Thomm Jutz „Work" TJ 2010

I Feel Like A Train/ You Are With Me/ Old/ Nobody Wants To Say Goodbye/ Work/ Blue, Blue Highway/ The Train Came Back/ Southland/ The Rhythm Of The River/ When It Rains In the South/ Good People/ Jimmie Rodgers Rode A Train/ Walk In the Mud/ There It Is/ Walking In A Circle

Als Thomm Jutz kürzlich seine badische Heimat, sprich seine Heimatstadt Bühl, wieder einmal besuchte und für seine vielen Fans ein Konzert gab, da wurde er gefeiert wie ein Superstar. Jutz hatte eigens für diesen Auftritt zwei Musiker aus Nashville mitgebracht und was er da in circa zwei Stunden vorführte, das gewährte einen kleinen Einblick in das Leben dieses aussergewöhnlichen Talents. Im Mittelpunkt seiner kleinen Show stand die Präsentation seines neuesten Albums, das im Oktober 2010 zur Veröffentlichung anstand und das offenbarte, dass Thomm Jutz in seiner neuen Heimat Nashville/Tennessee voll angekommen ist. Sprachlich wie auch mental ist er voll integriert und pflegt mit seinen Kompositionen die Tradition der Singer/Songwriter, die ihre ureigensten Gedanken zusammen mit Selbsterlebtem in Songs verarbeiten. So sind denn auch alle 15 Lieder auf dieser neuen CD von Jutz selbst oder zumindest mitgeschrieben worden. Da gibt er auch viel an persönlichen Gefühlen preis, wenn er zum Beispiel in „You Are With Me" von seiner Flugangst erzählt, vor allem beim Starten und Landen. Dann denke er an seine engsten Verwandten, an seine Mutter oder an seine Frau, und dann fühlt er „sie sind bei mir, ich bin nicht allein, alles wird gut". Oder in dem Song „Good People", wo es um die große Überschwemmung in Nashville Anfang des Jahres 2010 geht. Thomm Jutz war gerade auf Tournee in Kalifornien, als er vom Hochwasser erfuhr. Und so rief er stündlich zu Hause in Nashville an, um zu erfahren, ob sein Studio schon unter Wasser stünde. Gottlob, es ging alles gut, doch als er wieder zu Hause und das Hochwasser zurückgegangen war, da halfen sich alle Nachbarn gegenseitig beim Putzen und Aufräumen, Danke, lieber Gott, für die guten Menschen. Auch in dem Song „Jimmie Rodgers Rode A Train" beweist Jutz, dass er längst in seinem Amerika angekommen ist, singt er doch nicht nur über die Landschaften, die Menschen, die Flüsse und die Eisenbahnen, sondern auch über den „Vater der Country Music", über Jimmie Rodgers, den Thomm ganz besonders verinnerlicht haben muß. Er hat sich mit dem Leben von Rodgers beschäftigt, sein Museum in Meridian und auch sein Grab besucht, und er hat einen Song über ihn geschrieben.

Thomm Jutz stammt aus Bühl/Baden, wurde in frühester Jugend mit klassischer Musik auf Klavier und Flöte konfrontiert, lernte Noten lesen und startete mit 12 Jahren seine ersten Gitarrenlektionen. Wichtige Impulse kamen von den Militärsendern AFN und CFN und mit 15 Jahren spielte Thomm Jutz bereits in lokalen Bands. Danach folgte für einige Jahre eine Art Doppelleben: Er studierte während des Tages an der Musikhochschule klassische Gitarre und nachts spielte er in Clubs Blues und Rock. Dann entdeckte er die Musik von Townes Van Zandt, eine Musik, die ihn bis heute geprägt hat. Thomm begann Songs zu schreiben, zunächst in deutscher Sprache, und spielte ein paar CDs ein, außerdem betätigte er sich als Produzent im eigenen Studio. Dann, 2003, wagte er den Umzug nach Nashville/Tennessee in die „Music City USA", wo er mit vielen jener Musiker und Komponisten zusammentraf, die er bisher nur vom Radio und von Schallplatten gekannt hatte. Er wurde als Musiker und Produzent rasch anerkannt, baute sich ein eigenes Produktionsstudio und genießt unter den Top Stars der Musikmetropole große Hochachtung. Seit Jahren schon gehört er zur Band von Nanci Griffith.

Auch Thomm’s neuestes Album wurde in seinem eigenen „tjtunes"-Studio in Nashville aufgenommen zusammen mit so bekannten Musikern wie Fats Kaplin, Richard Bailey, Robby Turner und vielen anderen, und noch immer spürt man in seinen Songs den großen Einfluß, den Townes Van Zandt einst auf ihn ausgeübt hatte. Stilistisch bewegt sich die Musik von Country, Americana, Roots bis hin zu Bluegrass.

Thomm Jutz sagt über sich und dieses neue Album: „I love to read, I love old black and white photography and I love living in the south. You might see some of the people and places in these songs somewhere some time, read their story or find them in a picture."

Walter Fuchs

 
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