Don Rigsby & Midnight Call beim 6. Internationalen Bühler Bluegrass Festival

Der Trendbericht von der diesjährigen Musikmesse in Frankfurt/M. klingt mehr als positiv. Musikinstrumente stehen bei der Jugend wieder hoch im Kurs, der Trend geht weg von der Elektronik und hin zu akustischen Instrumenten, zu Gitarren, Mandolinen und Schlagzeugen. Wenn man gleichzeitig registriert, dass es in den deutschen klassischen Mandolinen- und Gitarrenorchestern, die ja zeitweise vom Aussterben bedroht waren, junge Musiker gibt, die plötzlich die Bluegrass Music entdecken und damit grosses Aufsehen erregen, dann ist dies ein weiteres positives Signal. Für die Bluegrass Szene in Deutschland könnte diese Hinwendung zur „unplugged" Musik als interessanter Impuls für die Zukunft vermerkt werden und wenn die Ohren des Publikums wieder sensibler werden, dann kann dies auch nur von Vorteil sein.

„Unplugged Music" vom Feinsten präsentiert in diesem Jahr am 3.Mai im Rahmen des 6. Bühler

Bluegrass Festival Don Rigsby und seine Band „Midnight Call".

Hier zunächst die Bandmitglieder:

Patrick McAvinue, Fiddle

"Jung", "erfrischend", "talentiert", "eigensinnig", "temperamentvoll", mit Attributen dieser Art wird der Bluegrass-Geiger Patrick McAvinue immer wieder bedacht. Seit er sich in das Abenteuer des Geigespielens stürzte, hat er an zahlreichen Fiddle-Wettbewerben teilgenommen und den Titel eines Delaware State Fiddling Chamption gewonnen. Die erste Band, in der Patrick spielte, waren die Salem Bottom Boys – damals war er zwölf. Danach wirkte er in etlichen Bands aus Maryland, Virginia, West Virginia und Pennsylvania mit.

Robert Maynard, Acoustic Bass

Neben seiner Rolle als Bassist bei Midnight Call arbeitet Robert als Toningenieur bei den River Track Studios. Er hat ein gutes Ohr für Arrangements und ist ein wertvoller Tippgeber bei Studioaufnahmen. Bevor er sich Midnight Call anschloss, war er zwei Jahre lang Bassist bei der Gospelgruppe 5 for the Gospel. Er hat ein fabelhaftes Timing und ist überhaupt ein fabelhafter Mensch.

Dale Vanderpool, Banjo

Dale ist seit Jahren als Banjospieler in der Bluegrass-Szene unterwegs und bekannt. Sein Banjospiel und sein grinsender Charakterschädel haben Bühnen in vielen Teilen der USA und Kanadas geschmückt, auf denen er mit Acts wie Melvin Goins, Larry Stephenson, Karl Shifflett oder Rock County aufgetreten ist. Sein Banjostil ist an den Osborne Brothers und J.D. Crowe orientiert, er ist aber auch ein fantastischer Harmoniesänger. Hin und wieder greift er bei den Auftritten von Midnight Call auch zur Gitarre.

Clyde Marshall, Gitarre

Clyde Marshall macht seit seinem siebenten Lebensjahr Musik. Er wurde in eine zutiefst religiöse Familie hinein geboren – sein Vater war Prediger. Seine Mutter spielte mehrere Musikinstrumente und fast alle seine Geschwister machen ebenfalls Musik. Seine erste eigene Band stellte Clyde mit seinem Banjo spielenden Bruder Dennis zusammen, seitdem gab es kaum eine Zeit in seinem Leben, in der er nicht auf der Bühne stand. Clyde Marshall spielt Gitarre, Mandoline und Banjo und singt Harmony in allen Stimmlagen. Seine erste Profiband war South Salyer & the Brown Monuntain Boys. Danach wirkte er jahrelang bei Don Stanley and Middle Creek, Clyde Bowling and the Southern Bluegrass Boys and zuletzt bei Lost N’ Lonesome mit.

Und jetzt zum Maestro selbst:

Don Rigsby

Geboren am 18. Februar 1968, wuchs Don Rigsby in Isonville, Kentucky, in einer Familie auf, in der das Musikmachen zur Tradition und zum Alltag gehörte. Entscheidend geprägt wurde Dons musikalische Sozialisation von Musikern aus seiner Heimatregion, allen vor allem von Ralph Stanley, Keith Whitley und Ricky Skaggs– letzterer ist ein Vetter von Don.

