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Jean Shepard
Jean
Shepard
ist eine
der Frauen in der Countrymusik, die bereits in den frühen 50iger Jahren
die Weichen für die folgenden Generationen von Sängerinnen stellten.
Hank Thompson war es, der ihr den Weg zum Plattenlabel Capitol
Records ebnete, bei dem sie 1952 einen Plattenvertrag abschloß. Schon
ein Jahr später konnte sie ihren ersten No. One Song auf diesem Label
heraus bringen. Es war die Zeit des Korea-Krieges und der Song paßte in
die Zeit – ‘A Dear John Letter‘ – ein Brief an einen
Soldaten, der schon viel zu lange von zuhause weg ist. Inzwischen hat
seine Freundin einen anderen Mann kennen gelernt und geheiratet, nämlich
seinen besten Freund. Solche ‘Soldaten-Schicksale‘ hat es damals häufig
gegeben – daher der Erfolg dieses Songs, bei dem Ferlin Husky für
die gesprochenen Worte (narration) verantwortlich zeichnete. Ferlin
war es auch, der für Jean (geb. 21.11.33) auf Tourneen
stellvertretend die ‘elterliche Aufsichtspflicht‘ ausübte, da sie zu dem
Zeitpunkt noch keine 21 war!
Dieser Song hielt sich 23 Wochen in der Country Chart und konnte sich
unter die Top Five der Pop-Chart einreihen. Von dieser Single wurden
1953 über 10 Millionen Exemplare verkauft. Dieser Erfolg machte sie in
Kalifornien zur ersten großen Interpretin seit Patsy Montana.
Sie war auch eine der ersten Frauen, die an der Opry auftrat – das war
1955, als sie dort Mitglied wurde und sie blieb es 47 Jahre lang.
Jean war auch die erste Frau, die auf Platte zweistimmig sang (overdubing)
und die von ihren Songs millionenfach Platten verkaufte.
Darüber hinaus war sie die erste Sängerin mit einem Konzept-Album. Ihr
1956 erschienenes Album ‘Songs of a Love Affair’ enthielt
12 Songs, die sie alle selber geschrieben hatte.
Jean, die Tochter von Hoit und Alla Mae Shepard,
wuchs mit 10 Geschwistern im ländlichen Oklahoma (Paul`s Valley) auf.
Bereits in frühen Jahren interessierte sie sich für die Country-Musik.
Sie war eine fleißige Hörerin WSM Nashville (Grand Ole Opry) und von Bob
Wills Radiosendungen über den Sender KVOO in Tulsa. Das Singen jedoch
lernte sie, indem sie sich Schallplatten von Jimmie Rodgers auf dem
aufziehbarem Victrola – Grammophone ihrer Eltern anhörte. Noch bevor der
2. Weltkrieg beendet war, zogen ihre Eltern mitsamt der ganzen Familie
von Hugo, Okla. nach Visalia, Calif. (Nähe von Bakersfield). Mit 14
Jahren gründete sie zusammen mit einigen Freundinnen eine Girlsgroup: ‘The
Melody Ranch Girls‘, eine Western Swing Band, die nach Noble’s
Melody Ranch von Noble Fosberg benannt wurde, der als Manager
und Booking-Agent für die Gruppe tätig war. In dieser Gruppe sang sie
und spielte Kontrabass, ein Instrument, das sie mit ihrer Körpergröße
von ca. 1,55 m überragte. Sie erinnerte sich daran, daß ihre Eltern
jedes Möbelstück im Haus verpfändeten, um das Geld für das Instrument
aufbringen zu können. Der Bass kostete $ 350 – eine Summe, für die man
damals ein vollständig eingerichtetes Haus kaufen konnte! Im Jahr 1948
nahm die Gruppe den Song ‘Help‘ auf, der von Hank Thompson
stammte. So wurde Hank auf diese Gruppe aufmerksam. Inzwischen war
Ollie Imogene Shepard, wie sie mit bürgerlichem Namen hieß, bereits
eine bekannte Musikerin im San Jaoquin Valley, die drei Nächte pro Woche
in Pismo Beach arbeitete und auch bei den örtlichen Radiostationen KNGS
und KTNV in Portersville in Radioshows auftrat. Durch Thompson
kam sie in Kontakt mit Capitol, aber die erste Single (‘Crying
Steel Guitar Waltz/Twice the Lovin'‘), aufgenommen mit dem
Steelgitarristen Speedy West, wurde kein Erfolg. Erst mit dem
Folgesong (siehe Oben) kam 1953 der Erfolg.
