| Rosanne Cash –
The List – Manhattan Records
Von null auf Platz 5 ist das neue Album von Rosanne Cash in die Country Album Charts eingestiegen, was gleichzeitig Position 22 in den Top 200 bedeutete, „The List". In Deutschland wird das Album erst am 29. Januar 2010 offiziell herausgegeben. Produziert hat es ihr Ehemann John Leventhal, der auch den Hauptanteil an der Gitarrenarbeit übernommen hat. Damit hat Rosanne Cash, die 1978 bereits ihre erste LP herausgegeben hatte, in Sachen Alben das Dutzend voll. 1973 hatte Rosanne Cash zu ihrem 18. Geburtstag von ihrem Vater Johnny Cash eine Liste von 100 Liedern erhalten, die er für unabdingbar hielt. Rosanne war gerade ein großer Beatles Fan, und Johnny hat die Liste gefüllt mit Liedern von Jimmie Rodgers, der Carter Family, Woody Guthrie, Hank Williams, Bob Dylan oder Merle Haggard. Jedes der 12 Stücke auf der CD wurde der Liste entnommen und in eine Perle verwandelt, beginnend mit "Miss The Mississippi And You" aus der Feder des Vaters der Country Music, Jimmie Rodgers. Neben Rodgers wurden Hank Williams und Johnny Cash die nächsten epochemachenden Stars der Country Music. Tochter Rosanne Cash sieht sich nicht als Ende der Kette, sondern als Bindeglied. Ihrer insoweit nicht ganz einfachen Rolle wird sie aber vollumfänglich gerecht, so geschmackvoll arrangiert sind die Aufnahmen der CD "The List". Bei "Sea Of Heartbreak", das Don Gibson 1961 auf Platz 2 der Country Charts getragen hatte, ist Bruce Springteen der Gesangspartner von Rosanne Cash. Mit "Take These Chains From My Heart" würdigt Rosanne Cash Hank Williams, jazzige Läufe kennzeichnen die neue Version, sehr getragen und feinfühlig eingespielt. "I’m Moving On" ist bedeutend langsamer, als im Original von Hank Snow, aber die Cash-Version überzeugt auf der Bühne und auf der CD. Weit abseits der industriell produzierten Country Music für die Charts zeigt Rosanne Cash, wie man mit gut gemachter Musik auch heute noch erfolgreich sein kann, das sollte auch für Europa selbstverständlich sein, wer sie Ende Februar 2009 in Zürich live erlebt hat, hegt keine Zweifel und die Zusammenarbeit mit Elvis Costello bei Harlan Howard’s "Heartaches By The Number" unterstreicht dies. Kraftvoll der Ansatz von Rosanne Cash und sie kann als Ex-Frau von Rodney Crowell sicherlich ein Lied davon singen. Wunderschön ist die herrliche Melodie von "500 Miles" umgesetzt, Folk-Freunde werden ihre Freude haben an der zärtlichen Neuinterpretation der alten Bobby Bare Top 5 Nummer. Ebenso gelungen ist "Long Black Veil" im Duett mit Jeff Tweedy von der Band „Wilco", ex-„Uncle Tupelo", wenngleich es für einen Mann ungleich leichter ist, das Lied zu singen, in dem ein Mann im Grab liegt, weil er seine Geliebte nicht verraten wollte, jetzt besucht sie von Zeit zu Zeit sein Grab und trägt den Schleier, die Nackenhaare werden spürbar. Das ist beim Patsy Cline Nummer-1-Hit „She’s Got You" von 1962 aus der Feder von Hank Cochran nicht viel anders, intensiv und schön hat Rosanne Cash das Lied neu bearbeitet, ohne den für den Nashville-Sound der 60-er Jahre typischen Schmalz. „Girl From The North Country" kam im Original von Johnny Cash und Bob Dylan im Duett, gitarrenorientiert und stimmig die neue Version von Rosanne Cash. Rufus Wainwright, Sohn von Kate McGarrigle (McGarrigle Sisters) und Louden Wainwright III begleitet Rosanne Cash durch Merle Haggard’s Klassiker „Silver Wings" und „Bury Me Under The Weeping Willow" von der Carter Family schließt das Album ab, das die Schönheit von 12 der 100 Titel von Johnny Cashs Liste außergewöhnlich zutreffend herausarbeitet. (Friedrich Hog) |
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