| Watson & Nash –
Mile Makers
Watson & Nash sind Shay Watson (Gesang, Keyboards, Akkordeon) und Joe Nash (Gesang, Gitarren, Mandoline, Bass). In Nashville, Tennessee haben die beiden Songschreiber ihre CD „Mile Makers" eingespielt. Sie kreieren einen Country Sound, der Einflüsse aus Pop und Rock verarbeitet, ohne ihnen zu viel Raum einzuräumen. Ihre Harmoniegesänge sind unverkennbarer moderner Country, mit z.T. viel Energie, aber ohne Überproduktion. Die Gratwanderung ist jeweils schwierig, ihnen gelingt sie. Seit acht Jahren arbeiten sie schon als Autoren und gesanglich zusammen, auch mit anderen Künstlern haben sie schon Erfahrungen gesammelt, wie Gretchen Wilson, Little Big Town, Deborah Allen, Billy Currington, Josh Turner und vielen anderen. Getroffen hatten sie sich in Nashville, als Shay dort einen Songwriting Workshop gab. Joe lebte seinerzeit in West Virginia, Shay gelang es, ihn zum Umzug nach Music City zu überreden. Obwohl die zwischenzeitlich gegründete Band wieder auseinanderbrach, arbeiten sie unbeirrt im Duo weiter und bringen ihre Einflüsse wie Eagles, Don Henley, Jeffrey Steele, Bruce Springsteen, Blackhawk, Shawn Mullins, Tom Petty, Bruce Hornsby, Billy Joel oder Jackson Browne zusammen in ihrer eigenen Musik. Noch sind sie auf der Suche nach einem eigenständigen Sound, aber wer sich mit ihren Liedern beschäftigt, findet bereits einen roten Faden, denn die beiden Künstler haben alle 11 Titel des Albums selbst geschrieben, meist gemeinsam mit einigen anderen Songschreibern. Der Einstiegstitel „Bring It On" ist einer der stärksten der CD, hat Kraft und Aussage, hier sind wir, jetzt bringen wir etwas zustande. Zweistimmiger Gesang ist das Markenzeichen von „Running Blind", Americana-orientierter aufgrund der Mandoline kommt „Tough People Do" daher. Ein wenig traurig stellt sich die Schilderung der Lebensgeschichte des „Last Man Standing" dar. Armee, Alkohol, Zigaretten, Wüste, ob man den Raketenangriff einmal mehr überleben wird? Ob er das Mädchen heiraten wird, das er liebt und einen Sohn haben kann, der vielleicht etwas besseres lernen kann, etwas, auf das man wirklich stolz sein kann? „Up On The Wheel" spielt in Kalifornien, wo die Sonne scheint und man dranblieben kann, bis man ihr alles sagen kann, was einem auf dem Herzen brennt, gelobtes Land. Weniger schön ist „A Good Place To Turn Around", denn dort will man möglichst rasch weg, ehe der Sturm einen davonbläst. Sollte doch leicht fallen, denn es gibt ein zuhause, und eine Frau, die dort im Bett wartet. Es gilt Prioritäten zu setzen, insbesondere, wenn sie ihn insgeheim doch ein wenig erwartet und ihm das auch zu verstehen gibt. Dann kann man ihr sagen „Nobody Loves You" ... like I do, sollte doch mal gesagt werden. Richtig gelungen ist „Small Price To Pay", das akustisch beginnt und sanften bis intensiven Satzgesang bietet. Midtempo zeichnet „Those Were The Days" aus, Springsteen, Bon Jovi, das sind die spürbaren Einflüsse hier, die Liebe war leicht zu bekommen bzw. zu geben, schöne Erinnerungen an diese Tage kann man nicht wegnehmen. Der Teddybär ist da, wenn es notwendig ist, beim Sechsjährigen in „Little Soldier". Er hat sich den Krieg nicht gewünscht, und muss sich dennoch und jetzt schon das Recht erkämpfen, überhaupt aufwachsen zu dürfen. Fasst man’s? Das gibt’s auch in scheinbar ganz normalen Familien, wo die Eltern emotional eingesperrt sind und es nicht verstehen, frei und damit glücklich miteinander zu leben. Schon bricht „End Of The Day" herein, die Mandoline darf die Einleitung gestalten, die Melodie ist wunderschön und bleibt hängen. (Friedrich Hog) |
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