Auch
der dritte Song ‘Forgive Me John’ - quasi eine Fortsetzung
von ‘A Dear John Letter’ hatte Erfolg, er wurde auf # 4 in
der Country Chart gelistet und kam unter die Top 25 der Pop-Chart. Ihre
frühen Songs wurden zusammen mit der Bill Woods’ Band aus
Bakersfield aufgenommen, in der zu dieser Zeit auch Buck Owens
die Gitarre spielte.
Nach ihrem Erfolg aus dem Jahr 1964: ‘Second Fiddle (to an Old
Guitar)’ formierte sie ihre eigene Band, die sie ‘The Second
Fiddles’ nannte.
Zunächst bei Capitol (bis 1972), später bei United Artists (bis 1978)
konnte sie eine Reihe von Top Five Hits vorweisen, wie: ‘A
Satisfied Mind’, ‘Beautiful Lies’, ‘Second Fiddle to a Steel Guitar’,
‘Take Possession’ und ‘Slippin’ Away‘, das ihr
1973 eine Grammy Nominierung als Beste Countrysängerin einbrachte.
Insgesamt nahm sie 73 Singles auf, die allerdings nicht alle in die
Charts kamen. Bis 1981 (auf kleineren Label)konnte sie auch eine Reihe
von Alben unter die Top Ten, bzw. Top Twenty bringen, insgesamt brachte
sie über 24 Alben auf den Markt, zu denen noch einige Compilations
kommen.
Das letzte Album von ihr erschien im Jahr 1996: ‘The Melody Ranch
Girl‘ beim deutschen Label Bear Family Recods – ein Album mit
ihren großen Erfolgen.
Auch nachdem von ihr seit 1981 keine Studio-Alben mehr erschienen waren,
hatte sie doch immer noch ihre Auftritte an der Grand Ole Opry, an der
sie 2006 ihr 50jähriges Mitglieds-Jubiläum und gleichzeitig die längste
Mitgliedschaft als Sängerin feiern konnte und sie tourte auch immer noch
regelmäßig, sogar in Europa, wo sie in England eine treue Hörergemeinde
hat.
Im gleichen Jahr (1955) indem sie als Oprymitglied aufgenommen wurde,
verhalf sie einer anderen Show zu TV-Ehren. Als Mitglied der Red Foley
Gruppe, verhalf sie dem ‘Ozark Jubilee‘ zu Sendezeiten auf ABC
Television. Dieser Gruppe gehörte sie bis 1957 an.
Vom Magazin ‘Cash Box‘ wurde sie nach ihren Hits: ‘I Want
to Go Where No One Knows Me’ und ‘Have Heart, Will Love’
1959 zur Top Countrysängerin gewählt.
In dem 60iger Jahren hatte sie noch diverse Songs in mittleren
Positionen der Single Chart, darunter Titel, wie ‘Many Happy
Hangovers to You’, ‘If Teardrops Were Silver’, ‘I’ll Take the Dog’, ‘Mr.
Do-It-Yourself’, ‘Heart, We did All We Could’, ‘Your Forevers (Don’t
Last Very Long)’, und ‘Seven Lonely Days’.
Im Jahr
1963 ereilte sie ein herber Schicksalsschlag – drei Jahre zuvor hatte
sie Hawkshaw Hawkins geheiratet, den sie beim Ozark Jubilee
kennen gelernt hatte.