Gesungen hat Don Rigsby schon als Kind. Mit 12 lernte er Gitarre, dazu kamen wenig später Mandoline, Geige und Dulcimer.

Während seines Studiums an der Morehead State University spielte Don mit Charlie Sizemore, stieg dann bei der landesweit tourenden und bekannten Band The Bluegrass Cardinals ein, gab ein Gastspiel bei J.D. Crowe and the New South und wechselte schließlich zur Lonesome River Band. 1995 war Don Rigsby Gründungsmitglied des Projekts Longview, einer Art Supergruppe, die einige CDs einspielte und ausgewählte Festivalauftritte absolviert. 1998 sang Don auf John Fogertys mit einem Grammy als bestes Rock-Album des Jahres ausgezeichneter CD „Blue Moon Swamp".

Don Rigsby hat in seiner Karriere bisher zwei Grammy-Nominierungen und zwei Awards (als SPGBMA "Traditional Male Vocalist of the Year") erreicht, außerdem war er an zwei IBMA-Awards für Longview beteiligt.

Don Rigsby hat in den letzten 8 Jahren drei Soloalben veröffentlicht. Sein erstes, "A Vision", wurde von der Association of Independent Music zum "Gospel-Album des Jahres" gewählt und für einen IBMA-Award in derselben Kategorie nominiert. 1999 gewann er den "Fan’s Choice Award" der Zeitschrift Bluegrass Now in der Kategorie "Tenorsänger des Jahres", 2001 den Kentucky Star Award. "Empty Old Mailbox", der Titelsong seines dritten Albums, wurde 2001 von der SPGBMA als "Song of the Year" ausgezeichnet. 2005 erhielt Don Rigsby zwei IBMA-Awards als Produzent des von Larry Sparks eingespielten Albums "40", das zum "Recorded Event of the Year" und zugleich zum "Album des Jahres" gewählt wurde. Don hat ferner zwei Duett-Alben mit Dudley Connell aufgenommen. Er tourt mit seiner eigenen Band Midnight Call und spielt gelegentlich auch noch Auftritte mit Longview.

2001 wurde Don Rigsby zum ersten Vollzeit-Direktor des Kentucky Center for Traditional Music an der Morehead State University bestellt, eines innovativen Projekts, dessen Mission darin besteht, die traditionelle Musik Kentuckys in allen ihren Spielarten zu bewahren und zu fördern. Er hat maßgeblich dazu beigetragen, das Festival "Bluegrass ‘n More": A Celebration of Appalachian Heritage" ins Leben zu rufen, das alljährlich Anfang Juni in Morehead stattfindet und Bluegrass, Gospel und andere Facetten traditioneller "Mountain Music" präsentiert, dazu volkstümliches Kunsthandwerk, Kunst, Autorenworkshops, Vorträge und mehr. Don selbst hält für Teilnehmer des Studiengangs "Traditional Music" Kurse und Seminare im Fach Harmoniegesang ab und koordiniert Kurse, Workshops, Konzerte sowie Gastspieltourneen neuer und alter Stars der Traditional-Music-Szene an Schulen.

Don Rigsbys nach eigener Aussage beste Freunde im Musikgeschäft sind Dixie and Tom T. Hall, die als Songwriter sowohl für "Empty Old Mailbox" verantwortlich zeichneten als auch für "The Midnight Call," den Titelsong des gleichnamigen, 2003 bei Sugar Hill Records erschienenem Albums. .

Die neueste, 2006 bei Rebel Records erschienene CD ""Hillbilly Heartache", ist die erste Gemeinschaftsproduktion von Don Rigsby und seiner eigenen Band. "Wir haben dieses Mal alles selber gemacht", erklärt ein stolzer Rigsby. Das Album deckt mit Liedern aus der Feder der besten Songwriter des Genres ein breites Spektrum Bluegrass-Facetten ab, Es verkörpert in den Augen Dons so etwas wie eine Rückkehr in den Bluegrass-Mainstream. "Auf 'The Midnight Call' habe ich die Grenzen, wie ich wohl weiß, ein bisschen strapaziert, und ich glaube auch, dass das in Ordnung ist. Aber ich vergesse niemals, wo ich herkomme und worauf es in der Bluegrass-Musik wirklich ankommt."

Don Rigsby & The Midnight Call am 3. Mai 2008 im Rahmen des 6. Internationalen Bühler Bluegrass Festival in Bühl/Baden.

Info: www.bluegrass-buehl.de

 

 
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