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Gibson Brothers – Ring The Bell – Compass Records 4506
Eric und Leigh Gibson sind die Gibson Brothers, aufgewachsen auf einer Farm außerhalb von Ellenburg Depot, New York, inzwischen aber anerkanntermaßen ein Top-Duo des Bluegrass mit hohem Wiedererkennungswert. Über Flatt & Scruggs haben sie sich dem Bluegrass angenähert. 1998 wählte die IBMA sie zum „Emerging Artist of the Year", als sie beide Mitte 20 waren. Die neue CD „Ring The Bell" haben die Brüder selbst produziert. „The Wishing Well" wurde von Shawn Camp und Paul Kennerly geschrieben, ganz in der Tradition des Bluegrass, aber eben von zeitgenössischen Autoren, Mike Witcher von Missy Raines & The New Hip bedient als Gastmusiker die Resonatorgitarre. Sehr intensiv arrangiert ist „Ring The Bell", die gesanglichen Fähigkeiten der Brüder können sich hier voll entfalten. Die Country Gentlemen hätten zu ihren besten Zeiten so ähnlich klingen mögen. Tom Petty schrieb „Angel Dream", kaum zu glauben, dass das zarte Lied aus dem Rock-Bereich kommt, es trägt im mittleren Teil deutliche Bluegrass-Züge, ist zeitweise aber auch angenehm verspielt, was den Musikern viel Raum für Improvisation gibt. „Farm Of Yesterday" aus der Feder von Eric Gibson mag autobiographische Züge tragen, es ist auf jeden Fall ein Highlight, Erick Jaskowiak steuert sogar etwas Percussion bei. Solche Musik würde man sich im Radio oder auch mal in den Charts wünschen, nicht zu exklusiv und dennoch weit weg vom kommerziellen Country, der oft lieblos in Nashville’s industriell geführten Büros vom Zaun gebrochen wird. Nein, das Lied ist aktuell und ergreifend, nachdenklich und hörbar gleichermaßen. Gigantisch gut arrangiert ist das mit einer einprägsamen Melodie ausgestattete „Just An Old Rounder", hier tritt die Kraft des Gospel hinzu und hinterlässt Spuren. Diese Musik plätschert nicht am Hörer vorbei, hier hat man etwas vom Hörgenuss. Einfach tiefgreifend, auch wenn außer Eric und Leigh Gibson keine weiteren Gesangsstimmen zu hören sind. Die Brüder haben mit „Forever Has No End" ein weiteres Highlight selbst geschrieben, es beschreibt die Hoffnung, dass ein kleines Lächeln einmal mehr den Weg zum Vergeben öffnet und damit zu einer goldenen Zeit, die es einmal gegeben hat. Lebensqualität lässt sich schaffen, mit gar nicht allzu hohem Aufwand oder wie Mark Twain schon gesagt hat: „gib jedem Tag die Chance, der schönste Deines Lebens zu werden." Das Album endet in Leigh Gibsons „Bottomland", autobiographisch und an die entbehrungsreiche Zeit auf der Farm erinnernd, aber gleichermaßen anregend dahingehend, zu erkennen, dass ein erfolgreiches Leben anderswo nicht automatisch ein glücklicheres Leben sein muss. Erdiger Bluegrass, feinfühlig dargeboten mit den unverkennbaren Gibson Brothers Gesängen, eine wunderbare Scheibe für alle, die authentischen Bluegrass erfahren möchten, ohne gleich im High Lonesome Bereich zu landen. (Friedrich Hog) |
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