Helmuth Schumacher lebt noch !

Ja, er lebt noch, der Helmuth Schumacher aus Colonia Rhenania, und dies Gott sei Dank. Schließlich ist Helmuth Schumacher einer der härtesten Kritiker der deutschen Country Musik Szene, vor allem jenes Teils der Szene, die sich vornehmlich um das Outfit, sprich die Western-Klamotten kümmert.
Daß dies der Szene seit Jahrzehnten furchtbar geschadet hat, wissen wir alle und jeder von uns hat auf seine Art darunter gelitten. Das Verrückteste an dieser Sache ist vor etwa 5 Jahren passiert, als ich ein Gespräch mit Helmuth Schumacher veröffentlichte, in dessen Verlauf er unter anderem die sogenannte „Cowboy Fraktion“ ziemlich hart angegangen hatte. Die Reaktion darauf war, dass ich in diversen Country-Foren auf das Übelste beschimpft und beleidigt wurde. Ja, es wurde sogar behauptet, der Helmuth Schumacher existiere überhaupt nicht, er sei mein Deckname, mein Pseudonym, weil ich mich nicht getraue, unter eigenem Namen die genannte Fraktion zu kritisieren. Daraufhin kam mir Helmuth Schumacher zu Hilfe und erklärte auf seine unnachahmliche Art den Sachverhalt. Es kam wieder Ruhe in die diversen Foren der websites, von denen die eine oder andere inzwischen verschwunden ist und die Foren der verbliebenen größtenteils stillgelegt wurden.
Es war dann etwas ruhiger um Helmuth Schumacher geworden, doch seit geraumer Zeit meldet er sich bei seinen Freunden wieder mehr oder weniger regelmäßig mit Informationen und interessanten Tipps. Nachfolgend eine seiner jüngsten Infos. Ich wünsche viel Spaß bei der Lektüre.
Walter Fuchs

Zeichen und Wunder

Da sage einer, die Presseleute hierzulande wären nicht lernfähig. Bisher in dem Themenkreis Country-Musik hatten sie sich auffallend als Klischee-Bediener ersten Ranges prädestiniert. Nun ja, leicht gemacht wurde es ihnen schon, man brauchte ja nur das optisch schon peinlich auffallende Musik-Prekariats-Publikum als Aufmacher herzunehmen, die Menge der deutschen Bühnenprotagonisten ebenfalls, ein gefundenes Fressen.
Ich füge hier mal die ersten Sätze eines Zeitungsartikels bei, erstaunlich zu lesen. Text von Peter Limbach, veröffentlicht im Kölner Stadt-Anzeiger am 22. September 2010:

...fördert die Reihe Klangprobe eine Weltmusik, die es lange Zeit gar nicht einfach hatte. Country-Songs waren in Deutschland verschrieen als kitschige Hymnen für in US-Amerika verliebte Spießer. Cowboy-Hut, Sporen an den Schuhen – wie lächerlich. Daß die wahre Country-Musik eines Johnny Cash und eines Hank Williams zum Beispiel nicht weniger echte Wut, Verzweiflung und Lebensweisheit zu bieten hatte und hat und dass sie musikalisch nicht weniger abenteuerlustig und aufregend ist als der Rock ‚n’ Roll, setzt sich nun ganz langsam durch...

Soweit das Erstaunliche. Bleibt noch die Schlussbemerkung, C-Musik wird alleine deswegen schon in Deutschland keine breite Anerkennung finden können, weil es in beachtlichen Teilen eine Musik der Texte ist, etwas zum genaueren Hinhören. Nach wie vor gilt mein altes Statement, gerade C- Musik wird von Liederschreibern, von Produzenten, dann natürlich auch von Instrumentalmusikern, gemacht, nicht so sehr vom Rampenlicht-Performer. (die waren auch schon mal mit im Boot, aber die vintage-/classic-Zeiten der prägnanten Stilisten ist Vergangenheit, alleine schon weil so etwas ein kommerzielles Risiko darstellt.)

Gute Texte in Englisch verstehen zu können, da ist das Bildungsniveau hierzulande ein Hemmschuh. Nicht alleine wegen der Sprache, sondern auch der Mentalfähigkeit geschuldet, einen Text als guten, als eigenes Kunstwerk mit eigenen Gesetzmäßigkeiten kapieren zu können. Dann die musikalische Machart, da sind doch Welten der Differenz zu erkennen zum landauf landab beliebten Dudelschlager in seinem musikalischen Arrangement. Kommt die Engstirnigkeit hinzu, peinlich für uns, wo wir doch so gerne herabschauen auf das angeblich ach so fremdsprachenfeindliche Frankreich, in dem großartige Festivals der Americana- und Roots-Musik stattfinden. Für unser gegenüber dem Ausland selbstherrlichen Land nahezu undenkbar. (nun ja, da war doch was mit Ausnahme und Regel und so.)

Gruß
Helmuth
em hillije Kölle am Rhing
 

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