European Song Contest 2006 in Athen

Zwar legten Texas Lightning eine hinreißende Show hin - aber am Ende reichte es dann doch nicht zu mehr, als zum 15. Platz (unter 24 Teilnehmern).
Gewonnen haben die Teilnehmer aus Finnland, zu denen ich während ihres Auftritts notiert habe:  als ‚Horror Schocker’ aus Lappland angekündigt, musikalisch gar nicht mal so schlecht, obwohl nicht unbedingt ein Hit - Song (aus meiner Sicht!).
Tja, und da lag ich dann doch daneben, denn genau dieser Song gewann.
Nunja, Geschmackssache, aber sicher auch ‚Nachbarschafts-Sympathie, bzw. Antipathie’, was man bei fast allen Songs und deren Bewertung feststellen konnte!  Aber nicht nur ‚Nachbarschafts-Sympathie’ sondern sicher auch ein Nationalitäts-Angehörigkeits-Problem, denn erstaunlicherweise sind  aus den Ländern, die ja nicht für den eigenen Beitrag stimmen dürfen, viele Punkte nicht an ein Nachbarland gegangen, sondern - z.B. Deutschland - 12 Punkte für die Türkei, was ganz sicher darauf zurückzuführen ist, daß sehr viele hier in Deutschland lebenden Türken zum Telefon gegriffen und den Beitrag aus ihrem Heimatland gewählt haben.
Weitere meiner Notizen:
Dänemark - ‚Twist of Love’ mit der Gruppe Sidsel Ben Semmane - könnte zu einer ernsthaften Konkurrenz werden. Überzeugende Bühnenshow, blendendes Aussehen und gute Stimme der Leadsängerin! (Landeten noch hinter uns auf # 18!).
Begeistert hat mich aber auch die Interpretation des Irischen Teilnehmers, Ryan Kennedy!, der hier eine Ballade zu Gehör brachte: ‚Every Song is A Cry For Love’. Eine wunderschöne Melodie, getragen, gefühlvoll - musikalisch gesehen - ein unbedingtes Highlight - aber Chancen?
Nun, er erreichte immerhin doch noch # 10.
Nach diesem erneuten Debakel - die letzten Jahre über habe ich es mir gar nicht mehr angetan, diese schwachsinnige, von Intrigen, Clickenwirtschaft und Nachbarschafts-Sympathie durchzogene Show anzuschauen - dieses Jahr nur wegen Texas Lightning - werde ich im nächsten Jahr sicher als Zuschauer wieder nicht dabei sein!
Ich weiß auch nicht, ob es unbedingt ein Vorteil war, daß Publikum per Telefon abstimmen zu lassen. Eine Fachjury - wie früher - wäre sicher geeigneter - obwohl das damals als zu ‚national denkend’ abgelehnt und abgelöst wurde, bin ich immer noch der Meinung, daß eine Jury, die natürlich aus entsprechenden Fachleuten bestehen müsste, besser ist, als die ‚Allgemeinheit’! Dieses ist keine Kontroverse zu meiner Meinung zur Abstimmung beim ‚American Idol’, weil es sich da um eine Musikrichtung handelt, die Country-Music. Da ist es u.U. besser, den Publikumsgeschmack entscheiden zu lassen, als den einer Jury. Hier aber, wo alle Stilarten zugelassen sind, würde ich die umgekehrte Konstellation als vernünftiger betrachten.
Doch, was haben wir jetzt mit dieser ‚Publikums-Abstimmung’?
Eine Menge Individualisten, die per Anruf entscheiden können. Daß dabei natürlich dann ‚Nachbarschaftliche Beziehungen’ oder aber ‚nationales Denken’ -  z.B. von Gastarbeitern - dazu führen kann, ihrem eigentlichen Heimatland Punkte zu verschaffen und die Qualität der Musik bei der Beurteilung außer Acht gelassen und nur noch nach Sympathie oder nach einem Heimat- Zugehörigkeits-Gefühl entschieden wird, ist ja wohl klar!
Daß mit diesen Ergebnissen - zumindest aus musikalischer Sicht - keine befriedigenden Ergebnisse erzielt werden können, dürfte zumindest jedem Musiker klar sein! Womit ich allerdings nicht die „Nicht-Musiker“ diskriminieren will - denn, wie gesagt - über Geschmack läßt sich streiten’!
Was mir aber auch zu denken gab, daß aus den europäischen ‚Country-Hochburgen’, wie z.B. GB (nur 5 Pkte) - wo ja sogar in den Wettbüros Texas Lightning hoch gehandelt wurde, oder aber unserm Nachbarland NL (nur 3 Pkte), so wenig Stimmen kamen!!!
Daß aber auch so extrem gewählt wurde, könnte auch daran liegen, daß viele ältere Zuschauer dieses Spektakels müde sind und an der Abstimmung gar nicht mehr teilnehmen. Junge Leute haben nun mal einen anderen Geschmack - und was die Kostüme anbelangt - das ist doch heutzutage in den Video-Clips ‚Gang und Gäbe’, selbst in Country-Music-Clips! Aber das ist natürlich auch Geschmacksache und kein Grund in Hasstiraden auszubrechen, wie es von so manchem Benutzer  gewisser Foren bereits Gestern praktiziert wurde!
Solches Verhalten schadet nämlich nicht nur der Countrymusic, sondern auch dem Deutschen Ansehen in der übrigen Welt!
Wer seiner Enttäuschung Luft machen will, der solle es doch bitte mal mit ‚schwarzem Humor’ oder evtl. auch mit Zynismus, oder ‚beißendem’ Spott à la Stefan Raab versuchen ! Leider gibt es vermutlich aber nicht gerade Allzuviele, die diese Form der Äußerung beherrschen.

Dieter Mühlen

 

Start Nr.

Platz

Land

Interpret

Titel

17

01

Finnland

Lordi

Hard Rock Halleluja

10

02

Russland

Dima Bilan

Never Let You Go

13

03

Bosnien-Herzeg.

Hari Mata Hari

Lejla

12

04

Rumänien

Mihai Traistariu

Tomero

22

05

Schweden

Carola

Invincible

14

06

Litauen

LT United

We Are the Winners

18

07

Ukraine

Tina Karol

Show Me Your Love

24

08

Armenien

Andre

Without Your Love

16

09

Griechenland

Anna Visel

Everything

21

10

Irland

Brian Kennedy

Every Song is A Cry For Love

23

11

Türkei

Sibel Tüzün

Superstar

11

12

Mazedonien

Elena Risteka

Ninanajna

20

13

Kroatien

Severina

Moja stickla

05

14

Norwegen

Christine Guldbrandsen

Alvedansen

08

15

Deutschland

Texas Lightning

No, No Never

04

16

Lettland

Cosmos

I Hear Your Heart

01

17

Schweiz

Six4one

If We All Give A Little

09

18

Dänemark

Sidsel Ben Semmane

Twist of Love

15

19

Großbritannien

Daz Sampson

Teenage Live

02

20

Moldau

Arsenium & Natalie Gordienko

Loca

06

21

Spanien

Las Ketchup

Bloody Mary

19

22

Frankreich

Virginie Pouchain

Il ètait temps

03

23

Israel

Eddie Butler

Together We Are One

07

24

Malta

Fabrizio Faniello

I Do