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MEL MCDANIEL 06. Sept. 1942
Checotah, Okla.– 31.03.2011 Hendersonville, Tn.
S chon
wieder ist Einer von uns gegangen – Grand Ole Opry Mitglied Mel
McDaniel starb am Donnerstag in seinem Haus in Hendersonville, Tn.
an den Folgen einer Krebserkrankung im Alter von nur 68 Jahren.
Geboren am 06. September 1942 in Checotah, Okla. erlernte er während der
Schulzeit zunächst Trompete und etwas später Gitarre. Bereits in seinen
frühen Teenager-Jahren (mit14) begann er professionell Musik zu machen.
Inspiriert wurde er durch einen frühen TV-Auftritt von Elvis Presley –
(danach wollte er Sänger werden) aber ausschlaggebend war, daß er die
Mutter finanziell unterstützen mußte, nachdem sich seine Eltern hatten
scheiden lassen. Zunächst spielte er in der Clubszene von Oklahoma,
hauptsächlich in Tulsa - später dehnte er seine Tätigkeit auf die
Nachbarstaaten Arkansas und Kansas aus. In den späten 60er Jahren kam er
zum ersten Mal nach Nashville, hatte aber kein Glück und fand keinen
richtigen Anschluß an die dortige Musikszene. Enttäuscht kehrte er
Nashville nach zwei Jahren den Rücken und begab sich nach Alaska, wohin
sein Vater nach der Scheidung gegangen war, um in den dortigen Clubs
aufzutreten.
Erst 1973 kehrte er nach Nashville zurück und diesmal hatte er mehr
Erfolg – er fand einen Job als Songwriter und er nahm für die ‘Combine
Music Publishing‘ Demobänder auf. Durch die Wilburn Brothers, die
auf ihn aufmerksam geworden waren, bekam er 1976 einen Plattenvertrag
mit Capitol Records. Noch im gleichen Jahr konnte er mit dem Song
‘Have A Dream On Me‘ in der Billboard Single Chart landen.
Seine ersten zwei Alben wurden veröffentlicht und bereits 1977 wurde er
von der ACM als vielversprechendster Künstler des Jahres nominiert. Über
ein Dutzend weitere Songs mit ihm als Interpret landeten in den nächsten
vier Jahren in der Chart, aber keiner dieser Songs kam über den 11.
Platz hinaus. Erst 1980 erreichte er mit dem von Bob McDill
geschriebenen ‘Louisiana Saturday Night‘ , das auf # 7
landete, die Top Ten. Und jetzt kamen auch seine weiteren Singles bis in
die Top Ten, eine ganze Reihe von Erfolgen: ‘Right in the Palm of
Your Hand’, ‘Take Me to the Country’, ‚Big Ole Brew‘ und ‘I Call It
Love‘ – aber keiner dieser Titel war von ihm selbst geschrieben.
Dann kam mit einem weiteren Song von Bob McDill ‘Baby´s Got Her
Blue Jeans On‘ auch ein‘ No One Hit‘ im Jahr 1985, aber dieser
Song sollte sein einziger ‘No One‘ bleiben.
Ein Jahr später, 1986 wurde er als Mitglied in die Grand Ole Opry
aufgenommen.
An Top Ten Hits hatte er insgesamt 9 Songs, die höchste Notierung in den
USA #4, in Kanada konnte er mit einem Song auf Platz 3 landen. Seinen
letzten Top Ten hatte er 1988 (# 9) mit ‘Real Good Feel Good Song‘
– es folgten bis 1989 noch vier weitere Songs, die zwischen # 64
und #80 gechartet wurden.
Im Dezember 1984 veröffentlichte er sein Album: Let It Roll (Capitol ST
12402), das in der Billboard-Album-Chart bis auf # 4 kommen sollte.
Im Jahr 1985 erhielt er, nach 1977, zwei ACM-Nominierungen und wurde
auch für einen Grammy nominiert. Mitte der 90er Jahre wurde er mit einem
Stern auf dem Country Music Hall of Fame’s
Walkway of Stars geehrt und 2002
mit der Cherokee Medal of Honor ausgezeichnet.
Nachdem er in Nashville keine Erfolge mehr erzielen konnte, ging
er nach Branson, Missouri, wo er noch einige Jahre in den Clubs auftrat.
Er war auch immer noch mit seiner Band auf Tourneen und auch an der Opry
hatte er noch (wenn auch wenige) Auftritte, sein letzter Opry-Auftritt
war am 28. September 2010, als die Opry nach der Renovierung, die durch
die Maiflut bedingt war, wieder geöffnet hatte.
Mit ‘Horseshoes & Hand Grenades‘ kam im Jahr 2006 nochmal
ein Song auf den Markt, der aber nicht in den Charts gelistet wurde
außerdem erschien auf dem Label Aspirion sein letztes Album:
Reloaded: Tried,True and New. Auch wurde er im Jahr 2006 in die
Oklahoma Hall of Fame aufgenommen. In den Jahren 2006 und 2007
kamen noch zwei weitere Alben bei anderen Labeln auf den Markt –
‘The Best of‘ und ‘Louisiana Man‘, beide Alben
enthielten bereits früher veröffentlichte Songs.
Insgesamt hat Mel (mindestens) 19 Alben und 45 Singles
zwischen 1976 und 2006 aufgenommen und über 150 Songs, davon 20 in der
Single-Chart, veröffentlicht.
Als Songwriter zeichnete er für einige Songs verantwortlich, die von
anderen Künstlern, darunter Kenny Rogers, Conway Twitty, Caballo
Dorado, Doug Kershaw, Earl Scruggs, Johnny Rodriguez, Livewire, Hoyt
Axton und Anderen aufgenommen wurden.
Zwar hatte Mel längst nicht die Erfolge, wie andere Künstler –
aber seine Stimme war unverkennbar. In den letzten Jahren lebte Mel
zusammen mit seiner Ehefrau Peggy wieder in der Nähe von
Nashville, wo er dann auch am 30. März 2011 verstarb.
Möge er in Frieden Ruhen.
Dieter Mühlena
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