... ein trauriger Anlass – und das gleich zweifach! ...

Nicht nur, das - Bill ‚Sheriff Tex’ Davis – von uns gegangen ist -
dieser Artikel hätte eigentlich von meinem Freund und Kollegen Burghard ‚Börks’ Bogenschneider geschrieben werden sollen, weil dieser sicher dafür sehr viel kompetenter gewesen wäre!
Doch ‚Börks’ ist leider so krank, dass er diesen Artikel nicht mehr hat schreiben können!
So habe ich mich dann dieses Artikels angenommen – in der Hoffnung, dass ich den Artikel im Sinne von Burghard habe schreiben können – und so möchte ich auch diesen Artikel – meinem Freund und Kollegen – widmen!

… ‘Be-Bop-A-Lula’ …
keine der mir bekannten Enzyklopädien verzeichnet ihn heute noch – und doch war er einst ein sehr bekannter Mann. Brian Setzer, der Gitarrist der ‘Stray Cats’ hat ihn – zutreffrenderweise – in einem Interview mit der Zeitschrift ‘Guitar Player’ vor einigen Jahren als ‘einen der Gründungsväter des Rock `N´ Roll’ bezeichnet.
Begonnen hat er aber als DJ für Country Music in den späten 40er Jahren, nachdem er als WW II Kriegsteilnehmer (von Anfang an – bis Ende - im Pazifik) wieder in die Heimat zurück gekommen war.
Ende der vierziger und Anfang der fünfziger Jahre war er als DJ für die – damals noch ‚Hillbilly Music’ genannte Stilart am Sender WLOW in Norfolk, Virginia zuständig. Im Juni 1954 wechselte er dann zu dem neuen Sender WCMS und in den folgenden Jahren war er sowohl am Radio, als auch im Fernsehen und auch auf den Konzertbühnen tätig.
Anfang des Jahres 1956 lernte er Gene Vincent kennen, ein damals aufstrebender Rock `N´ Roll Sänger, der einen eigenen – noch nicht ganz fertig gestellten Titel hatte und sich damit bei einem Songcontest der Plattenfirma Capitol bewerben wollte.
’Sheriff Tex Davis’, geb. als William Douchette im Jahr 1914 brachte nicht nur Gene Vincent zu Popularität – auch wenn Dieser nie den Erfolg erreichen sollte, wie Elvis Presley, später als Promotionman bei Monument Records, verschaffte er anderen Künstlern, wie Kris Kristofferson, Dolly Parton, Jeannie Seely und vielen Anderen den Sprung zu Weltruhm, indem er ihre Plattenaufnahmen an die entsprechenden Radiostationen auslieferte und auch dafür sorgte, dass sie gespielt wurden. Dabei kam ihm natürlich seine eigene Erfahrung als DJ zugute und die Kontakte, die er aus dieser Zeit schon zu den Radiostationen hatte.
Der Boss von Monument Records Fred Foster gab ihm damals den Tip seinen Namen zu ändern, denn William Douchette würde nicht unbedingt ‚südstaatlich’ klingen und so änderte er seinen Namen in Bill ‚Sheriff’ Tex Davis, der dann zu seinem ‚Markenzeichen’ werden sollte.
Bill ‚Sheriff’ Tex Davis übernahm das Management von Gene Vincent, der damals schon seine eigene Band – ‘The Blue Caps’ hatte und damit durch die Lande ‘tingelte’.
Der Song wurde dann von beiden zusammen fertig geschrieben und bei einem Life-Auftritt am Sender WCMS als Demoband mitgeschnitten und als Beitrag zu dem Contest der Plattenfirma Capitol, die einen eigenen Rock`N´ Roll-Sänger a la Elvis Presley (der zu dem Zeitpunkt schon für RCA arbeitete) haben wollten, eingeschickt.

Natürlich gingen bei der Plattenfirma Hunderte Bewerbungen ein, aber lediglich zwei dieser Bewerbungen konnten ‚eigenes’ Material vorweisen und da anscheinend den ‚Maßgeblichen’ dieser Song besser gefiel, bekam Gene Vincent die Chance seines Lebens!
Dieses Demoband geriet nämlich in die Hände von Capitol Produzent Ken Nelson, der davon recht angetan war und der sich sofort mit Bill ‘Tex’ Davis in Verbindung setzte, um Gene Vincent und seine Band, die Blue Caps nach Nashville in´s Studio von Owen Bradley zu bringen. Das geschah dann auch und dort im Owen Bradley Studio wurden dann auch die ersten Aufnahmen hergestellt!


