Auch das dritte Bühler Country Music Seminar erfolgreich.

Es war wieder einmal wie ein grosses Familientreffen, das dritte Bühler Country Music Seminar mit Walter Fuchs, veranstaltet vom Kleinkunstverein Schüttekeller e.V. Aus ganz Deutschland und auch aus dem Elsass waren sie angereist, frühere Seminarteilnehmer aus der Zeit, als Walter Fuchs in den 90er Jahren seine Seminare noch 3 mal pro Jahr für die Friedrich-Ebert-Stiftung abgehalten hat, genauso wie neue Teilnehmer, die sich im Kreis der alten Kämpen sofort wohl fühlten.

Nach der Begrüssung durch den Kulturamtsleiter der Stadt Bühl, Hans Störk, wurden zunächst Neuigkeiten, Trends und aktuelle Entwicklungen diskutiert, dann führte Walter Fuchs in lockerer Form und mit vielen Anekdoten gewürzt durch spannende Themen aus dem weiten Feld der Country Music. Hoch interessant die Entstehung und Entwicklung des sogenannten „Western Swing" Ende der 20er Jahre in Texas und Oklahoma, seine Entwicklung sowie das soziale Umfeld in jenen Jahren und die Geschäftspraktiken der werbetreibenden Wirtschaft und der Radiostationen. Als „Hillbilly Jazz" oder auch „Hot Dance Hillbilly" hat man diesen speziellen ländlichen Swing auch anfangs bezeichnet, der heute noch in Texas, aber auch von zahlreichen grossen Country Stars in Nashville, gepflegt wird. Beispiel von Schallplatten belegten die Virtuosität und das Improvisationstalent der Western Swing Musiker damals wie heute, und die Zuhörer registrierten grosse Ähnlichkeiten zum Swing eines Django Reinhardt oder des Hawaiianers Sol Hoopii.

Dass es vom alten seelenvollen Talking Blues der 20er und 30er Jahre nur ein relativ kurzer Weg ist zum Maschinengewehrrhythmus des heutigen Rap aus den schwarzen Ghettos der USA bewiesen zahlreiche Aufnahmen aus der alten und neueren Zeit. Auch dass sich früher und heute zahlreiche Afro-Amerikaner der Country Music widmeten und es sogar zum Status eines Super-Stars brachten, z.B. Charley Pride, wurde anhand von Musikbeispielen bewiesen.

Ein eigens Kapitel wurde dem Lebenswerk des Komponisten und Sängers Tom T. Hall gewidmet, den man in den USA seit Jahrzehnten schon als den singenden Poeten, Philosophen und Journalisten bezeichnet, ein „Geschichtenerzähler", der in seinen Songs den Alltag beschreibt, aber auch unglaubliche Schicksale ans Tageslicht befördert und dies alles künstlerisch, poetisch und musikalisch, zufriedenstellend und auch spannend verpackt. Schon die Titel seiner Songs liessen einiges erwarten, z.B. „The Ballad Of Forty Dollars", „A Week In A Country Jail", „Old Dogs, Children And Watermelon Wine", „I Flew Over Our House Last Night" oder „Jesus On The Radio And Daddy On The Phone". Diese Songs erzeugen beim Zuhörer dann auch jene oft zitierte Gänsehaut.

Nach einem grossartigen Live-Konzert mit der bekannten deutschen Bluegrassband „Night Run" am Samstagabend, wurde am Sonntagvormittag zum Abschluss des Seminars auch noch die Wichtigkeit des „Visuellen" in der Musik unterstrichen. Es gab Raritäten von Videokassetten und DVDs, zum Beispiel den einzigen Kurzfilm von Jimmie Rodgers aus dem Jahre 1929 mit dem Titel „The Singing Brakeman", eine TV-Recruiting-Show der U.S. Army mit Hank Snow von 1957 oder den Spielfilm „Grand Ole Opry" aus dem Jahre 1940 mit Musik von Roy Acuff & The Smoky Mountain Boys, Uncle Dave Macon und den Weaver Brothers & Elviry.

Das 3. Bühler Country Seminar ging am Sonntagnachmittag mit dem Wunsch aller Teilnehmer zu Ende, sich im nächsten Jahr wieder zu treffen.

sir

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