| Tabea
Anderfuhren – Painting My Melodies – Tabea Anderfuhren Music
Unmittelbar vor dem Jahrhunderthochwasser in Nashville hat Tabea Anderfuhren in Music City USA ihre zweite CD eingespielt. Der Aufenthalt der Schweizerin wurde aufgrund des vulkanaschebedingten Flugverbots über Europa sogar einige Tage verlängert. Ungeachtet der äußerlichen Widrigkeiten ist im Studio von Produzent Thomm Jutz ein in sich stimmiges und wunderschönes Werk entstanden, das zwischen Singer-Songwriter und Bluegrass jegliche vorstellbare Lücke schließt. Der aus Bühl-Baden stammende Gitarrist hat für Tabea die besten Studiomusiker von Nashville ins sein Studio geholt, Tim Crouch spielt Fiddle und Mandoline, Robby Turner Steel Guitar und Dobro, Richard Bailey wie auch auf der Vorgänger-CD das Banjo. Für den Rhythmus sind denkbar filigran Pat McInerney an Schlagzeug und Percussion und Mark Fain am Bass zuständig. Dankenswerterweise sind die Texte im Cover abgedruckt. Kevin Meisel aus Michigan ist Tabeas Gesangspartner beim zärtlichen „Hey Little Miss". Flott zeigt sich „What About Me", sehr gefühlvoll hat sie „Too Many Choices" eingespielt und eingesungen. „They Ain’t Worth My Tears" ist schöner traditioneller Country mit Steel Guitar. Ihre Lieder schreibt Tabea großteils selbst, Sinja Fischer ist ab und an Co-Autorin. Für „Goodbye" zeichnet Tabea alleine verantwortlich, offenbar hat sie einige Abschiede in letzter Zeit verkraften müssen, aber das öffnet bekanntlich den Weg zu neuen Ufern. Allerdings hat das Lied einen anderen Anlass und weit tiefgreifendere Bedeutung, schließlich kann niemand Abschied erlernen, dennoch kann das Leben wieder seine guten Seiten zeigen. Das wird schon in dem stampfenden „You Just Feel Good" deutlich, das vom Dobro angetrieben wird. „On Thistledown Wind" stammt aus der Feder des texanischen Singer-Songwriters und Wahlschweizers Richard Dobson. Der Meister verweilte zeitgleich in Nashville, so konnte eine gelungene Duettversion entstehen, in der beide Künstler abwechselnd herrliche Landschaftsbilder entstehen lassen und die entsprechenden Gefühle wachrufen. „I Need Something Else" ist ein sehr persönliches Lied von Tabea, das sie als Botschaft hinausschickt unter dem Aspekt, dass die aktuelle Situation noch nicht das ist, was ihr Herz wirklich begehrt. Zufriedenheit und Glück sind halt nicht ganz gleichzusetzen. Folgerichtig stellt sie in „Is It You" die entsprechende Frage, ob das Rad der Liebe diesmal an der richtigen Stelle angehalten hat. Sie beschreibt die Schönheit der Beziehung und bittet dennoch um Bedenkzeit und Freiheit.Tabea arbeitet noch mit einem 50%-Debutat als Malerin auf dem Bau, hieraus leitet sich der Titelsong „Painting My Melodies" ab, wobei sie darauf aus ist, alle Farben einzusetzen und alle Klänge, um ihre Musik zu gestalten. Schließlich folgt mit Peter Rebers „Fasch Win Es Gebät" ein Lied in schweizerdeutsch, das mit einem hidden part endet, dessen Gastsänger namentlich verborgen bleiben. Tabea Anderfuhren hat mit Bluegrass Stuff aus Italien eine vorzügliche Bluegrass Band hinter sich, kann aber auch im Country-Trio live erlebt werden, je nach Bedarf. Ihre Suche ist offensichtlich noch nicht zu Ende, das hält ihre Augen offen und ihre Kreativität aktiv. „Painting My Melodies" ist eine weltklasse Perle aus Nashville bzw. der Schweiz. (Friedrich Hog) |
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