Dabei war – und ist die Vorgeschichte des Songs auch heute noch umstritten!
So wird einerseits berichtet: Gene hätte den Song bei einem Aufenthalt in einem US-Navy Hospital – Entlassungsuntersuchung – einem anderen Soldaten – Donald Graves – für $ 50.- abgekauft (das Gleiche wird aber auch von Tex Davis behauptet – der aber nie in diesem Hospital war! )
Gene Vincent hat dann später erzählt, er hätte den Song – inspiriert durch den ‘Comic Strip: ‘Little Lulu’ ‘ geschrieben und eine weitere Version berichtet, das Beide – Tex und Gene – den Song geschrieben haben, nachdem sie einen anderen Song mit dem Titel ‚You Can Bring Pearl with the Turned-Up Nose, But Don´t Bring Lulu’ sich angehört hatten.
Dieses könnte die wahrscheinlichste Fassung sein, denn zunächst sollte der Song ‘Lulu Likes to Bop’ heißen, dann änderte man den Titel in: ‚Boppin Lulu’ und zum Schluß kam dann erst der entgültige Titel: ‚Be-Bop-A-Lula’ zum tragen!
Daß dieser Song ein ‚Riesenerfolg’ wurde, der von unzähligen Künstlern gecovert wurde – wissen zumindest die Älteren unter uns.
Für Alle Anderen – hier einmal die bekanntesten der Coverversionen:
The Beatles, Suicide, David Cassidy, The Everly Brothers, Foghat, John Lennon, Paul McCartney, Raul Seixas, Carl Perkins, Demented Are Go, Stray Cats, Gene Summers,

Dabei ist interessant zu wissen, dass zumindest die Anfangsnoten des Songs – ziemlich identisch sind mit den Anfangsnoten eines früheren Songs – dem Titel: ‚Be-Baba-Leba’ von Helen Humes, die mit diesem Song im Jahr 1945 einen # 3 Erfolg auf den R&B erreichen konnte und der ein noch größerer Erfolg wurde, als er von Lionel Hampton als ‚Hey! Ba-Ba-Re-Bop’ aufgenommen wurde. In den 40er Jahren war diese Phrase im Jazz sehr populär, was letztendlich auch zu dem dementsprechend genannten ‚Jazz-Stil’ geführt hat – ‚BeBob’! – dieses soll ursprünglich allerdings auf die Rufe ‚Arriba, Arriba’ von Latain-Amerikanischen Bandleadern zurückgehen???!!!
Erstaunlich, wie hier doch diverse – so konträre Stilarten – auf einmal in einen Zusammenhang gebracht werden können!


Zurück zu Tex Davis, er hat dann aber noch diverse Erfolgsongs für Gene Vincent geschrieben – z.B. für das Album ‘Bluejean Bop’ (Capitol: T 764) , das auch noch im gleichen Jahr 1956 veröffentlicht wurde. Da hat er an den Songs:
’Who Slapped John’, Bop Street’ und ‚Jumps,Giggles and Shouts’ mit Gene Vincent, bzw. Cliff Gallup mitgewirkt!
’Sheriff Tex’ kehrte dann zwar zunächst zum Radio zurück, doch ab 1967 übernahm er den Posten als ‚Promoter’ für Monument Records und hat sich auch um andere Country Künstler gekümmert und viel dazu beigetragen, dass sie einen entsprechenden Erfolg verbuchen konnten!.
’Sheriff Tex Davis’, geb. als William Douchette im Jahr 1914 brachte nicht nur Gene Vincent zu Popularität – auch wenn Dieser nie den Erfolg erreichen sollte, wie Elvis Presley, später als Promotionman bei Monument Records, verschaffte er anderen Künstlern, wie Kris Kristofferson, Dolly Parton, Jeannie Seely und vielen Anderen den Sprung zu Weltruhm, indem er ihre Plattenaufnahmen an die entsprechenden Radiostationen auslieferte und auch dafür sorgte, dass sie gespielt wurden. Dabei kam ihm natürlich seine eigene Erfahrung als DJ zugute und die Kontakte, die er aus dieser Zeit schon zu den Radiostationen hatte.

Jeannie Seely sagte einmal über ihn: ‘Er war ein wundervoller Mann und er kannte fast Jeden aus der Branche – er hat mir so viel beigebracht, was man einfach wissen muß, wenn man in diesem Geschäft Erfolg haben will! Und er war Einer, der von Jedem respektiert wurde!’.

Morgen, am Samstag (01.09.07) wird die Beerdigung um 14:00 Uhr stattfinden – ab 12:00 Uhr mittags können Freunde von ihm noch Abschied nehmen in der ‚Our Lady of the Lake Catholic Church’ in Hendersonville.
Bill hinterlässt seine Frau Betty, seine Tochter Bobbi und seinen Sohn Michael, der ein bekannter Steel-guitar~ und Harmonica Player in Nashville ist.
Dieter Mühlena


 
 
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