Probleme, die den Fahrern und Speditionen große Sorgen machen.„In den USA kümmert sich keiner um die Indianer und bei uns keiner um die Trucker", brachte es Tom Jeier auf den Punkt. Und die Trucker sind es doch, die die Versorgung der Bevölkerung aufrecht erhalten und ohne die auch die großen Firmen nicht laufen würden. Möbelhäuser, Großmärkte und viele Städte sperren ihre Parkplätze über Nacht für LKW’s. Überall drohen nur Verbote und Strafen. Deutschland wird immer mehr Transitland, aber wo sollen die Fahrer parken, einkaufen und ruhen? Es wurde hitzig diskutiert und ein Fahrer rief sofort nach einem Streik, der sich aber gar nicht so leicht umsetzen lässt. Der Landtagsabgeordnete zeigte sich betroffen und versprach sich „einzusetzen", nur einsetzen ohne was umzusetzen bewegt nichts, musste er sich anhören. Wer sich also engagieren möchte, der sollte sich unter www.autohof-strohfer.de  informieren und die Aktion unterstützen. Toni Strohofer, der eigentlich immer ein großer Optimist und Macher war, zeigte sich tief enttäuscht von seinem Land und ihm droht, nach eigenem Bekunden, der Führerscheinentzug wegen zu schnellen fahrens. „Als pragmatischer Unternehmer habe ich keinen Platz mehr in Deutschland", sagte er verbittert. Ob es in Zukunft noch ein Truckerfest bei ihm geben wird, stellt er in Frage und überlegt sogar ob er seine 1000 Parkplätze auf 100 reduziert. „Wenn Toni so könnte wie er wollte, würde er viel zum Guten bewegen", bescheinigte ihm der Politiker, aber auch er ist an Gesetze und das Wettbewerbsrecht gebunden, stellte er klar. Betroffen von den Äußerungen von „Big Toni" zeigten sich seine Freunde und langjährigen Besucher und viele fragen sich nun wie es hier in Geiselwind weitergeht? Auch wir sind von seiner emotionsgeladenen Rede und seinen Rückzugsabsichten überrascht worden. Also wollen wir alle hoffen, dass es weiter geht im Erlebnisautohof Strohofer. Im Betrieb haben sich bereits die Kinder und Enkel engagiert und tüchtige Mitarbeiter sind auch vorhanden. Es gab noch den Truckergottesdienst, die Pokalverleihung und mit der Musik von COUNTRY STRAS und BLUE RIDGE MOUNTAINS, ging Europas größtes Trucker- und Countryfestival zu Ende. „Wenn das Festival weitergeht aber Toni nicht mehr durch die Reihen und das Gelände läuft, kann ich mir nicht vorstellen!", sinnierte Moderatorin Angelika Demmerschmidt und wir eigentlich auch nicht!

Peter und Uschi

Fotos vom Festival

 
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