Er starb am 05. März 1963 – zusammen mit Patsy Cline, Cowboy Copas
und dem Piloten der Maschine bei einem Flugzeugabsturz. Mehrere
Monate lang zog sie sich in´s Privatleben zurück – erst gegen Ende des
Jahres war sie soweit, daß sie wieder auftreten konnte.
(Später war sie dann in zweiter Ehe mit dem Countrysänger und späterem
Musikpublizisten Ray Pillow verheiratet. Diese Ehe besteht heute
noch.)
Mit ‘Second Fiddle (To an Old Guitar) (1964) begann eine
Zeit in der sie diverse Charterfolge aufweisen konnte und in der auch
der kommerzielle Erfolg sich wieder einstellte.
Sowohl 1964, als auch 1965 hatte sie zwei Top 40 Erfolge mit: ‘A
Tear Dropped By’ und ‘Someone's Gotta Cry’, die
später – 1967 auch auf dem Album ‘Heart, We Did All We Could’
veröffentlicht wurden. Ein Jahr vorher (1966) veröffentlichte sie
ein Duett mit dem Countrysänger Ray Pillow (ihrem späteren
Ehemann) – ‘I`ll Take the Dog‘, daß unter die Top Ten (#
9) kam. Daran anschließend veröffentlichte sie wieder zwei Solo-Singles,
ein weiterer Top Ten Hit mit ‘If the Teardrops Were Silver’
und dem Song ‘Many Happy Hangovers to You’, der es bis auf
# 14 schaffte.
Die
folgenden Jahre kamen zwar auch neue Songs von ihr auf den Markt, aber
sie hatten nicht mehr die großen Erfolge. Im Jahr 1967 hatte sie zwei
Top Twenty – Erfolge mit: das bereits erwähnte ‘Heart, We Did All
We Could’ und ‘Your Forevers Don't Last Very Long’.
Danach folgte 1968 ein weiterer Top 40: ‘A Real Good Woman‘
(# 36) aus dem gleichnamigen Album und zwei kleinere
Erfolge - ‘Everyday's a Happy Day for Fools’ auf # 62 und
‘I'm Tied Around Your Finger’ auf #69, aber sie
veröffentlichte auch wieder Alben: das bereits erwähnte ‘A Real
Good Woman‘ (68) und 1969 ‘I'll
Fly Away‘
und ‘Seven
Lonely Days‘.
Weitere Alben waren: 1970 ‘A Woman's Hand‘, 1971‘Here
and Now‘ und ‘Just As Soon As I Get Over Loving You’,
1972 ‘Just Like Walkin' in the Sunshine’, 1973
‘Slippin' Away‘, 1974 folgte ‘I'll Do Anything It Takes‘
und 1975‘Poor Sweet Baby’(And Ten Other Bill Anderson Songs)
und ‘I'm a Believer‘, im Jahr 1976 war es dann
‘Mercy/Ain't Love Good‘ und erst 1981 folgte das Album‘Dear
John‘ auf dem Label Laserlight.
Zuvor
hatte sie 1977/78 mit wenig Erfolg einige Aufnahmen für das Label GRT
aufgenommen.
Single-Erfolge aus den United Artist Jahren (ab 1973) waren:
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‘Mercy‘
(auf # 49), ‘Ain't Love Good‘ (#41) und ‘I'm
Giving You Denver‘ (# 74). Es folgten 1977:
‘Hardly a Day Goes By’ (#82) und 1978 ‘The Real
Thing‘ (#85) und ‘Saturday Night Sin‘ (kam
nicht i.d. Chart) genau wie 1981 ‘Too Many Rivers‘
aus dem ‘Dear John’ Album.
Jetzt, am Samstag, den 06. November 2010 wurde Jean Shepard
in die Oklahoma Hall of Music aufgenommen.
Eine ausführliche Discographie befindet sich auf ihrer website:
http://www.jeanshepardcountry.com/discography.htm
Dieter Mühlena |
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