Texas Heat „Texas Heat" TR 0808-2
Long Gone Tomorrow/ Piece Of Wood/ All Alone And Blue/ Drivin’ Down
The Road/ Let ‘er Roll
Als
die 1990 in Leverkusen gegründete Country Band "Texas Heat" nach
häufigem Personalwechsel und längeren Perioden der Stagnation irgendwann
in der Versenkung verschwunden war, hätte kaum jemand geahnt, diese Band
jemals wieder auf einer Bühne zu sehen. Doch der Slogan „They’ll Never
Come Back" gilt wohl eher für Boxer als für Country Bands, denn „Texas
Heat" ist wieder da, in voller Pracht und Blüte. Nachdem Marty Wolfe,
mit bürgerlichem Namen Bernd Wolf, ab 2007 unter seinem eigenen Namen
die eine oder andere Maxi-CD veröffentlicht hatte, folgte jetzt eine
weitere Maxi-Produktion mit 5 Titeln unter dem Bandnamen „Texas Heat".
Und auch wer erst über dieses Album mit der Musik von Marty Wolfe und
Texas Heat konfrontiert wird, der stellt rasch fest, hier sind Profis am
Werk. Die Stimme von Marty, mit amerikanischem Südstaatenakzent und viel
Country-Feeling, verschmilzt mit der Musik zu einem homogenen Ganzen.
Und da er darüber hinaus ein exzellenter Kenner von Johnny Cash ist, der
alle Details aus dem Leben des „Man in Black" kennt, ist er geradezu
prädestiniert, auch Johnny Cash Songs zu singen mit jenem merkwürdigen
Timbre, mit dem er immer wieder ganz nahe ans Original kommt ohne den
„Grand Old Man" zu kopieren. Nein, Marty Wolfe ist ein viel zu
eigenständiger Charakter, ein belesener und gebildeter Typ, der alle 5
Songs auf diesem Album auch selbst geschrieben hat, Songs mit kräftigen
Aussagen und Geschichten, die jeder Zuhörer nachvollziehen kann, mit
anderen Worten, es sind Country Songs der alten Schule, packend und zum
Zuhören zwingend.
Ausser Marty Wolfe, der auch eine virtuose Solo-Gitarre spielt, mit
dabei: Pit Lenz, Pedal Steel Guitar, Akustische Gitarre, Dobro, Gesang;
Thomas Naatz, Bass, Gesang und Ralf Müller, Schlagzeug, Gesang. Die 4
Musiker sind auch „live" ein absoluter Hörgenuss, wie ein Konzert
kürzlich in der Mercedes-Niederlassung in Baden-Baden bewiesen hat.
Schade, dass auf diesem neuen Werk Martys grossartige Hommage an
Johnny Cashs Anfangszeit bei Sun Records in Memphis fehlt, der Song „Old
Black Record". Aber vielleicht wird dies auf dem bereits angekündigten
kompletten Album realisiert.
Walter Fuchs