2. Kötzer JOHNNY CASH Memorial Day
am 16. September 2006 im Schützenhaus in Leipheim

Vorweg genommen - es wurde ein denkwürdiger und erfolgreicher Abend!
Aber der Reihe nach: nachdem die Country & Western Friends Koetz bereits im vergangenen Jahr einen erfolgreichen ‚Memorial Day’ begehen konnten, wurde der Wunsch geäußert, die Veranstaltung auch in diesem Jahr wieder durchzuführen.
Bereits um 18:00 Uhr begann die Veranstaltung, die erst nach Mitternacht dann ihr Ende finden sollte. Nach einigen einleitenden Worten und Vorstellung der Musiker begann der erste Teil des Abends mit Mandy Strobel (voc., guitar) und ‚Texas Heat’ mit ihrem Leadsänger Bernd ‚MARTY’ Wolfe (voc., e-guitar). Zu ‚Texas Heat’ gehören noch Ralf (acc.-guitar) und Gottfried (e-bass). Die Gesangsparts übernahmen Mandy und Marty abwechseln, wobei Marty mit ‚Get Rhythm’ begann, gefolgt von Mandy´s Vortrag mit dem von Steve Earle geschriebenen ‚Devils Right Hand’ der die von Marty gesungene Kris Kristofferson Komposition ‚On a Sunday Morning Sidewalk’ folgte.
Alle die bekannten oder auch weniger bekannten Songs aufzuführen, würde aber nicht nur den Rahmen eines Artikels sprengen, sondern auch für die nicht dabei gewesenen Leser uninteressant sein. So werde ich auch nur noch bewusst einige besonders bemerkenswerte Songs namentlich nennen, wie z.B. das selbstkomponierte ‚Old Black Record’ von Marty, oder ‚Don´t Make Me Goe’, das demnächst in den USA, genauso, wie ein Song der Gruppe Bandana auf einer Johnny Cash Compilation erscheinen wird. Von Mandy hörten wir dann noch einen Song aus seiner neuen CD ‚The Way I Feel’, einen Song, den Becky Hobbs in der Nacht nach dem Tod von Johnny Cash geschrieben hat. Mandy hatte damals gerade seine zweite CD ‚Between The Lines’ in Nashville aufgenommen, als Becky ihn anrief und ihm sagte, daß er diesen Song unbedingt aufnehmen müsse. Mandy hörte sich ‚Another Man In Black’ an und war auf Anhieb begeistert und er machte mit Becky aus, daß er den Song auf seinem nächsten Album aufnehmen würde.
Zwischen den einzelnen Titeln wurde auch immer auf interessante Details zu den jeweiligen Songs hingewiesen. Dazu muß ich bemerken, daß sowohl Mandy, als auch ‚Marty’ nicht nur die Songs von Johnny Cash exzellent interpretieren können, sondern über ausgezeichnete Kenntnisse über die Songs und das Leben des Johnny Cash verfügen. Allein durch diese Erklärungen hätte auch Jemand, der sich mit Johnny noch nie beschäftigt hätte, sich ein Bild machen können!
Vor der Pause gab es dann noch eine kleine ‚Uraufführung’, Mandy sang einen Song, den Ron Davies (Text) verfasst hat und der bisher noch nicht veröffentlicht wurde: ‚God Up Above (Creator of Men) und danach zusammen mit der bezaubernden Claudia Ciresa (mit der er früher schon gemeinsam aufgetreten ist) ein relativ unbekanntes Duett ‚Times A Wastin´’. Dieses Duett ist zwar in dem Film (mit Joaquin Phoenix) zu hören, aber nicht auf dem Soundtrack. Das Duett hätten Johnny und June eigentlich nie vortragen dürfen, das hatte June´s erster Ehemann Carl Smith, verboten. Der Grund hierfür dürfte vermutlich unbekannt sein, denn dieser Song wurde nicht von Carl Smith, sondern von Boudleaux Bryant geschrieben und damals im Trio von Carl Smith, Johnny und June aufgenommen. Zu hören ist dieser Song nur noch auf der 1966 von Bear Family Records 1966 veröffentlichten Album-Box: ‚Carl Smith: Satisfaction Guaranteed’
(R 245 809)
Der Eindruck, den die Hörer inzwischen schon vom Leben Johnny Cash´s erhalten hatten, wurden noch durch einen fundierten Vortrag von Bettina Granegger (einer Kollegin, die für die Zeitschrift ‚WHEEL’ tätig ist) vertieft. Genau, wie Mandy, ‚Marty’ und ‚Texas Heat’ am Ende ihres Programms, wurde auch Bettina mit viel Applaus vom Podium entlassen, nachdem ihr von Peter Wroblewski ein Präsent als Dankescheschön überreicht worden war. Nach der Pause, in der man an den Seitenwänden des Saales seltene Fotos von Johnny Cash bewundern und auch interessante Texte lesen konnte, ging es dann zum 2. Teil des Abends über.
BANDANA - Sound of Johnny Cash, so nennt sich die Gruppe um Leadsänger Andreas ‚ANDY’ Mathes ( Voc., E-guitar, Harp), zu der Bodo Martin (Rhythm-Guitar, Snare-Drums), Mathias Hofmann (Upright-Slap-Bass) und Andreas Werner (Snare-Drum, Piano) gehören.
Zu den vier Herren gesellten sich dann nach einigen Songs, die von den Musikern allein bestritten wurden, dann noch die drei Sängerinnen, die sonst in einer größeren Formation ‚Schwarzwasserperlen’ erzgebirgische Volksmusik machen.
Diese drei hübschen, jungen Damen mit den fantastischen Stimmen haben sich zu einem Trio à la Carter Sisters zusammengeschlossen. Susan Göthel (Alt), Anne Knewitz (Mezzosopran) und Sandra Göthel (Sopran) verstehen sich nicht nur meisterhaft auf verbalem, sondern auch auf phonetischen Back-Up Gesang und Sandra mit ihrer wohltönenden Altstimme paßt perfekt zum Bariton von ‚Andy’ mit dem sie zusammen die von John & June bekannten Duette singt. Der Auftritt dieser Gruppe dauerte mit den zwei freiwilligen und einer erzwungenen Zugabe fast 90 Minuten.
Danach gab es noch einmal eine kleine Pause in der die drei Preise an die Teilnehmer der Quizfragen verlost wurden. Eine anschließende Session, an der sich dann z.T. alle Musiker - außer den Sängerinnen - beteiligten, zog sich bis über Mitternacht hinaus und mit einem der letzten Songs von Johnny Cash, mit ‚Hurt’ wurde der Abend dann beendet.
Es war wirklich ein denkwürdiger Abend, der den Teilnehmern sicher noch lange im Gedächtnis bleiben wird - und ich hoffe, da ja anscheinend der Abend nicht nur musikalisch, sondern auch kommerziell ein Erfolg gewesen sein dürfte, daß sich die Country Freunde Kötz auch im nächsten Jahr wieder für eine derartige Veranstaltung begeistern können. Und daß dank eines sehr guten Artikels über diesen Abend in der Günzburger Zeitung vielleicht sogar noch mehr Zuhörer kommen werden.

Dieter Mühlena