| Bluegrass-Gruppe „Night Run"
begeistert erneut im Schüttekeller
Der Schüttekeller – inzwischen eine der besten Adressen für authentischen Bluegrass in Deutschland - war nahezu ausverkauft und die Freunde der Bluegrassmusik waren teilweise bis aus dem Saarland und aus dem benachbarten Frankreich gekommen, um diese sympathische Spitzenband zu erleben. Wer so weit zu einem Konzert reist, hat hohe Erwartungen und die wurden nicht enttäuscht. Alfred – Ali – Wittmer fungierte einmal mehr als routinierter Ansager der Band und hatte die Sympathien auf seiner Seite, als er Bühl und den Schüttekeller als das „Wohnzimmer der Band" bezeichnete. Das kommt daher, dass die „Night Run" bereits wiederholt in der „Bluegrass-City Bühl" ihre Visitenkarte abgeben konnte und insbesondere auch auf dem Bluegrassfestival von 2006 ein Publikumsliebling war. In seiner Funktion als „Master of Ceremony" wurde Ali Wittmer im ersten Teil des Konzerts besonders gefordert, da es mehrere unfreiwillige kleinere Unterbrechungen im Ablauf des Programms gab. Nach einem Zusammenstoß zwischen Bass und Fiddle gleich im zweiten Stück , musste die Geige erst einmal „not-operiert" werden. Wittmer nutzte die Unterbrechungen um seine Späßchen mit dem Publikum zu machen. Diese spontanen Interaktionen mit dem Publikum sind seit jeher ein Markenzeichen der Band und tragen viel zum sympathischen Image der „Night Run" bei. Das Konzert selbst stand unter einem schwierigen Stern, denn der eigentliche Bassist der Band – Wolfgang Striebinger – musste krankheitshalber vertreten werden, was eine echte Herausforderung war. Diese Aufgabe wurde aber von Thomas Kärner herausragend gemeistert. Kärner kam extra für diesen Auftritt einen ganzen „Tagesritt" von 400 Bundesbahnkilometern von Neudrossenfeld nach Bühl, um den Bluegrass-Kollegen von der „Night Run" auszuhelfen, damit das Konzert nicht abgesagt werden musste. Dieser Einsatz hat sich voll rentiert. Wie ein Herzschrittmacher agierten Bass und Gitarre, als hätten sie das hundertfach geprobt und verliehen der Band den soliden Beat, den der Bluegrass braucht. Bemerkenswert, dass Kärner nicht nur mit den Bass perfekt den Rückhalt der Band darstellte sondern auch in den Gesang mitintegriert wurde, obwohl nur eine Probe am Auftrittsnachmittag zur Verfügung stand. Bluegrassmusik verlangt den Instrumentalisten einiges ab. Banjo und Mandoline wurden von den Brüdern Sönke und Arne Maier aus Karlsruhe überzeugend in Szene gesetzt. Glänzend erneut die „Fiddle" von George Bähr (Aschaffenburg) der immer wieder das Publikum zu spontanem Zwischenapplaus motivierte. Selten gehörte Intrumentals wie „Amandolina" oder das Doppel-Instrumental „New Five Cent" und „Angeline the Baker" begeisterten Kenner der Szene und auch diejenigen, die an diesem Abend zum ersten mal mit Bluegrass in Berührung kamen und zeigten auf welchem hohem Niveau die Band agiert. Der Gesang der Gruppe war erneut eine Klasse für sich, dicht und authentisch. Trotz personeller Nöte und Umorganisation des ganzen Programms brachte die „Night Run" drei ihrer Gospelstücke zu Gehör und ließ nichts vermissen, was zu einem gelungenen Bluegrass-Konzert gehört. Bei der Abschlussansage versprach Rüdiger Schmitt, der das Konzert organisierte, die Band zu gegebener Zeit erneut in den Schüttekeller einzuladen und die Band versprach, „ihr Wohnzimmer" dann in Pantoffeln zu betreten. ….darauf darf man sich heute schon freuen. (sir) |
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