Steep Canyon Rangers – Deep In The Shade – REB-CD-1834

Have Mercy / Thought That She Loved Me / The Mountain’s Gonna Sing / Turn Up The Bottle / Nowhere To Lay Low / Sylvie / There Ain’t No Easy Street / Mourning Dove / I Must Be Somebody Else You’ve Known / Shades Of Gray / Heartbreak Is Real / Hollerin’ House

Die Steep Canyon Rangers aus Asheville, North Carolina bestehen seit 10 Jahren in der gleichen Besetzung. Beheimatet in den Appalachian Mountains verbinden sie die Energie des frühen Bluegrass mit Intensität, Innovation und Spielfreude aktueller Country- und Blues Musik. „Emerging Artist Of The Year", also beste Newcomer des Jahres wurden sie 2006 bei der International Bluegrass Music Association (IBMA). Ihr dicht gedrängtes Tourprogramm führte sie on the road mit dem Banjospieler und Schauspieler Steve Martin und bringt sie im Dezember 2009 erstmals nach Europa.

Ihre neue und damit sechste CD „Deep In The Shade" hat Einflüsse aus den Appalachen, aber auch fein herausgearbeiteter a capella Gospel Gesang findet sich auf dem Album. „The Mountain’s Gonna Sing" hat der Banjo Spieler der Band geschrieben, Graham Sharp. Hier findet jemand seine innere Ruhe, wenn der Berg ihn in den Schlaf singt, die erlebten und erzählten Geschichten sich verinnerlichen und er die Welt mal hinter sich lassen kann. Nicky Sanders untermalt die wunderschöne Melodie mit filigraner Fiddle. In „Turn Up The Bottle" kehren sie nach Asheville zurück, die Mandoline von Sänger Mike Guggino hat hier ihre Highlights, Graham Sharp zeichnet auch hier als Autor, überhaupt schreibt die Band ihr Material fast ausschließlich selbst. „Nowhere To Lay Low" hat auch Graham Sharp verfasst, hier treten mystische Akzente in den Vordergrund, es ist geradezu bedrohlich, wenn man nicht weiß, wo man noch hinkann und wenn nichts mehr geht, vielmehr das ganze Leben in Einzelteilen verstreut darniederliegt. So unterschiedlich sind die Erfahrungen im menschlichen Leben und das hat in heutiger Zeit häufig nichts mit Verschulden zu tun, gibt es noch eine Chance, eine neue Freiheit zu finden?

Von Paul Campbell und Huddie Ledbetter (Leadbelly) kommt „Sylvie", die alte Nummer findet eine sehr schöne und gelungene a capella Neubearbeitung im mehrstimmigen Satzgesang der Steep Canyon Rangers. Dynamisch kommt „There Ain’t No Easy Street" daher, Verarmung ist auf seiner Seite der Stadt gerade angesagt, das Leben besteht oft genug nur noch aus Fassaden und wenn die Arbeit in Wegfall gerät, geht das Rad nicht gar mehr herum. Das Leben ist hart, aber ungerecht, Bluegrass wie er im Buche steht. Fiddler Nicky Sanders hat das vollkommene Instrumental „Mourning Dove" komponiert, hier kann er sein Instrument zum Glühen bringen. Produzent Ronnie Bowman hatte offenbar leichte Arbeit bei dieser eingespielten Band und Steve Martin findet in seinen Linernotes viele lobende Worte. Dem kann man sich nur anschließen, alle 12 Stücke überzeugen und lassen keine Wünsche offen.

Im Rahmen des Bluegrass Jamboree sind die Steep Canyon Rangers vom 05. bis 20. Dezember gemeinsam mit Beverly Smith & Carl Jones (USA) und den Toy Hearts (GB) live zu erleben, 16 Auftritte an 16 Tagen in Sälen von 120 bis 1.800 Plätzen, Reutlingen, Waldkraiburg, München, Berlin, Hamburg, usw.; die genauen Daten bei www.bluegrassjamboree.com oder www.musiccontact.com. (Friedrich Hog)

 
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